Warum ich wirklich cosplaye [#falschescham]

Warum cosplayst du?

Die Frage habe ich jahrelang nicht ganz ehrlich beantwortet. Weil es mir Spaß macht, weil ich es spannend finde, ein Kostüm entstehen zu lassen, weil ich die KuraiOfAnagura kenne (ehrlich, ohne sie wäre ich gar nicht in die Szene gekommen!). Das stimmt alles irgendwo, aber es sind nur Halbwahrheiten.

Die erste Convention

Habe ich euch jemals von meiner ersten großen Convention erzählt? Das war die AnimagiC 2007 in Bonn. Ich hatte damals nur ein Ticket für Samstag. Es war gerade ein halbes Jahr her, dass ich mich aus dem Missbrauchsloch gekämpft hatte und allein wäre ich nicht gefahren. Meine Mutter war mit dabei. Unser Hotel war eigentlich gar nicht so weit entfernt von der Convention. Ich erinnere mich noch, wie meine Mutter den ganzen Nachmittag aus dem Fenster hing, um Cosplayer zu beobachten.
Bei mir hingegen stieg die Nervosität an. Ich hatte unglaublichen Schiss. Ich fühlte mich in meinen Klamotten nicht wohl, ich fühlte mich fehl am Platz. Einmal über den Vorplatz laufen? Habe ich mich nicht getraut. Erst abends, nachdem ich beim Griechen einen Begrüßungsouzo, eine Ouzoplatte und einen Abschiedsouzo hatte, hat meine Mutter es geschafft, dass ich über die AnimagiC laufe. Aber ich habe mich total unwohl gefühlt.
Am Samstag war ich dann dort, ich war drin. Aber um ehrlich zu sein: Ich erinnere mich noch kaum an die Con. Keine Ahnung, was ich da letztlich gemacht habe, das ist alles weg. Geblieben ist nur dieses Angstgefühl und dieses Außenseitergefühl. Und der Gedanke, dass das alles anders gewesen wäre, wenn ich ein Cosplay getragen hätte.

Der Moment

Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich werde ein Cosplay tragen. Hätte mir jemand gesagt, dass ich 2017 meine Kostüme selbst nähe, ich hätte herzhaft gelacht. Zwar hatte ich 2007 eine Nähmaschine geschenkt bekommen, aber es hat niemand von uns geglaubt, dass Lysop (meine Nähmaschine) und ich nach zehn Jahren eigentlich ganz gute Freunde geworden sind.
Shikamaru Cosplay
2008 war dann meine zweite Convention mit meinem ersten Cosplay: Shikamaru aus Naruto. Es ist ziemlich kennzeichnend, dass es keine Frau war, oder? Ich bin vom Aussehen her wirklich nicht der Typ für männliche Cosplays. Daher habe ich damit aufgehört. Aber in dieser Zeit war ich gar nicht in der Lage zu meiner Weiblichkeit zu stehen. Denn das hat nicht zu dem, wie ich mich gefühlt habe, gepasst. Ganz im Gegenteil: Ich wollte mich verstecken und zwar mein Dasein als Frau. Das wird mir jetzt gerade in diesem Moment, in dem ich diesen Text hier schreibe, bewusst. Wow. Was für eine eigentlich logische Erkenntnis. Mein erstes Cosplay musste ein Kerl sein – es hat nicht geschadet, dass es ein verdammt cooler Typ war. Und die mir-doch-egal-Attitüde auch nicht! Ich glaube, ich sollte mal darüber schreiben, warum ich welchen Charakter ausgesucht habe. Da lerne ich noch mehr über mich selbst. Aber zurück zum Thema…
Ich cosplaye also nur, weil ich mich endlich irgendwo dazugehörig fühlen wollte. Schräg, oder? Meinem schwachen Selbstbewusstsein ist es zu verdanken, dass ich heute bin, was ich bin. Das war zumindest meine Anfangsmotivation. Es halt auch, dass ein Cosplay ja nichts anderes als eine Maske ist. Eine sichtbare Maske, das ist doch mal eine Abwechslung zu den anderen Masken, hinter denen ich mich sonst versteckt habe. Das war dann der Moment, in dem ich wirklich zur Cosplayerin wurde. Hinter diesen Masken konnte ich mal jemand anderer sein und mich aus meinem Alltag befreien.

Die Freiheit des Cosplays

Ein Cosplay bedeutet Freiheit von den Gedanken, die einen sonst bedrücken, man kann sich komplett in jemand anderen verwandeln. Das ist das, was ich am Cosplay liebe. Ich kann mich zurücklassen und meine Probleme, meine Ängste, meine Sorgen, meine Vergangenheit. Obwohl ich sagen muss, dass ich auch im Cosplay Sorgen habe: Bin ich zu dick, sehe ich doof aus, wird alles halten, steht mir der Charakter überhaupt? Das Übliche halt, das wohl jeder kennt, oder? Aber trotzdem ist Cosplay Befreiung für mich. In der Regel sind das die einzigen Momente, in denen ich mal nicht zu viel denke, sondern einfach Spaß habe. Im Zuvieldenken bin ich nämlich großartig. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Perücken meinen Riesenschädel so einengen, aber egal wie, es tut einfach gut.
Angggel Lily Cosplay
Übrigens merke ich das auch bei Bildern von mir selbst: Ich finde mich auf Bildern ohne Kostüme noch immer nicht wirklich hübsch und habe da starke Selbstzweifel. Dank meiner lieben Arii habe ich aber gelernt, mich auf Bildern mit Cosplay hübsch und toll und geil zu finden! Sie macht einfach immer so tolle Bilder von mir.
Unser erstes gemeinsames Shooting war Lily. Das waren auch die ersten Cosplaybilder von mir, bei denen ich mich richtig hübsch fand. Cosplay ist eben eine andere Rolle – wenn frau sich hinter der Maske versteckt, kann sie sich auch hübsch finden. Ich habe da echt noch einiges vor mir. Aber ich bin auf dem richtigen Weg!
Ich bin auch trotz allem selbstbewusster geworden. Ich habe kein Idealgewicht (das ist ein anderes Thema, das ich sicher irgendwann auch mal ansprechen werde), aber durch das Cosplay habe ich gelernt, mich trotzdem zumindest größtenteils zu akzeptieren wie ich bin. Wenn ich nicht cosplayen würde, würde ich heute vermutlich nicht hier sitzen und bloggen. Wow. Verrückt. Obwohl ich das gar nicht schreiben wollte: Ich würde vermutlich Säcke statt Klamotten tragen und mich dahinter verstecken. Mein Haar wäre sicher nicht quietscheorange, schminken… davon will ich gar nicht erst anfangen! Cosplay hat mir Selbstbewusstsein beigebracht – obwohl da immer noch Verbesserungspotenzial ist. Aber es war ein Anfang, der wichtig war.

Cosplay kann auch Egoismus heißen

Das klingt jetzt seltsam, aber es ist gut, dass die Cosplayerszene viele Egoisten hat.Evergreen Chimiko Viele Selbstdarsteller, die sich selbst am Wichtigsten sind. Ich könnte euch da so einige Beispiele nennen, aber dann finde ich kein Ende. Oh, oh, ich bin böse! Und gemein… aber es ist nun mal so. Die Selbstdarsteller und Egos sind vielleicht nicht hilfreich im klassischen Sinne. Aber um zu bestehen, muss man das auch ein bisschen abkönnen und sich selbst durchaus etwas in die Richtung erarbeiten. Man braucht gesunden Egoismus, um zu cosplayen! Trotzdem nerven mich die Egoisten, die sich nur um sich selbst kümmern und einfach nur wollen, dass sie im Rampenlicht stehen und tolle Bilder kriegen. Gott, ich kenne da viel zu viele Beispiele, wie mir gerade auffällt.
Also: Ja, das Nähen macht mir schon Spaß (meistens). Zu sehen, wie ein Charakter entsteht, ist grandios! Aber Cosplay bedeutet für mich Freiheit. Selbstbewusstsein. Mich hübsch zu finden. Einfach mal loslassen zu können. Nicht immer ich sein zu müssen.
Trotzdem merke ich noch heute, dass ich in einigem Nachholbedarf habe: Ich bin immer noch zu schüchtern, um Leute anzusprechen. Ich fühle mich nicht gut genug, von Fotografen fotografiert zu werden. Ich finde nicht, dass ich eine gute Cosplayerin bin. Uff. Ihr wolltet also nicht wissen, wie ich ohne Cosplay wäre! Da habe ich noch ein gutes Stückchen Weg vor mir, aber ich arbeite dran. Das ist das Beste, was ich machen kann 😀

Pallas Athene

Schon seltsam, nach so einem emotionalen Beitrag am Montag heute wieder in den Normal-Modus zu schalten. Aaaber ich habe nun mal in meinem Urlaub nicht nur über diesen Beitrag nachgedacht, sondern auch fleißig an meinem Athene-Cosplay gebastelt. Und gebastelt trifft es hier wirklich. Genäht habe ich keinen einzigen Stich. Doch ich hatte ja auch Rüstungsteile dafür angedacht und da konnte ich den Urlaub bei meiner Mutter und ihre großen Terrasse gut dafür nutzen.
Kopf….dingens

Die Rüstungsteile

So. Geplant waren: eine Armschiene, ein Kopf…dingens und ein Schulterdingens. Na ja. Rüstungsteile halt. Ich habe mir Worbla bestellt und dann festgestellt: Hey, du hast ja noch Reste gehabt! Darüber war ich doch ganz froh, ich bin immer so paranoid, was Mengen angeht. Aber es hat dann gereicht. Ich habe sogar noch etwas über.

athene cosplayGut, dass es nicht so warm war… Worbla muss ja erhitzt werden, um in Form zu kommen. Okay, es war nicht warm, es war brütend heiß! Ich musste tatsächlich Pausen machen, das war schon ziemlich heftig. Irgendwann waren die Rüstungsteile dann jedoch in Form. Und dekoriert. Das war noch mehr Geföne. Also noch mehr heiße Luft!
Uff, ich sags euch: Dazu habe ich mir echt die falsche Woche ausgesucht. 

Nach dem Formen folgte die erste Farbe. Weiß. Unspektakulär, aber muss ja sein. So ein bisschen Grundierung hat noch keiner Bastelei geschadet! Also war irgendwann alles einfach weiß… Yay.

Ja, ich war froh, als ich endlich das wunderschöne Gold auftragen durfte! In Gold sah einfach alles gleich so viel spektakulärer und toller aus. Aber fertig bin ich jetzt noch lange nicht. Ob es was wird, kann ich noch nicht sagen, aber die Dekoelemente sollen noch etwas Farbe bekommen. Passend zu Athene habe ich hier Oliven an Arm und Kopf gestaltet. Die Schulter… na ja, erkennt ihr es? Das sollen Federn sein. Ich bin noch nicht wirklich zufrieden.

Was noch alles fehlt

Also schaue ich jetzt mal, ob die Sachen mit Farbe besser wirken. Und ob das Schulterteil wird. Das ist bisher noch mein Sorgenkind. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht Plan B bis Z parat hätte. Also… seid gespannt. Ich bins auch.
Außerdem stehen als Nächstes die Halterungen an. Irgendwie müssen die Sachen ja auch an mir halten. Wir sind nicht nämlich nicht magnetisch. Ich bin schon ganzaufgeregt, ob das was wird.

Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein [Cosplay]

Der Herbst ist da! Das ging schnell, oder? Gerade erstmal war Sommer und jetzt schon Herbst. Aber gut, Herbst ist wirklich nur auf meiner Schneiderpuppe, denn: Das Kostüm ist – Trommelwirbel bitte – fertig. Gut, dass praktisch noch vier Monate bis zur Convention sind. Das ist mir noch NIE passiert. NIE! NIIIIIIIIE! Tja. Obwohl, eine Sache ist noch nicht fertig. Mein wunderbarer Korb. Der ist aber gekauft und wird spontan dekoriert, denn durch ihn brauch ich ja immerhin auch keine Handtasche. Also – Überraschungskorb! Ihr werdet ihn im September aber definitiv auf Instagram und Twitter und Facebook bewundern können (ja, bewundern…)

Vor ein paar Wochen sah das Ganze noch eher unherbstlich aus, jetzt aber strahlt es genauso wie ein schöner Herbsttag~ Finde ich zumindest! Der Herbst besteht für mich nicht nur aus bunten Laub, sondern auch aus Getreide, Äpfeln, Trauben und Birnen, Sonnenblumen und so viel mehr. Der Herbst ist bunt und vielfältig und wunderschön mit seinen Farben! Das wollte ich auch auf meinem Kostüm umsetzen. Ich habe einige gesehen, die nur Blätter hatten, aber das ist nur eine Seite dieser wundervollen Jahreszeit.
Den Rock kennt ihr ja schon. Da hat sich auch nicht viel verändert. Also, auf den neuen Sachen/Dingen/Gegenständen und zum Grund meiner Freude.

Einmal nach dem Nähen

Ui!Beklebt!

Punkt 1: Das braune Oberteildingens.
Nur dass es jetzt in erster Linie… nicht mehr braun ist. Meine philosophische Ader wollte hier den Effekt eines dunklen Baumstamms mit jeder Menge Herbst erzielen. Also: brauner Untergrund und dann fröhliches Kleben. Meine Heißklebepistole und ich haben zwei traumhafte Nachmittage miteinander verbracht! Wir mussten es aufteilen, weil sie irgendwann so heiß wurde, dass sie Löcher in meine Materialien gebrannt hat. Ups. Jetzt ist es aber fertig und ich finde es so toll. Ich bin ganz verliebt!
Ich freu mich schon darauf, das zu tragen! Knihihihihihihihi! (Das war ungefähr das Ausmaß meiner Begeisterung – ich quietsche!)

Punkt 2: Headpiece!
Das Grundgerüst sah so aus:

Ich heirate doch nicht!
Schon besser! Es herbstet auf dem Kopf

Weiß. Unspektakulär. Irgendwie langweilig. Unherbstlich. Aaaalso hab ich geschnitten. Und geschnitten. Und geschnitten. Dann hab ich geklebt. Und geklebt. Und geklebt. Dann hab ich gequietscht, weils mir echt gut gefällt. Mir gefällt irgendwie sehr viel an diesem Kostüm, merke ich gerade. Aber egal, so soll es ja sein! Spaß und Freude sind für mich die wichtigsten Faktoren beim Cosplay, aber auch beim Bloggen. Deshalb gibt’s manchmal hier auch Pausen, denn zwingen mag ich mich nicht.
Oh oh! Kleiner Exkurs in philosophische Blogosphären 😉 Aber zurück zum Headpiece. Das ist… fertig. Ich freu mich schon, es zu tragen. Das Beste ist ja: KEINE PERÜCKE! Ich feiere das so sehr. Endlich mal ein Con-Tag ohne Kopfschmerzen und eingeengtem Kopf. Wenn man halt auch so einen Dickschädel hat wie ich. Ich oller Dickkopf! Mein Kopf ist also fertig. Yay!

Schnell, praktisch, gut.

Punkt 3: Das war gar nicht geplant, aber mein Hals sah so leer aus und es gab eine herbstliche Lücke zwischen meinem Kopf und dem Rest meines Körpers. Also, was macht frau in so einem Fall? Ein Halsband! Damit habe ich ja diverse Erfahrungen gemacht (Sailor Mars, Princess Mars, Lily, Meg…). Warum also nicht auch noch bei Herbst? Halsbänder kann ich jetzt echt gut. Kurz an die Maschine gesetzt, genäht, fast fertig. Und weil ein Halsband ohne Farbe ja auch echt langweilig gewesen wäre, habe ich noch ein bisschen mitbeklebt. Hurra! Fertig! Und ich bin von allem zusammen eigentlich schon ziemlich hin und weg.

Schuhe beklebe ich nicht. Da bleib ich pragmatisch. Die möchte ich gerne auch noch außerhalb des Cosplays anziehen. Also sind das einfach nur Schuhe in Herbstfarben. Reicht ja auch, oder? Und sie sind hübsch (auch wenn ihr sie noch nicht gesehen habt) – irgendwann folgt ein Bild in komplett (also im September), da seht ihr sie dann. Bis dahin könnt ihr auch nur erahnen, wie ich komplett aussehe. Ich sags mal so: Gut 😀 Das ist zumindest meine seeeehr große Hoffnung!

Oh wow. Herbst ist tatsächlich fertig. Und zum ersten Mal habe ich so viel Zeit, dass ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten kann. Ich bin froh, dass ich mal keinen Convention-Stress habe, das ist ein tolles Gefühl. Aber es hat mir auch einfach so viel Spaß gemacht und war eine so wunderbare Ablenkung in einer wirklich furchtbaren Zeit. Ich konnte mich kreativ austoben, ohne Vorlage und einfach treiben lassen. Es war einfach toll… Hach… man könnte weinen, ich sehe es nie wieder. Aber ich freue mich jetzt erstmal darauf, es zu tragen und ich weiß jetzt schon, ich werde Spaß darin haben!
Das bedeutet aber auch: Das nächste Mal seht ihr Herbst… im Herbst 😉

PS: Fällt eigentlich jemandem die literarischen Überschriften meiner letzten Herbst-Posts auf? Ich hab den Germanisten in mir herausgekitzelt. Dieses Kostüm lässt mich echt poetisch werden 😀 

Der Herbst ist immer unsre beste Zeit…

… Goethe war einfach ein kluger Mann. Das war zwar garantiert nicht auf mein Herbst-Cosplay bezogen, aber hey… ich finde, es passt perfekt! Ich liebe die Arbeit an diesem Kostüm! Es macht so viel Spaß, es entstehen zu sehen. Und natürlich freue ich mich einfach auf das Tragen mit der Ketsu Cosplay.

Aber heute bin ich nicht hier, um literarisch über den Herbst zu philosophieren, immerhin ist draußen Frühling – es blüht und grünt! In meiner Wohnung aber herrschen die schönsten Facetten des Herbstes vor: bunte Blätter, Trauben, Sonnenblumen und andere tolle Herbstmomente! Da strahlen und leuchten die ganzen herbstlichen Farben durch die Frühlingssonne. Das sieht einfach umwerfend aus! Ich liebe den Herbst.

Nun aber zum eigentlichen Punkt dieses Blogbeitrages: dem Kostüm. Zumindest dem Teil, der schon fertig ist. Zumindest fast fertig. Okay, den Fortschritten, die ich bei diesem Kostüm gemacht habe! Zuerstmal habe ich jede Menge Blätter aus Stoff zugeschnitten. In allen möglichen Herbstfarben. Ich wollte einen Rock, der wie frisches Herbstlaub am Boden aussieht. Und ich finde, er ist toll geworden! Ich bin richtig verliebt (ja, man soll sich nicht selbst loben und so, aber wenns halt gut aussieht und gefällt!). Kleine Details, die mir hier noch fehlen sind einzelne echte Blätter (natürlich unecht echte Blätter), die noch etwas dazwischen genäht werden. Ich hoffe, das sieht dann noch besser aus.

Okay. Dazu trage ich diese gelbe Carmen-Bluse. Noch sehr unförmig, oder? Die wird durch einen braunen Gürtel/Minicorsagenähnlichen Teil in Form gebracht. Ob die Variante hier unten die endgültige Form ist, kann ich euch noch nicht sagen. Es ist mir vielleicht einen Ticken zu kurz! Dann auf alle Fälle noch zwei Trägerchen dran und dann geht der bunte Spaß los! Ich will lauter Herbstsachen annähen. Blätter, orangene Teile, Blüten und was mir so in die Hand fällt. Quietsch! Das wird herbstlich!

Dann fehlen mir nur noch Korb und Headpiece. Dazu kann ich euch aber noch nicht viel sagen – obwohl mir vielleicht genau in diesem Moment des Schreibens eine Idee kam. Doppelquietsch. Seid gespannt. Ich bin es und ich freu mich schon so sehr auf das Kostüm. Das Nähen macht schon verdammt viel Spaß.

App-tastisch – zumindest zum Teil [Cosplay]

Cosplay. Sieht am Ende toll aus, aber der Weg dahin kann
kompliziert sein. Und irgendwo präsentieren muss man das Ganze ja auch noch! Da
setzt man sich nicht nur hin, näht ein bisschen was, bastelt vielleicht noch ne
Kleinigkeit und hat dann ganz verklebte Hände von Tonnen an Haarspray auf der
Perücke. Nein, das muss auch noch bedacht werden! Es ist alles eine Frage der
Organisation.
Man (in dem Fall Chimiko) denkt nach, welche Teile man jetzt
überhaupt gestalten muss. Welche Materialien muss man kaufen? Und welche
Kostüme sind überhaupt gerade geplant?! Natürlich könnte man jetzt eine schnöde
Excel-Tabelle erstellen, aber es gibt etwas so viel Cooleres und Besseres und
Praktischeres und vor allen Dingen – man hat es dann immer dabei! Oder habt ihr
eure Exceltabellen immer zur Hand, wenn ihr gerade im Bastelladen steht? Ich
nicht. Außerdem – ich kenne mich – vergesse ich es eh immer, sie zu
aktualisieren!
Aber dafür gibt es eine äußerst nützliche App. Und als
absoluter Social-Media-Junkie habe ich mein Handy natürlich immer und jederzeit
dabei. Also war es eine äußerst logische Schlussfolgerung, das ganze über das
Smartphone zu organisieren. Logik kann ich nämlich. Klar, Wunderlist und
ähnliche fantastische Apps wären eine Möglichkeit gewesen. Aber ich benutze
hier SELBSTVERSTÄNDLICH den Cosplanner.

Der Cosplanner und ich, das ist Liebe pur. Wir haben uns
beim ersten Download verliebt und beschlossen, mein ganzes Cosplayleben
zusammen zu verbringen. Ich liebe Listen (auch wenn man das angesichts meines
Chaos‘ nicht denken sollte), ich liebe Organisation. Und ich LIEBE es zu sehen,
wie groß der Fortschritt meiner Kostüme ist.
Aber erstmal kurz was Allgemeines zu der Liebe meines
Cosplaylebens (ah, verratet das bloß nicht meiner Nähmaschine >.<): Bei
Cosplanner kann man sich einfach für jedes Kostüm eine eigene To-Do-Liste
erstellen. Besonders toll ist die Unterscheidung zwischen kaufen und machen. Da
behält man einen wunderbaren Überblick über den Stand der Dinge. Eine für mich
eher frustrierende Funktion ist die Möglichkeit anzugeben, für wie viel Geld
man nun die Materialien gekauft hat. Ui. Ist natürlich aber dennoch spannend.
Da bin ich echt zwiegespalten.

Wenn frau dann etwas gekauft hat, muss es ja vielleicht noch
gemacht werden. Ein Klick und die Liste wird darum ergänzt. Jetzt kommen wir zu
meinem Lieblingspunkt: dem Fortschritt beim Machen! Man kann wunderbar
einschätzen, wie viel noch zu tun ist. Vor einer Convention, wenn man spät dran
ist, wirkt sich das eher auf die panische Schnappatmung aus. Sollte man aber,
so wie ich momentan!, früh dran sein, löst es diese fette Zufriedenheitsgefühl
aus. Schon 62% und noch drei Monate zur Convention. Har, har, har! Verführt
aber auch dazu… nicht weiterzumachen. Ein ewiger Kreislauf!

Einziger Nachteil, den man aber auch ausgleichen kann: Wer
seine Listen exportieren will, muss für die Premiumvariante angemeldet sein.
Ich persönlich habe es halt alles händisch rüber kopiert. Daher sind auch noch
einige Charaktere ohne Bild. Irgendwann kriegen die das auch mal 😀
Aber gut. Nun ist das Cosplay fertig. Da möchte man sich
auch präsentieren, nicht wahr? Da gibt es auch eine App: Cosplay Amino. Ich
persönlich war da natürlich auch mal angemeldet, aber um ehrlich zu sein… es
ist mir zu grell, zu bunt, so dass die Kostüme nicht wirklich hervorstechen.
Und es ist zu viel gewollt auf zu kleinem Raum. Da bleibe ich lieber bei klassischen
Browser-Seiten (und die verrate ich euch in einem anderen Post!).

Cosvalley gibt es übrigens auch als App. Ihr seht, ich habe
die App nicht installiert. Hier gehe ich einfach lieber im Browser online. Auch
im Handybrowser. Warum auch immer 😀

Die Animexx-App lohnt sich für den Cosplayer eigentlich
nicht. Ich nutze sie nur für Nachrichten und zum Abholen der Karotaler.

Ich hoffe noch, dass mich irgendwann mal eine Cosplay-App
flasht, in der man seine Kostüme super präsentieren kann, aber bisher… bleibe
ich bei klassischen Internetforen J
Gibt es vielleicht noch Apps, die ich nicht kenne? Wenn ja,
wäre ich sehr neugierig darauf!

Convention Checkliste – How to survive?

Sayuri und ich haben für euch mal die wichtigsten Sachen zusammengestellt, die man für eine Convention dabei haben sollte. Das ist ganz schön viel geworden:
        
  • Essen & Trinken für die Con/das Wochenende
  • bequeme Schuhe & Kleidung (falls dein Cosplay unbequem wird oder drückt)
  • Brille, falls deine Kontaktlinsen nicht mehr sitzen
  • Handy mit Telefonnummern von Hotel & deinen Begleitern
  • Hotelreservierung/Buchungsbestätigung
  • Adresse von Hotel & Convention
  • dein CON-TICKET!!!
  • Zug-/Busfahrticket
  • Ausweis
  • genügend Bargeld – falls du doch mal shoppen willst und natürlich für Hotel, Essen & Trinken
  • Sekundenkleber – dein Cos kann sich immer in Einzelteile auflösen
  • Sicherheitsnadeln – aus dem gleichen Grund wie Sekundenkleber…
  • Nadel und Faden sowie eine Schere – falls du dich einnähen musst (alles schon passiert!)
  • Nagelfeile
  • Ersatz-Strumpfhose – falls du die Nagelfeile zu spät benutzt 😉
  • Haarnetz
  • Haarspray und/oder Sprühkleber
  • Haarnadeln & Perückenbürste
  • Taschenspiegel
  • Hautkleber (Mastix und Wimpernkleber)
  • Deo
  • MakeUp! – Am Besten du nimmst dein ganzes Bad mit, irgendwas fehlt sonst immer 😉
  • Abschminktücher
  • aber auch Taschentücher
  • Kontaktlinsenbehälter und die Kombilösung dafür
  • Medikamente jeglicher Art: z.B. Kopfschmerztabletten oder Augentropfen
  • Sonnencreme (Ich war mal im Netzmuster gebräunt… Sonnencreme lebe hoch)
  • Schuheinlagen (Gel-Pads) – du läufst dann wie auf Wölkchen
  • Zeug zum Verarzten: Blasenpflaster, aber auch Pflaster allgemein
  • Coscards/Visitenkarten

    Ganz schön viel, oder? Ich muss sagen, ich habe wirklich immer gefühlt einen halben Haushalt dabei! Trotzdem ist man nie für jede Situation gewappnet.
    Eines ist jedoch immer wichtig: Wenn ihr euch verletzt, geht zu den Helfern, lasst euch von den richtigen Sanitätern helfen (wobei ich mal die Treppe runtergestürzt bin – es war 18 Uhr an einem Samstag und der Sani nur zu mir meinte: Hol dir in einer Apotheke ne Salbe und nen Verband… man kann auch da Pech haben – zum Glück hab ich als ausgeprägter Schussel immer alles dabei ;))
    Noch wichtiger ist es zu Trinken! Niemals das Trinken vergessen! Und wenn euch schwindlig wird, dann trinkt, wenn das Cosplay zu eng ist, öffnet es. Niemals die Gesundheit aufs Spiel stellen.

Ich nähe und schneide – jetzt schon? [Cosplay]

Ich hab eine Leseflaute. Die Segel sind gesetzt, aber es
kommt absolut kein Wind auf. Kennt ihr alle, oder? Dann hatte ich eine private Flaute, aber hey, ich bin wieder da! 
Und vor einigen Wochen hatte mich ein Motivationsschub fürs Nähen erwischt: Erst hab ich nach der
elendslangen Grippe (darum auch keine Blogposts hier… zu krank zum Denken)
meine Wohnung wieder hübsch gemacht, dann dachte ich mir: Ach komm. Näh ne
Runde. Du hast viel vor dieses Jahr! Du hast Zeit, du hast keinen Kopf zum
Lesen… und gelegen bist du genug in den letzten Wochen. Also habe ich hochmotiviert
meinen Stoff für das Athene-Kleid ausgepackt. Habe genauso hochmotiviert ein
ungefähr passendes Schnittmuster gesucht. Dann wollte ich – noch immer
hochmotiviert – das Schnittmuster übertragen. Und… (hier bitte Trommelwirbel
vorstellen) bin an fehlendem Papier zum Übertragen gescheitert. Ja. Werte Damen
und Herren, werte Blogleser und –leserinnen: Ich hab habe genialerweise beim
Umzug Stoffe, Garn, Nähmaschine, Stecknadeln, Schrägband, Reißverschlüsse,
Schneiderkreide, Scheren in Massen, Gummiband und noch viel mehr Zeug
mitgenommen. Aber Kopierpapier? Pfft! Das braucht der Mensch doch nicht
wirklich. Ja, ich habe es vergessen. Und sonntags kriegt man das so schlecht,
auch wenn man Ausblick auf einen Stoffladen hat. Tja. Was macht eine Chimiko in
diesem Fall? Fröhliches Backpapierbasteln. Da ich natürlich auch nur
Backpapier-Zuschnitte habe, die etwas zu klein dafür waren, durfte ich erst mal
basteln. Aber was lange währt, wird auch bei mir irgendwann gut. Und somit
wurde aus Backpapierschnittmustern irgendwann ein komplettes Kleid. Ich bin ja
schon fast stolz auf mich. So früh vor einer Convention hatte ich noch NIE
irgendein Teil fertig. Gut. Ist auch der einfachste Teil an dem Kostüm gewesen.
Aber das Kleid ist fertig! 
Also erwarte ich Applaus und so. (PS: Und ignoriert
meinen bezaubernden Schal. Mir fehlt der richtige Stoff für den Gürtel. Also
hab ich einen meiner Schals zweckentfremdet. Einen Schal, der grausam dazu
aussieht. Aber hey, es geht ja ums Kleid, nicht wahr?) 

Dann ging es aber noch
weiter mit meiner äußerst kreativen Schaffensphase. Ich habe ja schon einen
Plan für mein Herbstcosplay (ich würde euch ein Bild zeigen, aber meine
Zeichenkünste sind auch eher mau im Moment), und dieser Plan beinhaltet einen
Rock aus vielen Stoffen in Herbstfarben. Also habe ich viele Stoffe in
Herbstfarben aus meinem Stoffstapel gesucht und fleißig einen Haufen Stoff in
Blattform gebracht. Sehr schöne Resteverwertung im Übrigens: Da sind Stoffe von
Meg aus Burst Angel, von Princess Mars, von Sailor Mars, von Rei Hinos
Schuluniform und Konata dabei. Außerdem habe ich einen alten Vorhang
zugeschnitten. Ich mag es, dass es nicht nur unterschiedliche Farben sind,
sondern auch unterschiedliche Stoffarten. Es gleicht ja auch kein Herbstblatt
dem anderen, nicht wahr? Diese Stofffetzen sollen dann irgendwann mal einen
Rock ergeben. 

Und dieser Rock darf über diesem wundervollen Petticoat in
Sonnenblumengelb liegen und schwingen und rascheln. 

Genauso wie das Herbstlaub.
Ich mag den Herbst ja wirklich. Was ist denn eure liebste Jahreszeit?

Rate, rate, was ist das? [Cosplay]

Heute gibt es kein Interview, keinen spannenden Cosplay-Progress, sondern ein kleines Ratespiel! Ich habe euch ja Anfang des Monats verraten, welche Kostüme ich so plane. Mittlerweile haben sich schon ein paar Accessoires und Zubehör angesammelt. Ich habe mir mal alles angeschaut und dachte mir dann so: Warum eigentlich nicht mal eine kleine Raterunde dazu machen? Und tada, hier ist sie schon: Chimikos Cosplay-Quiz!

Bitte stellt euch die richtige Musik vor, mich in einem Quizmasteroutfit und dazu natürlich noch eine knackige Assistentin, die die folgenden Accessoires präsentiert! Stellt euch gerne auch einen imaginären Buzzer vor und wenn ihr richtig liegt, macht es natürlich Dingdingdingdingding!

Also, bevor wir zur Präsentation durch die smexy Assistentin kommen, ein kleiner Tipp: Manche sind wirklich einfach zuzuordnen. Den Link zu dem Planungspost habe ich natürlich verlinkt. Und dann gibt es diesen einen Gegenstand, der wird echt schwer zuzuordnen sein, darum verrate ich euch noch die möglichen Kostüme. Wir haben einmal Athene, einmal Honoka in der Job Version, einmal Ginny und einmal den Herbst.

Na dann, liebe Mitspieler- und spielerinnen präsentiere ich euch hiiiiiiiiiiiiermit meine bezaubernde Assistentin, die euch die Bilder präsentieren wird!

Und, konntet ihr alles zuordnen?

[Aus dem Nähkästchen] Team Cupcat – unsere WCS-Team 2016

Heute freue ich mich ganz besonders über die Cosplayer, die ich interviewt habe. Denn, Trommelwirbel, es ist Team Cupcat. Wie? Wer? Chiko und Shiroku haben Deutschland wirklich unglaublich gut beim WCS (Word Cosplay Summit) vertreten. 
Ohne weitere Worte zu verlieren, hier die Fragen mit Team Cupcat:
 

Erst noch einmal herzlichen Glückwunsch! Euer Auftritt beim WCS war grandios und ich habe – schon im Halbfinale – richtig mitgefiebert (und war auch ziemlich empört!). Da bin ich jetzt ganz parteiisch: Meiner Ansicht nach hättet ihr das Treppchen wirklich verdient. Ihr wart großartig! Wie war das für euch auf WCS-Bühne? Hat sich der Auftritt noch einmal anders angefühlt als die Auftritte in Deutschland?
Shiroku: Vielen vielen Dank. J Das ist wirklich super lieb!
Es war aufjedenfall ein ganz anderes Gefühl in Japan. In Deutschland haben wir zwar auch schon einiges reingesteckt, aber es war nicht ansatzweise soviel Zeit, Geld und Herz. Wir wussten, dass es nur auf diese 2,5 Minuten ankommt und wollten Deutschland möglichst gut repräsentieren. Wir wussten, dass die Konkurrenz hart wird, daher haben wir einfach alles gegeben.
Uns war klar, dass wir niemals Chancen auf ein Treppchen gehabt hätten, daher war ich bei dem Halbfinale recht entspannt. Für mich war es in erster Linie wichtig, mit dem was ich leiste, zufrieden zu sein und sagen zu können, wir haben Deutschland einigermaßen gut vertreten. Aber als es auf die Bühne ging, war ich schon extremst aufgeregt.
Bei dem Finale war es aber richtig schlimm. Ich wusste, dass das WCS Team wegen des Zählfehlers eine Nachtschicht einschieben musste und es extremen Stress deswegen gab. Ich hatte daher den Druck zu „beweisen“, dass wir es wirklich verdient hatten, ins Finale zu kommen.
Aber als es vorbei war und wir die Reaktionen der Leute gesehen und gelesen haben, war ich einfach nur so glücklich. Diese 2,5 Minuten waren so schön und so toll, noch toller war es aber danach, als der Druck von uns fiel, nichts schief ging und die Leute uns für unsere Arbeit gelobt haben. Wir haben uns so sehr gefreut, das war eines der tollsten Momente. Einfach nur ein unsagbares Glücksgefühl zu wissen, dass jeder Cent und jede Minute die man reingesteckt hat, es wert waren.
Chiko: Vielen Dank für die lieben Worte. ^^ So etwas freut uns natürlich.
Unabhängig vom Wettbewerb und egal, wie oft man auf der Bühne steht, die Nervosität kurz vor dem Auftritt ist einfach immer da. Der Auftritt ist immer anders, das Publikum neu, die Bühnenverhältnisse und natürlich der Wettbewerbe selbst. Es ist also immer wieder eine neue Herausforderung, der man sich stellt. Das WCS Finale war da natürlich in vielen Sachen noch viel, viel spezieller. Jeder von uns hat das erste mal so viel Arbeit, Zeit und Geld in einen Auftritt gesteckt, dass natürlich auch die Anspannung entsprechend groß war. Und dann hat man natürlich diesen rießengroßen Wettbewerb, der im Vorfeld schon mit Paraden, Interviews und Kostümpräsentation daher kommt und bei dem es letztendlich sogar einen weltweiten Livestream gibt. Das ist schon eine ganz andere Nummer, als „nur“ der Vorentscheid in Deutschland, der an einem Tag durch ist.
Ich kann sagen, dass ich mich sehr glücklich gefühlt habe, nicht nur unsere Organisatoren an unserer Seite gewusst zu haben, die uns in allem unterstützt und entlastet hatten, wo es nur ging, sondern auch dass Shirou und ich uns da wunderbar ergänzt haben. Vor allem in der Vorrunde war ich total fertig mit den Nerven. Diese Vorrunde gab es 2016 das erste mal und niemand konnte einem mit der Erfahrung aus Vorjahren helfen. Shirou hat viel dazu beigetragen, dass ich mich nicht in Stress und Nervosität verrenne. Dagegen muss ich zugeben, war ich im Finale selbst sehr entspannt. Mein persönliches Ziel war, die Vorrunde zu schaffen und zu beweisen, dass Deutschlands Entscheidung uns zu wählen, eine gute war und wir uns im internationaler Feld beweisen konnten.
Schlussendlich haben wir so viel mehr erreicht, dass das ganze im Nachhinein nur schwer in Worte zu fassen ist.
Fotograf: Christoph Gerlach

Vielleicht könnt ihr euch für meine Leser noch einmal kurz vorstellen. Wer ihr seid und wie lange ihr schon in der Cosplay-Szene unterwegs seid: 
Shiroku: Ich bin die Hamburger Kartoffel Shiroku und bin seit 10 Jahren Cosplayerin und Sängerin. Die meisten werden mich als Sängerin kennen, die auf diversen Cons immer mal Konzerte gibt. Seit 2009 habe ich angefangen etwas ernsthafter zu cosplayen und seit 2-3 Jahren nehme ich auch ab und zu mal an Cosplaywettbewerben teil.
Chiko: Na dann, ich bin Chiko, mittlerweile runde 30 Jahre alt und Cosplayerin seit 2004. Ich bin keine gebürtige Hamburgerin, sondern komme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern und bin stolzer Ossi.
Ich nehme schon seit 2007 an Wettbewerben wie WCS, DCM, ECG oder EC teil. Ich bin ehrenamtlich seit mehreren Jahren auch im Animexx e.V. und auf animexx.de aktiv und bin im Organisationsteam der Animuc für den Bereich Event zuständig.

Der WCS war für euch beide nicht die erste Bühnenerfahrung. Was habt ihr denn vorher schon alles mitgenommen?

Shiroku: Ich stehe seit 10 Jahren monatlich mehrfach auf der Bühne. Ich habe nicht nur gesungen und getanzt, sondern war auch bei Showgruppen, habe geschauspielert oder einfach nur das Bühnenprogramm einer Con moderiert und gestaltet. Seit neustem nehme ich auch ab und zu an Cosplaywettbewerben teil.
Chiko: Schon kurz nachdem ich mit Cosplay angefangen habe, habe ich mit Freunden an normalen Cosplay-Wettbewerben teilgenommen. Seit es die DCM gibt, bin ich hier regelmäßiger Teilnehmer und konnte schon mehrfach im Finale auf der Bühne stehen. In Laufe der Jahren kamen dann auch Teilnahmen am WCS, ECG und EC Vorentscheid hinzu.

Wie viele Anläufe habt ihr gemacht, dass ihr letztes Jahr dann eben in Japan auf der Bühne stehen konntet?
Shiroku: Für mich war es die 2. Teilnahme am Vorentscheid. Ich hatte vor einigen Jahren es schon mal mit wem anderes probiert. Ich war selber überrascht, dass es gleich beim zweiten Anlauf geklappt hat.
Chiko: Das darf man eigentlich niemanden erzählen: 2015 war mein 6. Versuch beim WCS Vorentscheid. Ich hab eigentlich schon gar nicht mehr damit gerechnet.
Fotograf: meermiau

Erzählt doch ein bisschen was über den WCS-Ablauf. Wie habt ihr die Zeit in Japan erlebt und was habt ihr alles erlebt?
Shiroku: In Japan durften wir an vielen Events teilnehmen. Die Events fanden in Freizeitparks oder Museen mit nachgebauten traditionellen japanischen Häusern statt. Man durfte in den Attraktionen und den Häusern Fotos machen, was schon ein echtes Highlight war. Es gab Karaokeparties, die unheimlich Spaß gemacht haben und immer richtig gutes Essen.
Die schönsten Events waren die Paraden, wo wirklich tausende und abertausende Menschen in der Hitze standen, nur um ein Foto von uns zu erhaschen. Es war ein unglaubliches Gefühl.
Aber das schönste und tollste von allem waren die Leute. Wir durften soviele tolle Cosplayer aus anderen Ländern kennenlernen. Mit denselben Hobbies, derselben Leidenschaft. Es war eine unglaubliche tolle Gemeinschaft und wir konnten Freundschaften fürs Leben schließen, Momente erleben, die wir nie vergessen werden.
Einfach nur toll!
Chiko: Es war schon sehr beeindruckend, was das WCS alles auf die Beine gestellt hat und welche Möglichkeiten den Teilnehmern dadurch gegeben wurden. Neben den offiziellen Veranstaltungen und Besuchen, haben wir auch Zeit mit unseren Studenten und den anderen Teilnehmern privat verbracht. Wir hatten nicht nur die Möglichkeiten, uns international mit anderen Teilnehmern und Organisatoren auszutauschen, sondern auch unvergessliche Freundschaften zu knüpfen und wir freuen uns schon sehr darauf, einige unser Freunde auch 2017 wieder zu sehen.

Habt ihr damit eure Cosplay-Ziele erreicht oder geht da noch mehr? Wenn ja, was habt ihr noch für die Zukunft geplant?
Shiroku: Für die Zukunft wollen wir vor allem unsere neugewonnene Freunde wiedertreffen und ausländische Conventions besuchen. Ausländische Events sind super interessant. Das Programm ist nicht nur anders, oft auch die Mentalität und die gesamte Szene.
Es ist toll, so was zu erleben.
Wir wollen es beide auch nochmal bei dem European Cosplay Gathering probieren.
Chiko: Seite 2-3 Jahre interessiere ich mich sehr auch für Conventions außerhalb von Deutschland. Mein größter Traum, eine Comiket in Tokyo zu besuchen, ist bereits 2016 direkt nach dem WCS Finale in Erfüllung gegangen. ^^ Ich möchte aber gerne noch viele Veranstaltungen im Ausland besuchen und dort neue Eindrücke in Organisation, FanSzene und natürlich speziell auch im Cosplaybereich sammeln.
Das WCS Finale war in meinem Leben ein Ziel, dem ich schon seit Jahren „nachgelaufen“ bin. Dementsprechend war dies ein Meilenstein für mich und ein unvergessliches Erlebnis. Das ist schon sehr schwer zu schlagen.
Fotograf: meermiau

Wie kam es, dass ihr euch als Team zusammengefunden habt?
Shiroku: Chiko war auf der Suche nach einem neuem Partner für einen DCM Vorentscheid und versuchte mich zu einer erneuten Teilnahme zu überreden.
Ich habe eingewilligt mit der Bedingung einen Pinguin zu bekommen, sollten wir was erreichen *lach*. Wir haben dann zusammen teilgenommen und stellten fest, dass es sehr gut klappt. Daher sind wir dabei geblieben.
Chiko: Haha, ja, da bin ich wohl Schuld. ^^‘ Nachdem ich aber schon viele unterschiedliche Partner bei Cosplay-Wettbewerben hatte, hätte ich nicht gedacht, dass es so gut funktionieren wird. Aber manchmal muss der Topf den passenden Deckel lange suchen.

Nach welchen Kriterien habt ihr euch für eure WCS-Kostüme entschieden? Was war euch dabei besonders wichtig?
Shiroku: Uns war klar, dass die Events draußen in der brütenden japanischen Hitze stattfinden würden. Daher haben wir und für möglichst Hitzeresistente Kostüme entschieden, die wir hübsch fanden und leicht zu nähen waren. Wir wollten uns eher auf die Finalkostüme konzentrieren und haben uns daher für einfache Kostüme für die Events entschieden.
Ich liebe Love Live, daher haben wir zusammen uns zwei schöne Love Live Outfits für die Paraden ausgesucht. Für das Meiji Mura Event und die Besuche waren uns traditionelle Kostüme wichtig, da wir zeigen wollten, dass wir uns nicht nur mit Cosplay, sondern auch mit der Japanischen traditionellen Kultur auseinandersetzen. Das war auch der Grund, weshalb wir am Anfang sehr lange gebraucht haben, um die Kimonos anzuziehen.
Ein weiterer Aspekt war auch der praktische. Wir wussten, dass wir das Cosplay immer zu den Events hinschleppen mussten. Also haben wir uns welche ausgesucht, die sich gut transportieren ließen. Wir wussten auch, dass wir uns nach den Paraden umziehen müssen. Um Zeit zu sparen haben wir uns daher für Kostüme mit demselben Make-up entschieden.
Chiko: Wie Shirou schon erklärt hat, war es uns wichtig, dass die Kostüme zu den Events und den Umständen entsprechend passten. In Deutschland braucht man sich dort meist nicht viele Gedanken machen, weil Wettbewerbe nur einen Tag gehen und man sich nicht 3x umziehen muss. Das WCS Finale verlangt einem da etwas mehr ab, über knapp 2 Wochen hinweg und die klimatischen Bedingungen sind für Deutsche teilweise sehr belastend. Bei den Kostümen aus NGE und Love Live hat Shirou sehr großen Einfluss gehabt, bei der Auswahl der Finalkostüme habe ich mein Hände im Spiel gehabt.
Fotograf: meermiau

Ihr seid ja jetzt doch schon eher „alte Hasen“, wie hat sich die Szene in euren Augen in den letzten Jahren entwickelt? Was findet ihr gut und was hat sich zum Negativen entwickelt?
Shiroku: Das ist eigentlich sehr witzig. Ich bin eigentlich recht neu in der Cosplayszene oder eher in der Wettbewerbsszene. Richtig als Cosplayerin wahrgenommen wurde ich erst vor 2-3 Jahren. Davor war ich eher die Sängerin. Man kann mich daher schlecht als alten Hasen bezeichnen. Eigentlich habe ich im Vergleich zu den alten Hasen kaum Wettbewerbserfahrung.
Meine Wettbewerbsteilnahmen kann ich Tatsache an meinen Händen abzählen.  
Ich für meinen Teil finde es gut, dass es immer mehr Cosplayer in Deutschland gibt. Dadurch gibt es nicht nur immer mehr potentielle Freunde und Cosplaygruppenpartner, sondern auch mehr Möglichkeiten. Heutzutage kann man fast alles im Internet bestellen und es gibt super viele neue Werkstoffe, die das Leben eines Cosplayers einfacher machen.
Schade ist natürlich, dass dadurch das familiäre Flair verloren gegangen ist. Früher kannte man alle beim Namen. Aber ich denke, das ist normal, wenn eine Szene wächst.
Das schönste ist aber, dass man durch das Internet mittlerweile auch ausländische Cosplayer kennenlernen kann und alle miteinander vernetzt sind. Cosplay ist viel internationaler geworden, was ich unheimlich toll finde.
Chiko: Es ist die letzten Jahre über viel in der Szene und natürlich auch im Cosplay passiert. Das Internet hat sich rasend entwickelt und viele neue Möglichkeiten geschaffen. Die Leute werden aber auch älter, die Lebenserfahrung steigt und damit verändert sich auch die persönliche Einstellung zum Hobby. Bei nie stehenbleibenden Veränderungen gibt es natürlich immer positive und negative Aspekte. Für Neueinsteiger ist es viel einfacher geworden, mit Cosplay anzufangen. Es gibt mittlerweile viele Cosplays in sehr guter Qualität, auch immer zu aktuellen und beliebten Serien, zu kaufen. Oft ist es inzwischen auch günstiger, als selbst Zeit, Arbeit und Geld in die Umsetzung zu stecken, so dass es es vor allem für Jüngere erschwinglich wird, diesem Hobby nachzugehen. Die Verknüpfung über das Internet durch Socialmedia oder speziell Cosplayseiten fördert den internationalen Austausch ebenfalls ungemein und erweitert die Szene auch über die deutschen Grenzen hinaus.
Leider gibt es natürlich auch negative Entwicklungen. Cosplay hat vor allem in Deutschland einen festen Stand als Hobby. Der Bereich ist aber zwischenzeitlich, vor allem in Asien, so gewachsen, dass es Cosplayer gibt, die davon leben und als Gäste, auch im Ausland, eingeladen werden. Das bringt natürlich diverse Gewissenskonflikte mit sich und nicht selten führt das auch zu Missgunst und gar Neid. In der Größe und der Annonymität des Internets verstärken sie hier natürlich negative Sammelpunkte.
Generell steigt bei einer wachsenden Szene natürlich auch unter Umständen der Druck auf die Cosplayer, immer mehr abzuliefern. Die Qualität rückt in den Hintergrund und die Masse wird entscheidend. Das ist bedauerlich, aber da für viele die Follower- und Likezahlen über Twitter und/oder Facebook eine Bestätigung sind, ein zu erwartender Umstand.
Ich denke aber, dass auch viele andere HobbySzenen mit gleichen oder ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und dass es daher eine allgemeine Entwicklung ist, die man nicht aufhalten kann.
(Ich könnte zu diesem Thema wohl eine ganze Doktorarbeit schreiben. ^^“) 
Anm: Ich würde die Doktorarbeit lesen, ich finde das nämlich sehr spannend!

Was ist euer schönstes Cosplayerlebnis – abgesehen natürlich vom WCS

Shiroku: Das WCS ist auch schwer zu toppen. ^_-
Eines meiner schönstes Erlebnis war, als ich in Finnland zu einer Convention eingeladen worden bin und Leute auf mich zukamen, die meinten:“ Du siehst genauso aus wie auf den Fotos, wir bewundern dich für deine Cosplays!“. Es war ein unglaublich tolles Gefühl. Ich hätte nie gedacht, dass jemand aus dem Ausland mich wegen meiner Cosplays kennen würde. Ich bin oft als Sängerin im Ausland unterwegs, aber es war das erste Mal, dass man aufgrund meiner Cosplays auf mich zukam. Auch als ich das erste Mal in den Niederlanden von Fotografen angesprochen wurde, weil sie mich erkannt hatten, war ich super überrascht, aber auch glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand außerhalb der Deutschen Grenzen für meine Cosplays interessieren würde.
Chiko: Ich freue mich generell immer darüber, wenn jemand meine Arbeit lobt. Vor allem, wenn jemand sagt „Der Charakter passt super zu dir.“ macht mein Herz einen Sprung. Immerhin setze ich den Charakter ja um, weil ich ihn mag und dann zu hören, dass man ihn auch entsprechend gut darstellt, freut mich umso mehr.
Fotograf: meermiau

Habt ihr noch Cosplayer, die ihr für ihre Kostüme bewundert?
Shiroku: Ich habe viele Cosplayer, die ich bewundere. Nicht nur für das Kostüm, sondern auch für ihr Make-up skills, ihrer Art, ihren Stil oder auch einfach nur aufgrund menschlicher Ebene. Es gibt soviele, bei denen ich einfach denke „wow“. Ich merke immer wieder, dass ich sehr viel noch zu lernen habe und eigentlich noch am Anfang bin. Aber es motiviert mich, immer weiter zu machen und neues auszuprobieren. Es gibt da draußen wirklich so viele tolle Cosplayer, die ich für das, was sie machen, bewundere.
Chiko: Es ist ja mittlerweile schwer geworden, gekaufte von selbst gemachten Kostümen zu unterscheiden, deswegen ist es schwierig, die Bewunderung auf das Kostüm zu beschränken. Aber es gibt viele Cosplayer, die ich für ihre generelle Arbeit bewundert und auch für ihre Aufopferung für das Hobby. Oft steckt da ja viel mehr als nur die Nähfähigkeit dahinter. Perücken, MakeUp, Props aber auch in die Fotobearbeitung und die Aktivität im Internet mit Pflegen von Profilen und Antworten auf Anfrage, steckt viel Arbeit, die Respekt verdient.

Habt ihr Charaktere, die ihr immer wieder umsetzen möchtet?
Shiroku: Die, die mich kennen, wissen, dass ich sehr tief in der Love Live Hölle und aktuell auch in der Yuri On Ice Hölle festsitze *lach*.
Ich habe knapp 15 Nico Yazawa Cosplays. 3 Weitere sind geplant.
Und ich habe innerhalb von 3 Monaten 6 Yuri Katsuki Cosplays rausgehauen… Einfach, weil ich musste *lach*. Von dem Cosplay sind noch drei weitere geplant. J
Chiko: Es gibt so 1-2 Charaktere, an denen hängt mein Herzblut, von denen ich auch gerne nach Jahren noch Cosplays umsetze. Leider bin ich nicht die Schnellste im Nähen, aber das tut der Liebe zum Charakter ja keinen Abbruch. ^^
Fotograf: vw

Gibt es Techniken, die ihr noch nicht ausprobiert habt?
Shiroku: Ich habe bisher noch nie mit Resign und Latex gearbeitet. Möchte es aber irgendwann mal machen. Bisher ergab sich jedoch keine Gelegenheit, da die beiden Materialien und Techniken auch nicht sonderlich günstig sind. Ich habe auch noch nie mit einem Core für Perücken gearbeitet oder größere Rüstungsteile gebaut. Irgendwann will ich mal eine Rüstung machen, aber ich möchte mich erst in den Materialien sicher fühlen, bevor ich größere Mengen davon verarbeite.
Chiko: Ich bin kein experimentierfreudiger Mensch. Ich bleibe gerne bei den Dingen die ich kenne und kann. Ich weiß ich bin kein Bastelmensch, da ich bereits an kleinen Worblaarbeiten scheitern. Meine Motivation, da weitere Techniken oder ähnliche Materialien auszuprobieren, hält sich also in Grenzen. Was ich gerne mehr ausprobieren möchte, ist die Ausschmückung von Kostümen mit Applikationen, Mustern, Perlen, Steinen etc. Ich habe mich die letzten Jahre sehr in die akkurate Umsetzung von Kostümen versteift und ich möchte gerne wieder die Freiheit nutzen, seine eigene Kreativität einfließen zu lassen.

Was macht ihr am Liebsten am Cosplay? Nähen, Basteln, Stylen oder doch der Play-Part?
Shiroku: Ich nähe sehr gerne und liebe Fotoshootings mit Freunden. Das Nähen geht mir relativ schnell von der Hand (sofern es nicht für einen Wettbewerb ist *lach*) und ich finde es echt toll Zeit mit Freunden zu verbringen, die genau denselben Anime lieben wie ich. Fotoshootings machen unheimlich Spaß, vor allem mit den richtig Leuten.
Chiko: Nähen, auf jeden Fall Nähen. Wenn aber etwas anderes mal klappt, z.B. im Perückenbereich, dann hab ich da natürlich auch Spaß daran. Wenn ich jedoch an etwas scheiter, deprimiert mich das sehr schnell und ich verliere den Spaß daran. Ich mache dann meistens eine Pause und widme mich erst mal anderen Sachen, um meine Laune wieder zu steigern. Abschalten, Pausen oder positive Ablenkung sind wichtig, um den Spaß am Hobby nicht zu verlieren.
Da ich Basteln nicht so gut bin, hilft mir mein Vater oft beim Waffenbau und das macht immer wieder großen Spaß, weil er selbst auch so viel Liebe und Arbeit für mich reinsteckt.
Fotograf: vw

Und dann stellt sich natürlich auch die Frage: Gibt es etwas, das ihr überhaupt nicht mögt?
Shiroku: Ich bin kein großer Fan von größeren Propteilen und befürchte auch, dass erst mal so bleibt. Ich habe zwar schon einiges ausprobiert, aber fühle mich mit kleinen Props und Näharbeiten einfach viel wohler.
Chiko: Perückenstylen. Im Basteln bin ich zwar nicht gut, aber ich habe früher gerne kleine Handbastelarbeiten gemacht. Mit Perücken stehe ich jedoch seit eh und je auf Kriegsfuss. Ich bewundere immer wieder Leute, die in wenigen Stunden Perücken zustande bringen, die jeder Schwertkraft und Realität trotzen.

Was würdet ihr Anfängern für die Zukunft mitgeben?
Shiroku: Habt Spaß und bleibt euch selbst treu. Verbiegt euch nicht für andere oder lasst euch von anderen was einreden. Cosplayed worauf ihr Lust habt, näht worauf ihr Lust habt und habt einfach Spaß. Am Anfang ist es immer schwer, aber wenn man es liebt, dann näht es sich fast wie selbst. Am Anfang ist es immer schwer, aber wenn ihr es wirklich liebt was ihr macht und Spaß habt, dann werdet ihr von ganz alleine Besser.
Chiko: Man sollte den Spaß nie aus den Augen verlieren. Rückschläge gehören immer dazu, aber man sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Gerade wenn man anfängt sind auch kleine Probleme, schwer zu bewältigen und schnell kann das den Spaß kosten. Auch kleine Ziele sind für den Anfang vollkommen ok. Es muss nicht gleich die krasse Rüstung oder das mega detailierte Kleid sein. Fangt gerne klein an und wachst mit euren Erfahrungen.
Zwingt euch zu nichts. Wenn es mal einen Tag mit dem Nähen nicht klappt, macht eine Pause und schlaft eine Nacht darüber. Dann schaut die Welt und das Cosplay am nächsten Tag schon wieder ganz anders aus. Jeder arbeitet anders, wenn es daher länger dauert und ihr Sachen anders macht, ist das vollkommen ok. Ihr sollt euch wohlfühlen und euch soll das Ergebnis gefallen.
Fotograf: vw

Vielen Dank, Team Cupcat! Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr dabei seid – es war mir eine Ehre ♥
Und ja, da gibt es so einen kleinen Fangirl-Teil in mir, der immer noch innerlich quietscht vor Freude!

[Ankündigung & Vorstellung] Gastbloggerin Sayuri Tanaka

Heute darf ich euch etwas Besonderes ankündigen: In Zukunft kriege ich Blogger-Unterstützung! Und zwar von meiner tollen Gastbloggerin SayuriTanaka. Sie ist Cosplayerin und Fotografin und gerade im Bereich der Fotografie wird sie mich zukünftig mit spannenden Themen und Blogbeiträgen unterstützen. Und damit ihr sie kennenlernt, habe ich ihr gleich mal zum Start ein paar Fragen gestellt:
 
Fotografin: EACL
Als Cosplayerin
haben wir dich ja schon kennen gelernt, aber du machst genauso gerne
Bilder – und die sind verdammt toll! Was reizt dich daran, vor UND
hinter der Kamera zu stehen?  
Zu Frage 1: Also für mich ist der Reiz, beide Seiten besser verstehen und nachvollziehen zu können, sehr groß. Ich weiß als Fotograf, wie man sich als Model/Cosplayer fühlt und auf was man evtl. achten möchte/müsste und ich weiß als Cosplayer gleichzeitig,
wie der Fotograf sich fühlt oder aus welchem Winkel o.ä. ich oder das
Bild besser wirken könnte. Es erleichtert für beide Seiten vieles und es
nimmt auch die Spannung, die man ansonsten bei unbekannten Personen haben könnte. Außerdem macht mir beides sehr viel Spaß =D  
Die Frage stelle ich auch bei Cosplayern
gerne, aber hier passt sie durchaus auch: Gibt es denn Techniken, die
du als Fotografin unbedingt noch ausprobieren willst? Am besten dann
hier auf dem Blog 😉  
Zu Frage 2: Ich habe seit einiger Zeit davon geträumt, einmal ein Unterwassershooting machen zu können. Dieses Jahr wurde es dann wahr und ich konnte mit ganz vielen tollen Cosplayern diese Erfahrung teilen. Ich möchte das ganze nächstes Jahr wiederholen und alles versuchen auszubessern, was ich dieses Mal lernen konnte, was nicht so gut war. Desweiteren möchte ich gerne mal ein Shooting mit Mehl
ausprobieren. Ob normales oder eingefärbtes ist egal. Ich hab dazu
schon viele Bilder und Videos gesehen und muss das einfach selbst auch
mal testen.  
Hier ein Unterwasser Bild:
Cosplay: ScarletFlame
Dich
und deine Bilder werden wir bald kennenlernen, aber hast du Vorbilder?
Fotografen, die man sich unbedingt mal anschauen sollte?  
Zu Frage 3: Ja, ich habe ein Vorbild 😉 Wie vermutlich fast jeder andere Cosplayer auch, habe ich jemanden, deren Arbeit ich schon lange bewundere. Und zwar ist das die liebe EACL Photography and Arts. Ich kenne sie nun schon seit 2010 und ich freue mich jedes Mal, wenn sie von mir Bilder macht (und natürlich auch wenn ich sie ablichten darf). Ich finde ihre Bilder haben immer etwas Magisches. Ich kann ihr einfach immer nie genug danken für ihre Kunstwerke ^^ Ich wünsche mir, dass ich mit meinen Skills noch besser werde und die Leute meine Bilder von sich auch so sehr mögen, wie ich die von Ayu <3 Also schaut ruhig auf ihrer Seite vorbei ^^ Es lohnt sich sehr =)  
Anmerkung: Das Bild von Sayu ganz oben ist übrigens auch durch EACL entstanden 😉
 
Und eine ganze pragmatische Frage habe ich auch noch, mit was fotografierst du?  
Zu
Frage 4: Ich fotografiere mit einer Canon EOS 1000D. Die habe ich schon
sehr lange. Ich habe sie damals meinem Schwager abgekauft und habe sie
nun schon seit 5-6 Jahren in meinem Besitz ^^ Dazu habe ich noch einen
Aufsteckblitz und ein Tele-Objektiv (wie ich es immer nenne xD ). Meine Ausrüstung ist nicht perfekt, aber ich komme damit sehr gut zurecht ^^  
Am Spannendsten ist für uns natürlich eine Sache: Was sind deine absoluten Lieblingsbilder? Hast du da Favoriten?  
Zu Frage 5: Ich habe sehr viele Favoriten ^^ Dementsprechend war es sehr schwer mich für euch auf einige wenige festzulegen. Mein erstes Favo Bild ist das hier, das ich von Gouky damals gemacht hatte. Das war mein gefühlt erstes richtiges Shooting, damals 2012, und wir hatten so viel Spaß. Es gibt einfach mehrere tolle Sachen und Augenblicke, die ich mit diesem Bild und dem Shooting verbinde ^^  
Cosplay: Gouky
Dann habe ich noch das hier, das ich 2014 damals nachdem Finale der DCM von Gouky und Griichi machen durfte. Das waren ihre Final-Cosplays, mit denen sie den 1. Platz gemacht hatten und sie hatten mich anschließend gefragt, ob ich nicht Bock drauf hätte, das zu knipsen. Auch hier, wie bei eig. jedem Shooting verbinde ich tolle (und lustige) Erinnerungen. Wenn ich euch nicht damit langweile, erzähle ich euch kurz eine zu diesem Shooting xD Und zwar hatte ich die beiden damals unterhalb der Burg auf einer Anhöhe geshootet
und der Boden war sehr nass und matschig und da man als Fotograf nicht
immer auf seine unmittelbare Umgebung achtet, bin ich, als ich gerade
versuchte den richtigen Winkel für das eine Bild zu finden, einfach auf
den Po mitten im Schlamm gelandet. Ich hab erst mal blöd aus der Wäsche geguckt, aber als ich aufstand, war natürlich auf meiner grauen Jogginghose (ja zum Shooten habe ich gerne was bequemes
an ^^) am Po ein großer brauner Schlamm-Fleck und gerade in diesem
Moment fuhr ein Touristenbus hoch zur Burg. Das war ein sehr witziger
Moment =D Danach habe ich mir meine Jacke um die Hüfte gebunden und dann
hat man es natürlich nicht mehr gesehen, aber es war wirklich witzig xD  
Cosplay: Gouky & Griichi
Ein letztes Bild möchte ich euch noch zeigen. Und zwar dieses hier vom Poolshooting mit den lieben Klavier und Yumee Cosplay. Dieses Bild finde ich auch wahnsinnig toll. Eigentlich war das ein Outtake und gar nicht so geplant, aber wir alle fanden es sehr schön, weil es sehr harmonisch aussah und niedlich und man gesehen hatte, wieviel Spaß wir hatten <3 Ihr seht also, die meisten Bilder, die meine Favos sind (und da gibt es noch mehr xD ) werden zu meinen Favoriten, weil mich etwas Besonderes
damit verbindet. Ob es jetzt eine witzige Story währenddessen war oder
andere Faktoren. Bei mir wird nicht alles automatisch mein Liebling, nur weil es sehr aufwendig bearbeitet wurde (was nicht heißt, dass solche nicht dabei sind ;)).  
Cosplay: Yumee Cosplay & Klavier Cosplay
Allgemein
würde mich noch interessieren, wie du dich selbst einschätzt. Magst du
deine Bilder oder denkst du hinterher, was man noch alles an
Kleinigkeiten hätte verändern können? 
Zu
Frage 6: Im Grunde mag ich meine Bilder. Ich denke halt öfter, wenn ich
an dem Bild nicht „viel“ bearbeitet habe, ob denn das ok ist und ob
sich das Model denn auch freut? Aber meistens ist dies genau der Fall und dann bin ich natürlich umso glücklicher, wenn meine Zweifel unbegründet waren und es Leute gibt, die meine Mühe zu schätzen wissen und mögen, was ich mache ^^ Natürlich gibt es dann noch Bilder, wo man sich ärgert, weil man doch dieses und jenes hätte sehen können und am Motiv ändern hätte können, was einem aber vor Ort nicht aufgefallen ist. Das muss man sich dann merken und versuchen, es nächstes Mal besser zu machen ^^  
Es gibt noch viele Fragen, wie z.B. die Auswahl deiner Models, aber ich denke, das wäre doch auch ein guter Blogpost,
oder? Auf alle Fälle möchte ich dich herzlich als Gastbloggerin
begrüßen und freue mich schon auf die Fotografen-Sicht. Für mich ist das
natürlich auch super spannend! Meine letzte Frage: Hast du noch
irgendwas zu sagen? Einen kleinen Ausblick vielleicht, was uns erwarten
könnte? 
Zu Frage 7: Vielen lieben Dank für die Möglichkeit als Gastbloggerin bei dir tätig zu werden, liebe Chimi, und anderen interessierten vielleicht etwas weiterhelfen zu können. Ich werde auf jeden Fall versuchen, so viele Tipps und Tricks zu geben, wie ich kann und auf Fragen (falls vorhanden) eingehen zu können. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und auf die zukünftigen Blogposts und Ideen, die da entstehen werden ^^ Als kleinen Anreiz für die Neugierigen: Ich werde auf jeden Fall auch Vorher-Nachher Bilder zeigen, damit ihr seht, dass das alles keine Hexerei ist oder euch auch Tipps für Posen oder die richtige Perspektive beim Fotografieren geben. Seid also genauso gespannt, wie ich es bin <3