[Rezension] Moshi Moshi – Banana Yoshimoto


Titel: Moshi Moshi
Autor: Banana Yoshimoto
Original: Moshi-moshi Shimokitazawa
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-06931-0
Preis: 21,90€
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Autor

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß
ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie
während ihres Studiums, jobbte nebenbei

als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der
›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Vater Ryumei Yoshimoto war
ein bekannter Essayist und Literaturkritiker. Sie schrieb zahlreiche
Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten.
Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen,
für das dann die Bezeichnung ›Bananamania‹ gefunden wurde.


Inhalt

Die zwanzigjährige Yotchan steht vor dem Nichts, als ihr Vater, Leader einer Rockband, plötzlich zusammen mit einer wildfremden Frau Selbstmord begeht. Mit ihrer Mutter findet sie Zuflucht in einer ungewöhnlichen WG in Tokios Künstler- und Szeneviertel Shimokitazawa. Dort findet jede auf ihre Art zu neuer Lebensfreude zurück, getragen von dem authentischen Stadtviertel und seinen Bewohnern. Kochkunst, Essenslust und eine bewegte Reifungs- und Liebesgeschichte – eine asiatisch weise Verführung zum Leben.

Erster Satz

Von dem schon verstorbenen Regisseur Jun Ichikawa, den ich sehr verehre, gibt es den Film Zawa zawa Shimokitazawa, „Summendes Shimokitazawa“.

Meine Meinung

Obwohl der Hintergrund für dieses Buch ja doch sehr traurig und tragisch ist, ist dieses Buch wundervoll leicht und liest sich in einem weg. Außerdem ist es ziemlich appetitanregend! Ich persönlich habe bisher kein Buch von Banana Yoshimoto gelesen, muss aber sagen, dass es sich echt gelohnt hat, diese Autorin mal zu testen. Der Schreibstil liest sich einfach wunderbar leicht und man kommt schnell in die Geschichte rein.
Ich-Erzählerin Yotchan kommt einem auch sehr schnell nahe. Der Hintergrund, der Selbstmord ihres Vaters, ist nicht nur natürlich sehr dramatisch, sondern auch mysteriös und hat letztlich fast etwas Fantastisches, weil die Gründe nicht greifbar. Vor allen Dingen die Unbekannte wird hochstilisiert. Ihre Hintergründe sind absolut nicht einsehbar, kein Wunder, immerhin ist hier eine Ich-Erzählerin am Werk und die Frau ist tot. Das ist etwas, was Yotchan auch belastet, nicht zu wissen, warum ihr Vater das tat, was da wirklich geschehen ist und warum er nicht angerufen hat.
Doch, was mir hier einfach gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass es zwar einen großen Stellenwert einnimmt, aber Yotchan eben dennoch lebt und sich entwickelt. Sie hat einen Job, den sie mag, sie hat Männer, für die sie sich interessiert und… sie gründet eher unfreiwillig eine WG mit ihrer Mutter.
Dieser ganz Roman hat einfach eine Weisheit in sich, dass das Leben auch nach dem Tod eines geliebten Menschen und sei dieser noch so dubios, weiter geht. In diese Momente habe ich mich regelrecht verliebt. Insbesondere in die Momente mit Yotchans Mutter. Da Yotchan als Ich-Erzählerin keinen Einblick in deren Leben geben kann, kriegen wir als Leser nur mit, was sie als Tochter mitkriegt und das zeigt das Bild einer faszinierenden Frau, die in ihrer Ehe vielleicht manchmal auch stehen geblieben war und nun das Leben neu für sich entdeckt.
Yotchan ist ein sympathischer Charakter, der den Vater vermisst und sich viele Fragen stellt, ihn aber dennoch nicht gottgleich darstellt. Sie leidet, sie träumt und dennoch entwickelt sie sich weiter. Ich mag Yotchan.

Fazit

Diese Entwicklung und das Weiterleben nach einem Verlust sind die großen
Themen in dem Buch und ich finde, Banana Yoshimoto ist es perfekt
gelungen, diese umzusetzen.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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