[Rezension] Sommersterne – Debbie Macomber


Titel: Sommersterne
Autor: Debbie Macomber
Original: Love Letters
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 3/4
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7341-0190-8
Preis: 9,99€
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Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.




Es ist Sommer geworden im Städtchen Cedar Cove. Jo Marie Rose, die Besitzerin des Rose Harbor Inn, verbringt die meiste Zeit im Garten – zusammen mit Mark Taylor, der ihr bei der Instandhaltung zur Hand geht. Und obwohl sie allen, und auch sich selbst, versichert, dass Mark nur ein Freund ist – sie muss ständig an ihn denken. Auch ihre Gäste haben mit ihren Gefühlen zu kämpfen: Ellie Reynolds ist in Cedar Cove, um sich mit einem Mann zu treffen, der ihr gehörig den Kopf verdreht hat. Maggie und Roy Porter wollen ihren Urlaub nutzen, den Funken zurück in ihre Ehe zu bringen. Was werden die lauen Nächte für sie alle bereithalten?

Hätte mir jemand vor zwei Jahren prophezeit, mir werde dereinst in dem kleinen Küstenort Cedar Cove ein Bed&Breakfast gehören, dann würde ich ihn ausgelacht haben.



Auch der dritte Band der Rose Harbor Inn Reihe weiß wieder zu überzeugen. Zwar bleibt der Stil immer noch sehr ungewöhnlich und manchmal etwas hochgestochen, doch dafür hat Jo Marie auch eindeutig Wiedererkennungswert. Und ich verrate es euch vorweg: Ich will den vierten Band lesen, denn ich will endlich hinter das Geheimnis von Mark kommen. Nach dem Ende des Buches war das so ziemlich das Erste, was mir in den Sinn gekommen bin: Hallo? So könnt ihr mich doch nicht abspeisen? Jetzt muss ich noch einmal warten, bis Mark etwas mehr von sich preisgibt.

Aber natürlich dreht sich hier nicht alles um Jo Marie und Mark, in der Pension gibt es auch dieses Mal wieder Gäste, die mit kleineren und größeren Problemen angereist sind. Einmal das Ehepaar, bei dem der Funke ziemlich gründlich ausgelöscht wurde, und dann noch die Schüchterne, die immer unter ihrer Mutter und den Großeltern gekuscht hat, sich jetzt aber emanzipieren will und auf eigenen Beinen stehen möchte. Ellie. Und sie ist auch das Problem für mich als Leserin: Zuerst will sie einen Kerl treffen, den sie online kennengelernt hat – natürlich ist das ein echter Traumtyp, was auch kein Ding ist, Traumtypen erwarte ich in Liebesromanen. Nur: Er wollte sie anfangs nicht wegen ihr kennenlernen, sondern hat einen – an und für sich schönen – Hintergrundgedanken. Und da wurde es mir dann zu konstruiert. Er hat sie unter gefühlten Millionen von Onlinekontaktbörsen mit vermutlich Milliarden von Nicknames ausfindig gemacht? Und dann hat es noch gefunkt? Selbst für mich als passionierte Leserin von Liebesromanen war das zu gestellt und konstruiert und einen Hauch mehr Realismus hätte ich toll gefunden. Diese andere Person, für die er sie ausfindig macht, hätte man auch einfach weglassen können. Da bin ich dann echt ausgestiegen.
Auch Maggie und Ray waren vielleicht etwas zu konstruiert, aber hey, so schlimm mit bei Ellie war es nicht. Da war es doch eher etwas, was halt mal vorkommen kann. Vom Charakter her war mir Ray vielleicht etwas zu cholerisch, aber so Menschen gibt es halt auch. Das passt schon.
Das klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich nur zu meckern, vor allen Dingen, weil mir auch noch das ständige Streiten zwischen Jo Marie und Mark dann irgendwann doch etwas auf die Nerven ging, aber ich mochte das Buch trotzdem sehr. Die Atmosphäre bleibt einfach ganz bezaubernd, was nicht nur am Rose Harbor Inn, sondern eben auch an Cedar Cove und den dort lebenden Menschen liegt. Und Rover natürlich. Debbie Macomber hat wirklich einen wunderbaren Raum für ihre Geschichten entwickelt und allein dieser macht es lesenswert. Abgesehen von den dieses Mal etwas häufigen Streitereien sind auch Mark und Jo Marie wunderbar. Was ich besonders toll fand: Dieses Mal hat Mark helfen können, ganz am Ende, auf seine eigene Art und Weise – das habe ich richtig gerne gelesen.
Man merkt es auch hier schon am ersten Satz und ich habe es schon erwähnt: Hier herrscht eine sehr ausgewählte Sprache vor. Es bleibt dabei, dass ich mich erstmal einlesen muss, aber dann mag ich es echt gerne. Kompliment auch an die Übersetzerin: Wo liest man heute noch Wörter wie dereinst? Ich mag so Wörter richtig gerne und daher, nach der kurzen Eingewöhnungsphase, habe ich Spaß am Lesen und an der Sprache.





Dieses Mal war ich bei den Geschichten der Pensionsgäste etwas kritischer, aber nichtsdestotrotz bleibt diese Reihe bezaubernd. Allein das Setting und die wunderbare Sprache macht es lesenswert.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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