[Rezension] Hotel Alpha – Mark Watson


Titel: Hotel Alpha
Autor: Mark Watson
Original: Hotel Alpha
Verlag: Heyne
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-453-26964-4
Preis: 19,99€
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Autor

Mark Watson, geboren 1980 in Bristol, ist Romanautor, Kolumnist, Radio- und Fernsehmoderator und international erfolgreicher Stand-up-Comedian. Er ist außerdem Fußball-Experte, studierter Literaturwissenschaftler und Umweltaktivist. Er ist bekannt für Marathonauftritte, die 24 Stunden und länger dauern. Mark Watson lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London. »Ich könnte am Samstag« (Hardcover: »Elf Leben«) war sein erster ins Deutsche übersetzter Roman, zuletzt erschien von ihm »Überlebensgroß«.

Inhalt

Seit den Sechzigerjahren ist das Hotel Alpha eine regelrechte Institution in London, was nicht zuletzt an dem Besitzer des Fünfsternehauses liegt: Howard York ist smart und charismatisch, mit der wunderschönen und klugen Sarah-Jane verheiratet und ein gefeierter Held, seit er 1984 bei einem Brand den kleinen Chas rettete und ihn adoptierte, nachdem dessen Mutter in den Flammen umkam. Obwohl seit diesem Unglück blind, ist der Junge ein aufgewecktes und fröhliches Kerlchen, das allerdings die Öffentlichkeit scheut, die Tage im Hotel verbringt und sich zum Computerexperten entwickelt. Und da ist Graham Adam, der seit der Eröffnung im Hotel Alpha als Concierge tätig ist und zu Chas’ väterlichem Vertrauten wird. Er ist das gute Gewissen des Hotels, doch der schöne Schein ist nicht ganz ohne trügerisches Licht.


Erster Satz

Das Alpha stand in Flammen.

Meine Meinung

Hotels üben doch immer eine besondere Faszination aus, besonders, wenn sie so eine Tradition haben, einen solchen Flair und einen solchen Charme wie das Alpha. Ich jedenfalls war fasziniert von diesem Hotel und vor allen Dingen, wie es sich über die Zeit entwickelt und an die aktuellen Gegebenheiten, an die Technik, die immer moderner wird, anpasst. Die Feste, die es erlebt, die Menschen, die sich dort weiter entwickeln, die Menschen, die dort übernachten und vielleicht etwas besonderes erleben.
Erzählt wird die Geschichte von dem Concierge, bzw. dem Mann für alles, Graham sowie dem kleinen Chas, der von den Hotelbesitzern adoptiert wird. Die beiden sind unzertrennlich miteinander verbunden, zum Ende wird dies noch mal verdeutlicht.
Graham ist ein sehr traditioneller Mensch, der sich mit den neuen Entwicklungen schwer tut, der Computern oder Handys nicht so viel abgewinnen kann. Ich empfand ihn immer als etwas zurückhaltend, als tatsächlich nicht so weltoffen, wie z.B. der Hoteleigentümer Howard York. Er hat aber einen ganz eigenen Charme, mir persönlich war er sogar der liebste von allen Charakteren. Ich fand seine leicht schrullige Art wirklich entzückend, insbesondere im Zusammenspiel mit Agatha, die ihn einen Teil des Buches unterstützt. Eine wundervolle Kombination, die ich auch einfach nur bezaubernd fand. Ich hätte gern mehr davon gehabt!
Mit Chas haben wir gerade am Anfang ein Kind, das einen völlig neuen Blickwinkel auf das Hotel bringt… obwohl das vielleicht ungünstig ausgedrückt ist, denn bei dem Brand im Hotel verliert Chas sein Augenlicht. Auch Chas ist – gerade durch das Unglück – eher verschroben, schüchtern und unsicher. Als Leser sieht man ihn wirklich aufwachsen, man erlebt einfach, wie er sich entwickelt, wie er sich – im Gegensatz zu Graham – nicht nur an die neue Technologie gewöhnt, sondern sie sogar lieben und für sich nutzen lernt. Man muss diesen unbeholfenen und hilflosen Jungen doch einfach ins Herz schließen.
Und allein mit diesen beiden Charakteren ist eine gute Grundlage für mich geschaffen, um das Buch zu lieben. Doch auch die anderen Figuren bilden Atmosphäre. Das fängt schon allein mit den Eigentümern an, Howard und Sarah-Jane. Glamourös, elegant und humorvoll. Man spürt förmlich, welchen Esprit dieses Paar versprüht, man kann die Parties, die sie schmeißen, hören.
Jedoch trifft hier ‚mehr Schein als Sein‘ ganz gut zu: Je länger man die Erzähler begleitet, umso mehr erkennt man, dass nicht alles so ist, wie es scheint und das hinter diesem ganzen Glamour doch einiges nicht im Reinen ist. Was das ist, will ich euch nicht verraten, nur so viel sei gesagt, es menschelt hier gewaltig. Das macht das Ganze eigentlich noch sympathischer und greifbarer. Ich mag die Art, wie eben besonders am Anfang der Glamour, die Party, vorkommt und dann die Fassade langsam bröckelt. Die Gestaltung hat mir richtig gut gefallen!
Das Ende fand ich passend. Irgendwie war es überraschend und zugleich logisch und passte einfach super.

Erwähnenswert ist noch, dass es 100 Kurzgeschichten des Autors rund um das Hotel Alpha auf dieser Website gibt. Ich werde da sicher noch stöbern…

Fazit

Ich mag es. Es ist still, es hat tolle Charaktere, es entwickelt sich und hat einen ziemlich genialen Schauplatz. Ich mag das Buch einfach.

Bewertung


#rQuellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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