[Rezension] 30 Tage und ein ganzes Leben – Ashley Ream


Titel: 30 Tage und ein ganzes Leben
Autor: Ashley Ream
Original: Losing Clementine
Verlag: btb
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-442-74611-8
Preis: 12,99

 
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Autor

Mit 16 Jahren bekam Ashley Ream ihren ersten Job bei einer Zeitung.
Seitdem hat sie für verschiedene Magazine in ganz Amerika geschrieben,
bis sie es irgendwann leid war, ständig einer Deadline
hinterherzulaufen. Also suchte sie sich einen „richtigen“ Job und
schrieb nur noch in ihrer Freizeit – mit Erfolg: In den USA wollten
gleich mehrere Verlage ihren Debütroman „30 Tage und ein ganzes Leben“
veröffentlichen. Nach über zehn Jahren in L.A. lebt Ashley Ream heute in
Wisconsin, trainiert für einen Marathon und schreibt an ihrem zweiten
Buch.

Inhalt

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater fi nden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

Erster Satz

Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.

Meine Meinung

Hm… das Buch war… seltsam. Der Klappentext klingt richtig gut, aber ich gebe zu, ich habe mir etwas anderes vorgestellt und das war vielleicht auch das Problem. Doch mein größtes Problem hierbei war, dass mir die Hintergründe für den geplanten Tod nicht genug ausgearbeitet waren. Für mich hat sich das alles etwas Wischiwaschi angefühlt, es hat einfach die emotionale Tiefe gefehlt. Als jemand, der so schwarze Zeiten, die Protagonistin Clementine hat, durchaus verstehen könnte, habe ich erstaunlich wenig Mitgefühl gehabt und konnte mich wirklich schlecht in ihre Situation versetzen.
Clementine ist einfach keine Sympathieträgerin. Sie hat harte Zeiten durchgemacht, dennoch empfinde ich sie als arrogant und mir nicht sympathisch. Mag sein, dass andere Leser das als vollkommen anders empfinden, aber ich wurde mit Clementine einfach überhaupt nicht warm. Daher war da auch eine Distanz beim Lesen, da sie ja ihre letzten dreißig Tage erzählt und wenn man mit der erzählenden Protagonistin nicht warm wird, dann leider auch nicht mit der Geschichte. Mir kam einfach alles so oberflächlich vor. Für mich als Leserin hat komplett der Tiefgang gefehlt, auch in Clementines Beziehungen zu den anderen Charakteren. Einzig und allein ihren Kater hat sie richtig geliebt, beim Rest fehlt da einfach etwas.
So verstand ich auch die Handlungen von ihrem Ex-Mann nicht, wenn dafür aber die der Galeristen, immerhin ist Clementine eine begabte Künstlerin. Ein anderes Motiv enthüllt sich am Schluss. Da schließt sich sozusagen ein Kreis. Normalerweise bin ich dann so: Woah, ernsthaft? Hier war es eher ein gediegenes: Aha. Na ja…
Dabei ist die Idee gut, der Kreis logisch, aber ich bleibe dabei, Clementine und ich, wir wären keine Freunde. Vieles findet ihr bei ihr auch so abrupt statt, so dass ich gar nicht mitkam. Das passt sicher zu der Persönlichkeit, welche die Autorin erschaffen wollte, spricht mich aber nicht an.
Das Konzept der 30 Tage, die herunterlaufen und in denen Protagonistin Clementine Klarheit und Ordnung reinbringen will, finde ich super! Ich mag diese Art von Countdown und habe mit Rabbit Hayes (lest das Buch!) da schon ein wirklich wundervolles Buch dieses Jahr gelesen. 30 Tage und ein ganzes Leben hat aber weder die Emotionalität noch die Tiefe oder die Charaktere um an dieses Highlight ranzukommen.
Den Schreibstil finde ich sehr lesbar. Hat sich gut gelesen, ging schnell und… – wir kommen wieder auf mein großes Problem an diesem Buch zurück – wäre es nicht Clementine gewesen, hätte das Buch mich sicherlich mehr überzeugt. Den ersten Satz fand ich schon ziemlich toll, das Ende war auch gelungen. Da kann man nicht meckern.

Fazit

Eine gute Idee, die für mich jedoch aufgrund der Protagonistin viel verliert. Neutral gesagt: Anderen gefällts vermutlich, aber Clementine und ich waren in diesem Buch keine gute Konstellation.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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2 thoughts on “[Rezension] 30 Tage und ein ganzes Leben – Ashley Ream

  1. Huhu ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Ich hab dem Buch auch nur zwei Sterne gegeben und kann daher deine Meinung sehr gut nachvollziehen.

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

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