Die Blütensammlerin – Petra Durst-Benning [Rezension]


Titel: Die Blütensammlerin
Autor:  Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-7341-0012-3 

Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!

Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit.



Ich fühle mich in Maierhofen zuhause. Ich mag Bücher, die das in mir hervorrufen. Wenn die erste Seite so ist wie nach Hause fahren, dann bin ich schon glücklich. Vielleicht trifft man auf den weiteren Seiten noch alte Bekannte – so ein Buch ist wie ein toller Plausch. Und das lese ich ab und an sehr gerne. „Die Blütensammlerin“ war ein sehr unterhaltsamer Plausch unter Freunden, aber auch neue Bekannte konnte man hier treffen. Ein bisschen Dorfklatsch war dabei, aber in erster Linie wollte man einer lieben Person einfach aus ihrem tiefen Unglück helfen.

Christine ist dieses Mal die Protagonistin des Buches: Bereits in „Die Kräuter der Provinz“ hat sie sich als Charakter langsam entwickelt, hier bekommt sie jetzt den eigenen Auftritt. Verdientermaßen, immerhin hat der erste Band dafür gesorgt, dass sie jetzt geschieden ist. Und was da früher alles hinter ihrem Rücken passiert ist… Da wird einem direkt klar: Christine ist eher naiv und geht vom Guten im Menschen aus. Das Ende vom Lied: Sie lebt allein in einem großen Haus, aus dem ihr Ex sie schmeißen will, wenn sie nicht zahlt. Blöde Ausgangssituation, oder? Aber das Schöne an einem Dorf ist: Man hält zusammen.

Das ist also die Ausgangssituation. Nicht wirklich toll. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn sie eine solche Situation nicht zum Besten umwandeln würden! Also steht bald ein Plan und Christine baut sich ihr eigenes Leben auf. Es dauert ein bisschen, bis alles läuft und vor allem dauert es recht lange, bis die angekündigte Single-Kochgruppe für den Wettbewerb in Maierhofen steht und anwesend ist. Bis dahin hat man nur die Sicht von Christine, dann wechselt die Perspektive immer mal wieder. Acht Singles kommen in Maierhofen zusammen und jeder hat seine eigenen Probleme. Burnout ist nur eines davon. Dieser bunt zusammengewürfelte Trupp hat seine positiven, aber auch seine verdammt negativen Seiten. Zu viel verrate ich euch nicht, denn vieles an dieser Geschichte entsteht durch die Interaktionen untereinander. Und eines noch: Am Ende gibt’s auch eine dicke fette Überraschung! Ich hab vor Freude innerlich gequiekt, weil ich diese Wendung so genial finde. Pärchen finden sich natürlich auch, aber darauf liegt nicht einmal das Hauptaugenmerk. Zumindest für mich nicht. Es ist sehr viel Freud und Leid in dieser Story. Und noch viel mehr lecker Essen! Ganz Maierhofen entsprechend wird gekocht und geschlemmt. Hach… wenn ich daran denke… leckerschmecker! Das Buch schreit förmlich Sommer, entspannte Abende mit leckerem Essen und Freunden! Es ist Erholung pur, macht Spaß und man liest es zügig durch. Ich habe es zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt. Aber an einem Tag war es dann durch.

Manche Bücher sind einfach dazu gemacht, die Seele baumeln zu lassen, hier ist das zumindest der Fall. Man trifft wunderbare Personen (und auch ein paar nicht so wunderbare), kann miterleben, wie sich das ein oder andere Paar findet, begleitet die Charaktere auf ihrem Weg, kocht mit ihnen, wandert mit ihnen und kann dieses Buch einfach nur genießen. Da kann ich über den langen Einstieg hinwegsehen, auch darüber dass nicht jeder Charakter die gleiche Tiefe haben kann und dass zumindest eins der Pärchen echt vorhersehbar war. Es hat mir einfach Spaß gemacht. Das macht ein gutes Buch für mich aus. Und ich habe Lust, wieder nach Maierhofen zurückzukehren, denn noch hat das Dorf nicht all seine Geschichten erzählt, da bin ich mir sicher.



Lasst eure Seele baumeln, besucht Maierhofen – gerade bei dem trüben Wetter die letzten Tage ist „Die Blütensammlerin“ dafür wunderbar geeignet.



Petra Durst-Benning ist vielen ein Begriff, insbesondere Fans von historischen und auch zeitgenössischen Romanen. Fast jedes Buch der gebürtigen Baden-Württembergerin wurde zum Spiegel-Bestseller und auch international hat sie es geschafft. Obwohl sie mittlerweile auch in Amerika eine gefeierte Bestsellerautorin ist, lebt Petra Durst-Benning immer noch in der Heimat: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden genießt sie südlich von Stuttgart das Landleben, wenn auch nicht in Maierhofen.

 

Christine wurde von ihrem Mann nicht nur verlassen, sondern wird jetzt auch gedemütigt: Sie, die Hausfrau Ende vierzig ohne Job und Ausbildung, soll das Haus schnellstmöglich verlassen oder ihren ungeliebten Exmann auszahlen. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn das Dorf nicht auch in dieser Situation zusammenhalten würde. Christine verwandelt mit ihren Freundinnen ihr Haus in ein Bed&Breakfast. Außerdem ist da noch der große Kochwettbewerb – wie wäre es mit einem Team voller Single, die zusammen daran teilnehmen? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden…


Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams [Rezension]


Titel: Das Café der guten Wünsche
Autor:  Marie Adams
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2016
ISBN:  978-3-7341-0278-3
Preis: 8,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!

Köln in den fünfziger Jahren.



