[Rezension] Ein Jahr auf dem Land – Anna Quindlen


Titel: Ein Jahr auf dem Land
Autor: Anna Quindlen
Original: Still Life with Bread Crumbs
Verlag: DVA
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-421-04666-6
Preis: 19,99€
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Autor

Anna Quindlen, Jahrgang 1952, gehört in den USA zu den wenigen ganz großen Autorinnen, die sowohl die Literaturkritik als auch das breite Publikum begeistern. Ihre Romane und Sachbücher erobern regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten. Für ihre Kolumnen in der New York Times erhielt sie 1992 den Pulitzer-Preis. Ihr Bestseller »Die Seele des Ganzen« (1995) wurde unter dem Titel »Familiensache« mit Meryl Streep verfilmt. Ihr neuester Roman »Ein Jahr auf dem Land« rangierte in den USA monatelang in den Top-Ten und verkaufte sich eine viertel Million Mal.

Inhalt

Rebecca Winter steht an einem Wendepunkt: Von ihrem Mann ist sie geschieden, für ihren erwachsenen Sohn nicht mehr unentbehrlich, und als Künstlerin hat sie längst ihren Zenit überschritten. Jahrelang lebte die berühmte Fotografin sorglos von den üppigen Einkünften eines Schnappschusses. Aber nun ist der Geldstrom versiegt. Notgedrungen beschließt sie, ihr New Yorker Apartment zu vermieten und für ein Jahr in ein kleines Haus fernab der Stadt zu ziehen. Der unfreiwillige Landaufenthalt ist kein Spaziergang im Central Park – und doch beschert er Rebecca eine unverhoffte Liebe, neue Inspiration und den Mut, unbekannte Wege zu beschreiten …

Erster Satz

Kurz nach zwei am frühen Morgen fuhr Rebecca Winter im Bett hoch.

Meine Meinung

Bücher, die sich um die Flucht Richtung Land drehen, sind ja grad eine Welle, die etwas überschwappt und ich finde das ziemlich gut. Ich als Landkind lese gerne Romane, die sich darum drehen.

Hier geht es um Rebecca Winter, eine Fotografin, die ihren Zenit sozusagen überschritten hat und nun an einem Wendepunkt steht. Ich kann es nicht in Worte fassen, warum das so war, aber den Anfang empfand ich als schleppend. Irgendwie kam ich nicht so schnell in die Geschichte und es war einfach ein sehr zögerliches Eintauchen in das Buch. Doch irgendwann kamen Rebecca und ich dann doch zusammen und danach las es sich sehr angenehm.
Aber auch danach war es keine Geschichte, die einen fesselt, die einen vom Hocker reißt, sondern ein Roman, der sich sehr angenehm liest und einfach eine schöne Geschichte für zwischendurch ist.

Rebecca ist eine sympathische Protagonistin: Sie passt nicht richtig auf das Land, aber eben auch nicht mehr in die Stadt und das alte Leben, das sie davor geführt hat. Wendepunkt trifft es schon ganz gut, bei Rebecca befindet sich einfach alles im Umbruch: insbesondere auch ihr Leben als Fotografin. Und diese Widrigkeiten, die das mit sich bringt, spürt auch der Leser. Rebecca muss kämpfen und ihre Kunst für sich neu entdecken. Dass sie dabei eine neue Liebe findet, ist natürlich praktisch schon ein Romangesetz, oder? Jedenfalls hat mich das nicht überraschen können. Ich persönlich fand einfach den Kunstaspekt viel interessanter und lesenswerter. Dieser Konflikt hat mich fasziniert. Ich glaube, ich entwickel gerade ein Faible für Künstler-Romane.
Die anderen Charaktere waren für mich gar so stark herausgearbeitet wie Rebecca. Obwohl ich Sarah und die Idee ihres Cafes ganz entzückend fand, fehlte mir hier einfach die Tiefe. Der Roman dreht sich um Rebecca. Nicht einmal Jim, ihr Love-Interest, der eigentlich einen ganz interessanten Hintergrund hat, wirkt einfach nicht ganz so stark ausgeprägt. Jeder dieser anderen Charaktere hat das Potenzial für einen eigenen Roman, aber hier sind sie mir einfach nicht prägnant genug.
Das ist allgemein ein Problem dieses Buch und vielleicht empfand ich die Liebesgeschichte deshalb auch nicht so umwerfend oder besonders bezaubernd. Irgendwie wirkt hier alles, als wäre ein Schleier davor, nicht ganz scharf und nicht ganz ausgeprägt. Wie gesagt, war für mich Rebeccas Selbstfindung eigentlich das Interessanteste. Schade eigentlich, insbesondere weil ich die Hintergründe der anderen Charaktere richtig toll fand!

Fazit

Ein schöner Roman für Zwischendurch, doch im Zwischenmenschlichen fehlt trotz toll durchdachten Hintergründen einfach die Tiefe, die Schärfe… die Würze! Für mich liegt der Fokus auf Rebeccas Selbstfindung als Künstlerin, doch leider genügt das nicht.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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