[Rezension] Umweg nach Hause – Jonathan Evison


Titel: Umweg nach Hause
Autor: Jonathan Evison
Original: The Revised Fundamentals of Caregiving
Verlag: KiWi
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-462-04659-5
Preis: 19,99€
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Autor

Jonathan Evison, 1968 in San Jose, Kalifornien, geboren, wurde mit seinem Roman »Alles über Lulu« bekannt, für den er den Washington State Book Award erhielt. »Umweg nach Hause« ist sein neuer Roman.

Inhalt

Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der im Rollstuhl sitzt. Gemeinsam fahren sie mit dem VW-Bus quer durch die USA, um Trevs Vater zu besuchen – eine Reise voller skurriler Abenteuer beginnt. Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifenwechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht.

Erster Satz

Als ich beschloss, mich um Menschen zu kümmern, die weniger Glück im Leben haben als ich, war ich pleite, also bin ich nicht gerade Florence Nightingale.

Meine Meinung

Das ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich das Cover gesehen habe und mir dachte: Das musst du lesen. Schlicht, effektiv und hebt sich wirklich von den anderen Covern ab, die aktuell so im Umlauf sind. Der Klappentext hat mich auch angesprochen und… ich habe es nun gelesen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich etwas anderes erwartet, aber dennoch hat mir das Buch richtig gut gefallen.
Es ist ein intelligentes Buch, das mir nicht nur gefallen hat, sondern mich wirklich berührt hat. Umweg nach Hause ist kein Feuerwerk, aber es heißt ja nicht ohne Grund, dass stille Wasser tief sind. Es dauert eine Weile, bis der Road Trip beginnt – von dem ich eigentlich dachte, dass er wirklich den Großteil des Buches einnehmen wird -, aber man lernt hier insbesondere Protagonist Ben besser kennen. Als Ich-Erzähler ist er natürlich absolut im Fokus, gibt mit seiner präzisen, trockenen Art auch gute Einschätzungen der Menschen um ihn herum an. Man weiß von Anfang an, dass da ein Schicksalsschlag in Bens Leben war, hat auch eine Ahnung, was passiert wird, aber das genaue Geschehen liefert er einem selbst in Rückblicken auf sein Leben bevor dem großen Schicksalsschlag. Ich mag Ben. Er ist ruhig, macht seinen Job als Pflegehilfe wirklich – in meinen Augen – hervorragend und ja, ich mag seinen trockenen Humor und den Blick, den er für seine Umwelt hat.
Trev, Bens Schützling,… was soll ich sagen? Das könnte einen jetzt an schon bekannte Bücher erinnern, denn Trev sitzt im Rollstuhl, für ewig daran gebunden. Er bekommt durch Ben Charakter, aber ich habe das Gefühl (sicher nicht unbegründet), dass da noch mehr dahinter steckt als Ben erfassen könnte. Ein personeller Erzähler kann das Leid einer anderen Person niemals vollkommen aufnehmen.
So hätten die anderen Charaktere natürlich auch noch mehr Tiefe bekommen können, wenn ein allwissender Erzähler hier agieren würde, aber… dann würde etwas fehlen, dann hätte es nicht diese warme Intelligenz und Note, die mich hier echt hingerissen hat. Irgendwie fehlen mir teilweise die Worte dafür, um dieses Buch richtig beschreiben zu können. Es ist nicht der Road Trip, den ich erwartet hatte, aber dafür habe ich wirklich ein wunderbares Leseerlebnis gehabt. Das Ende war dann so… woah, woah. Nein, kann nicht sein, ist aber so. Woah. Mit anderen Worten, für mich war es das perfekte Ende.

Fazit

Umweg nach Hause ist ein eher ruhigeres Buch, das mich dennoch total geflasht hat. Es hat mich sehr tief innen berührt (okay, das klingt seltsam, aber ist so) und ist einfach wundervoll.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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