[Rezension] Terry Pratchett – Die Krone der Schäferin


Titel:  Die Krone des Schäfers
Autor: Terry Pratchett
Original: The Shepherd’s Crown
Aus dem Englischen: Regina Rawlison
Verlag: Goldmann
Erschienen: November 2015
ISBN: 978-3-442-54770-8
Preis: 17,99€
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Terry Pratchett, geboren 1948, gilt als einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romanen wurden weltweit bisher über 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett starb im März 2015.




Tiffany Weh, die junge Hexe aus dem Kreideland, musste einige beeindruckende Gegner bezwingen und viele Prüfungen bestehen, bevor die anderen, erwachsenen Hexen der Scheibe sie als eine der Ihren akzeptierten. Nun ist die sie die offizielle Hexe ihrer Heimat, stolz und glücklich – und steht doch vor ihrer bisher größten Herausforderung. Denn tief im Kreideland rührt sich etwas: Ein alter Feind sammelt neue Kraft. Und nicht nur hier, auf der ganzen Scheibenwelt hat eine Zeit der Umbrüche begonnen. Grenzen verschwimmen, Allianzen verschieben sich, neue Mächte entstehen. Tiffany muss wählen zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Gut und Böse. Als sich eine gewaltige Invasion ankündigt, ruft Tiffany die Hexengemeinde auf, ihr beizustehen. Denn der Tag der Abrechnung rückt näher …





Es wurde im Dunkeln des Runden Meers geboren, winzig und weich, ein Spielzeug der Gezeiten.



Ich muss es einfach noch mal schreiben: Mit Terry Pratchett ist ein ganz Großer von uns gegangen und wenn ich mir vorstelle, dass das hier, zumindest offiziell, das letztes Buch von ihm ist. Es wird etwas fehlen. Die Scheibenwelt hat mich seit meinen ersten Teenagerjahren begleitet und diese Reihe wird einfach immer etwas Besonderes bleiben. Sir Terry Pratchett, du wirst fehlen.
Es war für mich ein Muss, Die Krone des Schäfers zu lesen. Ich finde ja, dass die letzten Bücher nicht an die ersten Bände rankommen, diese sind einfach Kult. Dennoch kann ich nicht aufhören, die Scheibenwelt bleibt suchtfordernd. Ich liebe die Charaktere, sie sind Freunde für mich geworden. Und mit diesem Buch „trauere“ ich nicht nur um den Autor, sondern auch um einen der wundervollsten Charaktere. Als ich von diesem Tod gelesen habe, war es ein seltsames Gefühl – erst lässt Terry Pratchett diese fantastische Figur sterben, dann folgt er. Ja, das ist vielleicht Schwachsinn, aber während dem Lesen (ich habe übrigens zum ersten Mal bei einem Scheibenwelt-Roman geheult) war das eben seltsam.
Aber bevor ich hier zu sehr über meine traurigen Gefühle beim Lesen jammere, komme ich mal wieder zum Punkt. Der Tod dieser Figur hinterlässt eine Lücke und es liegt nun an Tiffany Weh, diese zu füllen und mal wieder an einer Aufgabe zu wachsen. Und ich finde, sie macht das gut. Sie geht ihren eigenen Weg und seit dem ersten Märchen-Buch hat sie sich deutlich weiter entwickelt.
Dieses Buch hat immer wieder bedrückende Momente, damit meine ich nur den Tod des Charakters relativ am Anfang. Auch am Ende gibt es eine berührende Todesszene. Die Krone der Schäferin regt nicht so die Lachmuskeln an wie andere Scheibenweltromane. Es wirkt recht ernst, passend zu dem großen Thema Krieg und Weltveränderung, passend… für einen letzten Roman. Irgendwie.
Natürlich ist es nicht perfekt, und ich hatte während dem Lesen auch ein, zwei Kritikpunkte, aber die wollen mir einfach nicht einfallen. Ich gebe es zu: Ich bin da immer noch sehr emotional. Eigentlich wurde es durch dieses Buch nochmal richtig ausgelöst.
Aber: Es liest sich gut. Es liest sich angenehm und die Scheibenwelt lädt einen eben doch immer wieder ein und heißt einen Willkommen. Und es ist aber eben auch nicht Pratchetts bestes Buch. Trotzdem schafft er es immer wieder: Jedes Mal, wenn ich mal wieder ein Buch der Scheibenwelt lese, will ich am Liebsten alle meine Bücher noch einmal von vorne lesen (und die Reihe endlich vervollständigen!). Das ist für mich das Besondere an der Scheibenwelt, sie verführt einen jedes Mal aufs Neue.
Noch einmal zum Buch an sich zurück: Wie bereits erwähnt, ist es dieses Jahr etwas ernster, aber dennoch bleibt der gesellschaftskritische Unterton erhalten. Das fängt beispielsweise mit einem Jungen an, der Hexe werden will, aber das ist auf der Scheibenwelt Frauensache. Dafür bricht er mit seinem Vater und hat das Glück, bei Tiffany unterzukommen. Es sind diese Kleinigkeiten, die das Buch lesenswert machen.
Außerdem begegnen wir wieder vielen alten Bekannten und Hexen. Es steht ein großer Krieg bevor, für Spannung ist also gesorgt. Alles in allem: Man kann es definitiv lesen, auch wenn es sich doch von anderen Scheibenweltromanen unterscheidet.




Ich bin da doch etwas voreingenommen, aber ich fand den Roman trotz seines eher ernsten Unterton definitiv lesenswert. Es ist vielleicht nicht sein bester, aber sein letzter Roman und als Fan ist es für mich somit ein Muss.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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