[Rezension] Mit dem letzten Schiff – Eveline Hasler


Titel: Mit dem letzten Schiff. Der gefährliche Auftrag von Varian Fry
Autor: Eveline Hasler
Verlag: Nagel & Kimche
Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-312-00553-6
Preis: 19,90€
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Autor

Eveline Hasler wurde in Glarus geboren, studierte Psychologie und
Geschichte in Fribourg und Paris und war einige Zeit als Lehrerin tätig.
Heute lebt sie im Tessin. Sie schreibt vor allem historische Romane,
aber auch Lyrik, Kinderbücher, Kolumnen, Reportagen sowie Radio- und
Zeitschriftenbeiträge. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter
anderem mit dem Schubart-Literaturpreis, dem Meersburger Droste-Preis
für Dichterinnen und dem Justinus-Kerner-Preis. 1990/91 war sie Guest
Lecturer am German Department der City University in New York. Ihre
Bücher wurden bisher in zwölf Sprachen übersetzt.


Inhalt

Frankreich, August 1940: Der junge amerikanische Journalist Varian Fry erhält vom Emergency Rescue Committee in Marseille den Auftrag, 200 verfolgten Künstlern die Ausreise in die USA zu ermöglichen. Die Arbeit Frys ist illegal und brandgefährlich, denn das Vichy-Regime hat sich verpflichtet, Gegner des Nationalsozialismus an die deutsche Regierung auszuliefern. Unter Einsatz seines Lebens verhilft er im Verlauf eines Jahres fast 2000 Menschen, vor allem Künstlern und Intellektuellen, aber auch vielen Unbekannten, zur Flucht vor den Nazis. Eveline Hasler erzählt die Geschichte dieses „amerikanischen Schindlers“ und seiner Helfer mit großer Eindringlichkeit – ein mitreißendes Geschichtsdrama.


Erster Satz

Varian Fry sah Erika Mann vorn am Referententisch im Commodore sitzen – für die bevorstehende Tagung war das ein gutes Omen.

Meine Meinung

Oh wow, das Buch war beeindruckend, einfach nur beeindruckend. Eveline Hasler stellt hier szenisch verschiedene Lebensstationen von verschiedenen Menschen während des zweiten Weltkrieges dar. Alle Fäden laufen letztendlich bei Varian Fry zusammen. Doch die Gestaltung dieser unterschiedlichen Charaktere, Situationen ist der Autorin einfach virtuos gelungen.
Das Buch hat mich total beeindruckt, dass ich jetzt tatsächlich erstmal überlegen muss, wo ich anfange und was ich alles in diese Rezension stecke, denn egal, was ich schreibe, ich kann nicht in Worte fassen, was ich beim Lesen empfunden habe.

Thematik ist hier der zweite Weltkrieg und insbesondere gefährdete Personen, also Künstler, die bei Hitler auf der Abschussliste gelandet sind. Varian Fry ist ein Amerikaner, der mit nur wenigen Mitteln nach Frankreich zieht, um diese gefährdeten Personen abzuarbeiten. Von manchen weiß er gar nicht, wo sie sind und für manche wird es schwierig, überhaupt noch zu entkommen.
Ich finde es einfach faszinierend, wie man hier den verschiedensten Figuren begegnen und ihrer Flucht. Doch was mich auch beeindruckt hat, sind die vielen Schicksale, die Eveline Hasler einfach nur am Rande erwähnt. Das gesamte Buch bekommt dadurch eine so unglaubliche Dichte. Man begegnet einfach so vielen bekannten Namen und ich persönlich wusste nicht von allen, was sie erlebt haben.
Doch neben diesen großen Künstlerpersönlichkeiten werden auch eher nicht so bekannte Menschen auf ihrem Weg begleitet. Besonders die Kinder von La Hille… Eine wahre Geschichte in so kurzen, prägnanten, ansprechenden Worten präsentiert. Mir fehlen da die Worte, um meine Empfindungen auszudrücken.
Man kann nicht jedes einzelne dieser grausamen Schicksale aus dem Krieg in ein Buch fassen, aber Eveline Hasler hat bemerkenswert viele Einzelschicksale durch Varian Fry zusammengefasst. Unter anderem auch durch die Unterstützung von Gussie, einem jüdischen Jungen, der ebenfalls auf der Flucht ist, und mittlerweile als Justus Rosenberg ein angesehener Professor in Amerika ist.

Fazit

Das mag wirr klingen, aber mir fehlen die Worte. Dieses Buch hat mich mit seinen vielen Einzelschicksalen und wahren Gegebenheiten einfach beeindruckt. Eveline Hasler hat ein wundervolles und empfehlenswertes Buch geschaffen.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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