Armada – Ernest Cline [Rezension]


Titel: Armada
Untertitel: Nur du kannst die Erde retten
Autor: Ernest Cline
Original: Armada
Aus dem Englischen: Sara Riffel
Verlag: Fischer Tor
Erschienen: 2017
ISBN:  978-3-596-29660-6
Preis: 14,99€
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Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte. 



Den meisten von euch sollte es mittlerweile schon aufgefallen sein:
Ich bin ein kleiner Nerd. Ich habe auch ein Faible für Games, kann sie
aber nicht spielen, da wird mir immer so schwindlig. Trotzdem
faszinieren sie mich. Als ich als sah, dass bei Fischer Tor ein neues
Buch von Ernest Cline veröffentlicht wurde und es sich unter anderem
auch um Games handelt, musste ich es haben! Praktischerweise bin ich mal
mit der deutschen Bahn gefahren und praktischerweise hatte sie
Verspätung, so dass ich jetzt stolze Besitzerin von „Armada“ bin. Das
war das einzig Positive daran – dadurch fühle ich mich dem Titel noch
mehr verbunden. Es hilft, wenn man eine gemeinsame Story hat…

Spaß
beiseite: „Armada“ war wirklich das perfekte Buch auf dieser
anstrengenden Zugfahrt. Ernest Cline hat mich ja schon bei Ready Player One total begeistert! Nachdem ich nun dieses Buch beendet hatte, hätte
ich am liebsten RP1 noch mal gelesen. Ihr seht also schon jetzt: Ich
mag das Buch. Ja, ich mag es, aber ob ich es auch liebe? Trotz unserer
gemeinsamen Geschichte habe ich keine rosarote Brille auf. Nein. Aber
warum es nicht die ganz große Liebe ist, dazu komme ich später. Fangen
wir lieber erstmal mit Zack an, Zack Lightman, Gamer, Schüler, Zack
Attack genannt und Mitglied der Top Ten im Computerspiel Armada. Ganz
ehrlich? Ich würde mich gut mit ihm verstehen. Ich mag Zack, er ist ein
super Typ. Etwas aufbrausend, ja, aber er gibt sein Bestes. Und bei
Armada ist er mit Leidenschaft bei der Sache – in dem Spiel schadet sein
Leichtsinn auch nicht! Zack ist wirklich perfekt, um in „Armada“
einzusteigen. Man kann ihn einfach gut leiden. Er ist kein Superheld, er
ist kein Loser, er ist halt einfach ein Gamer, der noch nicht so genau
weiß, was er damit anfangen soll. Aber ist das bei vielen Hobbies, in
denen man besonders gut ist, nicht immer so? Deshalb finde ich Zack
einfach gut.

Die Story selbst braucht etwas lange, bis
der Controller bereit ist und die Kanonen geladen sind. Und dann ist der
Kampf leider auch schon wieder viel zu schnell vorbei. Erst lernen wir
Zack richtig kennen, wo er arbeitet, wie es so in der Schule läuft,
seine Mutter, seine besten Freunde, die Mikes. Ich mag Zack, aber nach
einer Weile wurde ich etwas ungeduldig. Der Klappentext hatte mir Action
versprochen, anfangs war es eher eine Teenager-Gamer-Studie. Aber dann
war es so weit! Es ging richtig los, Zack wurde in die EDA einberufen –
endlich ging die Action los! Leider ging dann gegen Ende auch die Liebe
zwischen „Armada“ und mir in die Brüche. Ich fing an, an dem Buch zu
zweifeln und war einfach nicht mehr zufrieden in unserer Beziehung. Denn
das Ende war so… kurz. Zu schnell. Zu moralisch. Zu gestellt. Zu
künstlich. Zu plötzlich. Zu falsch. Zu lame. Wir hätten – trotz der
langen ersten „Datingphase“ – glücklich werden können, bis das Ende kam.
Es hat mich einfach so unzufrieden hinterlassen. Das war einfach alles
so gewollt. Ich könnte hier jetzt viele Details und Fragen schreiben,
die ich „Armada“ stellen möchte, aber das wäre etwas zu sehr
Spoileralarm! Gings noch jemandem so? Für mich war das Ende unglücklich
gewählt, gerade im Vergleich zu der langen Anlaufzeit wirkte es zu
gequetscht und irgendwie so, als würde drei Mal die Hälfte fehlen. Da
hatte Ernest Cline eine grandiose Idee, aber die wirkt für mich nicht zu
Ende gedacht. Schade eigentlich. Aber ich sag euch was: Ich mag das
Buch trotzdem. Ist halt nicht die große Liebe.

Doch
allein die vielen Nerd-Hints auf Filme und Games waren so toll – und im
Gegensatz zu dem Ende auch total durchdacht! Allein dafür lohnt es sich
schon, den Roman zu lesen. Quietsch. Das hatte total den Wow-Faktor. Und
wenn man dann noch Zacks „Soundtrack“ folgt, das gibt einfach die
richtige Stimmung!

Noch eine kleine Anmerkung: Wenn ihr
euch vielleicht gerade so denkt, na ja, die redet immer nur von Zack,
das wird ja wohl nicht der einzige Charakter im Buch gewesen sein… Nee.
Natürlich nicht! Nur wäre jeder weitere Charakter schon fast zu
spoilerartig. Aber ich mag die Charaktere. Einige hätten vielleicht
etwas mehr Tiefe kriegen können, aber nach dem langen Vorspann blieb da
einfach nicht die Zeit. Das Buch birgt echt ein unglaubliches Potenzial,
verzettelt sich aber ein bisschen. Dadurch bleibt weniger Spielraum
(ha! Gamer und so… okay, der war lahm, ich gibs ja zu!) für die Figuren.
Aber schon das, was hier angeschnitten wurde, spricht echt sehr dafür,
wie sehr Ernest Cline das durchdacht hatte. Wenn nur die Seitenanzahl
dafür gereicht hätte.