Im Alltag hat sicher jeder von uns schon einmal eine eher unschöne Begegnung gehabt und dabei „Gehts noch?“ oder „So ein Idiot!“ gedacht. Wenn es stressig ist, schaut keiner hinter die Fassade und denkt darüber nach, dass das Gegenüber vielleicht genauso denkt oder in Gedanken ganz woanders ist. Und gute Wünsche schickt man anderen Menschen schon gar nicht hinterher!
Daher finde ich es so wundervoll, dass sich bei „Das Café der guten Wünsche“ alles um ebendiese Gedanken dreht. Dieser Roman macht einem wirklich gute Laune. Ein kleines Café, bezaubernde Besitzerinnen und gute Wünsche – was braucht man da noch mehr? Natürlich gibt es auch hier, wie bei jeder guten Geschichte, einige nicht so schöne Momente. Laura und Bernadette vernachlässigen das Café, Männer liegen Julia eh nicht und am Ende gibts auch noch heftige Konkurrenz!
Aber natürlich, wie nicht anders zu erwarten war, wendet sich am Ende alles zum Guten. Und es wird so entzückend romantisch – da ging mir das Herz auf, ganz ehrlich! Denn Julia ist wirklich ein wunderbarer Charakter, dem man nur alles Glück der Welt wünscht und gönnt. Ich würde ja gerne mal in ihrem Café was trinken und ein Stück Kuchen essen und ihr bei der Arbeit zuschauen. Julia ist einfach liebenswert, vielleicht etwas zu naiv, aber das macht ihren Charme aus. Als Charakter ist sie mir einfach sehr sympathisch, weil sie so bodenständig wirkt. Sie ist einfach aus dem Leben gegriffen. Ihr geradezu kindlicher und naiver Traum des französischen Traumprinzen kann man sicher eher anstrengend finden, ich fand es ja entzückend. Manchmal sollte man sich so Träume doch bewahren!
Auch die anderen Charaktere gefallen mir eigentlich ganz gut. Einzig Robert und Julias Bruder scheinen mir etwas überzeichnet zu sein. Dennoch hab ich zumindest Robert auch ins Herz geschlossen. Ich mag Pessimisten – eigentlich sogar lieber als so optimistische und gut gelaunte Charaktere wie Julia. Doch hier war ich einfach so gut gelaunt durchs Lesen, dass ich irgendwie alle mochte. So muss so ein Gute-Laune-Roman sein!



Inhaltlich überrascht die Konkurrenz am Ende etwas, der Rest ist jedoch vorhersehbar. Aber durch die gute Stimmung und die liebenswerten Charaktere störte das mein Lesevergnügen nicht wirklich. Ich habe auch keine großen Überraschungen erwartet – manchmal tut es ja auch gut, wenn man eine einfache, aber liebevoll geschriebene Liebesgeschichte lesen kann.



Eigentlich veröffentlicht Marie Adams unter einem anderen Namen schon länger Romane: Da geht es um die Liebe nach langen Beziehungen und wie man sie am Leben erhalten kann. Umso mehr Spaß hat es ihr gemacht, mal eine frische Liebe an den Start zu bringen – und das mit lauter Alltagsmagie.

 

Julia, Laura und Bernadette leiten ein kleines Café mit ganz besonderem Charme: Jeder Gast bekommt seinen eigenen guten Wunsch – heimlich, still und leise.
Doch Julia hat selbst einen großen Wunsch: Sie möchte ihre große und erste Liebe Jean wiederfinden, daran glaubt sie genauso fest wie an die Kraft der Wünsche. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt: Nicht Jean, sondern Robert schleicht sich in ihr Leben und schließlich auch in ihr Herz. Julia ist sich unsicher: Ist er an ihren Problemen schuld? Oder ist das der richtige Weg?

Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Ins Glück gebloggt – Gabriela Kasperski [Rezension]

Humorvoll zurück ins Leben bloggen – das schafft Nina ziemlich gut. Und bei dem Chaos, in dem sie gerade steckt, ist das eigentlich gar nicht so einfach.


Titel: Ins Glück gebloggt
Autor: Gabriela Kasperski
Verlag: Storybakery
Erschienen: November 2016
ISBN: 978-3-906847-06-1
Preis: 10,99 €

 
Kaufen beim Verlag!

Nervös stand ich vor dem Kleiderschrank.



Das hier ist sicherlich nicht das tiefgründigste und außergewöhnlichste Buch, es besticht aber mit einer sehr menschlichen Protagonistin und jede Menge Humor und Selbstironie.
Ich mag es ja, wenn Protagonisten von einem Schlamassel in den nächsten laufen und Nina ist da gerade total dabei: verschwundener Mann, Kinder fliegen aus, Klassentreffen, sexy Fußballtrainer und kein Geld. Das allein reicht ja schon für jede Menge Reibungspotenzial und Nina lässt auch kein Fettnäpfchen dabei aus. Das mag ich an ihr, weil sie echt normal ist, einfach nur normal. Da wird sie einem gleich sympathisch – obwohl ich sagen muss, dass sie mir manchmal schon sehr unselbstständig und eigentlich nicht sehr erwachsen wirkt. Gerade ihr Umgang mit dem Geld… na ja. Aber auch so Menschen muss es geben, nicht wahr? Da hat sie sich vielleicht etwas zu sehr auf ihren Mann verlassen, das kann dann eben ziemlich ungut enden, wie man sieht.
Überraschungen bietet die Geschichte nicht viele. Es ist recht vorhersehbar, aber dennoch hat man sein Vergnügen beim Lesen, wenn man sich darauf einlässt. Letztlich ist Ins Glück gebloggt ein Frauenroman, der eben nicht durch zu viel Tiefgang besticht. Dafür mag ich Gabriela Kasperkis Humor.
Das mit dem Bloggen kommt mir – als Bloggerin (nur falls euch das noch nicht aufgefallen ist) – etwas zu kurz in dem Buch vor. Dafür dass es schon im Titel steht, dauert es schon mal sehr lange, bis das Bloggen überhaupt Part der Story wird. Die Blogbeiträge sind sehr amüsant, aber da hätte ich mir auch noch einen Ticken mehr Pfiff und Würze gewünscht. Vermutlich würde ich mich nicht mal beschweren, aber es steht nun mal im Titel und da erwarte ich dann einfach mehr.
Das Ende wirkt etwas chaotisch und schnell und… chaotisch. Aber es passt zu Nina und zu dem, was ihr vorher passiert.



Eine amüsante Geschichte, wenn man mal abschalten will und einfach nur ein bisschen was Amüsantes lesen will. Tiefgründig wird es nicht, doch Nina ist sympathisch und es geht ums Bloggen. Also perfekte leichte Lektüre für zwischendurch!





