[Rezension] Alles Licht, das wir nicht sehen – Anthony Doerr


Titel: Alles Licht, das wir nicht sehen
Autor: Anthony Doerr
Original: All The Light We Cannot see
Verlag: C.H. Beck
Erschienen: Juli 2014
ISBN: 978-3-406-68063-2
Preis: 22,95€

 
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Autor

Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, hat die Erzählungsbände „The
Shell Collector“ und „Memory Wall“ sowie den Bericht „Four Seasons in
Rome“ und die Romane „About Grace“ und „All the Light We Cannot See“
veröffentlicht.

Mit „All the Light We Cannot See“ hat Anthony Doerr in den USA einen
überragenden Erfolg gefeiert. Das Buch wurde unter die Finalisten des
National Book Award 2014 gewählt und von der New York Times Book Review
als eines von 10 Büchern als Bestes Buch 2014 ausgezeichnet. Es stand
auf Platz eins der New York Times Bestsellerliste und war Buch des
Jahres bei den Hudson Booksellers – insgesamt wurden über eine Million
Exemplare verkauft. Darüber hinaus wurde „All the Light We Cannot See“
von den Buchhandelsriesen Powell’s Books und Barnes & Noble sowie
den Redaktionen des San Francisco Chronicle, der Washington Post, der
Seattle Times, des Oregonian, des Guardian und von Kirkus zum „Besten
Buch des Jahres 2014“ gekürt.

Die Übersetzungsrechte wurden bisher in 38 Länder verkauft, die
Filmrechte gingen an 20th Century Fox, als Produzent konnte Scott Rudin
(No Country for Old Men) gewonnen werden.
Bereits vor diesem Buch wurde Anthony Doerr mit dem „Barnes & Noble
Discover Prize“, dem „Rome Prize“, dem „New York Public Library´s Young
Lions Fiction Award“ und zwei Mal mit dem „Pushcart Prize“
ausgezeichnet. Für seine Erzählungen hat er bislang vier Mal den
renommierten „O. Henry Prize“ erhalten. Im Jahr 2007 wurde Anthony Doerr
von der britischen Literaturzeitschrift „Granta“ auf die Liste der „21
Best Young American Novelists“ gesetzt.

Inhalt

Saint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am „Muséum National d’Histoire Naturelle“ arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen.
Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt …

Erster Satz

Bei Tagesanbruch regnen sie vom Himmel.

Meine Meinung

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum verdienten Pulitzer-Preis 2015. Das Buch war… wundervoll. Bewegend. Faszinierend. Fesselnd. Und das bis zum Schluss.
Werner und Marie-Laure sind zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Marie-Laure, die blinde Französin, Werner, ein Soldat auf der Seite des Nationalsozialismus. Und dennoch verbinden sich ihre Geschichten miteinander, von Anthony Doerr einfach nur wundervoll miteinander verwebt. Anders kann ich es nicht ausdrücken, sorry, wenn ihr Gehaltvolleres erwartet habt.
Mich haben beide Seiten dieser Geschichte berührt, denn Schwarz und Weiß gibt es – zumindest für mich – hier nicht. Im Prinzip werden hier die Lebenswege der zwei Protagonisten erzählt, was sie zu den gleichen Zeitpunkten jeweils erleben. Dabei kommt Anthony Doerr auch immer wieder zu dem aktuellen Datum zurück und da wird es bei beiden immer eindringlicher, immer intensiver und dann, eigentlich relativ spät, dann verknüpfen sich die Schicksalsfäden. Und ab da war ich nur noch hin und weg… nicht, dass ich das nicht schon vorher gewesen wäre.

Neben Marie-Laure und Werner gibt es noch eine ganze Reihe anderer Charaktere, jeder so liebevoll ausgearbeitet, so voller Details… hier passt einfach alles, alles ist stimmig. Ich habe großen Respekt vor Anthony Doerr, der definitiv ein kleines Meisterwerk erschaffen hat.

Fazit

Das Buch ist einfach eine Wucht: Sprache, Inhalt, Charaktere. Für mich stimmt hier alles. Einfach alles. Ich war hin und weg.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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2 thoughts on “[Rezension] Alles Licht, das wir nicht sehen – Anthony Doerr

  1. Hallo Chimiko!

    Ich habe das Buch auch erst gelesen, auf Englisch, und war auch hin und weg! Vor allen hatte ich die letzten Kapitel oft nasse Augen. Die Geschichte hat mich sehr berührt und auch traurig gemacht. Wir wissen gar nicht wie gut es uns geht , weil wir so einen Krieg nicht erlebt haben!

    Liebe Grüße, Janice

    1. Hallo Janice,

      das trifft es wirklich gut, wir wissen wirklich nicht, was für ein Glück wir hatten. Dieses Buch zeigt es und ist einfach nur bewegend…

      Alles Liebe, Chimiko

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