[Rezension] Black Mamba Boy – Nadifa Mohamed


Titel: Black Mamba Boy
Autor: Nadifa Mohamed
Original: Black Mamba Boy
Verlag: C.H. Beck
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-406-67596-6
Preis: 19,95€

 
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Autor

Nadifa Mohamed, 1981 in Hargeisa, Somaliland geboren, kam als Kind mit
ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und
Politik. 2014 erschien bei C.H.Beck ihr Roman „Der Garten der verlorenen
Seelen“. Ihr Roman „Black Mamba Boy“, der zuerst 2010 erschien, stand
auf der Longlist des Orange Prize for Fiction und auf der Shortlist des
Guardian First Book Award, des Dylan Thomas Award, des John Llewellyn
Rhys Prize, des PEN/Open Book Award und gewann den Betty Trask Award.

Inhalt


Jemen 1935. Der kleine Jama, ein halbwilder Straßenjunge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich, allein und gefährdet, auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea, in den Sudan, bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen, nie gesehenen Vater, dann auf der Suche nach Arbeit und einer Grundlage für ein eigenes Leben. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche und verzehrende Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, schließlich nach England.

Erster Satz

Der Ruf des Muezzins riss Jama aus seinem Traum.

Meine Meinung

Das ist die Geschichte von Jama, einem Jungen, der quer über den afrikanischen Kontinent reist, um ein neues Leben zu finden. Es ist eine Geschichte, die auf den Erzählungen des Vaters der Autorin beruht und durchaus beeindruckend. Ich muss sagen, dass ich nicht so viel erwartet hatte, aber das Buch hat mich gepackt. Jama ist als Charakter nicht immer liebenswert, aber seinen Ehrgeiz, seine Diszipilin, sein Durchhaltevermögen und seine freche Art, die er sich beibehält, haben mich beeindruckt, da fällt mir doch kein besseres Wort ein.
Ich fand es unglaublich stark, wie Jama sich durchkämpft hat, nachdem er seine Mutter verliert. Wie er auf der Suche nach seinem Vater den unterschiedlichsten Menschen begegnet und sich durchschlägt. Mich hat fasziniert, wie er immer wieder Leuten aus seinem Clan trifft und diese ihn dann aufnehmen, obwohl sie ihn nicht kennen. Diese Mentalität war unglaublich gut dargestellt und als jemand, der das ja überhaupt nicht kennt, war es nicht nur neu, sondern eben auch interessant. So habe ich den afrikanischen Kontinent noch nie erlebt. Das war neben Jamas Lebensweg das eigentlich Spannende an diesem Buch: Afrika aus den Augen eines kleinen Jungen, eines Clan-Angehörigen, zu erleben.
Es gab auch unglaublich viele interessante Figuren, von denen ich auch gerne mehr gelesen hätte, Orte, die ebenfalls ein ganzes Buch wert gewesen wäre.
Dazu kommt, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Ihr Stil spricht mich wirklich sehr an. Sie bringt mir Jama als Charakter noch näher. Es passt einfach alles rundum.

Fazit

Nadifa Mohamed ist ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der eben
auch durch die wahren Elemente aus den Erzählungen ihres Vaters an
Spannung und Tiefe gewinnt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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