Gabriela Kaspersky hat Anglistik studiert, war Moderatorin bei SRF und Schauspielerin an verschiedenen Schweizer Theatern. Sie schreibt seit mehr als 10 Jahren Kriminal- und Frauenromane, bloggt regelmäßig und hat tausenden Minuten Serien für das Schweizer Fernsehen und für 3Sat bearbeitet. Sie ist Expertin für diverse Kulturfachstellen wie das Bundesamt für Kultur, sie arbeitet als Sprecherin und als Dozentin u.a. für das SRF und FOCAL. Sie ist Spezialistin für Kreativität und Spannung. Zudem weiß sie bestens, wie sich ein geschriebener Text beim Vortrag mit Leben füllen lässt. Darüber hinaus moderiert Gabriela Kasperski Großveranstaltungen.


Verzweifelt, verlassen und verdächtig – Nina hat ein Problem. Oder eigentlich viele Probleme: Ehemann Max will eine Auszeit und ist verschwunden. Ihre Schwiegermutter hat ihn als vermisst gemeldet und hält Nina für die Schuldige. Die Kinder verlassen das Heim und Nina kann weder als Putzfrau oder Babysitter Geld verdienen. Und dann ist da noch das Klassentreffen – und was ist das Ende vom Lied? Nina bloggt als Single Pocahontas über späte Schwangerschaften und frühe Menopausen. Außerdem gibt es da noch diesen sexy Fußballtrainer, der so gut nach Bitterschokolade riecht. Das Chaos regiert – und Nina bloggt sich durch alle Widrigkeiten ins Glück. Alles, was sie dafür braucht ist eine ordentliche Portion Mut und etwas Schokolade (oder Nutella…)

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Inselfrauen – Sylvia Lott


Titel: Die Inselfrauen
Autor: Sylvia Lott
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7341-0059-8
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!



Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige
Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und
Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane „Die
Rose von Darjeeling“, „Die Glücksbäckerin von Long Island“ und „Die
Lilie von Bela Vista“. Sylvia Lotts neuer Roman „Die Inselfrauen“ spielt
auf ihrer Lieblingsinsel Borkum.




Auf der Suche nach einer beruflichen Auszeit mietet sich die Journalistin Nina in der Borkumer Frühstückspension ein, in der sie einst den schönsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Damals verliebte sie sich in Klaas und träumte von einem Leben an seiner Seite — bis er ihr Herz brach. In der Zwischenzeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie in der Pension. Sie interessiert sich sehr für die Geschichte der Insel und für das, was Nina dort erlebte. Während Nina es endlich wagt, ihrer Vergangenheit ins Auge zu sehen, befindet sich plötzlich auch Klaas wieder auf der Insel. Und dann ist da noch ein Walzer, dessen Melodie eine Liebe beschwört, die nie verging …

Ein heiseres, tiefes Tuten ließ Nina zusammenfahren.





Ich finde ja, dass im Moment das perfekte Wetter ist, um sonnige Inselromane zu lesen. Und warum immer ins Ausland, wenn auch hier in Deutschland tolle Inseln existieren? Daher fiel mir der Roman gleich ins Auge. Statt dem ewigen Sylt, was meiner Ansicht nach fast zu oft in Romanen genutzt wird, erlebt man hier die Insel Borkum. Das hat mich dann noch mehr gereizt, denn auf Borkum war ich noch nie.
Es ist ein Liebesroman, ein sehr ruhiger und schöner Liebesroman. Wir haben hier zwei Protagonisten, die nicht mehr Anfang Dreißig sind und die schon einmal die Liebe zusammen erlebt haben. Doch dann haben sie sich aus den Augen verloren und nun, welch ein Zufall, sind sie zeitgleich zurück auf Borkum. Mit diesem Hintergrund ist das Rad vielleicht nicht neu erfunden worden, aber dennoch ist es doch einfach immer wieder schön, wenn man in so romantische Geschichten absinken kann. Und hier hat das Buch genau das richtige Maß an Liebe, Drama und Insel mitbekommen.
Nina ist unsere Protagonistin, eine welterfahrene und bekannte Frau, die sich jedoch nach Erholung auf ihrer Insel sehnt. Nur weil sie sicher ist, dass Klaas, ihre Jugendliebe eben nicht mehr auf der Insel lebt, kehrt sie schließlich zurück. Nina ist eine eigentlich sehr selbstbewusste Frau, die weiß, wo im Leben sie steht. Und das wird dann erschüttert, als sie Klaas wiederbegegnet. Okay, ich sag es euch, wie es ist: Ich finde, dass Nina eine tolle, bewundernswerte Frau ist. Ehrlich. Aber ich fühle mich ihr nicht so nahe. Und das gilt für alle Charaktere. Es gab keinen so Bamm-Charakter, der mich richtig in den Bann gezogen hat. Wir haben tolle Figuren, wirklich, tolle Hintergrundgeschichten, aber – auch wenn ich es gern gelesen habe – mir fehlt der Identifikationscharakter.
Nichtsdestotrotz, das betone ich gerne noch einmal, sind es tolle Charaktere. Mit Geschichte und Ecken und Kanten und Charakterstärken und -schwächen. Auch Rosalie, Ninas Nichte, gefällt mir richtig gut. Die liebevolle Art, wie sie die Pension wieder etwas stärken will, und ihre Neugierde an der Geschichte, sind wunderbar. Nur kam ich einfach nicht ganz so rein in die Charaktere.
An der Story an sich ist der Hintergrund mit dem Walzer wirklich sehr durchdacht und perfekt eingebracht. Auch die Inspiration dazu, welche die Autorin anfangs kurz beschreibt, kann ich einfach nachvollziehen. Darum hat sie eine wunderbare Sommergeschichte konstruiert. Sowohl die Ausflüge in die Vergangenheit als auch die Probleme der Gegenwart wirken nicht überdramatisiert, sondern leicht und natürlich. Eben der perfekte Sommerroman!




Für mich hat Die Inselfrauen das Potenzial zum perfekten Sommerroman. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass die Figuren mir etwas fremd blieben, denn selbst damit hat das Lesen Spaß gemacht.




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Danke an das Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. 

