Der Garten des Lebens – Debbie Macomber (#rezension)

Der Garten des Lebens von Debbie Macomber

Der Garten des Lebens ist nicht unbedingt ein Garten der Erinnerung. Denn die Erinnerung an das Buch verblasst ziemlich schnell. Ich mag Debbie Macomber und habe schon einige Bücher von ihr gelesen, doch kaum eines ihrer Werke blieb so wenig hängen wie dieses hier. Ich muss mich gerade richtiggehend anstrengen, um meine Meinung zusammenzukriegen. Denn ganz ehrlich: Ohne Erinnerung ist das so schwer. Und ja, ich habe mir keine Notizen gemacht, ich bin da eher der spontane Typ. Schlecht. Zumindest in so einer Situation.

Worum ging es nochmal in „Der Garten des Lebens“?

Okay, okay. Lasst mich mal nachdenken. Da war etwas mit einer Jugendliebe. Einer vergesslichen Mutter. Oh! Und der verstorbene Mann, George! Genau. So langsam klingelt es wieder. Susannah und ihre Mutter Vivian und das Enkelkind Chrissie. Klingeling! Ach soooooo war das! Zum Glück hilft mir das Schreiben beim Erinnern.

Also gut. Immerhin erinnere ich mich jetzt ja wieder daran, was grob passiert ist. Aber wenn ich darüber so lange nachdenken muss, dann kann das Buch einfach nicht grandios gewesen sein. Keine Sorge: Es ist auch nicht schlecht, es ist einfach mittelmäßig. Und ich weiß aus Erfahrung, dass Debbie Macomber wunderbare Bücher schreiben kann. Bücher, die ans Herz gehen, die mich zum Weinen bringen und bei denen ich Fortsetzungen herbei sehne! Dieses hier gehört nun mal nicht dazu. Das sei ihr gegönnt. Muss ja auch mal sein, oder nicht?

Susannah – nicht mein Fall

Woran lag es denn nun, dass ich das Buch nicht zu meinen Top 3 ihrer Bücher zähle? Kurz und knapp: Susannah. Die Protagonistin. Soll einerseits ihre Mutter pflegen und versorgen, ihr pubertierendes Kind auf der Bahn halten und andererseits ist da ihre große Jugendliebe. Und die Erinnerungen, die an die Zeit wieder hochkommen. Susannah hat einfach eine Midlifecrisis. Und mich hat sie nicht fasziniert, nicht gefesselt, nicht überzeugt. Es war einfach eine Frage des Charakters. Mein Typ ist sie nicht. Zu selbstmitleidig, zu Susannah. Wenn ich mich in den Protagonisten nicht hineinversetzen kann, dann kann mich auch ein Buch nicht überzeugen. Ein bisschen Gefühl muss da schon sein, die Chemie muss stimmen. Das ist doch im wahren Leben auch nicht anders, oder? Wenn der langweilige Nachbar von seiner Motorradtour durch die Wüste erzählt, dann ist das nicht so spannend wie der Stau auf einer Autobahn – erzählt vom Lieblingskollegen. Also: Die Chemie zwischen mir und Susannah hat etwas von langweiligem Nachbarn.

Und vom Inhalt her?

Inhaltlich ist es einfach eine nette Liebesgeschichte. Also etwas, das ich zwischendurch liebe. Und zwar heiß und innig. Das Ende fand ich auch sehr, sehr, sehr, sehr niedlich. Die Idee an sich: Verständlich. Wer fragt sich manchmal nicht, was die Teenieliebe so macht? PS: Mein erster Schwarm ist mittlerweile schon seit vielen Jahren mehrfacher Vater…

Die Idee mochte ich also gerne. Sie ist jetzt kein neu erfundenes Rad, aber es ist eine Liebesgeschichte, die sich gut lesen lässt und eine Geschichte, die wohl jeder irgendwo nachvollziehen kann. Ihr seht, bei mir lag das wirklich an Susannah. Das ist einfach nicht mein Charakter. Da ich sie weder sonderlich mag noch sonderlich verabscheue, ist das so ein Nebenherlesen. Man will halt doch wissen, ob sie ihre Jugendliebe findet und was mit ihrer Tochter, der kleinen Rebellin passiert. Dann ist es aber auch gut und man kann die Sache ruhen lassen.

Nicht mein Garten des Lebens

Zusammenfassend: Nicht mein Charakter, aber eine niedliche Story. Dass ich mich nicht daran erinnert habe… liegt wirklich an Susannah – sie war mir zu langweilig.

 

Bibliographische Daten

Autorin: Debbie Macomber
Erschienen: April 2017

Mein Dank geht an Harper Collins für das Rezensionsexemplar.

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