[Rezension] Frühlingsnächte – Debbie Macomber


Titel: Frühlingsnächte
Autor: Debbie Macomber
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 2/4
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-7341-0191-5
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.




Jo Marie Rose hat nach einem schweren Schicksalsschlag in dem beschaulichen Küstenstädtchen Cedar Cove einen Neuanfang gewagt. Mit ihrem Bed & Breakfast, dem Rose Harbor Inn, steht sie nun vor einer neuen Herausforderung: Als Erinnerung an ihren verstorbenen Mann will sie einen weitläufigen, üppigen Rosengarten anlegen. Hilfe erhält sie dabei von Mark, einem begabten Handwerker, in dessen Gesellschaft sie sich fast schon gefährlich wohl fühlt. Doch auch ihre neuen Gäste halten Jo Marie in Atem, denn Mary und Annie tragen beide ein Geheimnis mit sich herum, dessen Grundsteine in Cedar Cove liegen …

Rose Harbor stand in voller Blüte.



Frühlingsnächte ist der zweite Band der Rose Harbor Reihe, kann jedoch auch problemfrei als Stand-Alone gelesen werden. Dennoch ist es schöner, wenn man auch den ersten Band, das Winterglück gelesen hat, denn in diesem Band erfährt man, wie Besitzerin Jo Marie zu dem Bed & Breakfast kam. Wer dazu nicht die Muse hat, wird allerdings auf den ersten Seiten kurz ins Bild gesetzt, um die wichtigen übergreifenden Charaktere kennen zu lernen.
Worum geht es nun also? Jo Marie (wenn ich irgendwann Marie Jo schreibe, verzeiht mir, ich finde das einfach klangvoller und rhythmischer, selbst beim Lesen habe ich den Namen verdreht!) ist stolze Besitzerin eines bezaubernden Bed & Breakfast, eins von der Sorte, in denen man als Leser sofort Urlaub machen möchte. Neben ihrer eigenen Geschichte, die dramatisch ist, aber dennoch nicht überdramatisiert wird, begegnet man den Schicksalen von zweien ihrer Gäste: von der geheimnisvollen Mary sowie die Geschichte rund um Annie und ihre Großeltern. Im Gegensatz zum ersten Band hat Jo Marie eine volle Bude, denn Annies Großeltern feiern die goldene Hochzeit.
Es sind alltägliche Geschichten, die voller Romantik und Liebe stecken, passend zum Rose Harbor Inn – was ist romantischer als die Rose? Insbesondere ist natürlich schön, dass nicht nur eine neue Liebe gefunden wird, sondern auch eine alte Liebe nicht rostet, sondern in dem Fall tatsächlich nur rastet.

Der Erzähler wechselt in dieser Reihe immer zum jeweiligen „Schicksal“. Wenn Jo Marie dran ist, lesen wir alles in der Ich-Form, bei ihren beiden Gästen wird eine ganz normale sie-Form gewählt. Im ersten Moment fand ich das irritierend, doch letztlich gewöhnt man sich schnell daran. Immerhin gewährt dieser Wechsel einen deutlich besseren Einblick in die Wirren der drei Damen, denn nicht alles spielt sich in der Nähe von Jo Marie ab. Und durch die Tatsache, dass bei ihre eine andere Erzählform gewählt wurde, wird sie als tragende Rolle in dem ganzen Konstrukt noch einmal hervorgehoben. Ohne sie würden die anderen Figuren keine Kulisse für ihre persönlichen Konflikte haben.
Man merkt, dass Debbie Macomber eine Dame ist, denn der Stil ist manchmal schon sehr „gehoben“. Nicht im literarischen Sinne, sondern einfach eine andere Sprache, die nicht ganz so umgangssprachlich ist wie die manch anderer Autoren. Die ersten Seiten des ersten Bandes empfand ich im ersten Moment als leicht gestelzt, doch man findet sich ein und es passt zu dem Bed & Breakfast, zu Jo Marie und dem ganzen Ambiente. Hier im zweiten Band war ich schon komplett drin und möchte den Stil nicht mehr missen.
Jo Marie ist ebenfalls eine Dame. Ihre Sprache unterscheidet sich z.B. gerade von der etwas jüngeren Annie deutlich. Sie wirkt allein durch ihre Sprache und ihre Alltagserzählungen sehr elegant, meist zurückhaltend, aber auf eine gewisse Weise auch herzlich. Außerdem kann sie kochen und macht das mit Leidenschaft. Das lief mir nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammen, wenn Jo Marie allein das Frühstück für ihre Gäste zubereitet. Mit ihr bahnt sich auch eine Geschichte, die über alle vier Bände gehen wird. Man ahnt allerdings schon im ersten Band, worauf es raus laufen wird und auch in diesem Band bestätigt sich das Gefühl. Immerhin gibt es da einen sexy, aber sturen Handwerker. Muss ich noch mehr schreiben?
Die beiden anderen Problemfälle in diesem Band sind Annie und Mary. Annies Geschichte an sich fand ich eher nebensächlich, der Part rund um ihre Großeltern hat mir deutlich besser gefallen. Es war vorhersehbar, was mit Annie noch passiert. Dennoch war die Interaktion mit den Großeltern wirklich entzückend. Definitiv lesenswert.
Die geheimnisvollere Dame ist definitiv Mary. Ihre Geschichte hat so einige Wendungen, so einige Ecken und Kanten. Es geht nicht ganz so glatt und vom Dramafaktor ist Mary definitiv höher anzusetzen! Allerdings habe ich da so einen Punkt, der mich die Hälfte des Buchs gequält hat, einen sehr realistischen, der in so einer Geschichte nichts zu suchen hat. Und da ich euch nicht spoilern möchte, kann ich jetzt auch nichts darüber posten. Argh. Wenn jemand das Buch gelesen hat, meldet euch bei mir! Ich muss das loswerden…
Aber ihr seht, das Buch lässt mich nicht los. Obwohl es eigentlich nur „eine einfache Liebesgeschichte“ ist, gibt es doch einige gute Themen dahinter. Auch einige Momente, die man vielleicht doch in Erinnerung behalten sollte.





Frühlingsnächte hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich bin schon auf den Sommer gespannt. Denn im Juni kommt der dritte Teil dieser Reihe raus. Jo Marie hat sich in mein Herz gebacken und gewerkelt, daher eine Empfehlung für alle, die Bed & Breakfasts, Romantik und gutem Essen nicht abgeneigt sind.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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