[Rezension] Ein Sommer in St. Yves – Anne Sanders


Titel: Sommer in St. Ives
Autor: Anne Sanders
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7645-0546-2
Preis: 14,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!



Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.




Lola Lessing stehen turbulente Wochen bevor: Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Geschwistern reist die junge Frau nach Cornwall, um ihrer Großmutter Elvira einen letzten Wunsch zu erfüllen. Denn Elvira möchte ihre Lieben noch einmal um sich haben, und zwar in dem charmanten Fischerdorf St. Ives, wo sie den glücklichsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Niemand ahnt, dass Elvira hier einst ihre große Liebe gefunden hatte — und dass die ganze Familie kurz davor steht, in Elviras geheimnisvolle Vergangenheit einzutauchen und den überraschendsten Sommer ihres Lebens zu verbringen …

Mein Großvater hat immer gesagt, man muss im Leben dicke Bretter bohren.



Ich verrate euch jetzt was: Ich hatte noch nie so einen seltsamen Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Ganz im Ernst. Normalerweise klingt die Story interessant, man mag den Autor oder das Cover erregt die Aufmerksamkeit. Nichts davon hat mich hier dazu bewogen, das Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es gar nicht gelesen, wenn nicht… meine Kollegin plötzlich mit den folgenden Worten aufgetaucht wäre: „Hast du uns verheimlicht, dass du ein Buch geschrieben hast?“
Ja, auf den ersten Blick sehen Anne Sanders und ich uns tatsächlich recht ähnlich und ich gebe es zu… das war mein absolut seltsamer Grund, dieses Buch zu lesen.
Wobei ich sagen muss: Das Cover ist natürlich auch toll. Das weiße Holz, das Holzboot und die verschiedenen Flaschen geben einfach so ein leichtes Sommergefühl, das schaut man sich gerne an.
Beim Lesen habe ich mich anfangs etwas schwer getan, die Leichtigkeit des Covers habe ich nicht einfangen können und kam somit nicht ganz so gut in das Buch rein. Aber Hartnäckigkeit lohnt sich, denn es verbirgt sich eine bezaubernde Liebesgeschichte hinter den ersten Seiten. Ich denke, es war auch etwas schwieriger, weil die Situation am Anfang alles andere als leicht für die Protagonistin ist. Doch von Seite zu Seite entwickelt sich die Leichtigkeit, die man sich auch schon vom Cover her vorgestellt hat. Die Knoten der verworrenen Geschichte entwirren sich und Lola, also der Hauptcharakter, findet sich langsam in der Situation wider.
Es ist interessant, dass hier nicht ein Brief oder ein Bild die Vergangenheit aufstehen lässt, sondern wirklich Elvira selbst den Stein ins Rollen bringt. Man hat ja mittlerweile recht oft diese Bücher, in denen ein Nachfahre etwas findet und sich plötzlich eine neue Geschichte entpuppt. Doch ich finde es viel spannender, wenn es von der Person selbst ausgelöst wird und von daher hat mir nicht nur Lolas, sondern eben auch Elviras Geschichte sehr gut gefallen.
Es erklärt auch viel über die Charaktere, denn anfangs kann man Elvira einfach nur als starke und vielleicht auch sehr harte Frau einschätzen, doch ihre Geschichte zeigt sie in einem neuen Licht. Das ist es eben, man sollte die Menschen nie nach dem ersten Eindruck einschätzen, wer weiß, was sich dahinter verbirgt. Eine sehr schöne Botschaft, welche die Autorin hier in schöne Worte eingepackt hat.
Auch Lola erscheint anfangs anders als sie ist. Dennoch ist sie mir von Anfang an sympathisch, weil ich ihre Situation so gut nachvollziehen kann. Durch die Ich-Perspektive kriegt man natürlich auch mehr von ihren Gedanken und Gefühlen mit als von den anderen. Und ihre Einschätzung der Familie ist so herrlich schräg und ehrlich. Denn, wie fast jeder von uns, hat Lola eine ziemlich verrückte Familie, wenn man mal genau hinsieht. Ihr morbid veranlagter Bruder ist da nur der offensichtlichste Charakter, die anderen halten dafür im Buch noch so manche Überraschung für euch bereit.
Dass Lola sich verliebt, dürfte bei dem Genre keine Überraschung sein. Doch ich muss sagen: Die Liebesgeschichte ist überraschend angenehm. Zwar fehlt am Ende auch nicht das kleine Drama, dafür ist ansonsten nicht übertrieben, sondern sehr natürlich und die Story wirkt dadurch sehr ehrlich.
Allgemein fand ich das Buch eine angenehme Sommergeschichte, die man auch super am Strand lesen könnte. Oder in einem kleinen Café unter einem Sonnenschirm. Es ist einfach ein wunderbares Urlaubsbuch, das nicht nur mit der Geschichte an sich, sondern auch mit der Sprache besticht.
Wenn ich hier so schreibe, frage ich mich sogar, warum ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden. Und tendiere dazu: Es war der falsche Moment für das Buch, denn nach einer Unterbrechung von ein paar Wochen konnte ich es danach in einem Rutsch zu Ende lesen.




Ein ganz bezauberndes Buch mit einer sehr angenehmen Liebesgeschichte, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten dann in den Bann gezogen hat.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Sommersterne – Debbie Macomber


Titel: Sommersterne
Autor: Debbie Macomber
Original: Love Letters
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 3/4
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7341-0190-8
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!




Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.




Es ist Sommer geworden im Städtchen Cedar Cove. Jo Marie Rose, die Besitzerin des Rose Harbor Inn, verbringt die meiste Zeit im Garten – zusammen mit Mark Taylor, der ihr bei der Instandhaltung zur Hand geht. Und obwohl sie allen, und auch sich selbst, versichert, dass Mark nur ein Freund ist – sie muss ständig an ihn denken. Auch ihre Gäste haben mit ihren Gefühlen zu kämpfen: Ellie Reynolds ist in Cedar Cove, um sich mit einem Mann zu treffen, der ihr gehörig den Kopf verdreht hat. Maggie und Roy Porter wollen ihren Urlaub nutzen, den Funken zurück in ihre Ehe zu bringen. Was werden die lauen Nächte für sie alle bereithalten?

Hätte mir jemand vor zwei Jahren prophezeit, mir werde dereinst in dem kleinen Küstenort Cedar Cove ein Bed&Breakfast gehören, dann würde ich ihn ausgelacht haben.



Auch der dritte Band der Rose Harbor Inn Reihe weiß wieder zu überzeugen. Zwar bleibt der Stil immer noch sehr ungewöhnlich und manchmal etwas hochgestochen, doch dafür hat Jo Marie auch eindeutig Wiedererkennungswert. Und ich verrate es euch vorweg: Ich will den vierten Band lesen, denn ich will endlich hinter das Geheimnis von Mark kommen. Nach dem Ende des Buches war das so ziemlich das Erste, was mir in den Sinn gekommen bin: Hallo? So könnt ihr mich doch nicht abspeisen? Jetzt muss ich noch einmal warten, bis Mark etwas mehr von sich preisgibt.

Aber natürlich dreht sich hier nicht alles um Jo Marie und Mark, in der Pension gibt es auch dieses Mal wieder Gäste, die mit kleineren und größeren Problemen angereist sind. Einmal das Ehepaar, bei dem der Funke ziemlich gründlich ausgelöscht wurde, und dann noch die Schüchterne, die immer unter ihrer Mutter und den Großeltern gekuscht hat, sich jetzt aber emanzipieren will und auf eigenen Beinen stehen möchte. Ellie. Und sie ist auch das Problem für mich als Leserin: Zuerst will sie einen Kerl treffen, den sie online kennengelernt hat – natürlich ist das ein echter Traumtyp, was auch kein Ding ist, Traumtypen erwarte ich in Liebesromanen. Nur: Er wollte sie anfangs nicht wegen ihr kennenlernen, sondern hat einen – an und für sich schönen – Hintergrundgedanken. Und da wurde es mir dann zu konstruiert. Er hat sie unter gefühlten Millionen von Onlinekontaktbörsen mit vermutlich Milliarden von Nicknames ausfindig gemacht? Und dann hat es noch gefunkt? Selbst für mich als passionierte Leserin von Liebesromanen war das zu gestellt und konstruiert und einen Hauch mehr Realismus hätte ich toll gefunden. Diese andere Person, für die er sie ausfindig macht, hätte man auch einfach weglassen können. Da bin ich dann echt ausgestiegen.
Auch Maggie und Ray waren vielleicht etwas zu konstruiert, aber hey, so schlimm mit bei Ellie war es nicht. Da war es doch eher etwas, was halt mal vorkommen kann. Vom Charakter her war mir Ray vielleicht etwas zu cholerisch, aber so Menschen gibt es halt auch. Das passt schon.
Das klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich nur zu meckern, vor allen Dingen, weil mir auch noch das ständige Streiten zwischen Jo Marie und Mark dann irgendwann doch etwas auf die Nerven ging, aber ich mochte das Buch trotzdem sehr. Die Atmosphäre bleibt einfach ganz bezaubernd, was nicht nur am Rose Harbor Inn, sondern eben auch an Cedar Cove und den dort lebenden Menschen liegt. Und Rover natürlich. Debbie Macomber hat wirklich einen wunderbaren Raum für ihre Geschichten entwickelt und allein dieser macht es lesenswert. Abgesehen von den dieses Mal etwas häufigen Streitereien sind auch Mark und Jo Marie wunderbar. Was ich besonders toll fand: Dieses Mal hat Mark helfen können, ganz am Ende, auf seine eigene Art und Weise – das habe ich richtig gerne gelesen.
Man merkt es auch hier schon am ersten Satz und ich habe es schon erwähnt: Hier herrscht eine sehr ausgewählte Sprache vor. Es bleibt dabei, dass ich mich erstmal einlesen muss, aber dann mag ich es echt gerne. Kompliment auch an die Übersetzerin: Wo liest man heute noch Wörter wie dereinst? Ich mag so Wörter richtig gerne und daher, nach der kurzen Eingewöhnungsphase, habe ich Spaß am Lesen und an der Sprache.





Dieses Mal war ich bei den Geschichten der Pensionsgäste etwas kritischer, aber nichtsdestotrotz bleibt diese Reihe bezaubernd. Allein das Setting und die wunderbare Sprache macht es lesenswert.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Frühlingsnächte – Debbie Macomber


Titel: Frühlingsnächte
Autor: Debbie Macomber
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 2/4
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-7341-0191-5
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!





Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.




Jo Marie Rose hat nach einem schweren Schicksalsschlag in dem beschaulichen Küstenstädtchen Cedar Cove einen Neuanfang gewagt. Mit ihrem Bed & Breakfast, dem Rose Harbor Inn, steht sie nun vor einer neuen Herausforderung: Als Erinnerung an ihren verstorbenen Mann will sie einen weitläufigen, üppigen Rosengarten anlegen. Hilfe erhält sie dabei von Mark, einem begabten Handwerker, in dessen Gesellschaft sie sich fast schon gefährlich wohl fühlt. Doch auch ihre neuen Gäste halten Jo Marie in Atem, denn Mary und Annie tragen beide ein Geheimnis mit sich herum, dessen Grundsteine in Cedar Cove liegen …

Rose Harbor stand in voller Blüte.



Frühlingsnächte ist der zweite Band der Rose Harbor Reihe, kann jedoch auch problemfrei als Stand-Alone gelesen werden. Dennoch ist es schöner, wenn man auch den ersten Band, das Winterglück gelesen hat, denn in diesem Band erfährt man, wie Besitzerin Jo Marie zu dem Bed & Breakfast kam. Wer dazu nicht die Muse hat, wird allerdings auf den ersten Seiten kurz ins Bild gesetzt, um die wichtigen übergreifenden Charaktere kennen zu lernen.
Worum geht es nun also? Jo Marie (wenn ich irgendwann Marie Jo schreibe, verzeiht mir, ich finde das einfach klangvoller und rhythmischer, selbst beim Lesen habe ich den Namen verdreht!) ist stolze Besitzerin eines bezaubernden Bed & Breakfast, eins von der Sorte, in denen man als Leser sofort Urlaub machen möchte. Neben ihrer eigenen Geschichte, die dramatisch ist, aber dennoch nicht überdramatisiert wird, begegnet man den Schicksalen von zweien ihrer Gäste: von der geheimnisvollen Mary sowie die Geschichte rund um Annie und ihre Großeltern. Im Gegensatz zum ersten Band hat Jo Marie eine volle Bude, denn Annies Großeltern feiern die goldene Hochzeit.
Es sind alltägliche Geschichten, die voller Romantik und Liebe stecken, passend zum Rose Harbor Inn – was ist romantischer als die Rose? Insbesondere ist natürlich schön, dass nicht nur eine neue Liebe gefunden wird, sondern auch eine alte Liebe nicht rostet, sondern in dem Fall tatsächlich nur rastet.