Kurzum: Super Idee, super Hints, super recherchiert, super Autor,
super Protagonist. Das Ende war dann eher meh. Die moralische Keule war
etwas zu stark, alles ging zu schnell und war für mich nicht so gut wie
der Rest des Buches.



Ernest Clines erster Roman Ready Player One wurde sofort zum Bestseller und hat mittlerweile schon den Status eines Klassiker. Eigentlich ist er jedoch auch Drehbuchautor aus Austin, Texas. Und er freut sich darüber, dass Steven Spielberg seinen Erstling verfilmen wird.

 

Zack Lightman – seines Zeichens: Nerd und Geek. Nichts mag er mehr als den Virtual-Reality-Shooter Armada. Doch das dieses Spiel mal zu seiner Wirklichkeit wird, davon hätte er nicht zu träumen gewagt. Dann passiert jedoch genau das: ein Alien-Raumschiff taucht auf und Zack wird rekrutiert. Erst Aliens, dann eine Operationsbasis auf dem Mond und ein Kampf, der das Schicksal der Erde entscheiden wird. Das ist nun Zacks Realität.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Gena Showalter – Verrat im Zombieland


Titel: Verrat im Zombieland
Autor: Gena Showalter
Original: A Mad Zombie Party
Aus dem Amerikanischen: Constanze Suhr
Band: 4/4
Verlag: Harper Collins YA!
Erschienen: Juli 2016
ISBN: 978-3-95967-034-0
Preis: 14,99€
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Die New-York-Times-Bestsellerautorin Gena Showalter wird immer wieder für ihre „prickelnden Pageturner“ und „faszinierend fesselnden Geschichten“ gelobt. Weltweit feiert sie Erfolge mit ihren atemberaubend schönen Liebesromanen, in denen düstere, verführerische Helden um starke und liebenswerte Heldinnen kämpfen.
Ob Gena einen neuen Teil der Paranormal-Romance-Serie „Die Herren der Unterwelt“ oder ein Jugendbuch schreibt, sie begeistert mit ihrem unverwechselbaren Humor und ihrer einzigartigen Vorstellungskraft. Bisher hat sie über 30 Romane veröffentlicht und landet mit ihren neuen Werken regelmäßig auf den Spitzenplätzen der amerikanischen Bestsellerlisten.



„Du musst helfen!“ Zombiejäger Ashton „Frosty“ Martin traut seinen Augen nicht: Seine große Liebe Kat hat eine Botschaft aus dem Jenseits für ihn. Sofort geht er zu dem Ort, den sie ihm beschreibt. Und sieht schockiert, wer seine Hilfe braucht: Milla Marks, die verantwortlich für Kats Tod ist! Am liebsten würde er die Verräterin den gierigsten Zombies zum Fraße vorwerfen. Aber als Anima Industries zurückkehren, um aus den Zombies endgültig das Geheimnis der Unsterblichkeit zu pressen, muss er umdenken. Bevor es zu spät ist. Für sie – und für die Welt.

Checkt das mal: Ich bin erst achtzehn, kann aber schon den coolsten Lebenslauf aller Zeiten aufweisen!



Vorweg: Ich kenne die Reihe nicht, habe aber schon viel Positives darüber gehört. Ich muss aber auch sagen, als sich die Chance bot, das Buch zu lesen, habe ich nicht daran gedacht, dass das ja eigentlich eine Reihe ist… Ups… Letztendlich hat es aber nichts am Verständnis verändert. Sicherlich sind mir die ein oder anderen Insider der Vorgängerbände entgangen, dennoch habe ich das Wichtigste gut verstanden. Vom Vorteil war hier auch, dass das vorherige Geschehen immer mal wieder erklärt wurde. Man konnte hier also gut einsteigen – wobei ich jetzt auch Lust hätte, die Vorgänger zu lesen. Allerdings nicht zum besseren Verständnis, denn mir hat das Buch schlicht und einfach Spaß gemacht.
Die Geschichte ist recht einfach: Frosty wird von seiner toten Freundin Kat um Hilfe für die Frau gebeten, die Kat umgebracht hat, Milla. Und es geht um Zombies. Was will man mehr? Man hat Zombies, also Action, und Liebe – in dem Fall sogar ein Liebesdreieck. Dazu kommt der lockerleichte und humorvolle Schreibstil. Eigentlich ist es ja wirklich banal, aber ich finde, dass die Zombie dem Ganzen die richtige Würze geben. Auch die Liebesgeschichte ist nicht die Neuste aller Neuen und doch auch sehr vorhersehbar. Dennoch macht sie Spaß. Und das liegt an den Charakteren.
Die sind alle wunderbar durchdacht und sympathisch. Kat, als Verstorbene, steht etwas über den Dingen und ist diejenige, die ich am Wenigsten greifbar finde. Die beiden Protagonisten dieses Buches sind keine glücklichen kleinen Kinder, die ihre wunderbare erste Liebe erleben. Beide haben schon einiges erlebt und haben Ecken und Kanten. Am Anfang ist da wenig Liebe, aber dennoch funkt es. Die kleinen Streitgespräche zwischen den beiden sind einfach amüsant. Was soll ich sagen? Ich wiederhole mich jetzt vielleicht, aber große Punkt an diesem Buch ist: Es macht Spaß. Es liest sich leicht und schnell durch. Das liegt eben sowohl an der Sprache als auch an den Charakteren. Aber hauptsächlich sind mir die Dialoge im Kopf geblieben.
Einerseits erzählt Frosty einen Großteil der Geschichte aus seiner Perspektive, doch auch Milla kommt immer mal wieder zu Wort. Durch diese persönliche Ich-Erzähler-Perspektive hat man einfach noch einmal einen ganz anderen Zugang zu diesen beiden. Sie kommen einem wirklich nahe und man kann ihre inneren Selbstzweifel und Schmerzen gut nachempfinden. Denn auch wenn ich jetzt mehrmals betont habe, dass das Buch Spaß macht, steckt eben doch auch Schmerz dahinter. Dadurch werden die Charaktere ja erst so wie sind. Und dieser Schmerz wird nicht durch die Dialoge verdeckt.
Diese Geschichte mit Anima Industries ist vielleicht der Teil, den man ohne die anderen Bücher am Wenigsten nachvollziehen kann. Dennoch wird durch Rückblicke deutlich gemacht, dass diese Firma das Böse darstellt und ganz am Ende des Buches wird dies auch noch mal eindrucksvoll gezeigt. Action gibt es durch die ganze Geschichte hindurch, eben nicht nur am Ende. Dadurch wird die Geschichte aufgelockert und wird nicht zu einseitig. Außerdem kommt es dadurch dann doch zu dem ein oder anderen Herzschlagmoment – diese Momente, in denen man, obwohl man weiß, dass es gut enden wird, Angst um die Protagonisten bekommt.



