[Rezension] Natchez Burning – Greg Iles


Titel: Natchez Burning
Autor: Greg Iles
Original: Natchez Burning
Band: 1?
Verlag: rütten & loening
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-352-00681-4
Preis: 22,99€
Leseprobe
 
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Autor

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren. Sein Vater leitete die
medizinische Abteilung der US-Botschaft. Mit vier Jahren zog die Familie
nach Natchez, Mississippi. Mit der »Frankly Scarlet Band«, bei der er
Sänger und Gitarrist war, tourte er ein paar Jahre durch die USA.
Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 25 Ländern. Greg Iles lebt heute
mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Natchez, Mississippi. Fünf
Jahre hat er kein Buch herausgebracht, da er einen schweren Unfall
hatte.


Inhalt

Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Erster Satz

„Wenn ein Mann die Wahl zwischen der Wahrheit und seinem Vater hat, entscheidet sich nur der Narr für die Wahrheit.“

Meine Meinung

Was für ein Wälzer, das war so mein erster Gedanke angesichts des dezenten Umfangs von ca. 1000 Seiten. Willst du dir das jetzt echt antun? Das war mein zweiter Gedanke. Und dann dachte ich nicht mehr viel, sondern las. Und las. Und las. Und las, weil ich diesen verdammten Wälzer unbedingt beenden wollte. Und bis auf das Ende war ich einfach nur gefesselt von diesem Brocken. Meine Handgelenke haben zwar etwas gelitten, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Allein schon die Thematik ist doch mal wieder etwas ganz anderes, vor allen Dingen angesicht der vielen Bücher zum zweiten Weltkrieg, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, der Rassismus, der sich aus den sechziger Jahren bis in die heutige Zeit zieht, ist unglaublich bitter, deprimierend, fesselnd und angesichts einiger Ereignisse in den USA aktueller denn je.

Was Greg Iles hier erschaffen hat, ist… ja, beeindruckend. So viele Details, so viele unterschiedliche Erzählstränge, die sich eigentlich alle aufeinander beziehen und erst am Ende aufeinander treffen. Als Leserin habe ich da doch manchmal den Überblick verloren, weil es einfach ein Epos ist. Aber letztlich hat sich am Schluss wirklich jede Unklarheit geklärt und ich war echt drin, ich war in Natchez.
Allein der Schluss wirkte im Verhältnis zu dem detaillierten Inhalt, diesem gewaltigen Vorbau, etwas schwach und kürzer und schnell abgewickelt. Es hat zwar doch alles gepasst, aber mir hat da einfach im Vergleich etwas gefehlt. Das, was mich vorher so in den Bann gezogen hat, war da nicht mehr ganz so dabei.

Die Geschichte dreht sich um Penn, den Bürgermeister, seinen Vater, der des Mordes angeklagt wird, seine Verlobte, Henry, den Journalisten und Viola, die ermordete Krankenschwester. Außerdem noch viele andere Charaktere. Das Buch ist sehr vielschichtig, es spielt auf unterschiedlichen Ebenen und dementsprechend gibt es eine große Anzahl von Charakteren, die auch alle auf ihre Weise eine wichtige Rolle spielen. Da kann man in so einer Rezension gar nicht auf alle eingehen. Diesem Umfang kann ich in einer Rezension einfach nicht gerecht werden. Aber so viel sei gesagt: Alle waren detailliert ausgearbeitet, alle hatten einen realistischen Hintergrund und irgendwo konnte man die Motivation aller verstehen.

Fazit

Was für ein Epos. Es hat mich gefesselt und ich fühlte mich, als wäre ich in Natchez direkt bei Penns Ermittlungen dabei gewesen. Die Gestaltung über verschiedene Zeiten hinweg, über verschiedene Gruppen war grandios und ja, ich fands super. Nur der Schluss war da nicht so stimmig. Wer keine Scheu vor paar Seiten mehr hat, sollte das Buch lesen! Es lohnt sich.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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