[Rezension] Mit Liebe gewürzt – Mary Kay Andrews


Titel: Mit Liebe gewürzt
Autor: Mary Kay Andrews
Original: Deep Dish
Aus dem Englischen: Lena Kraus
Verlag: S.Fischer
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-596-03196-2
Preis: 9,99€
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Mary Kay Andrews wuchs in Florida, USA, auf und lebt mit ihrer Familie in Atlanta. Im Sommer zieht es sie zu ihrem liebevoll restaurierten Ferienhaus auf Tybee Island, einer wunderschönen Insel vor der Küste Georgias. Seit ihrem Bestseller ›Die Sommerfrauen‹ schreibt sie Jahr für Jahr einen wunderbaren Sommerbestseller und gilt als Garantin für die perfekte Urlaubslektüre.




Gina Foxton hat sich gerade als Fernsehköchin eines regionalen Senders einen Namen gemacht, als ihre Welt zusammenbricht. Erst erwischt sie ihren Produzenten und Lebenspartner in flagranti, dann eröffnet ihr dieser, dass ihre Sendung abgesetzt werden soll.
Nicht mit ihr! Mit Tränen in den Augen beschließt Gina, dass sie es jetzt erst recht allen beweisen muss. Sie will den Sprung ins nationale Fernsehen wagen. Dafür muss sie jedoch an Tate Moody vorbei, der die Kochszene mit genialen Rezepten, seiner frischen Art und einem sexy Lächeln dominiert. Dem Angeber werde ich es zeigen, denkt Gina und nimmt die Herausforderung zu einem Kochwettbewerb der Superlative an. Wenn sie nur nicht bei jeder Begegnung mit Tate den Kopf verlieren und die falschen Zutaten in den Kochtopf schütten würde …



Noch eine Woche.



Mit Liebe gewürzt. Mit Neugierde gelesen. Mit Unzufriedenheit beendet. 

Ich lese Mary Kay Andrews gerne, in der Regel. Vielleicht hätte ich ihr Buch nicht unbedingt auf Worte in meiner Hand lesen sollen, doch ich war einfach nicht wirklich zu 100% überzeugt am Ende des Buches. Dabei haben die Zutaten mich hier sofort überzeugt, dass ich das Buch lesen will: zwei unterschiedliche Köche, die gegeneinander kochen und sich dabei näher kommen. Eigentlich eine schöne Situation, natürlich nicht vollkommen neu und die Idee, aber eine mehr als solide Grundlage, die einfach Spaß machen kann. Woran liegt es nun, dass das hier nicht der Fall war? Ganz klar, bei mir liegt es an den Charakteren. Es prickelt einfach nicht, nicht zwischen Gina und Tate, nicht zwischen Gina, Tate und mir.
Doch was ist das Problem zwischen uns dreien – immerhin funktionieren so Dreiecksbeziehungen sonst hervorragend? Mein Problem ist es, dass es bei der Sympathie nicht direkt klick gemacht hat. Regina (übrigens ein sehr schöner Vorname, der in Büchern viel zu selten vorkommt ;)) ist Fernsehköchin, die von ihrem Freund nicht nur betrogen, sondern auch verbogen wird. Dass sie einfach ihren Kleidungsstil verändert, sich ihre Haar färben lässt und einen auf supersexy macht, nur um die Wünsche ihres Freund-Produzenten zu erfüllen, ist nicht das Bild einer starken Frau. Natürlich verändert sich das im Buch, doch dadurch konnte ich nicht direkt den „Kontakt“ zu ihr aufbauen… Himmel, das klingt echt esoterisch, aber es ist einfach so. Gina ist ein netter Charakter, aber mehr auch nicht. Außerdem hatte ich nur bei ihr, sondern auch bei ihrem Gegner Tate das Gefühl, dass da der Tiefgang fehlt. Das zeigt sich allein in der familiären Situation: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Tate ein einziges Mal seine Familie erwähnt, sonst ist da nichts. Und bei Gina lebt zwar die kleinere Schwester, doch so wirklich anheimelnd wirkt es nicht. Die Darstellung ihrer Mutter ist genauso oberflächlich. Ich mag gerade bei so Geschichten den Zusammenhalt der Familie und bei dem Wettkampf hätte doch familiäre Unterstützung auch gut gepasst.
Für mich sind die Charaktere so weit etwas lieblos gestaltet, insbesondere, was den Hintergrund angeht. Aber es war ja nicht alles nur negativ, ich muss mal Tates Liebe zu seinem Hund erwähnen. Eine tolle Sache, da sah ich den kleinen Wuschel wirklich vor mir und er hat doch für amüsante Situationen gesorgt.

Der Wettkampf an sich ist spannend (und appetitanregend), doch der Weg dahin ist ein weiter. Das Buch kommt sehr langsam in Gang. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Autorin bei diesem Werk eher etwas ratlos war und die Ideen nicht so flossen wie bei anderen Büchern. Weder die Geschichte noch die Beziehung kommen sonderlich schnell in Gang. Und da ein Liebesroman vom Prickeln und einer Liebesgeschichte lebt, fehlt hier eindeutig Leben. Gerade der Teil mit der Liebe wird erst im letzten Drittel so richtig interessant, davor sind es zwei Gegner, die sich ähneln, aber eben nicht ganz grün sind. Bei dem Wettkampf lernen sie sich kennen und empfinden Sympathie. Es ist einfach nicht so schön prickelnd, und tolle ironische Wortgefechte vermisse ich auch. Das Buch bleibt einfach auf voller Linie seicht und flach.
Aber es war wirklich nicht alles schlecht. Mit Liebe gewürzt hat sich dennoch gut gelesen, eine leichte Abwechslung für zwischendurch. Gerade durch die Nebencharaktere hat es dann doch wieder an amüsanten Momenten gewonnen, auch wenn es letztlich nicht geflasht hat.

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Das Buch war nett. Aber ich habe eindeutig schon bessere Liebesromane gelesen. Die schönen Momente kamen bei mir durch die Interaktion mit den anderen Charakteren, nicht durch die Liebesgeschichte. Einer von Mary Kay Andrews schwächsten Romanen.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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5 thoughts on “[Rezension] Mit Liebe gewürzt – Mary Kay Andrews

  1. Ich finde, Gina klingt irgendwie nach einer Sexhotline. Ich denke, damit könnt ich mich auch nicht identifizieren. ^^ Ich mag es nicht, wenn Charaktere seltsame Namen haben, dass ging mir in Necare so, den Namen habe ich zum Glück inzwischen vergessen. xD

    1. Wie ich geschrieben habe, habe ich keine negativen Empfindungen bei dem Namen und seltsam finde ich ihn auch nicht. Immerhin lebe ich mein ganzes Leben als Regina…
      Und dass mich das Buch nicht begeistert hat, lag an anderen Dingen 😉

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