[Rezension] Lieber Mr. Salinger – Joanna Rakoff


Titel: Lieber Mr. Salinger
Autor: Joanna Rakoff
Original: My Salinger Year
Verlag: Knaus
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-8135-0515-3
Preis: 19,99€
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Autor

Nach ihrem Studium an renommierten amerikanischen Universitäten stürzte sich Joanna Rakoff in die Welt der Literatur. Sie arbeitete als Kritikerin für die „New York Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Vogue“ und veröffentlichte einen Roman („A Fortunate Age“), der zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Joanna Rakoff lebt in Cambridge, Massachusetts.

Inhalt

Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.


Erster Satz

Wir waren Hunderte, Tausende.

Meine Meinung

Ich hätte nicht gedacht, dass Joanna Rakoffs Geschichte mich so fesseln kann, aber Lieber Mr. Salinger hat mich einfach mal komplett in den Bann gezogen und verzaubert. Interessanterweise haben Protagonistin Joanna und ich eine Gemeinsamkeit: Wir sind Salinger-Jungfrauen. (Nach diesem Buch erscheint mir das absolut unverzeihlich und das muss ich unbedingt ändern!)
Und Joanna begegnet in der Literaturagentur, in der sie – angehende Autorin – als Assistentin der Chefin anfängt, Jerry, bzw. eben dem berühmten Autor Salinger. Und diese ganze Geschichte rund um Joannas Arbeit in der Agentur, den Anderen Autor, ihre Chefin und eben die Arbeit mit Jerry und seinen Eigenarten hat mich… nicht direkt geflasht, sondern einfach überzeugt. Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, so sehr war ich vertieft. Es hat schlicht und einfach Spaß gemacht, Joanna auf ihrem Weg zu begleiten.
Wo soll ich da anfangen? Die Zeit vor dem Wandel ins Digitalen, bzw. dieser Umbruch, der hier dargestellt wird, erzeugt eine besondere Atmosphäre, da gehört auch die Politik der Literaturagentur dazu. Ich liebe die Atmosphäre, die erzeugt wird, insbesondere auch durch die Nutzung von Schreibmaschinen. Da hatte ich das Büro gleich richtig vor mir, mit dunklen Holzvertäfelungen, Regalen mit Massen an Büchern, die großen Schreibmaschinen auf den dicken Schreibtischen. Mit nur wenig Worten hat Joanna Rakoff ein Szenario vor meinen Augen erschaffen. Eigentlich fehlen da ja nur noch die Zigaretten und der Scotch im Glas, oder?

Doch nicht nur die Agentur an sich, auch die Briefe an Mr. Salinger, welche zu Joannas Händen landen, da passt einfach alles zusammen. Dann noch die privaten Hintergründe, das Zusammenleben mit dem ebenfalls angehenden Autor Don, ohne viel Geschwafel und ausschweifende Umschreibungen erschafft Joanna Rakoff diese Welt, in der sie gelebt hat, sehr nachvollziehbar auf diesen 300 wundervollen Seiten.
Toll fand ich übrigens auch die Bezeichnungen: meine Chefin, mein College-Freund, der Andere Autor. Die Begriffe werden einem genauso vertraut wie ein Name – eine richtig gute Leistung, wie ich finde.

Fazit

Joanna Rakoff verbindet das nicht immer leichte Leben in New York mit
der ebenfalls nicht leichten Arbeit in der Agentur und erschafft eine
wundervoll leichte Lektüre, die einem auch insbesondere natürlich J.D.
Salinger näher bringt.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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2 thoughts on “[Rezension] Lieber Mr. Salinger – Joanna Rakoff

    1. Gehört schon, nur noch nichts gelesen /D
      Aber ich habe vor, meine Bildungslücke demnächst mal zu schließen 😀

      Alles Liebe, Chimiko

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