[Rezension] Ein Soufflé zum Verlieben – Noël Balen, Vanessa Barrot


Titel: Ein Soufflé zum Sterben
Autor: Noël Balen, Vanessa Barrot
Aus dem Französischen: Petits meurtres à l’étouffée
Band: Alexandra Baisch
Verlag: btb
Erschienen: April 2016
ISBN: 978-3-442-71386-8
Preis: 8,99€
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Noël Balen ist Schriftsteller und Musiker. Wenn er nicht gerade im Tonstudio oder am Schreibtisch arbeitet, ist sein liebster Ort die Küche, wo er für seine ganze Familie kocht. Gemeinsam mit seiner guten Freundin, der Anwältin Vanessa Barrot, schreibt er passenderweise eine Krimireihe, die in der französischen Gourmetszene spielt und gerade fürs Fernsehen verfilmt wird.
Vanessa Barrot, eigentlich Anwältin aus Paris, trieb die Lust an gutem Essen und guten Kriminalromanen dazu, gemeinsam mit ihrem guten Freund, dem Autor und Musiker Noël Balen, eine Krimireihe zu schreiben, die in der französischen Gourmetszene spielt. Die Serie wird in Frankreich gerade fürs Fernsehen verfilmt.




Lyon, Heimat von Paul Bocuse, Gourmethauptstadt Frankreichs – doch die Welt der Spitzengastronomie kann ein gefährliches Pflaster sein. Das muss auch Laure Grenadier feststellen. Die Chefredakteurin des Pariser Gourmetmagazins Plaisirs de Table reist nach Lyon, um eine Reportage über die berühmten Bouchons vorzubereiten. Die traditionellen Restaurants sind bekannt für ihre vorzügliche regionale Küche und ihre Gastfreundschaft. Doch dann wird der Besitzer des Petit Pouce in der bekannten Rue Saint-Jean kaltblütig ermordet. Ein Schock – schließlich kannte Laure ihn persönlich. Als ein zweiter Wirt stirbt, greift Panik um sich. Wer hat es auf die Bouchons abgesehen?

Die letzten Gäste waren gerade gegangen.



Na ja, zumindest war das Buch appetitanregend. Den Krimi habe ich allerdings über weite Strecken suchen müssen. Dafür kann ich euch sagen, dass Laure Grenadier viel Wert auf Yoga und gesunde Ernährung legt. Zwischendurch kam dann tatsächlich ein bisschen Krimi, ab und an starb auch jemand zwischen den gefühlt seitenlangen Menü-Angaben auf Französisch und dann noch auf Deutsch. Obwohl, ich sollte vielleicht nicht die Belehrungen über die Bouchons Lyons außer Acht lassen. Aber ja, irgendwo dazwischen gab es Tote und ganz am Ende sogar einen Täter.
Aber appetitanregend war es wirklich, obwohl ich manchmal echt das Gefühl hatte, die Speisekarte eines Restaurants zu lesen. Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll, dieses Buch war wirklich 25% Belehrungen, 25% Speisekarte, 15% Laure muss sich fit halten und 10% Kriminalfall. Dadurch habe ich mich dann doch gelangweilt, auch wenn die Essenskultur Lyons sicher interessant ist.
Zu Laure als Charakter konnte ich auch keine richtige Beziehung aufbauen, da sie einfach recht einseitig bleibt. Sie ist die bekannte, gute und teils gnadenlose Restaurantkritikerin, die nebenbei Yoga macht, um fit zu bleiben. Außerdem kannte sie die Toten und trauert um sie. So. Das wars. Für mich bleibt ihre Persönlichkeit etwas auf der Strecke. Begleitet wird sie von einem Fotografen, der vielleicht etwas mehr Potenzial hätte, aber durch die ganzen Informationen wird auch das nicht genutzt und man erinnert sich sogar noch weniger an ihn nach dem Lesen. Das ist wirklich schade, denn man merkt schon, dass da Gedanken dahinter stecken, aber vielleicht wollten die Autoren einfach zu viel über die Bouchons vermitteln. Da ist die Charakterentwicklung einfach nicht richtig vorhanden.
Anfangs dachte ich mir schon: Oh, das ist aber ein kurzes Buch. Und gemessen an dem wirklichen Romaninhalt ist es viel zu lang. Wenn man jetzt Namen von leckeren Gerichten aneinanderreihen kann, um Autor zu werden: Das kann ich besser. Spaghetti Bolognes, Pizza quattro stagioni, Nudelsuppe, Schokomousse. Andererseits, was mir schon zum Lesen zu öde ist, muss ich auch nicht selbst schreiben. Nur will mir absolut nicht in den Kopf, warum man für dieses Buch auch noch zwei Autoren gebraucht hat.





Von mir gibt es keine Empfehlung für dieses Buch: Es eigenet sich weder als Krimi noch als wirklich Gourmetroman, da muss dann doch etwas mehr her als Essensbezeichnungen. Durchgefallen…



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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One thought on “[Rezension] Ein Soufflé zum Verlieben – Noël Balen, Vanessa Barrot

  1. Hm, da kann ich dich gut verstehen, sowas ist dann wirklich kein Roman mehr… o0 Ich find es ja ok, wenn das Ganze ein bisschen mit Rezepten verbunden wird. Aber nur Gerichte nennen, das ist ja total Fail.

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