Der Erzähler wechselt in dieser Reihe immer zum jeweiligen „Schicksal“. Wenn Jo Marie dran ist, lesen wir alles in der Ich-Form, bei ihren beiden Gästen wird eine ganz normale sie-Form gewählt. Im ersten Moment fand ich das irritierend, doch letztlich gewöhnt man sich schnell daran. Immerhin gewährt dieser Wechsel einen deutlich besseren Einblick in die Wirren der drei Damen, denn nicht alles spielt sich in der Nähe von Jo Marie ab. Und durch die Tatsache, dass bei ihre eine andere Erzählform gewählt wurde, wird sie als tragende Rolle in dem ganzen Konstrukt noch einmal hervorgehoben. Ohne sie würden die anderen Figuren keine Kulisse für ihre persönlichen Konflikte haben.
Man merkt, dass Debbie Macomber eine Dame ist, denn der Stil ist manchmal schon sehr „gehoben“. Nicht im literarischen Sinne, sondern einfach eine andere Sprache, die nicht ganz so umgangssprachlich ist wie die manch anderer Autoren. Die ersten Seiten des ersten Bandes empfand ich im ersten Moment als leicht gestelzt, doch man findet sich ein und es passt zu dem Bed & Breakfast, zu Jo Marie und dem ganzen Ambiente. Hier im zweiten Band war ich schon komplett drin und möchte den Stil nicht mehr missen.
Jo Marie ist ebenfalls eine Dame. Ihre Sprache unterscheidet sich z.B. gerade von der etwas jüngeren Annie deutlich. Sie wirkt allein durch ihre Sprache und ihre Alltagserzählungen sehr elegant, meist zurückhaltend, aber auf eine gewisse Weise auch herzlich. Außerdem kann sie kochen und macht das mit Leidenschaft. Das lief mir nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammen, wenn Jo Marie allein das Frühstück für ihre Gäste zubereitet. Mit ihr bahnt sich auch eine Geschichte, die über alle vier Bände gehen wird. Man ahnt allerdings schon im ersten Band, worauf es raus laufen wird und auch in diesem Band bestätigt sich das Gefühl. Immerhin gibt es da einen sexy, aber sturen Handwerker. Muss ich noch mehr schreiben?
Die beiden anderen Problemfälle in diesem Band sind Annie und Mary. Annies Geschichte an sich fand ich eher nebensächlich, der Part rund um ihre Großeltern hat mir deutlich besser gefallen. Es war vorhersehbar, was mit Annie noch passiert. Dennoch war die Interaktion mit den Großeltern wirklich entzückend. Definitiv lesenswert.
Die geheimnisvollere Dame ist definitiv Mary. Ihre Geschichte hat so einige Wendungen, so einige Ecken und Kanten. Es geht nicht ganz so glatt und vom Dramafaktor ist Mary definitiv höher anzusetzen! Allerdings habe ich da so einen Punkt, der mich die Hälfte des Buchs gequält hat, einen sehr realistischen, der in so einer Geschichte nichts zu suchen hat. Und da ich euch nicht spoilern möchte, kann ich jetzt auch nichts darüber posten. Argh. Wenn jemand das Buch gelesen hat, meldet euch bei mir! Ich muss das loswerden…
Aber ihr seht, das Buch lässt mich nicht los. Obwohl es eigentlich nur „eine einfache Liebesgeschichte“ ist, gibt es doch einige gute Themen dahinter. Auch einige Momente, die man vielleicht doch in Erinnerung behalten sollte.





Frühlingsnächte hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich bin schon auf den Sommer gespannt. Denn im Juni kommt der dritte Teil dieser Reihe raus. Jo Marie hat sich in mein Herz gebacken und gewerkelt, daher eine Empfehlung für alle, die Bed & Breakfasts, Romantik und gutem Essen nicht abgeneigt sind.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Mit Liebe gewürzt – Mary Kay Andrews


Titel: Mit Liebe gewürzt
Autor: Mary Kay Andrews
Original: Deep Dish
Aus dem Englischen: Lena Kraus
Verlag: S.Fischer
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-596-03196-2
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!



Mary Kay Andrews wuchs in Florida, USA, auf und lebt mit ihrer Familie in Atlanta. Im Sommer zieht es sie zu ihrem liebevoll restaurierten Ferienhaus auf Tybee Island, einer wunderschönen Insel vor der Küste Georgias. Seit ihrem Bestseller ›Die Sommerfrauen‹ schreibt sie Jahr für Jahr einen wunderbaren Sommerbestseller und gilt als Garantin für die perfekte Urlaubslektüre.




Gina Foxton hat sich gerade als Fernsehköchin eines regionalen Senders einen Namen gemacht, als ihre Welt zusammenbricht. Erst erwischt sie ihren Produzenten und Lebenspartner in flagranti, dann eröffnet ihr dieser, dass ihre Sendung abgesetzt werden soll.
Nicht mit ihr! Mit Tränen in den Augen beschließt Gina, dass sie es jetzt erst recht allen beweisen muss. Sie will den Sprung ins nationale Fernsehen wagen. Dafür muss sie jedoch an Tate Moody vorbei, der die Kochszene mit genialen Rezepten, seiner frischen Art und einem sexy Lächeln dominiert. Dem Angeber werde ich es zeigen, denkt Gina und nimmt die Herausforderung zu einem Kochwettbewerb der Superlative an. Wenn sie nur nicht bei jeder Begegnung mit Tate den Kopf verlieren und die falschen Zutaten in den Kochtopf schütten würde …



Noch eine Woche.



