Weinen (#falschescham)

Tränen und Weinen

Weinen. Heute schreibe ich mal über das Thema Weinen und Tränen. Darüber habe ich schon nachgedacht, als ein Tweet von Uwe Hauck in meiner Timeline auftauchte:

Weinen leicht gemacht

Dann war ich auch Treffen mit den Bücherbrezn und da wurde es auch zum Thema. Ich weine mittlerweile viel. Ganz ehrlich: Ich glaube, ich könnte sogar auf Knopfdruck weinen. Ich weine bei rührenden Stellen, bei emotionalen Stellen, bei traurigen Stellen, bei tragischen Stellen, bei schönen Stellen und bei lustigen Stellen. Egal ob in Büchern, Filmen oder Serien. Die Tage habe ich bei den rührenden Momenten in Modern Family geheult wie nichts. Ja. Aber die Charaktere und die Serie sind ja auch toll. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Manchmal rührt mich sogar ein Anblick im Alltag so sehr, dass ich gerne weinen möchte. Ja. Ich steh dann da und sehe so eine kleine Alltagsszene und spüre den Wasserfall in mir wieder loslegen.

Heute Heulsuse, früher aber…

Ihr seht: Ich bin wirklich jemand, der sehr schnell weint. Aber! Ja, es gibt ein Aber. Denn früher war das nicht so. Ganz im Gegenteil: Da habe ich kaum geweint. Eigentlich gar nicht. Ich habe alle Gefühle in mich hinein gefressen und eher nichts wieder heraus gelassen. So einen Blog wie im Moment? Das wäre nicht möglich gewesen? Ich habe nicht mal meiner Familie vom Missbrauch erzählt. Ich habe einfach gar nichts erzählt. Weinen? Eher nicht so. Gefühle? Nope. Die habe ich nur beim Schreiben herausgelassen, ansonsten aber nicht wirklich.

Richtig Weinen

Wenn ich geweint habe, dann lautlos. Die Tränen liefen einfach herunter, ohne Schluchzen, ohne wirklich Emotionen zu beinhalten. Eine der ersten Dinge, die mir mein Psychologe ans Herz gelegt hat, was das richtige Weinen. So wie ich früher „weinte“, das war nicht hilfreich für mich. Ganz im Gegenteil. Es hat mich blockiert. Weinen kann einen wirklich erleichtern. Es kann einem sehr helfen. Mir zumindest hilft es. Obwohl ich doch etwas zu sehr am Wasser gebaut bin.
Trotzdem bin ich froh über jede Träne, die ich weinen kann. Manchmal weine ich dann auch aus Erleichterung. So wie jetzt in diesem Moment. Aber macht euch keinen Kopf, ich weine alleine. In Gegenwart anderer geht das noch nicht. Dann werde ich wieder angespannt und weine lautlos. Irgendwann schaffe ich das auch noch, dass ich mich so weit gehen lassen kann, dass ich loslassen kann und zumindest in Gegenwart meiner Freunde auch mal weinen kann, wenn die Situation da ist. Egal wie hässlich ich dabei aussehe. Weinen ist wichtig. Weinen zeigt mir, dass ich endlich so weit bin, meine Emotionen zuzulassen.

 

Übrigens, noch eine kleine Anmerkung: Auf der Suche nach einem Beitragsbild bin ich über ein Bild gestolpert, auf dem meine Großmutter zu sehen ist. Ganz klein, aber in einer typischen Umgebung. Was glaubt ihr wohl, was ich jetzt mache?

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