Die Blütensammlerin – Petra Durst-Benning [Rezension]


Titel: Die Blütensammlerin
Autor:  Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-7341-0012-3 

Preis: 9,99€
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Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit.



Ich fühle mich in Maierhofen zuhause. Ich mag Bücher, die das in mir hervorrufen. Wenn die erste Seite so ist wie nach Hause fahren, dann bin ich schon glücklich. Vielleicht trifft man auf den weiteren Seiten noch alte Bekannte – so ein Buch ist wie ein toller Plausch. Und das lese ich ab und an sehr gerne. „Die Blütensammlerin“ war ein sehr unterhaltsamer Plausch unter Freunden, aber auch neue Bekannte konnte man hier treffen. Ein bisschen Dorfklatsch war dabei, aber in erster Linie wollte man einer lieben Person einfach aus ihrem tiefen Unglück helfen.

Christine ist dieses Mal die Protagonistin des Buches: Bereits in „Die Kräuter der Provinz“ hat sie sich als Charakter langsam entwickelt, hier bekommt sie jetzt den eigenen Auftritt. Verdientermaßen, immerhin hat der erste Band dafür gesorgt, dass sie jetzt geschieden ist. Und was da früher alles hinter ihrem Rücken passiert ist… Da wird einem direkt klar: Christine ist eher naiv und geht vom Guten im Menschen aus. Das Ende vom Lied: Sie lebt allein in einem großen Haus, aus dem ihr Ex sie schmeißen will, wenn sie nicht zahlt. Blöde Ausgangssituation, oder? Aber das Schöne an einem Dorf ist: Man hält zusammen.

Das ist also die Ausgangssituation. Nicht wirklich toll. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn sie eine solche Situation nicht zum Besten umwandeln würden! Also steht bald ein Plan und Christine baut sich ihr eigenes Leben auf. Es dauert ein bisschen, bis alles läuft und vor allem dauert es recht lange, bis die angekündigte Single-Kochgruppe für den Wettbewerb in Maierhofen steht und anwesend ist. Bis dahin hat man nur die Sicht von Christine, dann wechselt die Perspektive immer mal wieder. Acht Singles kommen in Maierhofen zusammen und jeder hat seine eigenen Probleme. Burnout ist nur eines davon. Dieser bunt zusammengewürfelte Trupp hat seine positiven, aber auch seine verdammt negativen Seiten. Zu viel verrate ich euch nicht, denn vieles an dieser Geschichte entsteht durch die Interaktionen untereinander. Und eines noch: Am Ende gibt’s auch eine dicke fette Überraschung! Ich hab vor Freude innerlich gequiekt, weil ich diese Wendung so genial finde. Pärchen finden sich natürlich auch, aber darauf liegt nicht einmal das Hauptaugenmerk. Zumindest für mich nicht. Es ist sehr viel Freud und Leid in dieser Story. Und noch viel mehr lecker Essen! Ganz Maierhofen entsprechend wird gekocht und geschlemmt. Hach… wenn ich daran denke… leckerschmecker! Das Buch schreit förmlich Sommer, entspannte Abende mit leckerem Essen und Freunden! Es ist Erholung pur, macht Spaß und man liest es zügig durch. Ich habe es zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt. Aber an einem Tag war es dann durch.

Manche Bücher sind einfach dazu gemacht, die Seele baumeln zu lassen, hier ist das zumindest der Fall. Man trifft wunderbare Personen (und auch ein paar nicht so wunderbare), kann miterleben, wie sich das ein oder andere Paar findet, begleitet die Charaktere auf ihrem Weg, kocht mit ihnen, wandert mit ihnen und kann dieses Buch einfach nur genießen. Da kann ich über den langen Einstieg hinwegsehen, auch darüber dass nicht jeder Charakter die gleiche Tiefe haben kann und dass zumindest eins der Pärchen echt vorhersehbar war. Es hat mir einfach Spaß gemacht. Das macht ein gutes Buch für mich aus. Und ich habe Lust, wieder nach Maierhofen zurückzukehren, denn noch hat das Dorf nicht all seine Geschichten erzählt, da bin ich mir sicher.



Lasst eure Seele baumeln, besucht Maierhofen – gerade bei dem trüben Wetter die letzten Tage ist „Die Blütensammlerin“ dafür wunderbar geeignet.



Petra Durst-Benning ist vielen ein Begriff, insbesondere Fans von historischen und auch zeitgenössischen Romanen. Fast jedes Buch der gebürtigen Baden-Württembergerin wurde zum Spiegel-Bestseller und auch international hat sie es geschafft. Obwohl sie mittlerweile auch in Amerika eine gefeierte Bestsellerautorin ist, lebt Petra Durst-Benning immer noch in der Heimat: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden genießt sie südlich von Stuttgart das Landleben, wenn auch nicht in Maierhofen.

 

Christine wurde von ihrem Mann nicht nur verlassen, sondern wird jetzt auch gedemütigt: Sie, die Hausfrau Ende vierzig ohne Job und Ausbildung, soll das Haus schnellstmöglich verlassen oder ihren ungeliebten Exmann auszahlen. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn das Dorf nicht auch in dieser Situation zusammenhalten würde. Christine verwandelt mit ihren Freundinnen ihr Haus in ein Bed&Breakfast. Außerdem ist da noch der große Kochwettbewerb – wie wäre es mit einem Team voller Single, die zusammen daran teilnehmen? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden…


Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

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Das Café der guten Wünsche – Marie Adams [Rezension]


Titel: Das Café der guten Wünsche
Autor:  Marie Adams
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2016
ISBN:  978-3-7341-0278-3
Preis: 8,99€
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Köln in den fünfziger Jahren.



Im Alltag hat sicher jeder von uns schon einmal eine eher unschöne Begegnung gehabt und dabei „Gehts noch?“ oder „So ein Idiot!“ gedacht. Wenn es stressig ist, schaut keiner hinter die Fassade und denkt darüber nach, dass das Gegenüber vielleicht genauso denkt oder in Gedanken ganz woanders ist. Und gute Wünsche schickt man anderen Menschen schon gar nicht hinterher!
Daher finde ich es so wundervoll, dass sich bei „Das Café der guten Wünsche“ alles um ebendiese Gedanken dreht. Dieser Roman macht einem wirklich gute Laune. Ein kleines Café, bezaubernde Besitzerinnen und gute Wünsche – was braucht man da noch mehr? Natürlich gibt es auch hier, wie bei jeder guten Geschichte, einige nicht so schöne Momente. Laura und Bernadette vernachlässigen das Café, Männer liegen Julia eh nicht und am Ende gibts auch noch heftige Konkurrenz!
Aber natürlich, wie nicht anders zu erwarten war, wendet sich am Ende alles zum Guten. Und es wird so entzückend romantisch – da ging mir das Herz auf, ganz ehrlich! Denn Julia ist wirklich ein wunderbarer Charakter, dem man nur alles Glück der Welt wünscht und gönnt. Ich würde ja gerne mal in ihrem Café was trinken und ein Stück Kuchen essen und ihr bei der Arbeit zuschauen. Julia ist einfach liebenswert, vielleicht etwas zu naiv, aber das macht ihren Charme aus. Als Charakter ist sie mir einfach sehr sympathisch, weil sie so bodenständig wirkt. Sie ist einfach aus dem Leben gegriffen. Ihr geradezu kindlicher und naiver Traum des französischen Traumprinzen kann man sicher eher anstrengend finden, ich fand es ja entzückend. Manchmal sollte man sich so Träume doch bewahren!
Auch die anderen Charaktere gefallen mir eigentlich ganz gut. Einzig Robert und Julias Bruder scheinen mir etwas überzeichnet zu sein. Dennoch hab ich zumindest Robert auch ins Herz geschlossen. Ich mag Pessimisten – eigentlich sogar lieber als so optimistische und gut gelaunte Charaktere wie Julia. Doch hier war ich einfach so gut gelaunt durchs Lesen, dass ich irgendwie alle mochte. So muss so ein Gute-Laune-Roman sein!



Inhaltlich überrascht die Konkurrenz am Ende etwas, der Rest ist jedoch vorhersehbar. Aber durch die gute Stimmung und die liebenswerten Charaktere störte das mein Lesevergnügen nicht wirklich. Ich habe auch keine großen Überraschungen erwartet – manchmal tut es ja auch gut, wenn man eine einfache, aber liebevoll geschriebene Liebesgeschichte lesen kann.



Eigentlich veröffentlicht Marie Adams unter einem anderen Namen schon länger Romane: Da geht es um die Liebe nach langen Beziehungen und wie man sie am Leben erhalten kann. Umso mehr Spaß hat es ihr gemacht, mal eine frische Liebe an den Start zu bringen – und das mit lauter Alltagsmagie.

 

Julia, Laura und Bernadette leiten ein kleines Café mit ganz besonderem Charme: Jeder Gast bekommt seinen eigenen guten Wunsch – heimlich, still und leise.
Doch Julia hat selbst einen großen Wunsch: Sie möchte ihre große und erste Liebe Jean wiederfinden, daran glaubt sie genauso fest wie an die Kraft der Wünsche. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt: Nicht Jean, sondern Robert schleicht sich in ihr Leben und schließlich auch in ihr Herz. Julia ist sich unsicher: Ist er an ihren Problemen schuld? Oder ist das der richtige Weg?

Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

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Ins Glück gebloggt – Gabriela Kasperski [Rezension]

Humorvoll zurück ins Leben bloggen – das schafft Nina ziemlich gut. Und bei dem Chaos, in dem sie gerade steckt, ist das eigentlich gar nicht so einfach.


Titel: Ins Glück gebloggt
Autor: Gabriela Kasperski
Verlag: Storybakery
Erschienen: November 2016
ISBN: 978-3-906847-06-1
Preis: 10,99 €

 
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Nervös stand ich vor dem Kleiderschrank.



Das hier ist sicherlich nicht das tiefgründigste und außergewöhnlichste Buch, es besticht aber mit einer sehr menschlichen Protagonistin und jede Menge Humor und Selbstironie.
Ich mag es ja, wenn Protagonisten von einem Schlamassel in den nächsten laufen und Nina ist da gerade total dabei: verschwundener Mann, Kinder fliegen aus, Klassentreffen, sexy Fußballtrainer und kein Geld. Das allein reicht ja schon für jede Menge Reibungspotenzial und Nina lässt auch kein Fettnäpfchen dabei aus. Das mag ich an ihr, weil sie echt normal ist, einfach nur normal. Da wird sie einem gleich sympathisch – obwohl ich sagen muss, dass sie mir manchmal schon sehr unselbstständig und eigentlich nicht sehr erwachsen wirkt. Gerade ihr Umgang mit dem Geld… na ja. Aber auch so Menschen muss es geben, nicht wahr? Da hat sie sich vielleicht etwas zu sehr auf ihren Mann verlassen, das kann dann eben ziemlich ungut enden, wie man sieht.
Überraschungen bietet die Geschichte nicht viele. Es ist recht vorhersehbar, aber dennoch hat man sein Vergnügen beim Lesen, wenn man sich darauf einlässt. Letztlich ist Ins Glück gebloggt ein Frauenroman, der eben nicht durch zu viel Tiefgang besticht. Dafür mag ich Gabriela Kasperkis Humor.
Das mit dem Bloggen kommt mir – als Bloggerin (nur falls euch das noch nicht aufgefallen ist) – etwas zu kurz in dem Buch vor. Dafür dass es schon im Titel steht, dauert es schon mal sehr lange, bis das Bloggen überhaupt Part der Story wird. Die Blogbeiträge sind sehr amüsant, aber da hätte ich mir auch noch einen Ticken mehr Pfiff und Würze gewünscht. Vermutlich würde ich mich nicht mal beschweren, aber es steht nun mal im Titel und da erwarte ich dann einfach mehr.
Das Ende wirkt etwas chaotisch und schnell und… chaotisch. Aber es passt zu Nina und zu dem, was ihr vorher passiert.



Eine amüsante Geschichte, wenn man mal abschalten will und einfach nur ein bisschen was Amüsantes lesen will. Tiefgründig wird es nicht, doch Nina ist sympathisch und es geht ums Bloggen. Also perfekte leichte Lektüre für zwischendurch!





Gabriela Kaspersky hat Anglistik studiert, war Moderatorin bei SRF und Schauspielerin an verschiedenen Schweizer Theatern. Sie schreibt seit mehr als 10 Jahren Kriminal- und Frauenromane, bloggt regelmäßig und hat tausenden Minuten Serien für das Schweizer Fernsehen und für 3Sat bearbeitet. Sie ist Expertin für diverse Kulturfachstellen wie das Bundesamt für Kultur, sie arbeitet als Sprecherin und als Dozentin u.a. für das SRF und FOCAL. Sie ist Spezialistin für Kreativität und Spannung. Zudem weiß sie bestens, wie sich ein geschriebener Text beim Vortrag mit Leben füllen lässt. Darüber hinaus moderiert Gabriela Kasperski Großveranstaltungen.


Verzweifelt, verlassen und verdächtig – Nina hat ein Problem. Oder eigentlich viele Probleme: Ehemann Max will eine Auszeit und ist verschwunden. Ihre Schwiegermutter hat ihn als vermisst gemeldet und hält Nina für die Schuldige. Die Kinder verlassen das Heim und Nina kann weder als Putzfrau oder Babysitter Geld verdienen. Und dann ist da noch das Klassentreffen – und was ist das Ende vom Lied? Nina bloggt als Single Pocahontas über späte Schwangerschaften und frühe Menopausen. Außerdem gibt es da noch diesen sexy Fußballtrainer, der so gut nach Bitterschokolade riecht. Das Chaos regiert – und Nina bloggt sich durch alle Widrigkeiten ins Glück. Alles, was sie dafür braucht ist eine ordentliche Portion Mut und etwas Schokolade (oder Nutella…)

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[Rezension] Gena Showalter – Verrat im Zombieland


Titel: Verrat im Zombieland
Autor: Gena Showalter
Original: A Mad Zombie Party
Aus dem Amerikanischen: Constanze Suhr
Band: 4/4
Verlag: Harper Collins YA!
Erschienen: Juli 2016
ISBN: 978-3-95967-034-0
Preis: 14,99€
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Die New-York-Times-Bestsellerautorin Gena Showalter wird immer wieder für ihre „prickelnden Pageturner“ und „faszinierend fesselnden Geschichten“ gelobt. Weltweit feiert sie Erfolge mit ihren atemberaubend schönen Liebesromanen, in denen düstere, verführerische Helden um starke und liebenswerte Heldinnen kämpfen.
Ob Gena einen neuen Teil der Paranormal-Romance-Serie „Die Herren der Unterwelt“ oder ein Jugendbuch schreibt, sie begeistert mit ihrem unverwechselbaren Humor und ihrer einzigartigen Vorstellungskraft. Bisher hat sie über 30 Romane veröffentlicht und landet mit ihren neuen Werken regelmäßig auf den Spitzenplätzen der amerikanischen Bestsellerlisten.



„Du musst helfen!“ Zombiejäger Ashton „Frosty“ Martin traut seinen Augen nicht: Seine große Liebe Kat hat eine Botschaft aus dem Jenseits für ihn. Sofort geht er zu dem Ort, den sie ihm beschreibt. Und sieht schockiert, wer seine Hilfe braucht: Milla Marks, die verantwortlich für Kats Tod ist! Am liebsten würde er die Verräterin den gierigsten Zombies zum Fraße vorwerfen. Aber als Anima Industries zurückkehren, um aus den Zombies endgültig das Geheimnis der Unsterblichkeit zu pressen, muss er umdenken. Bevor es zu spät ist. Für sie – und für die Welt.

Checkt das mal: Ich bin erst achtzehn, kann aber schon den coolsten Lebenslauf aller Zeiten aufweisen!



Vorweg: Ich kenne die Reihe nicht, habe aber schon viel Positives darüber gehört. Ich muss aber auch sagen, als sich die Chance bot, das Buch zu lesen, habe ich nicht daran gedacht, dass das ja eigentlich eine Reihe ist… Ups… Letztendlich hat es aber nichts am Verständnis verändert. Sicherlich sind mir die ein oder anderen Insider der Vorgängerbände entgangen, dennoch habe ich das Wichtigste gut verstanden. Vom Vorteil war hier auch, dass das vorherige Geschehen immer mal wieder erklärt wurde. Man konnte hier also gut einsteigen – wobei ich jetzt auch Lust hätte, die Vorgänger zu lesen. Allerdings nicht zum besseren Verständnis, denn mir hat das Buch schlicht und einfach Spaß gemacht.
Die Geschichte ist recht einfach: Frosty wird von seiner toten Freundin Kat um Hilfe für die Frau gebeten, die Kat umgebracht hat, Milla. Und es geht um Zombies. Was will man mehr? Man hat Zombies, also Action, und Liebe – in dem Fall sogar ein Liebesdreieck. Dazu kommt der lockerleichte und humorvolle Schreibstil. Eigentlich ist es ja wirklich banal, aber ich finde, dass die Zombie dem Ganzen die richtige Würze geben. Auch die Liebesgeschichte ist nicht die Neuste aller Neuen und doch auch sehr vorhersehbar. Dennoch macht sie Spaß. Und das liegt an den Charakteren.
Die sind alle wunderbar durchdacht und sympathisch. Kat, als Verstorbene, steht etwas über den Dingen und ist diejenige, die ich am Wenigsten greifbar finde. Die beiden Protagonisten dieses Buches sind keine glücklichen kleinen Kinder, die ihre wunderbare erste Liebe erleben. Beide haben schon einiges erlebt und haben Ecken und Kanten. Am Anfang ist da wenig Liebe, aber dennoch funkt es. Die kleinen Streitgespräche zwischen den beiden sind einfach amüsant. Was soll ich sagen? Ich wiederhole mich jetzt vielleicht, aber große Punkt an diesem Buch ist: Es macht Spaß. Es liest sich leicht und schnell durch. Das liegt eben sowohl an der Sprache als auch an den Charakteren. Aber hauptsächlich sind mir die Dialoge im Kopf geblieben.
Einerseits erzählt Frosty einen Großteil der Geschichte aus seiner Perspektive, doch auch Milla kommt immer mal wieder zu Wort. Durch diese persönliche Ich-Erzähler-Perspektive hat man einfach noch einmal einen ganz anderen Zugang zu diesen beiden. Sie kommen einem wirklich nahe und man kann ihre inneren Selbstzweifel und Schmerzen gut nachempfinden. Denn auch wenn ich jetzt mehrmals betont habe, dass das Buch Spaß macht, steckt eben doch auch Schmerz dahinter. Dadurch werden die Charaktere ja erst so wie sind. Und dieser Schmerz wird nicht durch die Dialoge verdeckt.
Diese Geschichte mit Anima Industries ist vielleicht der Teil, den man ohne die anderen Bücher am Wenigsten nachvollziehen kann. Dennoch wird durch Rückblicke deutlich gemacht, dass diese Firma das Böse darstellt und ganz am Ende des Buches wird dies auch noch mal eindrucksvoll gezeigt. Action gibt es durch die ganze Geschichte hindurch, eben nicht nur am Ende. Dadurch wird die Geschichte aufgelockert und wird nicht zu einseitig. Außerdem kommt es dadurch dann doch zu dem ein oder anderen Herzschlagmoment – diese Momente, in denen man, obwohl man weiß, dass es gut enden wird, Angst um die Protagonisten bekommt.



Es ist der Abschluss einer Reihe, den man jedoch auch ohne Vorwissen gut lesen kann. Gena Showalter besticht mit tollen Charakteren und eingängigen Dialogen. Ein Buch, das trotz Schmerz und spannenden Momenten, einfach nur Spaß macht!



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Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an  

Harper Collins ya!
  
sowie 


 
für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] #FolgedeinemHerzen – J. Vellguth


Titel: #FolgeDeinemHerzen
Autor: J. Vellguth
Erschienen: Juni 2016
ASIN: B01H2MXIAW
Preis: 2,99€
 
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J. Vellguth ist 1982 geboren und lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der schönen Schlossstadt Brühl bei Köln. Sie schreibt das, wonach ihr gerade ist – von Urban Fantasy über Märchen bis hin zu Romance. Hauptsache mit viel Gefühl, tiefen Charakteren und tollen Bildern.
In ihren Geschichten mischt sich die Lieber zur Mystik und Magie mit ihrem Hintergrund als Astrophysikerin.





Jung, engagiert und auf dem besten Weg, eine erfolgreiche New Yorker Tierärztin zu werden, hat Sara beschlossen, ihrer besten Freundin das ultimative Geburtstagsgeschenk zu machen. Die Sache hat dummerweise nur einen Haken – als Gegenleistung muss sie sich auf ein Date mit dem berühmten Vlogger und Frauenheld BigJake einlassen. Was für andere der Hauptgewinn wäre, ist für Sara ein Stelldichein mit ihrer größten Angst.

Was steckt hinter ihren Gefühlen und kann sie nach der Begegnung mit Jake tatsächlich einfach weitermachen wie bisher?

Wenn sie das Tierheim retten wollte, musste sie das gute Wetter ausnutzen.



Es ist jetzt tatsächlich schon ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe. Aber ich verrate euch was: Als ich mir überlegt habe, was ich in diese Rezension schreibe, hab ich mich praktisch sofort an den Inhalt erinnert – okay, die Namen der Nebenfiguren sind mir nicht präsent geblieben, aber wenn das alles ist… J. Vellguth hat es wirklich geschafft, einen einprägsamen, romantischen und herzerwärmenden Liebesroman zu schreiben. Und dann geht es auch noch um einen Vlogger! Kreisch, quietsch, Begeisterung. Ich stehe auf Geschichten, in denen Blogger und Vlogger Auftritte haben, ich gebe es ja zu. Da würde ich jetzt gerne viele Smilies zu Verdeutlichung verwenden. Zusätzlich zum Vlogger gibt es dann auch noch Hunde, bedürftige, niedliche Hunde! Was gibt es Herzerwärmenderes? Eigentlich nichts. Spätestens da hatte die Autorin mich gepackt.
Gut, es ist nicht das neu erfundene Rad, aber das machen der liebevoll detaillierte Schreibstil und das tolle Grundsetting sowie die Figuren wieder wett. Was ich eigentlich bis ans Ende anstrengend fand, war Saras Phobie gegenüber allem, was Social Media auch nur im Entferntesten nahe kommt. Grundsätzlich hatte ich schon Verständnis, aber sie war als Figur so extrem gestaltet in dieser Abneigung, dass ich es irgendwann nervig fand. Ein Glück für sie, dass Jake sich davon nicht hat abschrecken lassen. Trotzdem war sie ein toller Charakter, durchdacht, mit einem Ziel vor Augen und nicht unrealistisch perfekt gestaltet. Jake ist ja mein persönliches Highlight, ich gebe es zu. Zwar ist er doch etwas sehr ein Mister Perfect, aber ein sehr sympathischer. Außerdem finde ich es wunderbar, dass er uns einen Einblick hinter die Kulissen seines Vlogs gibt. Das ist nämlich ziemlich Arbeit, die dahinter steckt. Für mich als Bloggerin war das natürlich superspannend!
Interessant finde ich ja, wie Jake und Sara zusammenfinden. Zwar ist dieser Weg doch etwas konstruiert, bis sie wirklich aufeinander treffen, doch dafür sind ihre Dates danach wirklich entzückend. Da geht einem das Herz auf! Das Ende wiederum war mir persönlich dann eine Spur zu dramatisch, doch es passte zum Roman. Und zu Jake. Und irgendwie auch zu Sara. Okay, es passte eigentlich doch perfekt.
Und – wie schon erwähnt – es gibt Hunde. Hilfsbedürftige kleine niedliche Hunde. Das funktioniert bei mir nicht nur im realen Leben als Lockmittel, sondern scheinbar auch in Romanen!
Noch ein Wort zum Titel: Über lange Zeit war ich doch schon sehr verwirrt, dass der Titel ein Hashtag ist, aber so viel sei gesagt, mittlerweile finde ich den Titel einfach nur genial. Endlich mal ein außergewöhnlicher Titel, der ins Auge sticht und sich dann so perfekt in das Buch einfügt. Toll!




Ein romantischer kleiner Sommerroman, der einem das Herz erwärmt (Hunde!) und spannende Charaktere hat. Insbesondere Vlogger Jake hat es mir hier angetan – ein moderner Mr. Perfect.



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[E-Rezension] Wie angelt man sich einen Piraten? – Marita Sydow Hamann


Titel: Wie angelt man sich einen Piraten
Autor: Marita Sydow Hamann
Reihe: Magisches Geflüster
Erschienen: 2016
ASIN: B01HMW5LWK
Preis: 2,99€
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Marita Sydow Hamann wurde in Alesund, Norwegen, geboren und wuchs
unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. Nach dem
Abitur begann sie ein Lehramtsstudium und eine Heilpraktikerausbildung.
Sie unterrichtete Reiten, Norwegisch und Deutsch. Im Jahr 2000 zog sie
nach Schweden. Dort arbeitete sie als persönliche Assistentin für Kinder
und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In den
Schlafpausen ihrer Patienten begann sie mit dem Schreiben.
Aktuell lebt Marita Sydow Hamann mit ihrem Mann, drei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen auf einem kleinen Hof in Smaland.




Neele Petersen hat einige schwere Schicksalsschläge hinter sich. Nachdem ihre jahrelang bettlägerige Mutter verstirbt, entscheidet sich Neele dafür, ein neues Leben zu beginnen. Um den nötigen Abstand zu gewinnen, fliegt sie erst einmal in den Urlaub – vier Wochen Schottland!

Doch gleich am ersten Tag wird sie in einen schweren Unfall verwickelt, der einen gewissen Laird Jack McLean lebensgefährlich verletzt. Seitdem verfolgen die kalten Augen des allseits verhassten Lairds Neele Nacht für Nacht in grausamen Albträumen. Doch damit nicht genug. Das idyllische Cottage, das Neele gemietet hat, gehört zu McLean Castle, und dort spukt niemand anderes als Kapitän Jack McLean – seit über 270 Jahren tot und ein früher Verwandter sowie Namensvetter des nun im Koma liegenden Lairds…

Verächtlich blickte Jack McLean auf den alten Mann hinab, der händeringend vor ihm stand.



Love is in the air~ Und zwar ziemlich laut knisternd, nur dass die Beteiligten davon natürlich erstmal noch nichts wissen wollen. Doch ganz am Beginn fängt die Geschichte erst einmal… mit einem echt A**** an. Ich habe das erste Kapitel gelesen und war einfach nur so: Boah, *****, &%&§$“(%, $&)&“&$! Da war ich echt ziemlich angenervt und ehrlich? Ich konnte diesen Idiot so was von nicht leiden. Außerdem fragte ich mich, was das mit einem Piraten zu tun hat – ich habe das Buch nämlich ohne den Inhaltstext von oben gelesen. Hätte ich ihn gelesen, hätte ich auch ein paar Hinweise mehr gehabt, was dieser Idiot da sollte.

Es ist eine entzückende und eigentlich ziemlich romantische Geschichte rund um Neele und Captain Jack. Außerdem gibt es ja kaum was Spannenderes als einen spukenden Piraten, oder? Und die beiden ergaben lesetechnisch einfach ein erstklassiges Team. Es hat Spaß gemacht, die beiden interagierend zu lesen. Neele, die das erst für eine Halluzination hält, Jack, der Neele eigentlich nur loswerden will, sie aber irgendwie doch ganz niedlich findet. Und gerade die Wortgefechte zwischen den beiden sind ein Highlight. So was lese ich einfach zu gerne, weil es Spaß macht.
Die Geschichte ist natürlich nicht die komplizierteste Story auf den Planeten und das Ende lässt sich mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und Liebesromanerfahrung durchaus erahnen, doch wenn so eine einfache Story gut geschrieben ist, dann lese ich das liebend gerne. Außerdem machen die Charaktere ja immer noch einiges aus und diese hier sind allesamt liebevoll und detailliert gestaltet. Neele hat Vergangenheit und einiges aufzuarbeiten, doch auch Jacks Geschichte ist nicht ohne. Ich verrate sie euch jetzt nicht, aber so viel sei gesagt: Wir haben hier eine richtige toll und wild-romantische Geschichte mit der gehörigen Portion Spannung und Gefahr. Und ich mag Jack einfach. Auf den ersten Blick scheint er ja ein harter Kerl zu sein, grimmig und garstig, aber man lernt ihn wirklich gut kennen und verstehen und schätzen. Doch nicht nur die zwei Protagonisten sind gut gestaltet. Auch beim Rest merkt man Maritas Liebe zum Detail.




Wie angelt man sich einen Piraten? ist eine wunderbar leichte Liebesgeschichte, die zwar nicht mit außergewöhnlichen Wendungen, aber dafür mit wunderbaren Charakteren besticht. Perfektes Lesematerial für die heißen Tage.



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[Rezension] Jane Austens Geheimnis – Charlie Lovett


Titel: Jane Austens Geheimnis
Autor: Charlie Lovett
Original: First Impression
Aus dem Englischen: Ulrike Laszlo
Verlag: Goldmann
Erschienen: 18.07.2016
ISBN: 978-3-442-48404-1
Preis: 9,99€
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Charlie Lovett hat früher als Antiquar gearbeitet, ist ein begeisterter Büchersammler und gehört dem „Grolier Club“ an, Amerikas bedeutendstem Club für Bücherliebhaber. Er lebt mit seiner Frau abwechselnd in Winston Salem, North Carolina, und Kingham im englischen Oxfordshire. Nach dem New-York-Times-Bestseller „Das Buch der Fälscher“ ist „Jane Austens Geheimnis“ sein zweiter Roman.




Sophie Collingwood liebt Bücher, vor allem die von Jane Austen. Ihrer Leidenschaft kann sie auch beruflich nachgehen: als Angestellte in einem Londoner Antiquariat. Dort versucht sie für ihre Kunden noch die obskursten Werke aufzutreiben – wie beispielsweise „Ein kleines Buch allegorischer Geschichten“. Für diese Sammlung erbaulicher Erzählungen aus dem Jahr 1796 gibt es gleich zwei Interessenten. Was Sophie nicht ahnt: Das schmale Bändchen birgt den Schlüssel zu einem Geheimnis um Jane Austens Meisterwerk “Stolz und Vorurteil”. Und plötzlich wird aus der Suche nach einem vergessenen Buch ein höchst gefährliches Abenteuer … Ein bezaubernder Roman um alte Bücher, junge Liebe und den Charme von Jane Austen!

Jane genoss ihre einsamen Spaziergänge sehr, und so war sie weiter gelaufen als beabsichtig, in Gedanken mehr bei der Geschichte, die sie bald zu schreiben hoffte, als bei dem Buch, das sie vor Kurzem gelesen hatte.



Nach diesem Buch schäme ich mich noch mehr, dass ich noch nichts von Jane Austen gelesen habe – aber (!) es liegt ja schon was bereit. Sobald ich den Mount Bookerest etwas abgebaut habe, komme ich ohne Lawinengefahr dran und kann es lesen. Das hat jetzt aber natürlich überhaupt nichts mit dem Buch zu tun, außer dass die Leidenschaft von Sophie einen doch etwas ansteckt. Und gerade wenn man ein Frischling im Jane Austen Bereich ist, möchte man doch wissen, woher diese Leidenschaft kommt. Das Buch macht Lust auf mehr und mehr ist in diesem Fall Jane Austen höchst persönlich.
Es ist eine dieser Geschichten, die Gegenwart und Vergangenheit zugleich erzählt, doch dieses Mal ohne den Familienkonflikt. Stattdessen ist es Jane Austen, die wir in den vergangenen Episoden kennenlernen können. Und die Gegenwart wird von ihrem wohl größten Liebhaber gestaltet: Sophie. Der Klappentext entspricht nicht ganz der Ausgangssituation und man wird etwas in die Irre geführt. Deshalb war ich anfangs auch sehr irritiert, dass Sophie Studentin ist und letzten Endes nichts mit dem Antiquariat zu tun hatte. So musste erst ihr geliebter Onkel sterben und seine unglaubliche Buchsammlung gegen ihren Willen verkauft werden, dass sie in das Antiquariat kommt. Und so intensiv wird die Arbeit dort auch nicht wirklich beschrieben, da hätte ich mir echt mehr erwartet. Es sind eigentlich nur ein paar Seiten, danach widmet sie ihre Suche einem einzigen Buch. Das wird überraschend gefährlich und sie deckt einige spannende Geheimnisse auf, nicht nur rund um Jane Austen, auch ihre Familiengeschichte lernt Sophie dadurch etwas besser kennen. Und natürlich findet sie auch ihre große Liebe. Am Ende sind alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.
Sophie finde ich wirklich wunderbar dargestellt, sie ist facettenreich, charakterstark und ihre Liebe zu Büchern eint wohl jeden bibliophilen Leser mit ihr. Die restlichen Charaktere bleiben dagegen eher farblos. Es konzentriert sich alles aus Sophie und Jane Austen und Bücher. Die Liebe zum Buch spürt man wirklich in jedem Wort des Buches, doch leider gehört eben auch etwas mehr zu einem guten Buch dazu. Und das sind die Charaktere. Es gibt ja durchaus überraschende Wendungen bei diesen, aber letzten Endes fehlt mir da die Tiefe. Da sind nur genau drei Charaktere, die mir richtig im Gedächtnis geblieben sind: Sophie, Jane und Janes liebster Gefährte, den ich euch jetzt aber nicht verrate. Der Rest ist austauschbar, selbst die Antagonisten bleiben eher Randfiguren ohne wirklichen Biss. Vielleicht hat mir daher auch die Spannung gefehlt: Denn selbst die Momente, in denen Sophie direkt bedroht wird, waren eher mau. Das war eher die hochgezogene Augenbraue als der Schauder über den Rücken.
Was ich zum Inhalt sagen soll… das fällt mir ehrlich schwer. Ich fand die Episoden mit Jane wunderbar, diese Vorstellung, wie sie ihre Bücher entwickelt haben könnte, das hat Spaß gemacht. Und auch Sophies Liebhaberszenen haben mich mitgenommen, weil ich es einfach so gut nachvollziehen kann. Doch den Krimiteil fand ich lasch. Langweilig. Er hat mich nicht mitgerissen. Und wenn ich so darüber nachdenke, liegt das eben nicht nur an der Story, sondern auch daran, dass der Autor für mich kein Krimiautor ist. Es gibt einfach Autoren, die sind für mich nicht spannend, selbst wenn Krimielemente enthalten sind. Und das ist hier der Fall. Das will nicht heißen, dass Jane Austens Geheimnis nicht lesenswert ist, nur vom Kriminalteil sollte man eben nicht zu viel erwarten. Durchdacht ist er auf alle Fälle, er reißt nur nicht vom Hocker, bei mir zumindest. Der Schreibstil macht hier schon einiges aus und da fehlte einfach die Spannung. Die Idee dahinter fand ich aber genial – auf die Lösung wäre ich letzten Endes so nicht gekommen!
Das Ende ist natürlich schön. Liebe, Friede, Eierkuchen, das passt schon ganz gut.




Dennoch hätte mich das Buch noch mehr überzeugt, wenn die Figuren mehr Tiefe und Farbe gehabt hätten und die Krimielemente noch spannender gewesen wären. Da fehlte mir noch etwas Pfeffer und dann wäre das Buch perfekt gewesen.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Die Inselfrauen – Sylvia Lott


Titel: Die Inselfrauen
Autor: Sylvia Lott
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7341-0059-8
Preis: 9,99€
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Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige
Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und
Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane „Die
Rose von Darjeeling“, „Die Glücksbäckerin von Long Island“ und „Die
Lilie von Bela Vista“. Sylvia Lotts neuer Roman „Die Inselfrauen“ spielt
auf ihrer Lieblingsinsel Borkum.




Auf der Suche nach einer beruflichen Auszeit mietet sich die Journalistin Nina in der Borkumer Frühstückspension ein, in der sie einst den schönsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Damals verliebte sie sich in Klaas und träumte von einem Leben an seiner Seite — bis er ihr Herz brach. In der Zwischenzeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie in der Pension. Sie interessiert sich sehr für die Geschichte der Insel und für das, was Nina dort erlebte. Während Nina es endlich wagt, ihrer Vergangenheit ins Auge zu sehen, befindet sich plötzlich auch Klaas wieder auf der Insel. Und dann ist da noch ein Walzer, dessen Melodie eine Liebe beschwört, die nie verging …

Ein heiseres, tiefes Tuten ließ Nina zusammenfahren.





Ich finde ja, dass im Moment das perfekte Wetter ist, um sonnige Inselromane zu lesen. Und warum immer ins Ausland, wenn auch hier in Deutschland tolle Inseln existieren? Daher fiel mir der Roman gleich ins Auge. Statt dem ewigen Sylt, was meiner Ansicht nach fast zu oft in Romanen genutzt wird, erlebt man hier die Insel Borkum. Das hat mich dann noch mehr gereizt, denn auf Borkum war ich noch nie.
Es ist ein Liebesroman, ein sehr ruhiger und schöner Liebesroman. Wir haben hier zwei Protagonisten, die nicht mehr Anfang Dreißig sind und die schon einmal die Liebe zusammen erlebt haben. Doch dann haben sie sich aus den Augen verloren und nun, welch ein Zufall, sind sie zeitgleich zurück auf Borkum. Mit diesem Hintergrund ist das Rad vielleicht nicht neu erfunden worden, aber dennoch ist es doch einfach immer wieder schön, wenn man in so romantische Geschichten absinken kann. Und hier hat das Buch genau das richtige Maß an Liebe, Drama und Insel mitbekommen.
Nina ist unsere Protagonistin, eine welterfahrene und bekannte Frau, die sich jedoch nach Erholung auf ihrer Insel sehnt. Nur weil sie sicher ist, dass Klaas, ihre Jugendliebe eben nicht mehr auf der Insel lebt, kehrt sie schließlich zurück. Nina ist eine eigentlich sehr selbstbewusste Frau, die weiß, wo im Leben sie steht. Und das wird dann erschüttert, als sie Klaas wiederbegegnet. Okay, ich sag es euch, wie es ist: Ich finde, dass Nina eine tolle, bewundernswerte Frau ist. Ehrlich. Aber ich fühle mich ihr nicht so nahe. Und das gilt für alle Charaktere. Es gab keinen so Bamm-Charakter, der mich richtig in den Bann gezogen hat. Wir haben tolle Figuren, wirklich, tolle Hintergrundgeschichten, aber – auch wenn ich es gern gelesen habe – mir fehlt der Identifikationscharakter.
Nichtsdestotrotz, das betone ich gerne noch einmal, sind es tolle Charaktere. Mit Geschichte und Ecken und Kanten und Charakterstärken und -schwächen. Auch Rosalie, Ninas Nichte, gefällt mir richtig gut. Die liebevolle Art, wie sie die Pension wieder etwas stärken will, und ihre Neugierde an der Geschichte, sind wunderbar. Nur kam ich einfach nicht ganz so rein in die Charaktere.
An der Story an sich ist der Hintergrund mit dem Walzer wirklich sehr durchdacht und perfekt eingebracht. Auch die Inspiration dazu, welche die Autorin anfangs kurz beschreibt, kann ich einfach nachvollziehen. Darum hat sie eine wunderbare Sommergeschichte konstruiert. Sowohl die Ausflüge in die Vergangenheit als auch die Probleme der Gegenwart wirken nicht überdramatisiert, sondern leicht und natürlich. Eben der perfekte Sommerroman!




Für mich hat Die Inselfrauen das Potenzial zum perfekten Sommerroman. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass die Figuren mir etwas fremd blieben, denn selbst damit hat das Lesen Spaß gemacht.




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Danke an das Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. 

[Rezension] Ein Sommer in St. Yves – Anne Sanders


Titel: Sommer in St. Ives
Autor: Anne Sanders
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7645-0546-2
Preis: 14,99€
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Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.




Lola Lessing stehen turbulente Wochen bevor: Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Geschwistern reist die junge Frau nach Cornwall, um ihrer Großmutter Elvira einen letzten Wunsch zu erfüllen. Denn Elvira möchte ihre Lieben noch einmal um sich haben, und zwar in dem charmanten Fischerdorf St. Ives, wo sie den glücklichsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Niemand ahnt, dass Elvira hier einst ihre große Liebe gefunden hatte — und dass die ganze Familie kurz davor steht, in Elviras geheimnisvolle Vergangenheit einzutauchen und den überraschendsten Sommer ihres Lebens zu verbringen …

Mein Großvater hat immer gesagt, man muss im Leben dicke Bretter bohren.



Ich verrate euch jetzt was: Ich hatte noch nie so einen seltsamen Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Ganz im Ernst. Normalerweise klingt die Story interessant, man mag den Autor oder das Cover erregt die Aufmerksamkeit. Nichts davon hat mich hier dazu bewogen, das Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es gar nicht gelesen, wenn nicht… meine Kollegin plötzlich mit den folgenden Worten aufgetaucht wäre: „Hast du uns verheimlicht, dass du ein Buch geschrieben hast?“
Ja, auf den ersten Blick sehen Anne Sanders und ich uns tatsächlich recht ähnlich und ich gebe es zu… das war mein absolut seltsamer Grund, dieses Buch zu lesen.
Wobei ich sagen muss: Das Cover ist natürlich auch toll. Das weiße Holz, das Holzboot und die verschiedenen Flaschen geben einfach so ein leichtes Sommergefühl, das schaut man sich gerne an.
Beim Lesen habe ich mich anfangs etwas schwer getan, die Leichtigkeit des Covers habe ich nicht einfangen können und kam somit nicht ganz so gut in das Buch rein. Aber Hartnäckigkeit lohnt sich, denn es verbirgt sich eine bezaubernde Liebesgeschichte hinter den ersten Seiten. Ich denke, es war auch etwas schwieriger, weil die Situation am Anfang alles andere als leicht für die Protagonistin ist. Doch von Seite zu Seite entwickelt sich die Leichtigkeit, die man sich auch schon vom Cover her vorgestellt hat. Die Knoten der verworrenen Geschichte entwirren sich und Lola, also der Hauptcharakter, findet sich langsam in der Situation wider.
Es ist interessant, dass hier nicht ein Brief oder ein Bild die Vergangenheit aufstehen lässt, sondern wirklich Elvira selbst den Stein ins Rollen bringt. Man hat ja mittlerweile recht oft diese Bücher, in denen ein Nachfahre etwas findet und sich plötzlich eine neue Geschichte entpuppt. Doch ich finde es viel spannender, wenn es von der Person selbst ausgelöst wird und von daher hat mir nicht nur Lolas, sondern eben auch Elviras Geschichte sehr gut gefallen.
Es erklärt auch viel über die Charaktere, denn anfangs kann man Elvira einfach nur als starke und vielleicht auch sehr harte Frau einschätzen, doch ihre Geschichte zeigt sie in einem neuen Licht. Das ist es eben, man sollte die Menschen nie nach dem ersten Eindruck einschätzen, wer weiß, was sich dahinter verbirgt. Eine sehr schöne Botschaft, welche die Autorin hier in schöne Worte eingepackt hat.
Auch Lola erscheint anfangs anders als sie ist. Dennoch ist sie mir von Anfang an sympathisch, weil ich ihre Situation so gut nachvollziehen kann. Durch die Ich-Perspektive kriegt man natürlich auch mehr von ihren Gedanken und Gefühlen mit als von den anderen. Und ihre Einschätzung der Familie ist so herrlich schräg und ehrlich. Denn, wie fast jeder von uns, hat Lola eine ziemlich verrückte Familie, wenn man mal genau hinsieht. Ihr morbid veranlagter Bruder ist da nur der offensichtlichste Charakter, die anderen halten dafür im Buch noch so manche Überraschung für euch bereit.
Dass Lola sich verliebt, dürfte bei dem Genre keine Überraschung sein. Doch ich muss sagen: Die Liebesgeschichte ist überraschend angenehm. Zwar fehlt am Ende auch nicht das kleine Drama, dafür ist ansonsten nicht übertrieben, sondern sehr natürlich und die Story wirkt dadurch sehr ehrlich.
Allgemein fand ich das Buch eine angenehme Sommergeschichte, die man auch super am Strand lesen könnte. Oder in einem kleinen Café unter einem Sonnenschirm. Es ist einfach ein wunderbares Urlaubsbuch, das nicht nur mit der Geschichte an sich, sondern auch mit der Sprache besticht.
Wenn ich hier so schreibe, frage ich mich sogar, warum ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden. Und tendiere dazu: Es war der falsche Moment für das Buch, denn nach einer Unterbrechung von ein paar Wochen konnte ich es danach in einem Rutsch zu Ende lesen.




Ein ganz bezauberndes Buch mit einer sehr angenehmen Liebesgeschichte, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten dann in den Bann gezogen hat.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Sommersterne – Debbie Macomber


Titel: Sommersterne
Autor: Debbie Macomber
Original: Love Letters
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 3/4
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7341-0190-8
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.




Es ist Sommer geworden im Städtchen Cedar Cove. Jo Marie Rose, die Besitzerin des Rose Harbor Inn, verbringt die meiste Zeit im Garten – zusammen mit Mark Taylor, der ihr bei der Instandhaltung zur Hand geht. Und obwohl sie allen, und auch sich selbst, versichert, dass Mark nur ein Freund ist – sie muss ständig an ihn denken. Auch ihre Gäste haben mit ihren Gefühlen zu kämpfen: Ellie Reynolds ist in Cedar Cove, um sich mit einem Mann zu treffen, der ihr gehörig den Kopf verdreht hat. Maggie und Roy Porter wollen ihren Urlaub nutzen, den Funken zurück in ihre Ehe zu bringen. Was werden die lauen Nächte für sie alle bereithalten?

Hätte mir jemand vor zwei Jahren prophezeit, mir werde dereinst in dem kleinen Küstenort Cedar Cove ein Bed&Breakfast gehören, dann würde ich ihn ausgelacht haben.



Auch der dritte Band der Rose Harbor Inn Reihe weiß wieder zu überzeugen. Zwar bleibt der Stil immer noch sehr ungewöhnlich und manchmal etwas hochgestochen, doch dafür hat Jo Marie auch eindeutig Wiedererkennungswert. Und ich verrate es euch vorweg: Ich will den vierten Band lesen, denn ich will endlich hinter das Geheimnis von Mark kommen. Nach dem Ende des Buches war das so ziemlich das Erste, was mir in den Sinn gekommen bin: Hallo? So könnt ihr mich doch nicht abspeisen? Jetzt muss ich noch einmal warten, bis Mark etwas mehr von sich preisgibt.

Aber natürlich dreht sich hier nicht alles um Jo Marie und Mark, in der Pension gibt es auch dieses Mal wieder Gäste, die mit kleineren und größeren Problemen angereist sind. Einmal das Ehepaar, bei dem der Funke ziemlich gründlich ausgelöscht wurde, und dann noch die Schüchterne, die immer unter ihrer Mutter und den Großeltern gekuscht hat, sich jetzt aber emanzipieren will und auf eigenen Beinen stehen möchte. Ellie. Und sie ist auch das Problem für mich als Leserin: Zuerst will sie einen Kerl treffen, den sie online kennengelernt hat – natürlich ist das ein echter Traumtyp, was auch kein Ding ist, Traumtypen erwarte ich in Liebesromanen. Nur: Er wollte sie anfangs nicht wegen ihr kennenlernen, sondern hat einen – an und für sich schönen – Hintergrundgedanken. Und da wurde es mir dann zu konstruiert. Er hat sie unter gefühlten Millionen von Onlinekontaktbörsen mit vermutlich Milliarden von Nicknames ausfindig gemacht? Und dann hat es noch gefunkt? Selbst für mich als passionierte Leserin von Liebesromanen war das zu gestellt und konstruiert und einen Hauch mehr Realismus hätte ich toll gefunden. Diese andere Person, für die er sie ausfindig macht, hätte man auch einfach weglassen können. Da bin ich dann echt ausgestiegen.
Auch Maggie und Ray waren vielleicht etwas zu konstruiert, aber hey, so schlimm mit bei Ellie war es nicht. Da war es doch eher etwas, was halt mal vorkommen kann. Vom Charakter her war mir Ray vielleicht etwas zu cholerisch, aber so Menschen gibt es halt auch. Das passt schon.
Das klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich nur zu meckern, vor allen Dingen, weil mir auch noch das ständige Streiten zwischen Jo Marie und Mark dann irgendwann doch etwas auf die Nerven ging, aber ich mochte das Buch trotzdem sehr. Die Atmosphäre bleibt einfach ganz bezaubernd, was nicht nur am Rose Harbor Inn, sondern eben auch an Cedar Cove und den dort lebenden Menschen liegt. Und Rover natürlich. Debbie Macomber hat wirklich einen wunderbaren Raum für ihre Geschichten entwickelt und allein dieser macht es lesenswert. Abgesehen von den dieses Mal etwas häufigen Streitereien sind auch Mark und Jo Marie wunderbar. Was ich besonders toll fand: Dieses Mal hat Mark helfen können, ganz am Ende, auf seine eigene Art und Weise – das habe ich richtig gerne gelesen.
Man merkt es auch hier schon am ersten Satz und ich habe es schon erwähnt: Hier herrscht eine sehr ausgewählte Sprache vor. Es bleibt dabei, dass ich mich erstmal einlesen muss, aber dann mag ich es echt gerne. Kompliment auch an die Übersetzerin: Wo liest man heute noch Wörter wie dereinst? Ich mag so Wörter richtig gerne und daher, nach der kurzen Eingewöhnungsphase, habe ich Spaß am Lesen und an der Sprache.





Dieses Mal war ich bei den Geschichten der Pensionsgäste etwas kritischer, aber nichtsdestotrotz bleibt diese Reihe bezaubernd. Allein das Setting und die wunderbare Sprache macht es lesenswert.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt