[Rezension] Infernale – Sophie Jordan


Titel: Infernale
Autor: Sophie Jordan
Original: Uninvited
Band: 1
Aus dem Amerikanischen: Ulrike Brauns
Verlag: Loewe
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-7855-8167-4
Preis: 17,95€
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Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf und landete mit ihrer Firelight-Trilogie einen internationalen Bestseller. 2016 legt sie mit „Infernale“ den Auftakt einer packenden Liebesgeschichte vor, die durch geschickt platzierte gesellschaftskritische Anklänge zum Nachdenken anregt. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston.




Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

Ich habe schon immer gewusst, dass ich anders bin.



Wie schnell kann sich ein Leben verändern? Wie schnell wird ein Mensch für den Rest seines Lebens gebrandmarkt und entkommt dieser Einordnung nicht mehr? In Infernale sind das wohl zwei der wichtigsten Fragen, die die Ich-Erzählerin Davy sich stellen muss. Eigentlich ja eine herausragende Schülerin, hochtalentiert in der Musik, wird sie positiv auf das sogenannte Mördergen getestet. Und das wird ihr komplettes Leben verändern.
Dabei gibt es nicht einmal einen richtigen Beweis. Sophie Jordan stellt sehr einfühlsam dar, wie diese Kennzeichnung nicht nur Davys Leben, sondern auch das anderer „Opfer“ verändert. Dennoch war ich erst in der zweiten Hälfte des Buches plötzlich in der Geschichte drin und konnte nicht mehr aufhören. Das lag aber nicht an Infernale als Story an sich, sondern daran, dass ich so ein zartes Pflänzlein bin. Ich lese ungern über sexuelle Gewalt und versuchte Vergewaltigung und das schwingt in dieser ersten Hälfte doch sehr durch, daher habe ich da immer so ein Distanzgefühl gehabt. So richtig einfinden konnte ich mich dann erst später.
Dennoch hat mich fasziniert, wie gut die Autorin die Empfindungen der Figuren dargestellt hat. Es wirkt alles sehr realistisch und ganz im Ernst, ich hatte da auch zwischendurch Momente, in denen ich mich gefragt habe, wie das wohl in unserer Welt aussähe. Wie würde ich reagieren? Hätte ich Angst vor den HTS-Positiven? Würde ich wohl alles blind glauben, was die Regierung mir erzählt? Und natürlich das Schlimmste: Könnte es mich auch treffen? Es zeugt für mich immer von einem guten Buch, wenn ich versuche. die Gegebenheiten auf unsere Realität zu übertragen, denn dann berührt und beschäftigt mich es.
Davy ist ja die Protagonistin. Und Ich-Erzählerin. Sie ist sehr begabt, sehr beliebt und leider HTS-positiv. Das entwurzelt sie, obwohl sie dennoch die Schule abschließen möchte. Ich muss ja gestehen, dass das anfangs für Irritationen bei mir gesorgt hat. Das wäre so gar nicht meine Reaktion darauf! Anfangs scheint sie den Ernst der Lage gar nicht zu realisieren, doch das ändert sich.
Ich muss sagen: Spannender fand ich ihren Bruder. Eigentlich wäre er der Typ für das Gen und er ist ein äußerst entsetzter Kämpfer und durch diese Diagnose wachsen sie eigentlich fast mehr zusammen als vorher. Ein super Typ!
Es gibt noch weitere tolle Charaktere, aber Spoiler-Alarm, daher halte ich mich zurück. Nur so viel gesagt: Bis auf Davys Eltern, die etwas blass bleiben, haben für mich alle Figuren Tiefe und sind wirklich Charaktere. Dadurch lebt das Buch natürlich auch.
Stilistisch kann man hier einfach keine Höhenflüge erwarten, immerhin haben wir hier ein Jugendbuch und noch dazu eine Ich-Erzählerin. Aber dennoch liest sich das Buch schnell weg, man kommt leicht rein und hat einen guten Zugang zu unserer Protagonistin.




Und eine weitere Trilogie auf der Liste, die frau natürlich beenden will. Nach anfänglichen leichten Schwierigkeiten von meiner Seite aus habe ich das Buch verschlungen und kann nur eins sagen: Wann kann ich weiterlesen?



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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