Magical Girl Site – Kentaro Sato [Manga-Rezension]

Magical Girl Site
Wer die niedlichen kulleräugigen Magical Girls wie Sailor Moon erwartet, wird von Magical Girl Site überrascht werden. Eine düstere Atmosphäre, jede Menge Gewalt und Blut zeigen hier vollkommen andere Magical Girls als gewohnt.
Zeichenstil
Magical Girl Site
Schon das Cover weißt darauf hin, dass der Stil hier nicht den Magical-Girl-Manga entspricht, die einem so in den Sinn kommen würden. Ich finde, dass die Farben Rot und Schwarz sehr düster und vor allen Dingen sehr blutig wirken. Würde nicht der Titel Magical Girl beinhalten, würde man hier nichts derartiges erwarten.
Dennoch gibt es das ein oder andere Element, das man mit dem Genre verbindet. Die Figuren haben relativ große und unschuldig blickende Augen. Okay, damit hört es dann auch schon auf. Auch innerhalb des Buches bleiben die Zeichnungen relativ düster und es hat einfach eine insgesamt bedrückende Atmosphäre. Was dazu beiträgt, sind auch die Sprechblasen, die teilweise wirklich dick und tiefschwarz umrundet sind. Das gibt den Inhalten noch zusätzlich Gewicht und ist sehr eindrucksvoll. Besonders beklemmend wird es, wenn die Sprechblasen komplett schwarz gestalten sind. Das verstärkt einfach diesen allgemein sehr düsteren Zeichenstil.
Düsterer Manga, schüchterne Protagonistin
Phew… ich hatte ja jetzt keinen Friede-Freude-Eierkuchen-Manga erwartet, aber auf diese Brutalität war ich auch nicht eingestellt. Es ist ein wirklich düsterer Manga, dem auch die eigentlich ganz niedlich gezeichnete Protagonistin Aya nicht entgegen wirken kann. Das liegt auch daran, dass Ayas Leben jetzt nicht unbedingt ein Traum ist. Die Idee, das hier eben ein Magical Girl entsteht, um sich gegen die Alltagsprobleme zu wehren, finde ich ziemlich faszinierend. Es ist doch oft ein Traum von unterdrückten Kindern und Jugendlichen, Superkräfte zu erlangen, um sich zur Wehr setzen zu können. Genau dieses Thema wird hier auf eine eben doch sehr düstere Art und Weise umgesetzt.
Interessant finde ich ja, dass Aya sich eigentlich gar nicht direkt so wehren will. Sie ist schüchtern, ängstlich, ruhig und will überhaupt nicht auffallen. Meiner Ansicht nach wäre Unsichtbarkeit die Superkraft gewesen, die sie sich wünschen würde. Stattdessen bekommt sie nun einen Zauberstab in niedlicher Spielzeugpistolenform. Aber ich sage euch eins: Das Teil hat es wirklich in sich! Nicht nur seine Macht, sondern auch, was es mit Aya macht.
Eine seltsame Magical Girl Site, eine durchgeknallte Gegnerin und eine neue Freundin
Zum Glück bekommt Aya Unterstützung, eine Website mit einem gruseligen Avatar und gleich auch noch eine direkte Gegnerin vorgesetzt: die Magical Huntress. Der erste Band hat es also ordentlich in sich, denn als Tüpfelchen auf dem i gibt es noch einen mysteriösen Countdown. Das lässt schon mal auf den nächsten Band hoffen, denn es gibt viele ungeklärte Fragen. Wenn ich jetzt so darüber schreibe, will ich eigentlich nur eins, den nächsten Band lesen (mittlerweile habe ich die nächsten drei Bände gelesen!).
Am Anfang war es zwar ein gemischtes Gefühl, weil mich die Situation einfach nur verwirrt hat, doch gegen Ende hat es mich gepackt. Aya als Charakter ist mir eigentlich zu naiv, doch ihre neue Freundin Yatsumura ist dagegen abgebrüht wie nichts und eines dieser Mädchen, die den totalen Durchblick haben. Die beiden sind schon recht klischeehaft, aber zusammen gefallen sie mir richtig gut.
Die Magical Huntress ist übrigens ein echt extrem durchgeknallter Charakter… ich will mehr von ihr lesen! Da verspreche ich mir vom Nachfolger einiges.
Der Manga kann was…
Schon dieser erste Band von Magical Girl Site kann mich nach ein paar Seiten Startproblemen fesseln und ich möchte jetzt unbedingt den zweiten Band lesen. Die düstere Atmosphäre kann durchaus beklemmen, aber dadurch bekommt die Geschichte auch einen tieferen Hintergrund, der noch viel verspricht.
PS: Mittlerweile habe ich ja jeden Band von Magical Girl Site, der bisher erhältlich ist, gelesen: Und der Manga hält, was er verspricht!

Weitere Posts zum Thema

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.