Es ist der Abschluss einer Reihe, den man jedoch auch ohne Vorwissen gut lesen kann. Gena Showalter besticht mit tollen Charakteren und eingängigen Dialogen. Ein Buch, das trotz Schmerz und spannenden Momenten, einfach nur Spaß macht!



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an  

Harper Collins ya!
  
sowie 


 
für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde – Annet Huizing


Titel: Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde
Autor: Annet Huizing
Verlag: mixtvision
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95854-056-9
Preis: 13,90€

 
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Annet Huizing liebt Kröten und radelt gern durch die Dünen, sie spielt Akkordeon, gärtnert viel und schreibt ganz nebenbei zahlreiche Kinderkolumnen und Kinderbücher. Annet Huizing lebt auf einem Hausboot in Utrecht.




Katinka ist dreizehn und hat einen großen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden! Eines Tages nimmt sie all ihren Mut zusammen und bittet ihre Nachbarin, die berühmte Autorin Linda, um Tipps. Mit Lindas Hilfe schreibt Katinka ihre eigene Geschichte auf – von der neuen Frau an der Seite ihres Vaters, die sie nicht als neue Mutter akzeptieren kann. Ob es ein Happy End geben wird?



Ich denke jetzt schon eine Weile über dieses Buch und die Rezension dazu nach, aber ich bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Irgendwie weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll. Bis auf eines: Das Notizbuch hinten drin ist super! Das gefällt mir richtig gut, genau wie die Schreibtipps.
Nur… wie beschreibe ich euch das jetzt am Besten? Im Prinzip ist dieses Buch hier rund um Schreibtipps für Katinka ausgelegt. Katinkas Mutter lebt nicht mehr und nun zeigt ihr ihre Nachbarin, wie sie am Besten schreibt, was sie beachten muss. An und für sich ein tolles Konzept. Und mit der toten Mutter und der lebenden sexy Date-Alternative für den Vater findet sich letztlich auch ein roter Faden für Katinkas Geschichte. Aber das Ende hat mich so unglaublich unbefriedigt hinterlassen. Ich war einfach nicht zufrieden, wie es geendet hat. Die Geschichte findet schon ein Ende, nur… mir reicht das nicht. Und gerade ganz am Schluss weiß ich echt nicht, was ich davon halten soll. Der Sprung ist zu groß und überhaupt nicht nachvollziehbar. Beziehen sich die Worte auf den Inhalt des Buches oder doch wirklich auch ein bisschen auf die Autorin.
Normalerweise sind Fragen ja was Gutes, wenn sie zum Nachdenken anregen, aber hier finde ich es überhaupt nicht überzeugend und einfach unbefriedigend.
Letztlich ist das kein großer Kritikpunkt, weil die Tipps für Katinka gut eingebaut wurden und auch anschaulich dargestellt und das ist ja eigentlich das große Ziel eines Buches. Aber für mich gehört zu gutem Schreibkönnen und guten Tipps auch die Fähigkeit, ein Buch zufriedenstellend zu beenden. Und dieser Abschluss ist meinen Augen nicht gut gelungen, also ist das gesamte Konzept für mich sehr wackelig und nicht stimmig. Ich denke, das ist es, was mich so wirr macht und mir auch diese Rezension hier so erschwert hat.
Ansonsten fände ich das Buch klasse: eigenwillige Charaktere, eine vielleicht nicht außergewöhnliche Geschichte, aber sehr herzlich und lebensnah, und ein sehr gut lesbarer Schreibstil. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, wäre ich echt begeistert.





Das Ende hat mich einfach aus dem Konzept gebracht. Ansonsten finde ich die Idee grandios und die Tipps sind vielleicht nicht außergewöhnlich, aber für Teenager sehr gut gestaltet. Das alles wurde in einer schönen kleinen Geschichte verpackt, die nur am Ende irritiert hat.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks – Jenny Downham


Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Autor: Jenny Downham
Original: Original
Aus dem Englischen: Astrid Arz
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-570-10292-3
Preis: 19,99€
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Jenny Downham war Schauspielerin, bevor sie mit ihrem ersten Roman Bevor ich sterbe einen Weltbestseller schrieb. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.




Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …

Als ob ein Alien gelandet wäre.



In Jenny Downhams Roman wird ein Thema behandelt, das wohl immer aktuell sein wird, Alzheimer. Das Ganze verpackt sie in ein kleines Familiendrama und zeigt so anschaulich, wie einem Menschen immer mehr Erinnerungen entgleiten und wie doch das Wichtige verborgen zurück bleibt.
Katie ist 17 Jahre alt und sollte sich eigentlich auf die Schule und den Abschluss konzentrieren, als ihre Großmutter Mary in ihr Leben schneit. Verwirrt, vergesslich, allein und vor allen Dingen von Katies Mutter Caroline, also ihrer eigenen Tochter, gehasst. Stück für Stück lernt Katie ihre Großmutter nun kennen, während diese sich dabei immer verliert. Und dennoch lernt Katie auch ihre Mutter Caroline dabei von einer neuen Seite kennen.

Die Geschichte ist eine wirklich schöne Story, die einen durchaus bewegen kann und vor allen Dingen auch mit offeneren Augen durchs Leben gehen lässt. Wer weiß schon, welche Geschichte unsere Großeltern und Eltern noch vor uns verbergen und welche Geschichte den Blick auf sie komplett verändern könnten. Inhaltlich fand ich dieses Buch wirklich wundervoll und es ist absolut empfehlenswert. Doch, vielleicht habe ich da auch zu viel erwartet, es hat mich nicht so bewegt und berührt wie gedacht. Der Funke zwischen Mary, Katie, Caroline und mir sprang einfach nicht über. Es war nicht so, dass ich es unbedingt lesen musste, sondern eher, dass ich es zwar gerne gelesen habe, aber eben doch nicht begeistert.
Das liegt jedoch nicht an den Charakteren: Katie ist ein junges Mädchen, das neben seiner Großmutter im Laufe des Buches auch sich selbst findet. Manchmal wirkt sie vielleicht etwas gestelzt, aber das liegt vermutlich auch an Caroline. Von allen Charakteren fand ich sie am Schwierigsten. Ihre Abneigung gegenüber Mary wirkte zum Teil sehr gestellt und konstruiert. In weitestem Sinne ist es verständlich, aber letztlich war ich von ihrer Anti-Einstellung und Verdrängung teilweise einfach nur noch genervt. Das hat nicht zum Lesevergnügen beigetragen und eben auch nicht diesen Funken entfacht. Mary hingegen war sehr liebenswürdig. Ihr Verhalten konnte ich deutlich besser nachvollziehen. Besonders spannend waren einfach die Abschnitte, in denen sie sich erinnert und eben doch nicht erinnert hat. Es war faszinierend zu verfolgen, wie sie Stück für Stück die Erinnerungen verliert. Das war wohl der Teil am Buch, der mich am meisten beeindruckt hat.
Nur letzten Endes war es zu viel: Carolines Anti-Momente, Katies Extra-Probleme, Marys Gedächtnisverlust und dann noch der kleine, unnötige Bruder von Katie, dessen Name mir tatsächlich schon wieder entfallen ist. Das waren so viele Stränge, dabei hätte sich alles um Mary drehen können, das wäre mir Story genug gewesen. Und auch schon Drama genug gewesen.
Wenn ich so darüber nachdenke, war auch schon der Einstieg nicht ganz mein Fall, da hatte ich von Beginn an das Gefühl, nicht richtig in der Geschichte angekommen zu sein. Leider hat sich dieses Gefühl bis zum Ende nicht gelegt. Bei so einer emotionalen Geschichte ist das natürlich sehr schade, denn hier muss man mitgerissen werden.

Stilistisch gibt es nichts zu beklagen. Es ist natürlich nicht die hohe Literatur, aber das erwartet man bei so einer Geschichte auch nicht, oder?





Der Funke sprang nicht über, obwohl die Geschichte eigentlich vollkommen meinem Geschmack entspricht. Und gerade Mary war ein absolut liebenswerter Charakter. Schade, denn das Potential war da.



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[Rezension] Masterminds. Im Auge der Macht – Gordon Korman


Titel: Masterminds. Im Auge der Macht.
Autor: Gordon Korman
Original: Masterminds
Band: 1
Verlag: Gulliver
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-407-74594-1
Preis: 12,95€
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Gordon Korman, geb. 1963 in Kanada, schrieb seinen ersten Roman bereits im Alter von 12 Jahren. Mittlerweile hat er zahlreiche Bücher für Jugendliche und Erwachsene geschrieben, die in 14 Sprachen übersetzt wurden . Er lebt mit seiner Familie in Long Island, New York.





Serenity in New Mexico: 185 Einwohner, keine Kriminalität, Arbeit für jeden, die perfekte Idylle!
Eli kann sich nicht vorstellen, jemals irgendwo anders zu leben. Bis zu dem Tag, als er die Stadtgrenze überquert und aus heiterem Himmel unter Schmerzen zusammenbricht. Wer hindert Eli daran, die Stadt zu verlassen und wieso? Serenity entpuppt sich als perfides Gefängnis und Eli und seinen Freunden wird klar: Sie schweben in Lebensgefahr …

Die Chancen standen eins zu einer Million und… Treffer versenkt!



Okay. Okayyy. OKAY! Nicht okay. Absolut nicht okay, denn Band 2 ist auf Deutsch noch nicht mal angekündigt und auf Englisch gerade erst erschienen. Ich nehme mal an, ihr erkennt, was das heißt? Ich will mehr! Dieses Buch ist nicht nur ein absoluter Pageturner, sondern auch ein absoluter Bookturner… der zweite Band wird von dieser Leserin also wirklich sehnsüchtig erwartet.
Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, war ich neugierig auf das Buch, konnte mir aber nicht vorstellen, was mich erwahnt. Das Konzept der perfekten Stadt Serenity hat mich fasziniert. Dann kam noch das Stichwort Klone dazu und – na klar – ich wollte Masterminds lesen.
Jetzt, nachdem ich den ersten Band gelesen habe, will (ja WILL!) ich unbedingt die Fortsetzung lesen. Je weiter ich kam, je weniger Seiten übrig blieben, desto klarer wurde mir: Meine Neugierde wird nicht befriedigt.
Also, worum geht es hier: eine perfekte Stadt ohne Verbrechen, Jugendliche, die etwas Besonderes sind und ein Geheimnis, das langsam ans Licht kommt. Gordon Korman hat diese wenigen Komponenten in ein mitreißendes Jugendbuch verwandelt. Man liest aus der Sicht der verschiedenen Jugendlichen, das heißt bei jedem kommt auch einfach ein anderer Charakter zum Tragen. Das macht die Geschichte noch vielfältiger und man hat schlicht und ergreifend auch unterschiedliche Sichtweisen. Da ist zum Beispiel die fleißige Amber, die ihr Leben in Serenity liebt und sich mit To-Do-Listen organisiert. Das komplette Gegenteil dazu bildet Malik, der aus dem Friede-Freude-Eierkuchen-Leben raus möchte und von New York träumt. Jede dieser Figuren hat eine Persönlichkeit, was das Buch noch lesenswerter macht. Oft sind, gerade in Jugendbüchern, die Figuren nicht nur extrem stereotyp, sondern auch noch langweilig. Auch Masterminds bedient sich natürlich der klassischen Stereotypen, dennoch bleiben die Figuren spannend und lebendig.
Es ist einfach unvorstellbar, dass es eine Stadt gibt, in der es keinerlei Kriminalität gibt, oder? Das ist es auch einfach, was mich so fasziniert hat. Die Klone dazu waren definitiv interessant, doch schon bevor ich diesen Teil gelesen hatte, war ich einfach gefesselt. Ein perfektes Leben in einer perfekten Stadt voller Ehrlichkeit? Während des Lesens war ich hin und her gerissen, ob ich das fantastisch oder beängstigend finden soll. Damit hat der Autor also nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch noch eine ziemlich interessante gesellschaftskritische Frage gestellt. Ich persönlich habe insbesondere auch am Ende der Geschichte viele Fragen gehabt, die ich unglaublich interessat finde. Lest es selbst, ich finde, da kann man einfach unglaublich gut diskutieren… Moralisch genauso spannend wie inhaltlich!





Absolut herausragendes Jugendbuch, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt! Neben lebendigen Charakteren bietet das Buch insbesondere gegen Ende jede Menge spannende Diskussionsfragen.



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Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Beltz und Gelberg sowie Blogg dein Buch.

[Rezension] Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen – Rick Riordan


Titel: Percy Jackson erzählt griechische Sagen
Autor: Rick Riordan
Original: Percy Jackson’s Greek Gods
Aus dem Englischen: Gabriele Haefs
Verlag: Carlsen
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-551-55661-5
Preis: 16,99€
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Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Boston und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 40 Länder verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, »Die Kane-Chroniken« und »Helden des Olymp«, schafften auf Anhieb den Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten.





Wer könnte die griechischen Göttersagen besser nacherzählen als der Sohn des Poseidon höchstpersönlich? Percy Jackson haucht den alten Klassikern turbulentes Leben ein und gibt ganz neue Einblicke in den Alltag auf dem Olymp. Mit einem Augenzwinkern berichtet er unter anderem davon, wie Athene ein Taschentuch adoptiert, Persephone ihren Stalker heiratet und Zeus sie alle umbringt. Ein urkomisches Leseerlebnis für jeden, der Spaß an griechischer Mythologie hat – und für alle anderen garantiert auch!

Ich hoffe, ich bekomme hierfür ein extradickes Lob.



Percy Jackson. Eine meiner ewigen Buch-Lieben, die ja leider eigentlich zu Ende ist. Daher war ich total neugierig und erfreut, als ich hörte, dass dieses Buch erschienen ist. Griechische Göttersagen und Percy Jackson? Perfekte Kombination!
Der Inhalt ist leicht erzählt: Unser aller Lieblings-Halbgott erzählt uns die Sagen, die sich rund um seine göttliche Verwandtschaft ranken. Ich habe schon viele unterschiedliche Sagen zum griechischen und auch römischen Götterpantheon gelesen, aber natürlich war keine davon so humorvoll wie diese hier. Das war ja auch immer einer der schönsten Sachen an der Reihe rund um Percy Jackson, der trockene Humor.
Natürlich geht es hier rund um die Hauptgötter und beginnt mit der Entstehung der Welt und Griechenlands. Danach gibt es einzelne Kapitel rund um die Götter, in denen verschiedene Sagen zusammengefasst werden. Die Götter sind nicht wirklich nette… äh… Nicht-Menschen, Götter.
Was soll ich noch sagen? Percy erzählt also, was die Götter so in ihren Anfängen gemacht haben und von ihren Affären und Beziehungen (wobei es natürlich deutlich mehr Affären als Beziehungen sind!). Zwischendurch lockert er noch mit einem Kommentar auf. Oder streut Hinweise auf die zehn Bücher rund um ihn und die Helden des Olymps. Da kommt dann wieder der Moment, in dem man „Ach natürlich!“ oder „Das macht Sinn!“ denkt. Und dann kommt der Moment, in dem man einfach nur die anderen Bücher wieder lesen will. Sofort.
Rick Riordan hat hier einfach eine Kultreihe geschaffen und kann mit dieser nun den jungen Lesern auch die Mythenwelt der alten Griechen nähen bringen.





Für Percy-Jackson-Fans ist dieses kleine Gimmick natürlich ein absolutes Muss! Ich persönlich habe mich bestens amüsiert und bin wieder total im Flash drin!

http://gochimiko.de/2015/01/16/rezension-das-haus-des-hades-rick/http://gochimiko.de/2014/09/07/kommentar-der-verschwundene-halbgo/



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[Rezension] Infernale – Sophie Jordan


Titel: Infernale
Autor: Sophie Jordan
Original: Uninvited
Band: 1
Aus dem Amerikanischen: Ulrike Brauns
Verlag: Loewe
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-7855-8167-4
Preis: 17,95€
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Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf und landete mit ihrer Firelight-Trilogie einen internationalen Bestseller. 2016 legt sie mit „Infernale“ den Auftakt einer packenden Liebesgeschichte vor, die durch geschickt platzierte gesellschaftskritische Anklänge zum Nachdenken anregt. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston.




Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

Ich habe schon immer gewusst, dass ich anders bin.



Wie schnell kann sich ein Leben verändern? Wie schnell wird ein Mensch für den Rest seines Lebens gebrandmarkt und entkommt dieser Einordnung nicht mehr? In Infernale sind das wohl zwei der wichtigsten Fragen, die die Ich-Erzählerin Davy sich stellen muss. Eigentlich ja eine herausragende Schülerin, hochtalentiert in der Musik, wird sie positiv auf das sogenannte Mördergen getestet. Und das wird ihr komplettes Leben verändern.
Dabei gibt es nicht einmal einen richtigen Beweis. Sophie Jordan stellt sehr einfühlsam dar, wie diese Kennzeichnung nicht nur Davys Leben, sondern auch das anderer „Opfer“ verändert. Dennoch war ich erst in der zweiten Hälfte des Buches plötzlich in der Geschichte drin und konnte nicht mehr aufhören. Das lag aber nicht an Infernale als Story an sich, sondern daran, dass ich so ein zartes Pflänzlein bin. Ich lese ungern über sexuelle Gewalt und versuchte Vergewaltigung und das schwingt in dieser ersten Hälfte doch sehr durch, daher habe ich da immer so ein Distanzgefühl gehabt. So richtig einfinden konnte ich mich dann erst später.
Dennoch hat mich fasziniert, wie gut die Autorin die Empfindungen der Figuren dargestellt hat. Es wirkt alles sehr realistisch und ganz im Ernst, ich hatte da auch zwischendurch Momente, in denen ich mich gefragt habe, wie das wohl in unserer Welt aussähe. Wie würde ich reagieren? Hätte ich Angst vor den HTS-Positiven? Würde ich wohl alles blind glauben, was die Regierung mir erzählt? Und natürlich das Schlimmste: Könnte es mich auch treffen? Es zeugt für mich immer von einem guten Buch, wenn ich versuche. die Gegebenheiten auf unsere Realität zu übertragen, denn dann berührt und beschäftigt mich es.
Davy ist ja die Protagonistin. Und Ich-Erzählerin. Sie ist sehr begabt, sehr beliebt und leider HTS-positiv. Das entwurzelt sie, obwohl sie dennoch die Schule abschließen möchte. Ich muss ja gestehen, dass das anfangs für Irritationen bei mir gesorgt hat. Das wäre so gar nicht meine Reaktion darauf! Anfangs scheint sie den Ernst der Lage gar nicht zu realisieren, doch das ändert sich.
Ich muss sagen: Spannender fand ich ihren Bruder. Eigentlich wäre er der Typ für das Gen und er ist ein äußerst entsetzter Kämpfer und durch diese Diagnose wachsen sie eigentlich fast mehr zusammen als vorher. Ein super Typ!
Es gibt noch weitere tolle Charaktere, aber Spoiler-Alarm, daher halte ich mich zurück. Nur so viel gesagt: Bis auf Davys Eltern, die etwas blass bleiben, haben für mich alle Figuren Tiefe und sind wirklich Charaktere. Dadurch lebt das Buch natürlich auch.
Stilistisch kann man hier einfach keine Höhenflüge erwarten, immerhin haben wir hier ein Jugendbuch und noch dazu eine Ich-Erzählerin. Aber dennoch liest sich das Buch schnell weg, man kommt leicht rein und hat einen guten Zugang zu unserer Protagonistin.




Und eine weitere Trilogie auf der Liste, die frau natürlich beenden will. Nach anfänglichen leichten Schwierigkeiten von meiner Seite aus habe ich das Buch verschlungen und kann nur eins sagen: Wann kann ich weiterlesen?



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[Rezension] Die fünfte Welle – Rick Yancey


Titel: Die fünfte Welle
Autor: Rick Yancey
Original: The Fifth Wave
Aus dem Englischen: Thomas Bauer
Verlag: Goldmann
Erschienen: Datum
ISBN: 978-3-442-31334-1
Preis: 16,99€
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Rick Yancey ist ein preisgekrönter Autor, der mit seiner Trilogie »Die fünfte Welle« die internationalen Bestsellerlisten stürmt. Wenn er nicht gerade schreibt, darüber nachdenkt, was er schreiben könnte, oder das Land bereist, um übers Schreiben zu reden, verbringt er seine Zeit am liebsten mit seiner Familie in seiner Heimat Florida.




Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält …

Es wird kein Erwachen geben.



Eine Dystopie, mal wieder, und mal wieder eine richtig gute Dystopie. Ich habe das Buch verschlungen und war vom Ende etwas… enttäuscht. Während mich die Geschichte an sich gut unterhalten hat, ging mir das Ende zu glatt, zu schnell und hat mich irgendwie nicht ganz so überzeugt wie der Rest. Aber vielleicht sollte ich am Anfang beginnen.
In dieser Geschichte sind Außerirdische für den Untergang der Menschheit verantwortlich. Das Konzept von mehreren Wellen fand ich wirklich faszinierend und ich hätte auch gerne mehr über die ersten Wellen gelesen. Wir befinden uns in der Zeit nach der vierten Welle und vor einer möglichen fünften Welle. Mittlerweile sind kaum noch Menschen übrig und es ist besser, man vertraut niemandem, denn man weiß nie, wer in der Haut des Gegenübers steckt. Das hat auch Cassie verinnerlicht. Für eine Jugendliche ist sie ganz schön stark und abgebrüht. Ob das daran liegt, dass sie schon so viel mitgemacht hat… manchmal hätte ich mir aber doch auch noch kindliche Züge gewünscht, denn das ist es, was in Extremsituationen, bzw. eher danach rauskommt. Das Einzige, das in die Richtung geht, ist ihre Schwärmerei für einen Jungen aus ihrer alten Schule. Doch selbst das wirkt mittlerweile eher zynisch. Ich muss gestehen, dass mir da eben noch etwas mehr Tiefe gefehlt hat. Und dann kommt der Moment, wo sie gerettet wird und dieser Person vertraut, obwohl sie vorher so abgelehnt hat, einem anderen Menschen zu vertrauen. Das ging mir zu schnell. Das war natürlich wichtig für die Entwicklung der Geschichte an sich, hat mich aber nicht überzeugt.
Neben Cassie gibt es noch einen männlichen Erzähler, der in einer militärisch anmutenden Grunderziehung steckt. Seinen richtigen Namen erfährt man erst sehr, sehr spät, denn ihm und den anderen Kindern in seiner Einheit werden Fantasienamen verpasst. Bei ihm ist es der Namen Zombie. Sowohl Zombie als auch Cassie erzählen aus der Ich-Perspektive, was auf den Leser natürlich noch eindringlicher wirkt.
Interessanter fand ich eigentlich Zombie und seine Einheit. Es war fesselnd zu lesen, wie die Figuren sich langsam selbst verlieren und immer mehr zu abgerichteten Kämpfern werden, die nicht mehr großartig nachdenken und einfach nur noch machen. Das beginnt mit der Entmenschlichung, indem man ihnen die Namen nimmt. Cassies Geschichte war hingegen die typische Dystopie-Mädel-ist-allein-Story. Da hat mich der andere Teil deutlich mehr fasziniert.
Beide Geschichten beginnen ziemlich… distanziert voneinander. Man hat beim ersten Umbruch das Gefühl, in einer völlig fremde Welt einzutauchen, doch das ändert sich im Laufe des Buches. Irgendwann fangen die Geschichten an, ineinander zu fließen, sich miteinander zu verweben und ganz am Ende hat man das große Gesamte vor Augen. Dementsprechend geht es gegen Ende auch richtig heiß her und wird noch einmal verdammt spannend. Fingernägel knabbern ist da sozusagen angesagt!




Die fünfte Welle ist eine mehr als solide Dystopie, die insbesondere mit dem Teil rund um Zombie und seine Einheit punkten kann. Doch auch Cassie erlebt so einiges, so dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks – Cynthia Hand


Titel: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks
Autor: Cynthia Hand
Original: The Last Time We Say Goodbye
Aus dem Amerikanischen: Sarah Heidelberger
Verlag: Harper Collins
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3-95967-002-9
Preis: 16,90€
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Die New York Times-Bestsellerautorin Cynthia Hand unterrichtete
mehrere Jahre lang Kreatives Schreiben an der Pepperdine University nahe
Los Angeles, bevor sie sich hauptsächlich dem Schreiben widmete. Vor
kurzem ist sie mit ihrer Familie zurück in ihre Heimatstadt in Idaho
gezogen, wo sie die klare Luft genießt und an neuen Romanen schreibt.





Es war der zwanzigste Dezember. Hinter mir lagen genau sechs Monate mit Steven. 183 Tage voller Küsse, bevor die Gleichung sich änderte. Unwiderruflich. Das letzte Mal, dass Lexie glücklich war, war davor. Als sie einen wunderbaren Freund hatte, den Traum, Mathematik zu studieren, und einen Bruder. Tyler. Nun ist sie für die anderen nicht mehr das Zahlengenie, sondern nur noch das Mädchen, dessen Bruder sich umgebracht hat. Um mit der Trauer fertigzuwerden, beginnt Lexie, ihre Gefühle aufzuschreiben. Doch leider ist das Leben keine Gleichung, sonst könnte sie die quälende Ungewissheit auflösen: Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt, die sie nicht beachtet hat. Hätte sie alles ändern können? Der Gedanke verfolgt Lexie wie ein Schatten. Bis sie erfährt, was es braucht, um ihr Glück wahrscheinlicher zu machen.

Erst mal möchte ich festhalten, dass es nicht meine Idee war, das hier aufzuschreiben.



Es ist eine Geschichte vom Abschiednehmen, eine Geschichte vom Leben wiederfinden, eine Geschichte rund um den Tod eines geliebten Menschen. Lexie hat Tyler verloren, ihr geliebter Bruder hat sich umgebracht, und alles, was ihr bleibt, sind Schuldgefühle, quälende Fragen und Erscheinungen. Und das alles ist die Grundlage für ein zu Herzen gehendes Buch.
Lexie ist Protagonistin und in diesem Fall Ich-Erzählerin in einem und wir sind das Tagebuch, in das sie schreiben soll. Das ist zumindest der Hauptanteil des Buches, doch Cynthia Hand bietet uns noch mehr, neben den Tagebucheinträgen findet man auch immer wieder Notizen, Erzählungen und auch Briefe. Diese Erzählweise bewirkt immer eine besondere Situation, die sehr emotional sein kann und Lexies Gefühle werden dadurch einfach sehr gut transportiert. Von der Wut, der Trauer, den Schuldgefühlen und auch dem bewussten Abgrenzen erfährt der Leser durch das gewählte Format sehr intensiv. An sich ist Lexie eine gute Schülerin, die besten Unis stehen ihr offen, sie hat einen guten Freundeskreis und sie könnte eigentlich in einer glücklichen Beziehung sein. Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks zeigt hier wirklich sehr deutlich auf, dass der Tod eines geliebten Menschens alles zerstören kann.
Doch nicht nur Lexies Trauer erlebt man hautnah, auch die deutlich verzweifeltere Trauer ihrer Mutter kommt durch die Beschreibungen sehr gut heraus.
Dieses Buch dreht sich wirklich hauptsächlich um Gefühle und die Verarbeitung eines tragischen Schicksalsschlags. Und um Lexie. Das Problem dabei ist nur, dass ich anfangs Schwierigkeiten hatte, mich in sie einzufühlen. Da war Mitleid und ich habe ihre Trauer verstanden, aber sie war einfach nicht so zugänglich wie andere Buchcharaktere. Mit der Zeit hat sich das verbessert, auch durch Rückblenden, die alles etwas deutlich darstellen konnten. Und am Ende war ich dann so drin, dass ich wirklich weinen musste, weil ich so mit der Protagonistin fühlte. Ich finde es an sich auch passend, dass man nicht so schnell den Zugang zu ihr kriegt, denn anfangs soll sie ja auch widerwillig sein und öffnet sich dann erst am Ende des Buches wirklich.
Durch Rückblicke auf das Leben mit ihrem Bruder Tyler vervollständigt Lexie das Bild für den Leser und das Verständnis, den Blick auf die gesamte Situation. Dadurch versteht man letztlich auch, warum er sich überhaupt umgebracht hat und das an sich wäre auch schon ein Buch wert gewesen. Doch hier dreht sich nun mal alles um Lexie und ihr Leben mit dieser Tragik.
Wenn es Rückblenden gibt, die aus der Zeit vor Tylers Tod berichten, sind diese durch die kursive Schreibweise immer gut ersichtlich abgetrennt. Stilistisch kann man allgemein sagen, dass es ein klarer Stil ist, ohne viel Schnörkel, denn es wird nun mal von einem intelligenten Mädchen erzählt, das seine Gefühle nicht so offensichtlich (oder gar blumig) umschreiben würde. Das Buch hat sich dadurch wirklich schnell und einfach gelesen und dennoch sehr bewegt.





Ein sehr emotionales Buch, das sich mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt: den Folgen durch den Selbstmord eines geliebten Menschens. Auch wenn die Protagonistin anfangs nicht so zugänglich wirkt, sollte man sich nicht beirren lassen und die Achterbahn der Gefühle bis zum Ende mit ihr genießen.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Bannwald – Julie Heiland


Titel: Bannwald
Autor: Julie Heiland
Band: 1/3
Verlag: S. Fischer
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-8414-2108-1
Preis: 16,99€
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Julie Heiland hat Journalistik studiert. Parallel dazu hat sie eine
Schauspiel- und Rhetorikausbildung absolviert und schon in einigen
Fernsehfilmen mitgespielt. Julie Heiland, 1991 geboren, ist ein
Multitalent. Ihre große Leidenschaft ist das Schreiben und hier ist sie
ganz nah an ihren Leserinnen. Nach „Bannwald“ und „Blutwald“ ist
„Sternenwald“ ihr dritter Roman.





Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren.
Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum?
Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr?
Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.

Ich hasse den Wald.



Bannwald war eines dieser Bücher, auf die man durch einen dummen Zufall stößt. Eines dieser Bücher, das ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Eines dieser Bücher, in die man dann recht erwartungsfrei reingeht… und die einen dann tatsächlich mal so richtig fesseln. Für mich gehören diese Bücher immer noch zu den schönsten Büchern.

Es ist zugleich der Auftakt einer Trilogie und ich verrate euch, dass ich den dritten Band ziemlich sehnsüchtig erwarte. Aber zuerst einmal widmen wir uns diesem ersten Band hier: Protagonistin Robin lebt in einer Welt, in der die Bewohner nach Sternzeichen aufgeteilt ist. Sie selbst gehört zu den Leonen, einer friedlichen unterdrückten Art, die eingesperrt im Wald lebt. Außer den Leonen lernt der Leser vorerst nur noch die Tauren kennen, die das genaue Gegenteil darstellen, sie sind die Herrscher in dieser Welt. Diese Aufteilung nach den Sternzeichen finde ich eine grandiose Idee und frage mich, warum noch niemand vor Julie Heiland auf so eine Idee kam.
Dennoch muss ich sagen, dass gerade anfangs sehr weniger Hintergrund da ist. Dieser offenbart sich nur sehr langsam, da hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht, gerade in Bezug auf diese Aufteilung. Auch nach dem Buch blieben sehr viele Fragen übrig: Warum lassen die Leonen sich so unterdrücken? Wie kam es überhaupt zu dieser Situation? Und noch viele mehr.
Die Geschichte hat zwischendurch definitiv Romeo-und-Julia-Momente, denn die Protagonistin Robin, eine Leonin, verliebt sich einen Tauren, Emilian. Und, keine große Überraschung, die beiden dürfen natürlich nichts davon sagen, denn so eine Beziehung ist gerade für Emilian definitiv nicht standesgemäß. Julia… äh Robin, natürlich, Robin! Robin ist eines dieser scheinbar perfekten Mädchen. Sie kann alles, ist stark, erkennt das aber selbst nicht. Ein wandelndes Jugendbuch-Klischee also. Witzigerweise kann ich, obwohl ich dringend wissen will, wie die Geschichte endet, immer noch nicht sagen, ob ich Robin sympathisch oder nervig finde. Ihre ständigen Selbstzweifel und Unsicherheit gingen mir zwischendurch nämlich dezent auf die Nerven. Emilian bleibt noch etwas geheimnisvoll, man lernt ihn erst im zweiten Band genauer kennen. Das passt aber natürlich zu seiner Zugehörigkeit zu den Tauren. Die Charaktere sind hier wohl tatsächlich nicht der Grund, warum ich den zweiten Band gelesen habe, obwohl sie durchauch gut gestaltet sind. Vielleicht sind sie nicht außergewöhnlich, aber sehr solide Charaktere.
Auch die Sprache ist dem Zielpublikum angepasst und dementsprechend etwas einfacher. Allgemein ist es für den Leser, der vielleicht etwas älter als die anvisierte Altersgruppe ist, natürlich stellenweise auch vorhersehbar. Der Lesespaß bleibt aber dennoch bestehen.






Trotz der Kritikpunkte ist Bannwald ein wirklich guter Reihenauftakt. Ich möchte auch fast sagen, dass man sich hier in Kritik verlieren kann und dabei ein richtig gutes Jugendbuch verpassen könnte.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt