[Rezension] Von Mr. Holmes zu Sherlock – Mattias Boström


Titel: Von Mr. Holmes zu Sherlock
Autor: Mattias Boström
Original: Fran Holmes till Sherlock
Aus dem Schwedischen: Susanne Dahmann & Hanna Granz
Verlag: btb
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-442-71336-3
Preis: 14,99€
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Mattias Boström, Jahrgang 1971, ist einer der führenden Sherlock-Holmes-Experten weltweit. Er ist Mitglied der prestigeträchtigen Gesellschaft „Baker Street Irregulars“, welche ihn für seine Schriften über die Arbeit von Sir Arthur Conan Doyle auszeichnete. Für „Von Mr. Holmes zu Sherlock“ erhielt er außerdem den Schwedischen Krimipreis für das beste Sachbuch. Bei Twitter, Facebook und in seinem Blog www.mattiasbostrom.se informiert er seine Follower regelmäßig über aktuelle Projekte. Er lebt mit seiner Frau und einer Tochter in der Nähe von Stockholm.





Auch mehr als 125 Jahre nach seinem ersten Fall erfindet sich Sherlock Holmes immer wieder neu: Benedict Cumberbatch interpretiert den genialen Meisterdetektiv moderner und persönlicher denn je, Regisseur Guy Ritchie inszeniert ihn als humorvoll-amüsanten Gentleman und Herr-der-Ringe-Star Ian McKellen wagt sich an eine Version des pensionierten Holmes. Aber woher rührt der weltweite Mega-Erfolg des unkonventionellen Privatermittlers? Was fesselt Generationen von Lesern, Hörern und Zuschauern an den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle? Und wer ist das reale Vorbild für die vielleicht größte literarische Figur aller Zeiten? Der schwedische Sherlock-Holmes-Experte Mattias Boström begibt sich in diesem aufwändig recherchierten Buch auf Spurensuche, um das Erfolgsgeheimnis des Mannes aufzudecken.

Alles begann in einem Zug.



Mattias Boström behandelt in seinem Buch eine Rezeptionsgeschichte der Figur Sherlock Holmes und geht noch darüber hinaus. Hier geht es nicht nur um den wohl berühmtesten Detektiv aller Zeiten, sondern auch um die Menschen, die dahinter standen, angefangen natürlich mit dem Schöpfer dieses Mythos‘: Sir Arthur Conan Doyle. Doch auch viele andere kommen hier zu „Wort“ und man entdeckt in diesem Buch erstmals, wie viel eigentlich in Sherlock Holmes steckt.
Ganz grob ist Von Mr. Holmes zu Sherlock in drei große Abschnitte unterteilt. Der Erste beschäftigt sich, logischerweise, mit der Zeit, in der Arthur Conan Doyle lebte. Danach beschäftigt sich Mattias Boström mit der Zeit, in der seine Söhne das Erbe verwalten. Der letzte Part ist dann der Teil, in dem der Autor auch die persönlichen Erfahrungen mit Sherlock Holmes einfließen lässt. Zudem sind beide Söhne Doyles tot und nur noch seine Tochter Dame Jean ist am Leben. Das Erbe wird hier von Gesellschaften verwaltet.
Alles in allem ist es eine Fülle an Informationen, die sich einem auf den guten 550 Seiten versammeln. Und eine Fülle an Personen! Es ist unglaublich, wie viele Menschen an diesem Mythos beteiligt sind. Letztlich stammt ein Großteil der typischen Attribute des Detektivs nicht unbedingt von seinem eigentlichen Schöpfer. Nach diesem Buch habe ich das Gefühl, das fast jeder Schauspieler und Illustrator und Drehbuchautor und Regisseur seinen eigenen Teil dazu beigetragen hat. Nur so konnte Holmes werden, was er letztlich in den Augen der Menschen ist.
Ich kann nicht sagen, welchen Teil ich den Interessantesten fand. Denn eigentlich war jeder für sich sehr spannend. Natürlich ist das Verhältnis von Doyle zu Holmes immer noch das, was am Meisten fasziniert, denn es blieb bis zum Ende ein zwiegespaltenes Verhältnis.
Aber es ist auch faszinierend zu sehen, wie viele Interpretationen es gibt, angefangen mit Kopien, Pastiches, verschiedene Illustrationen, Filme und jetzt natürlich auch noch Serien. Mattias Boström beleuchtet diesen Aspekt ebenfalls sehr ausführlich.




Für Fans von Sherlock Holmes ist dieses Buch definitiv ein Muss. Ich habe das Gefühl, ich werde das Buch definitiv noch einmal lesen, denn nach nur einem Durchgang kann man sich nicht diese unglaubliche Tiefe und Detailfülle einprägen.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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One thought on “[Rezension] Von Mr. Holmes zu Sherlock – Mattias Boström

  1. Klingt spannend. Ich habe das Sherlock Holmes-Fieber ja nicht so richtig, aber es ist immer interessant, bei einer so oft adaptierten Geschichte zu sehen, was im Kern eigentlich da war und was dann nach und nach hinzukam.

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