[Rezension] Mayas Tagebuch – Isabel Allende


Titel: Mayas Tagebuch
Autor: Isabel Allende
Original: El cuaderno del Maya
Verlag: Suhrkamp
Erschienen: 2012
ISBN: 978-3-518-46444-1
Preis: 9,99€
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Autor

Heute lebt Isabel Allende mit ihrer Familie in Kalifornien. Sie ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und haben sich millionenfach verkauft. Immer wieder fasziniert die chilenische Bestsellerautorin ihre Leserinnen und Leser und führt sie an die atemberaubendsten Plätze der Erde, weckt die Neugier für andere, fremde Welten und spricht Themen an, die ihr und vielen anderen am Herzen liegen. Unermüdlich widmet sie ihr Leben ihrer größten Leidenschaft: dem Erzählen.


Inhalt

Die neunzehnjährige Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas, der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer geliebten Großmutter gelangt sie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Anthropologen und Freund der Familie. Nach und nach kommt sie Manuel und den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Maya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken.

Erster Satz

Vor einer Woche verabschiedete mich meine Großmutter mit einer tränenlosen Umarmung am Flughafen von San Francisco und schärfte mir noch einmal ein, wenn mir mein Leben lieb sei, dann solle ich mit keinem, der mich kennt, in Verbindung treten.

Meine Meinung

Isabel Allende schreibt definitiv mehr als gut, das ist kein Geheimnis. Aber dieses Buch war mir persönlich zu intensiv. Zu brutal, zu hautnah, zu viel. Und genau das macht das Buch so gut! Vergewaltigung, Drogenmissbrauch, Drogenhandel, es bildet eine Welt ab, die wir uns hier nicht so vorstellen können, eine Welt, die mich an dem Buch festgehalten hat, obwohl es mir zugleich eigentlich schon wieder zu viel war.

Maya hat einige unschöne Dinge erlebt, um es mal sehr untertrieben auszudrücken, und die verwebt Autorin Isabel Allende sehr geschickt mit dem Leben auf der Insel. Als Leser erfährt man so erst sehr spät, warum Mayas Großmutter ihr den Kontakt verbietet, warum Maya praktisch in ein Nichts flüchtet. Man lernt zeitgleich ihr neues und altes Leben kennen, sieht, wie sie sich entwickelt und sieht, warum sie sich nun entwickeln muss.
Was Maya erlebt hat, hat mir mehr als einmal Gänsehaut beschert und ich war mehr als einmal davor, das Buch abzubrechen. Dennoch war da etwas, was mich immer weiter gefesselt hat und das mich hat durchhalten lassen. Ich lese so Berichte, die so aus dem Leben gegriffen sind, die so wahrhaftig wirken und dabei so unglaublich brutal sind, nicht gerne. Das lässt mich nicht los und belastet mich. Aber hier hat mich auch der Stil nicht losgelassen und ich musste wissen, wie es mit Maya weiter geht und das obwohl mir persönlich ihre Erlebnisse zu hart waren.
Hinzu kommt, dass auch auf der Insel ein, zwei Momente waren, die sehr dramatisch waren und auf die ich hätte verzichten können. Das war ebenfalls ein Zuviel-Moment.
Was habe ich euch also bisher beschrieben? Meine Unfähigkeit, so Romane/Berichte zu vertragen, dass es Maya echt nicht leicht hatte (untertrieben!) und den fesselnden Stil von Frau Allende. Ja… was könnte noch interessant sein? Eigentlich nicht viel. Dass Gegenwart und Vergangenheit geschickt verwoben wurden, habe ich auch erwähnt… Ansonsten spricht hier wirklich die Geschichte für sich und Allende-Fans muss ich ja eh nicht überzeugen, oder?

Fazit

Dieses Buch ist nichts für zarte Seelchen, mir war es stellenweise zu intensiv, aber ich musste es beenden! Es zeigt eine beklemmende Situation in einem Land, die doch leider sehr dicht an der Wahrheit ist… und dank des hervorragenden Schreibstils muss man es einfach ganz oder gar nicht lesen.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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