[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks – Jenny Downham


Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Autor: Jenny Downham
Original: Original
Aus dem Englischen: Astrid Arz
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-570-10292-3
Preis: 19,99€
Leseprobe
 
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Jenny Downham war Schauspielerin, bevor sie mit ihrem ersten Roman Bevor ich sterbe einen Weltbestseller schrieb. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.




Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …

Als ob ein Alien gelandet wäre.



In Jenny Downhams Roman wird ein Thema behandelt, das wohl immer aktuell sein wird, Alzheimer. Das Ganze verpackt sie in ein kleines Familiendrama und zeigt so anschaulich, wie einem Menschen immer mehr Erinnerungen entgleiten und wie doch das Wichtige verborgen zurück bleibt.
Katie ist 17 Jahre alt und sollte sich eigentlich auf die Schule und den Abschluss konzentrieren, als ihre Großmutter Mary in ihr Leben schneit. Verwirrt, vergesslich, allein und vor allen Dingen von Katies Mutter Caroline, also ihrer eigenen Tochter, gehasst. Stück für Stück lernt Katie ihre Großmutter nun kennen, während diese sich dabei immer verliert. Und dennoch lernt Katie auch ihre Mutter Caroline dabei von einer neuen Seite kennen.

Die Geschichte ist eine wirklich schöne Story, die einen durchaus bewegen kann und vor allen Dingen auch mit offeneren Augen durchs Leben gehen lässt. Wer weiß schon, welche Geschichte unsere Großeltern und Eltern noch vor uns verbergen und welche Geschichte den Blick auf sie komplett verändern könnten. Inhaltlich fand ich dieses Buch wirklich wundervoll und es ist absolut empfehlenswert. Doch, vielleicht habe ich da auch zu viel erwartet, es hat mich nicht so bewegt und berührt wie gedacht. Der Funke zwischen Mary, Katie, Caroline und mir sprang einfach nicht über. Es war nicht so, dass ich es unbedingt lesen musste, sondern eher, dass ich es zwar gerne gelesen habe, aber eben doch nicht begeistert.
Das liegt jedoch nicht an den Charakteren: Katie ist ein junges Mädchen, das neben seiner Großmutter im Laufe des Buches auch sich selbst findet. Manchmal wirkt sie vielleicht etwas gestelzt, aber das liegt vermutlich auch an Caroline. Von allen Charakteren fand ich sie am Schwierigsten. Ihre Abneigung gegenüber Mary wirkte zum Teil sehr gestellt und konstruiert. In weitestem Sinne ist es verständlich, aber letztlich war ich von ihrer Anti-Einstellung und Verdrängung teilweise einfach nur noch genervt. Das hat nicht zum Lesevergnügen beigetragen und eben auch nicht diesen Funken entfacht. Mary hingegen war sehr liebenswürdig. Ihr Verhalten konnte ich deutlich besser nachvollziehen. Besonders spannend waren einfach die Abschnitte, in denen sie sich erinnert und eben doch nicht erinnert hat. Es war faszinierend zu verfolgen, wie sie Stück für Stück die Erinnerungen verliert. Das war wohl der Teil am Buch, der mich am meisten beeindruckt hat.
Nur letzten Endes war es zu viel: Carolines Anti-Momente, Katies Extra-Probleme, Marys Gedächtnisverlust und dann noch der kleine, unnötige Bruder von Katie, dessen Name mir tatsächlich schon wieder entfallen ist. Das waren so viele Stränge, dabei hätte sich alles um Mary drehen können, das wäre mir Story genug gewesen. Und auch schon Drama genug gewesen.
Wenn ich so darüber nachdenke, war auch schon der Einstieg nicht ganz mein Fall, da hatte ich von Beginn an das Gefühl, nicht richtig in der Geschichte angekommen zu sein. Leider hat sich dieses Gefühl bis zum Ende nicht gelegt. Bei so einer emotionalen Geschichte ist das natürlich sehr schade, denn hier muss man mitgerissen werden.

Stilistisch gibt es nichts zu beklagen. Es ist natürlich nicht die hohe Literatur, aber das erwartet man bei so einer Geschichte auch nicht, oder?





Der Funke sprang nicht über, obwohl die Geschichte eigentlich vollkommen meinem Geschmack entspricht. Und gerade Mary war ein absolut liebenswerter Charakter. Schade, denn das Potential war da.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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One thought on “[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks – Jenny Downham

  1. So ein Buch lese ich auch gerade, wo einfach zu viel los ist und ich gar nicht weiß, auf was ich mich nun konzentrieren soll. 🙂 Ist immer ein bisschen schade, wenn der Fokus fehlt.

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