[Rezension] Wer ist Mr. Satoshi? – Jonathan Lee


Titel: Wer ist Mr. Satoshi?
Autor: Jonathan Lee
Original: Who is Mr Satoshi?
Aus dem Englischen von: Cornelia Holfelder-von der Tann
Verlag: btb
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-442-75386-4
Preis: 14,99€
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Autor

Jonathan Lee, geboren 1981 in Surrey, studierte englische Literatur, lebte eine Zeitlang in Südamerika und arbeitete in einer Anwaltskanzlei in London City. 2007 wurde er nach Tokio versetzt. Zurück in England ließ er sich beurlauben und schrieb »Wer ist Mr Satoshi?«, der Leser und Presse gleichermaßen begeisterte. Inzwischen lebt Jonathan Lee in New York City, arbeitet nebenbei für das das Literaturmagazin A Public Space. Seine Texte und Geschichten erscheinen unter anderem in Granta, Tin House & Narrative, im Guernica Magazine und The Paris Review Daily; eine seiner Kurzgeschichten war auf der Longlist für den Sunday Times Short Story Award. Sein zweiter Roman »Joy« wird derzeit von der BBC verfilmt. Der Guardian nennt Jonathan Lee »eine bedeutende neue Stimme der englischen Literatur«.

Inhalt

»Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss’ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem herzzerreißenden Ereignis im Jahr 1946 verbunden ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der pinkhaarigen Chiyoko deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf – und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher.


Erster Satz

An einem Nachmittag im Oktober, auf dem Beton ihrer Terrasse, stürzte meine Mutter.

Meine Meinung

Als ich den Infotext zu diesem Buch gelesen habe, hat es mich sofort gereizt. Die Idee dieses Kartons, der seit Jahren im Besitz von Foss‘ Mutter ist, gefällt mir richtig gut. Und diese Suche war toll geschrieben. Das Buch ist toll.
Foss ist ein ziemlich kaputter Mensch und der Verlust seiner Mutter hat es nicht unbedingt besser gemacht. Dennoch lässt diese Box ihn nicht los und macht ihn neugierig. Und das konnte ich verdammt gut verstehen. Allgemein habe ich einfach leicht Zugang zu Foss bekommen. Verdammt, ich mag den Kerl, auch wenn er echt teilweise am Ende war.
Doch auch den anderen Charakteren, denen man begegnet, konnte ich mich nicht entziehen. Chiyoko und ihr Chef, die wunderbare Freddie. Das sind einfach Charaktere und nicht nur Figuren, wenn ihr versteht, was ich meine. Alle sind irgendwo etwas abgedreht und nicht durchschnittlich. Ich mag so Figuren. Bei Chiyoko liegt das nicht alleine an der Haarfarbe, keine Sorge. Die junge Frau ist taff und gleichzeitig auch doch verletztlich. Doch was mir besonders gefallen hat, ist die Interaktion zwischen ihr und Foss. Das hat sich einfach gut gelesen.
Für mich lebt Wer ist Mr. Satoshi? schon allein durch die Charaktere, aber die Geschichte ist auch nicht ohne. Bis zum Ende war ich auf die endgültige Auflösung gespannt und Satoshi ist schon interessant. Tatsächlich jedoch hat diese Geschichte nicht meine ganze Aufmerksamkeit bekommen, sie war sehr spannend und ans Herz gehend, aber Foss‘ Entwicklung und seine Suche hat mich mehr in den Bann gezogen. Dennoch ist es ein überraschendes Ende rund um Satoshi, welches das Buch abrundet.

Fazit

Rundum gelungenes Buch, das mich in erster Linie durch seine Charaktere, aber auch durch die Geschichte an sich überzeugt. Hach, mir hat es einfach gefallen.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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