[Rezension] Noras zweites Gesicht – J.K. Johansson


Titel: Noras zweites Gesicht
Autor: J.K. Johansson
Original: Noora
Band: 2/3
Aus dem Finnischen: Elina Kritzokat
Verlag: Suhrkamp
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3-518-46613-1
Preis: 8,99€
Leseprobe
 
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Autor

J. K. Johansson – das ist eine Gruppe von Autoren und professionellen Drehbuchschreibern für Film und TV mit einem Faible für Suspense, Kriminalroman und Thriller. Lauras letzte Party ist Teil eins der »Trilogie der Verschwundenen«. Noras zweites Gesicht und Venlas dunkles Geheimnis erscheinen im Herbst/Winter 2015.


Inhalt

Am ersten Schultag nach den Ferien macht es schnell die Runde: Laura Anderson ist verschwunden. Schließlich wird am Strand von Palokaski die Leiche einer jungen Frau gefunden, Laura. Die Polizei geht von einem Unfall aus und der Fall wird zu den Akten gelegt. Aber Nora, eine Mitschülerin, will gesehen haben, wie Laura von einer Klippe gestoßen wurde – und sie nennt einen Verdächtigen. Keiner glaubt ihr. Dann taucht im Netz der Blog einer gewissen Madde auf und heizt die Spekulationen mit immer neuen Details wieder an. Aber so schnell Madde aufgetaucht ist, so schnell ist sie auch wieder verschwunden. Und verschwunden ist jetzt auch Nora.

Erster Satz

Über dem Strand von Palokaski schwebte feuchter Dunst.

Meine Meinung

                    
Endlich geht es weiter. Spannung pur! #Bookstagram #SPANNEND

Die Trilogie rund um Miia, Palokaski und die bunte, faszinierende Welt des Internets geht weiter. Nächster Mittelpunkt nach Laura: Nora und Madde. Nora, die eher unscheinbare Außenseiterin, und Madde, schillernde Bloggerin. Diese beiden dominieren das Geschehen im Buch, diese beiden sind die, die Miia letztlich auf Trab halten werden.
Doch fangen wir von vorne an: Laura ist definitiv tot. Hashtag TOT. Das ist nichts, was uns Leser jetzt vielleicht sonderlich überraschen wird, war es doch allein an der Wahl des deutschen Titels ein Muss. Überraschend fand ich hingegen den Schluss der Polizei, dass es nur ein Unfall war, kein Mord. Immerhin weist für mich als Leserin alles auf einen Mord hin. Und wäre ich jetzt Teil dieses Buches würde ich genau das twittern, posten und mich im Internet an Spekulationen beteiligen. Diesen Part hätte ich vielleicht sogar etwas ausführlicher gestaltet, denn das ist und bleibt ein Hauptbestandteil dieses Buchs, Social Media. Dafür tritt ein anderes Internetphänomen in den Vordergrund: Live-Style-Blogging. Hand aufs Herz, Leute, wir kennen doch alle diese Bloggermädels, die aus dem Nichts kommen und plötzlich kleine Stars sind, oder? Und ich zumindest frage mich da doch, warum sie diesen Ruhm bekommen? Bloß weil sie nette Bilder von sich posten? Genauso eine Bloggerin wird hier gestaltet, Madde. Und ich betrachte den Hype um sie genauso verwirrt und amüsiert wie den Hype um reale Bloggerinnen. Ihre Art von ‚Ruhm‘ finde ich sehr passend dargestellt, er wirkt genauso fern wie in der Realität, einfach so unwirklich. Die Passagen mit ihr sind genauso gestaltet, sehr passend wie ich finde.
Doch noch stärker dreht sich dieser Band jedoch um Nora, die typische neidische Außenseiterin, die gerne ein paar Likes mehr auf ihren Profilen hätte. Sie passt nicht so richtig in das Schema und ist auch nicht die Person, die als Sympathieträgerin für den Leser fungiert. Zumindest bei mir nicht. Außenseiter sind was Tolles, aber sie will einfach so viel und beliebt sein und im Mittelpunkt stehen, wofür sie praktisch alles macht – das wirkt nicht sehr sympathisch, dafür aber sehr realistisch.
Realistische Figuren machen diese Reihe definitiv aus. Jeder Charakter, den das Autorenkollektiv erschaffen hat, hat eine starke Persönlichkeit, hat Schwächen, Stärken, weckt Sympathien oder Antipathien. Für mich ist das wiederum die Stärke der Bücher.
Miia als Protagonistin kennen wir ja schon aus dem ersten Band. Ich mag sie. Sie ist noch genauso problembehaftet wie zuvor, sie ist immer noch süchtig, lässt sich leicht runterziehen und ist eigentlich ein ziemlich kaputter Charakter. Einschätzen kann ich sie stellenweise aber immer noch nicht richtig. Insbesondere in Bezug auf ihr Liebesleben, das ist eher… verwirrend.

Charaktere sind einfach der Mittelpunkt, doch auch die Geschichte geht voran. Und wird verworrener. Dafür sorgt auch die Gerüchteküche (ob online oder offline). Es wird so verwirrend, dass ich… gerade selbst verwirrt bin. Es passiert echt viel: Nora, Madda, Korhonens Enkel, Miias Beziehungen, Nikkes Nicht-Beziehungen. In Noras zweites Gesicht entsteht ein Geflecht an Erzählsträngen und Lösungsansätzen, dass man zwischendurch gar nicht weiß, wo einem gerade der Kopf steht. Ich fand das super. Wirklich super. Man muss denken und sein Köpfchen anstrengen. Es ist kein entspanntes Lesen, du denkst nicht: Logisch, C ist der Mörder! Nein, hier denkst du: A hat es garantiert getan. Wie jetzt? D wirkt auch verdächtig. Oh Gott, E, pass auf, tu das nicht! Und dann kommt G und du bist einfach nur verwirrt. Die Geschichte fesselt und zieht in den Bann. Und dieser zweite Band hat mir da noch besser gefallen als der Vorgänger. Ich war einfach so schnell durch, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und dann so:

                            #Cliffhanger!!! Nein, ich muss wissen, wie es weitergeht… Schnell >.<


Fazit

Noras zweites Gesicht rockt. Es fesselt, es nimmt einen mit und auch nach einer längeren Pause kommt man wieder sofort in das Geschehen. Und das Blogger-Thema in diesem Band war natürlich total meins. Diese Reihe ist empfehlenswert!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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2 thoughts on “[Rezension] Noras zweites Gesicht – J.K. Johansson

    1. Dann bin ich mal gespannt, ob es auch von deiner Wunschliste auf den SuB wandert 😉 Erzähl mir dann, wie es dir zusagt!

      Alles Liebe, Chimiko

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