[Rezension] Die Reise des Elefantengottes – Beate Rösler


Titel: Die Reise des Elefantengottes
Autor: Beate Rösler
Verlag: Aufbau
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-7466-3085-4
Preis: 9,99€
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Autor

Beate Rösler, geboren 1968 in Essen, studierte romanische Sprachen in
Berlin und arbeitet heute als Deutschlehrerin am Goethe-Institut in
Frankfurt/Main. Von 2005 bis 2009 lebte sie mit ihrem Mann und ihrer
Tochter in Neu-Delhi, wo sie indische Studenten unterrichtete.
„Die Reise des Elefantengottes“ ist ihr erster Roman.


Inhalt

Bis heute weiß die 39-jährige Priyanka nicht, weshalb ihre Mutter Asha als junge Frau aus Indien nach Berlin fliehen musste. Fast hat sie sich damit abgefunden, dass ihr Ashas Vergangenheit für immer verschlossen bleibt, bis sie von ihrem Mann eine Reise nach Delhi geschenkt bekommt. Priyanka reist allein, nur der kleinen Elefantengott, das einzige Andenken ihrer Mutter an die Heimat, begleitet sie. In Neu-Delhi taucht sie in eine farbenprächtige fremde Welt ein und stößt auf ein dunkles Geheimnis. Doch weshalb stoßen auch hier ihre Fragen stets gegen eine Wand aus Schweigen?

Erster Satz

Asha umklammerte die Armstützen ihres Sitzes.

Meine Meinung

Es ist doch schon ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe, dennoch ist es mir eigentlich ganz gut in Erinnerung geblieben. Schön fand ich, dass hier schon eine bestehende Familie im Mittelpunkt steht. Keine Enkelin oder sonst etwas, die in ein fremdes Land reist, um die kulturellen Wurzeln der Vergangenheit zu erkunden und dabei auf ihre große Liebe trifft. Das ist doch mal was anderes, so Abwechslungen lese ich ganz gerne. Nichtsdestotrotz gibt es dennoch die Liebesdramatik, die Probleme, das darf in so einem Buch ja nicht fehlen. Ich hätte mich gewundert, wenn die Beziehung von Priyanka problemlos abgelaufen wäre. Obwohl es immerhin ihr Mann ist, der ihr den Ausflug in die Vergangenheit ihrer Mutter ermöglicht.
Ich persönlich habe mich immer gefragt, warum sie das so lange aufgeschoben hat, denn Indien ist ja ein Teil ihres Ichs und ich an ihrer Stelle wäre schon längst neugierig gewesen. Natürlich ist da Asha, ihre Mutter, die dazu schweigt und sich in der Hinsicht zurückzieht, aber irgendwie… nun gut, es ist ja nicht so wichtig, was ich an Priyankas Stelle tun würde, sondern das, was sie macht. Und sie fährt letztlich gegen den Willen von Asha nach Indien. Doch bis es dahin kommt, zieht sich das ganz doch ein bisschen. Manchmal habe ich dann beim Lesen, obwohl mir das Buch an sich gefallen hat, das Gefühl gehabt, dass das Konstruierte doch zu offensichtlich ist. Beate Rösler hat in ihrem ersten Roman noch nicht diese Leichtigkeit, so ein Konstrukt für den Leser unsichtbar zu machen. Man spürt immer, dass das Buch nicht fließt, sondern aufgebaut und eben konstruiert ist.
Die Geschichte an sich fand ich – wie erwähnt – gut und hat mir gefallen, insbesondere der Part, der in Indien spielt, der Part, in dem Priyanka sich auch stückweise selbst wieder findet, jedoch fehlt mir einfach die Leichtigkeit beim Lesen. Es gibt Bücher, da fliegt der geübte Leseblick einfach nur über die Wörter und man ist ganz gierig auf die nächste Seite und die nächste. Hier habe ich eine charmante Geschichte, aber das Fesselnde ist definitiv noch ausbaufähig.

Fazit

Manchmal zu konstruiert und dennoch hat es mir inhaltlich richtig gut gefallen. Ich hätte mir etwas mehr Leichtigkeit gewünscht, habe das Buch aber dennoch genossen!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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