[Rezension] Was ich dir noch sagen wollte – Tom McAllister


Titel: Was ich dir noch sagen wollte
Autor: Tom McAllister
Original: The Widower’s Handbook
Aus dem Amerikanischen: Christa Schuenke
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-455-65041-9
Preis: 12,99€

 
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Autor

Tom McAllister, 1982 in Philadelphia geboren, ist Redakteur beim Barrelhouse Magazine, Mitbetreiber des Podcast Book Fight und unterrichtet Englische Literatur an der Temple University in Philadelphia.


Inhalt

Von einem Tag auf den anderen wird der dreißigjährige Hunter Witwer. Eben war sie noch da, jung und voller Elan, nun ist Kait fort – für immer. Hunters Herz ist gebrochen. Unfähig, in sein altes Leben zurückzukehren, nimmt er die Urne mit Kaits Asche, lässt alles hinter sich und macht sich auf die Reise, die er seiner Frau immer versprochen hat, einmal quer durch Amerika, von Ost nach West. Eine Reise, auf der er in die kuriosesten Situationen gerät und den schrägsten Figuren begegnet. In seinen Gedanken und Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben, an glückliche Momente und verpasste Chancen ist Kait immer bei ihm. Aber was wird die Zukunft bringen? Wird es Hunter gelingen, Kait gehen zu lassen?

Erster Satz

Du verliebst dich nicht auf den ersten Blick, nicht mal beim ersten Kuss, sondern erst viele Monate später, in jenem unauslöschlichen Moment, in dem du, ehe es hell wird, in ihrem Bett aufwachst, dein Arm auf ihrem Brustkorb ruht, der Umriss ihrer Hüften sich deiner eigenen Silhouette anschmiegt wie ein Fluss und du das Gefühl hast, dass ihr zwei Puzzleteile seid, die ineinandergreifen, die nur dafür gemacht sind, zueinander zu passen und zu niemand anders.

Meine Meinung

Habt ihr diesen ersten Satz gesehen? Alter Falter! Mir war das schon fast zu viel erster Satz. Okay, nicht nur fast. Mir war das schon zu viel erster Satz! Ich mag Schachtelsätze und mag lange Sätze, aber das war zu viel! Leider setzt sich das fort und somit ist eines klar: Der Stil und ich wurden das gesamte Buch über keine Freunde!
Das hat natürlich auch mein ‚Verhältnis‘ zur Geschichte getrübt. Wenn einem schon das grundlegendste Element nicht zusagt, kann das einfach nicht werden. Hinzu kommt, dass ich mir von den schrägen Personen deutlich mehr… Schrägheit versprochen habe. Das waren auch gar nicht so viele. Es war eigentlich recht mau, wenn ich so darüber nachdenke. Die Charaktere waren nicht geschrieben, dass sie sonderlich viel Eindruck hinterlassen und eigentlich fand ich ihre Motive nicht schräg, sondern nachvollziehbar und dem Leben entnommen.
Dazu kommt, dass Hunter echt eine Jammertante ist. Ja, er hat die Liebe seines Lebens verloren und ja, da kann man überreagieren, aber irgendwann wirkt das nicht mehr fundiert und nicht mehr nachvollziehbar. Mir hat es eher ein müdes Gähnen entlockt als Mitleid oder Mitleiden. Wo andere Autoren es schaffen, die Trauer einfach an mich als Leserin zu transportieren, entsteht hier eher Unverständnis. Mag vielleicht an der mangelnden Liebe zu dem Schreibtisch, aber nein. Überzeugt hat mich Hunters Trauer nicht.
Allgemein fehlt da dieses gewisse Etwas, welches mich flasht, zum Weinen bringt, zum Lachen bringt, welches mich grübeln lässt oder einfach so fesselt, dass ich das Buch aus der Hand legen kann! Hier war es ein müdes Gähnen, Unverständnis, Enttäuschung angesichts der Figuren und eher Unlust, das Buch zu beenden.


Fazit

Die Geschichte an sich ist eine nette Idee, deren Potenzial jedoch völlig ungenutzt bleibt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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5 thoughts on “[Rezension] Was ich dir noch sagen wollte – Tom McAllister

  1. Hey 😀

    Das nenne ich mal eine präzise Rezension xD Ich habe das Buch jetzt schon des Öfteren im Netz angetroffen und ein paar Mal überlegt, ob ich es nicht vielleicht auf meine Wunschliste setzen sollte. Jetzt so nach deiner Rezension hab ich nicht mehr das Bedürfnis danach. Ich glaube mir würde es wie dir ähnlich gegen den Strich gehen, wenn sich der Stil wie im 1. "Satz" durchzieht. Schön wenn man da mal so eine tolle Meinung dazu liest 😀

    Liebe Grüße,
    Diana

    1. Hallo Diana,

      danke dir! Ich versuche gerne präzise zu sein xD Leider war das Buch wirklich nicht mein Fall, es war einfach so anstrengend zu lesen. Echt schade.
      Lieben Dank nochmal!

      Alles Liebe, Chimiko

  2. Es ist so schön, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Ich dachte mir auch direkt nach dem ersten Satz schon, na wenn das das ganze Buch über so ist, kann das ja heiter werden. Und dann wurde die Geschichte noch so schräg…. Dabei hätte es echt schön werden können.

    Liebe Grüße,
    Katja 🙂

    1. Hallo Katja,

      ja, es hätte echt schön werden können… hätte, hätte, Fahrradkette. Aber der Stil. Nee, nee danke. Nicht nochmal.

      Alles Liebe, Chimiko

  3. Hallo liebe Chimiko 🙂
    Ich habe gerade selbst eine Rezension zu diesem Titel geschrieben und bin danach auf der Suche nach weiteren Meinungen gewesen. Dabei bin ich auf deine gestoßen.
    *seufz* Wir sind uns einig. Schade, dass uns beiden das Buch nicht begeistern konnte, aber so ist es nun mal leider. 🙁
    Mir geht es übrigens genau wie dir: Ich schreibe selbst meist unendlich lange Sätze, aber bei diesem Roman waren mir die Sätze ZU verschachtelt und ZU lang.
    Schade! Echt schade!
    Ich wünsche dir einen schönen Samstag.
    GlG
    Kitty ♥
    P.S. Ich habe deine Rezension bei mir verlinkt und hoffe, das ist okay?

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