Mit Liebe gewürzt. Mit Neugierde gelesen. Mit Unzufriedenheit beendet. 

Ich lese Mary Kay Andrews gerne, in der Regel. Vielleicht hätte ich ihr Buch nicht unbedingt auf Worte in meiner Hand lesen sollen, doch ich war einfach nicht wirklich zu 100% überzeugt am Ende des Buches. Dabei haben die Zutaten mich hier sofort überzeugt, dass ich das Buch lesen will: zwei unterschiedliche Köche, die gegeneinander kochen und sich dabei näher kommen. Eigentlich eine schöne Situation, natürlich nicht vollkommen neu und die Idee, aber eine mehr als solide Grundlage, die einfach Spaß machen kann. Woran liegt es nun, dass das hier nicht der Fall war? Ganz klar, bei mir liegt es an den Charakteren. Es prickelt einfach nicht, nicht zwischen Gina und Tate, nicht zwischen Gina, Tate und mir.
Doch was ist das Problem zwischen uns dreien – immerhin funktionieren so Dreiecksbeziehungen sonst hervorragend? Mein Problem ist es, dass es bei der Sympathie nicht direkt klick gemacht hat. Regina (übrigens ein sehr schöner Vorname, der in Büchern viel zu selten vorkommt ;)) ist Fernsehköchin, die von ihrem Freund nicht nur betrogen, sondern auch verbogen wird. Dass sie einfach ihren Kleidungsstil verändert, sich ihre Haar färben lässt und einen auf supersexy macht, nur um die Wünsche ihres Freund-Produzenten zu erfüllen, ist nicht das Bild einer starken Frau. Natürlich verändert sich das im Buch, doch dadurch konnte ich nicht direkt den „Kontakt“ zu ihr aufbauen… Himmel, das klingt echt esoterisch, aber es ist einfach so. Gina ist ein netter Charakter, aber mehr auch nicht. Außerdem hatte ich nur bei ihr, sondern auch bei ihrem Gegner Tate das Gefühl, dass da der Tiefgang fehlt. Das zeigt sich allein in der familiären Situation: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Tate ein einziges Mal seine Familie erwähnt, sonst ist da nichts. Und bei Gina lebt zwar die kleinere Schwester, doch so wirklich anheimelnd wirkt es nicht. Die Darstellung ihrer Mutter ist genauso oberflächlich. Ich mag gerade bei so Geschichten den Zusammenhalt der Familie und bei dem Wettkampf hätte doch familiäre Unterstützung auch gut gepasst.
Für mich sind die Charaktere so weit etwas lieblos gestaltet, insbesondere, was den Hintergrund angeht. Aber es war ja nicht alles nur negativ, ich muss mal Tates Liebe zu seinem Hund erwähnen. Eine tolle Sache, da sah ich den kleinen Wuschel wirklich vor mir und er hat doch für amüsante Situationen gesorgt.

Der Wettkampf an sich ist spannend (und appetitanregend), doch der Weg dahin ist ein weiter. Das Buch kommt sehr langsam in Gang. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Autorin bei diesem Werk eher etwas ratlos war und die Ideen nicht so flossen wie bei anderen Büchern. Weder die Geschichte noch die Beziehung kommen sonderlich schnell in Gang. Und da ein Liebesroman vom Prickeln und einer Liebesgeschichte lebt, fehlt hier eindeutig Leben. Gerade der Teil mit der Liebe wird erst im letzten Drittel so richtig interessant, davor sind es zwei Gegner, die sich ähneln, aber eben nicht ganz grün sind. Bei dem Wettkampf lernen sie sich kennen und empfinden Sympathie. Es ist einfach nicht so schön prickelnd, und tolle ironische Wortgefechte vermisse ich auch. Das Buch bleibt einfach auf voller Linie seicht und flach.
Aber es war wirklich nicht alles schlecht. Mit Liebe gewürzt hat sich dennoch gut gelesen, eine leichte Abwechslung für zwischendurch. Gerade durch die Nebencharaktere hat es dann doch wieder an amüsanten Momenten gewonnen, auch wenn es letztlich nicht geflasht hat.

zur Rezension





Das Buch war nett. Aber ich habe eindeutig schon bessere Liebesromane gelesen. Die schönen Momente kamen bei mir durch die Interaktion mit den anderen Charakteren, nicht durch die Liebesgeschichte. Einer von Mary Kay Andrews schwächsten Romanen.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Spiel, Kuss und Sieg – Susan Mallery


Titel: Spiel, Kuss und Sieg
Autor: Susan Mallery
Original: When we met
Aus dem Englischen: Ivonne Senn
Band: 13
Verlag: Mira
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-95649-261-7
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!



New York Times-Bestsellerautorin
Susan Mallery wird von der Literaturkritik als mitreißende Autorin
gefeiert und unterhält mit ihren witzigen, emotionalen Romanen über
Frauen und ihre Beziehungen Millionen von Leserinnen auf der ganzen
Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem unerschrockenen Zwerpudel in
Seattle, wo das Wetter zwar nicht gut, der Kaffee dafür aber umso besser
ist.





Als sie den Mann anschaut, der im Café vor ihr steht, muss Taryn zugeben: Ja, sie weiß es – und das nicht nur, weil sie sich als PR-Beraterin für Ausnahmesportler mit Männern auskennt, die vor Testosteron nur so strotzen. Schon viel zu lange umkreisen Angel, der breitschultrige Bodyguardtrainer mit der faszinierenden Narbe am Hals, und sie einander. Es ist definitiv an der Zeit, der Anziehungskraft nachzugeben … Denn nur weil sie in erster Linie an ihre Arbeit denkt, spricht ja nichts gegen ein kleines Abenteuer.
Doch in Fool’s Gold ist es nicht leicht, einfach nur eine Affäre zu haben. Hier glaubt jeder an die große Liebe. Die große Liebe? Ein absurder Gedanke. Oder nicht?

„Wir wissen beide, wohin das führt.“



Und ein weiteres Mal kehre ich nach Fool’s Gold zurück, so langsam kommt mir die Stadt wirklich wie eine große Lesefamilie vor. Ich fühle mich einfach immer wieder wohl, wenn ich ein neues Fool’s-Gold-Buch lese. Es dauert ein paar Sätze und ich bin drin. Das ist für mich einer der Gründe, warum ich immer und immer wieder nach Büchern von Susan Mallery greifen werde. Die Autorin schafft es jedes Mal, mich zu sich in ihre Welt zu holen.
Auch Spiel, Kuss und Sieg hat mich wieder sofort in den Bann gezogen. Der erste Satz war schon mal ein Einstieg, der sofort Spannung erzeugt hat. Und für Angel – Protagonist in diesem Band – hatte ich schon seit seinem ersten Auftritt ein Faible. Menschen, die so direkt sind, finde ich gerade in Romanen eine tolle Sache, und hier läuft das auf ein wirklich tolles Prickeln zwischen den beiden Protagonisten raus.
Nicht nur Angel, sondern auch Taryn gehören meine Sympathien. Sie ist eine Frau, die sich durchsetzen kann, die ihre drei Jungs aus der Firma liebt und zugleich einen fabelhaften Geschmack hat. Da wir hier zwei sehr selbstbewusste Protagonisten haben, die sich selbst gut kennen, wird das eine prickelnde Angelegenheit. Es hat einfach Spaß gemacht, die Gespräche der beiden zu lesen und die Anziehung darin zu bemerken. Dass ich das Buch im Nu verschlungen habe, liegt nicht nur an dem immer leicht lesbaren Stil der Autorin, sondern auch an diesem Paar.
Inhaltlich muss ich jetzt nicht so viel dazu schreiben, oder? Die beiden treffen sich, kommen sich näher, verlieben sich, ein kleines aber feines Drama entsteht und zum Schluss jede Menge love in the air! Also ein perfekter Liebesroman, genauso wie er sein sollte. Dazu der lockere Stil, die tollen Charaktere, da hat Susan Mallery mal wieder alle Zutaten für eine wunderbare Geschichte gefunden.
Und bei mir mal wieder diesen Effekt ausgelöst: Muss. mehr. Fool’s Gold. Romane. lesen. Ich habe prompt einige der Romane verschlungen und es genossen.

Ich muss auch wirklich noch einmal betonen, dass hier besonders viel Spannung durch die Charaktere entsteht. Ihre Dialog sind einfach herrlich, ihre Liebe zueinander liest sich auch wunderbar. Ich bin Fan dieser beiden Figuren und beide haben wieder einen Hintergrund, der nicht schön, aber auch nicht überdramatisch ist, sondern einfach menschlich.





Wie immer bin ich wieder in Fool’s Gold angelangt und habe die Zeit dort genossen. Dieser Roman lebt besonders durch das tolle Zusammenspiel der Charaktere, ein wahres Lesevergnügen.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an Mira Taschenbuch sowie Blogg dein Buch.

[Rezension] Kräuter der Provinz – Petra Durst-Benning


Titel: Kräuter der Provinz
Autor: Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3-7341-0011-6
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
Kaufen beim Verlag!

Autor

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Nach ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin und Wirtschaftskorrespondentin arbeitete sie im Im- und Exportgeschäft, bevor sie ins elterliche Antiquitätengeschäft einstieg. Seit zehn Jahren ist sie hauptberuflich als Autorin tätig. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart. All ihre Romane sind SPIEGEL-Bestseller und fast im gesamten europäischen Ausland zu lesen.

Inhalt

Bürgermeisterin Theresa liebt ihre schwäbische Heimat – Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Theresa krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen – einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!


Erster Satz

Es war das erste Mal, dass sie vom Sterben träumte.

Meine Meinung

Ich möchte jetzt gerne nach Maierhofen ziehen, nach diesem Buch bin ich ganz verliebt in das kleine Dorf und dessen Bewohner… Landflucht ist ja ein akutes Thema, in diesem Buch ist dieses wirklich wunderschön verpackt.
Wo fange ich jetzt an? Mit Theresa, denn sie führt uns auch in das Buch und in das Dorf ein. Dass bei ihr etwas nicht stimmt, ist einem relativ schnell klar, doch was sie wirklich belastet, erfährt man erst im Laufe der Geschichte. Petra Durst-Benning kann es einfach, das Buch baut sich wundervoll auf: Man vermisst Theresa zwar, wenn sie dann wegen ihrer Krankheit tatsächlich ausfällt, doch die anderen Figuren füllen diese Lücke aus. Kräuter der Provinz ist eines dieser Bücher, in dem ich jede Figur ins Herz schließe. Die Autorin hat einfach Figuren gestaltet, die frau mögen muss. Sie sind urig und herzlich, zumindest wenn man sie näher kennen lernt. Genauso ist es tatsächlich auch in den Dörfern, in denen ich bisher gelebt habe. Die Nachbarschaft hält zusammen und hier hält eben eine Dorfgemeinde zusammen.
Der Titel ist ja schon ein Hinweis darauf, was die Gemeinde ersinnt, um ihr Dorf zu retten. Und eines kann ich euch sagen: Es ist appetitanregend. Äußerst appetitanregend. Ich bin ja ein Fan von Bauernläden, daher ist das Genießerdorf für mich wirklich eine tolle Sache. Und es ist eine Lösung, zumindest für Maierhofen und seine leckeren regionalen Produkte in diesem Buch. Irgendwie finde ich, dass Petra Durst-Benning ein unterhaltsames Buch geschrieben hat, das zugleich jedoch auch zum Nachdenken anregt, denn Landflucht ist ein schwieriges Thema, das in den ganzen großen Neuigkeiten doch manchmal etwas untergeht.
Liebe gibt es natürlich auch in Kräuter der Provinz, aber angenehm im Hintergrund, recht undramatisch und es passiert einfach. So lese ich das gerne. Vor allen Dingen vor dieser Dorfgeschichte.

Fazit

Ich mags. Rundum. Es war – in erster Linie – appetitanregend, es war spaßig, es war liebevoll und es hatte wunderbar liebenswerte Charakter. Petra Durst-Bennings erster Gegenwartsroman hat voll in mein Herz getroffen!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt