Die Blütensammlerin – Petra Durst-Benning [Rezension]


Titel: Die Blütensammlerin
Autor:  Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-7341-0012-3 

Preis: 9,99€
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Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit.



Ich fühle mich in Maierhofen zuhause. Ich mag Bücher, die das in mir hervorrufen. Wenn die erste Seite so ist wie nach Hause fahren, dann bin ich schon glücklich. Vielleicht trifft man auf den weiteren Seiten noch alte Bekannte – so ein Buch ist wie ein toller Plausch. Und das lese ich ab und an sehr gerne. „Die Blütensammlerin“ war ein sehr unterhaltsamer Plausch unter Freunden, aber auch neue Bekannte konnte man hier treffen. Ein bisschen Dorfklatsch war dabei, aber in erster Linie wollte man einer lieben Person einfach aus ihrem tiefen Unglück helfen.

Christine ist dieses Mal die Protagonistin des Buches: Bereits in „Die Kräuter der Provinz“ hat sie sich als Charakter langsam entwickelt, hier bekommt sie jetzt den eigenen Auftritt. Verdientermaßen, immerhin hat der erste Band dafür gesorgt, dass sie jetzt geschieden ist. Und was da früher alles hinter ihrem Rücken passiert ist… Da wird einem direkt klar: Christine ist eher naiv und geht vom Guten im Menschen aus. Das Ende vom Lied: Sie lebt allein in einem großen Haus, aus dem ihr Ex sie schmeißen will, wenn sie nicht zahlt. Blöde Ausgangssituation, oder? Aber das Schöne an einem Dorf ist: Man hält zusammen.

Das ist also die Ausgangssituation. Nicht wirklich toll. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn sie eine solche Situation nicht zum Besten umwandeln würden! Also steht bald ein Plan und Christine baut sich ihr eigenes Leben auf. Es dauert ein bisschen, bis alles läuft und vor allem dauert es recht lange, bis die angekündigte Single-Kochgruppe für den Wettbewerb in Maierhofen steht und anwesend ist. Bis dahin hat man nur die Sicht von Christine, dann wechselt die Perspektive immer mal wieder. Acht Singles kommen in Maierhofen zusammen und jeder hat seine eigenen Probleme. Burnout ist nur eines davon. Dieser bunt zusammengewürfelte Trupp hat seine positiven, aber auch seine verdammt negativen Seiten. Zu viel verrate ich euch nicht, denn vieles an dieser Geschichte entsteht durch die Interaktionen untereinander. Und eines noch: Am Ende gibt’s auch eine dicke fette Überraschung! Ich hab vor Freude innerlich gequiekt, weil ich diese Wendung so genial finde. Pärchen finden sich natürlich auch, aber darauf liegt nicht einmal das Hauptaugenmerk. Zumindest für mich nicht. Es ist sehr viel Freud und Leid in dieser Story. Und noch viel mehr lecker Essen! Ganz Maierhofen entsprechend wird gekocht und geschlemmt. Hach… wenn ich daran denke… leckerschmecker! Das Buch schreit förmlich Sommer, entspannte Abende mit leckerem Essen und Freunden! Es ist Erholung pur, macht Spaß und man liest es zügig durch. Ich habe es zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt. Aber an einem Tag war es dann durch.

Manche Bücher sind einfach dazu gemacht, die Seele baumeln zu lassen, hier ist das zumindest der Fall. Man trifft wunderbare Personen (und auch ein paar nicht so wunderbare), kann miterleben, wie sich das ein oder andere Paar findet, begleitet die Charaktere auf ihrem Weg, kocht mit ihnen, wandert mit ihnen und kann dieses Buch einfach nur genießen. Da kann ich über den langen Einstieg hinwegsehen, auch darüber dass nicht jeder Charakter die gleiche Tiefe haben kann und dass zumindest eins der Pärchen echt vorhersehbar war. Es hat mir einfach Spaß gemacht. Das macht ein gutes Buch für mich aus. Und ich habe Lust, wieder nach Maierhofen zurückzukehren, denn noch hat das Dorf nicht all seine Geschichten erzählt, da bin ich mir sicher.



Lasst eure Seele baumeln, besucht Maierhofen – gerade bei dem trüben Wetter die letzten Tage ist „Die Blütensammlerin“ dafür wunderbar geeignet.



Petra Durst-Benning ist vielen ein Begriff, insbesondere Fans von historischen und auch zeitgenössischen Romanen. Fast jedes Buch der gebürtigen Baden-Württembergerin wurde zum Spiegel-Bestseller und auch international hat sie es geschafft. Obwohl sie mittlerweile auch in Amerika eine gefeierte Bestsellerautorin ist, lebt Petra Durst-Benning immer noch in der Heimat: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden genießt sie südlich von Stuttgart das Landleben, wenn auch nicht in Maierhofen.

 

Christine wurde von ihrem Mann nicht nur verlassen, sondern wird jetzt auch gedemütigt: Sie, die Hausfrau Ende vierzig ohne Job und Ausbildung, soll das Haus schnellstmöglich verlassen oder ihren ungeliebten Exmann auszahlen. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn das Dorf nicht auch in dieser Situation zusammenhalten würde. Christine verwandelt mit ihren Freundinnen ihr Haus in ein Bed&Breakfast. Außerdem ist da noch der große Kochwettbewerb – wie wäre es mit einem Team voller Single, die zusammen daran teilnehmen? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden…


Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Kräuter der Provinz – Petra Durst-Benning


Titel: Kräuter der Provinz
Autor: Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3-7341-0011-6
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Autor

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Nach ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin und Wirtschaftskorrespondentin arbeitete sie im Im- und Exportgeschäft, bevor sie ins elterliche Antiquitätengeschäft einstieg. Seit zehn Jahren ist sie hauptberuflich als Autorin tätig. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart. All ihre Romane sind SPIEGEL-Bestseller und fast im gesamten europäischen Ausland zu lesen.

Inhalt

Bürgermeisterin Theresa liebt ihre schwäbische Heimat – Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Theresa krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen – einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!


Erster Satz

Es war das erste Mal, dass sie vom Sterben träumte.

Meine Meinung

Ich möchte jetzt gerne nach Maierhofen ziehen, nach diesem Buch bin ich ganz verliebt in das kleine Dorf und dessen Bewohner… Landflucht ist ja ein akutes Thema, in diesem Buch ist dieses wirklich wunderschön verpackt.
Wo fange ich jetzt an? Mit Theresa, denn sie führt uns auch in das Buch und in das Dorf ein. Dass bei ihr etwas nicht stimmt, ist einem relativ schnell klar, doch was sie wirklich belastet, erfährt man erst im Laufe der Geschichte. Petra Durst-Benning kann es einfach, das Buch baut sich wundervoll auf: Man vermisst Theresa zwar, wenn sie dann wegen ihrer Krankheit tatsächlich ausfällt, doch die anderen Figuren füllen diese Lücke aus. Kräuter der Provinz ist eines dieser Bücher, in dem ich jede Figur ins Herz schließe. Die Autorin hat einfach Figuren gestaltet, die frau mögen muss. Sie sind urig und herzlich, zumindest wenn man sie näher kennen lernt. Genauso ist es tatsächlich auch in den Dörfern, in denen ich bisher gelebt habe. Die Nachbarschaft hält zusammen und hier hält eben eine Dorfgemeinde zusammen.
Der Titel ist ja schon ein Hinweis darauf, was die Gemeinde ersinnt, um ihr Dorf zu retten. Und eines kann ich euch sagen: Es ist appetitanregend. Äußerst appetitanregend. Ich bin ja ein Fan von Bauernläden, daher ist das Genießerdorf für mich wirklich eine tolle Sache. Und es ist eine Lösung, zumindest für Maierhofen und seine leckeren regionalen Produkte in diesem Buch. Irgendwie finde ich, dass Petra Durst-Benning ein unterhaltsames Buch geschrieben hat, das zugleich jedoch auch zum Nachdenken anregt, denn Landflucht ist ein schwieriges Thema, das in den ganzen großen Neuigkeiten doch manchmal etwas untergeht.
Liebe gibt es natürlich auch in Kräuter der Provinz, aber angenehm im Hintergrund, recht undramatisch und es passiert einfach. So lese ich das gerne. Vor allen Dingen vor dieser Dorfgeschichte.

Fazit

Ich mags. Rundum. Es war – in erster Linie – appetitanregend, es war spaßig, es war liebevoll und es hatte wunderbar liebenswerte Charakter. Petra Durst-Bennings erster Gegenwartsroman hat voll in mein Herz getroffen!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[BaBü] Das Blumenorakel – Petra Durst-Benning

Titel: Das Blumenorakel
Autor: Petra Durst-Benning
Verlag: Ullstein
Band: 2/2
TB erschienen am: 11.02.2009
ISBN: 978-3548280479
Preis TB: 9,95 €
Leseprobe

Autorin

Petra Durst-Benning ist eine der erfolgreichsten und
profiliertesten deutschen Autorinnen. Seit über 15 Jahren laden ihre
historischen Romane die Leserinnen ein, mit mutigen Frauenfiguren
Abenteuer und große Gefühle zu erleben. Auch im Ausland und im TV feiern
ihre Romane große Erfolge. Petra Durst-Benning lebt mit ihrem Mann bei
Stuttgart.

Inhalt

Baden-Baden, 1871: Die junge Flora trifft in der weltoffenen
Kurstadt ein. Ihr größter Traum geht in Erfüllung: Sie wird das Handwerk
der Blumenbinderei erlernen. Die vornehmen Kunden sind begeistert von
ihren geschmackvollen Arrangements. Doch als Flora sich unsterblich
verliebt, fordert sie das Glück heraus.

Meine Meinung

Zuerst mal vorweg: Die Protagonistin dieses Buches ist gebürtige Schwäbin. Ein Alptraum für jeden Badener, mich störts jedoch gar nicht. Der Großteil des Buches spielt in Baden-Baden Ende des 19. Jahrhunderts. Das ist für alle, die Baden-Baden bereits kennen, wirklich faszinierend. Es wird die Stadt beschrieben und so vieles erkennt man dabei wieder. Natürlich am Bekanntesten: die Trinkhalle in Baden-Baden.

„Plötzlich war ihm, als sehe er auch alles zum ersten Mal: die eleganten Säulen, die den langen Gang der Trinkhalle säumten und dem Gebäude den Eindruck von Unendlichkeit verliehen. In dem Moment war jeder Gedanke daran, wie schwer der helle Sandstein zu säubern war, vergessen. Friedrich sah nur, in welch lebhaftem Kontrast die Säulen zu den farbigen Wänden standen, die aus verschiedenartigen Steinen – Backstein, Terrakotta und Marmor – gearbeitet waren. Er dachte nicht daran, wie mühselig es war, die rauen Oberflächen von Staub und Spinnweben zu befreien, sondern sah, wie alles im einfallenen Sonnenlicht zu einem einzigen farbigen Fluss verschmolz.“
S.112

Auch erwähnenswert ist das superleckere Heilwasser, das man dort ausgeschenkt bekommt. Direkt aus der Quelle hoch. Flora, unsere Protagonistin, beschreibt dieses einzigartige Erlebnis recht interessant:

„Tapfer nippte sie an dem Glas – das Wasser schmeckte scheußlich! Heiß und ölig und salzig.“
S.120

Ich denke, jeder, der schon ein Glas dieses Wasser probiert hat, wird Flora darin zustimmen, ich zumindest definitiv. Aber es ist auch das Erlebnis wert, wenn man schon in Baden-Baden ist, sollte man auch davon probieren.
Insgesamt finde ich die Beschreibung von Baden-Baden so lebendig und perfekt getroffen, wirklich fantastisch: Vom Casion bis hin zu den reichen Russen, die die Sonnenstadt bevölkern, lauter Kleinigkeit, die Baden-Baden auf den Punkt getroffen. Auch der Klassenunterschied, der gemacht wird. Das ist Baden-Baden.

Und die Geschichte an sich fand ich einfach nur wundervoll. Die Charaktere sind so lebendig gezeichnet worden, dass ich das Gefühl hatte, sie springen bald aus dem Buch heraus. Erzählt anfangs nur Flora, vermehren sich die Sichten der verschiedenen Protagonisten mit der Zeit: Konstantin, Ernestine… fast alle kommen zu Wort.
Das Besondere an diesem Buch ist natürlich nicht der badische Aspekt, sondern zum Einen das Blumenorakel (das kennt wohl fast jeder, Blütenblätter abzupfen, er liebt mich, er liebt mich nicht) und zum Anderen die bezaubernden Blumenbedeutungen. In der Mitte des Buch findet man nämlich Floras Blumen-ABC, welches mit schönen Illustrationen und interessanten Bedeutungen aufwarten kann – in Farbe, so dass alles noch besser zur Geltung kommt. Auch am Schluss findet man noch einmal eine lange Liste mit Blumen sowie ihren Bedeutungen. Das Ganze ist liebevoll gestaltet und wertet das Buch wirklich auf.

Wie schon erwähnt, sind die Protagonisten einfach nur lebendig gestaltet worden. Jeder hat seine Eigenheiten und jeder wird ausführlich beschrieben. Mir persönlich hat es Ernestine Sonnenschein angetan, deren Nachname so überhaupt nicht zu ihrem Gemüt passt. Ihre Entwicklung ist die größte und interessanteste des Buches. Aber grundsätzlich ist einfach jeder Charakter so detailliert ausgearbeitet worden und jeder einzelne spannend.

Der Vorgänger dieses Buch spielt in Württemberg und heißt ‚Die Samenhändlerin‘.

Fazit

Ein wundervolles Buch, welches die wohl spannendste badische Stadt überhaupt als Handlungsort hat. Das bezaubernde Blumen-ABC macht es zu etwas ganz Besonderem. Außerdem zeichnet es sich durch tolle Charaktere aus, die voller Leben und kleiner Details sind.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.  

PS: Darüber gehen die Meinungen jetzt sicher auseinander, aber Baden-Baden in seiner Vielfalt, seiner Versnobtheit, seiner Lage und seiner Menschen sowie Häuser ist für mich tatsächlich die spannendste Stadt in Baden. Nichts gegen andere Städte wie Freiburg oder Karlsruhe (als Beispiel), die ich sehr schätze, aber Baden-Baden ist einfach einzigartig. Und einen Besuch wert!