Armada – Ernest Cline [Rezension]


Titel: Armada
Untertitel: Nur du kannst die Erde retten
Autor: Ernest Cline
Original: Armada
Aus dem Englischen: Sara Riffel
Verlag: Fischer Tor
Erschienen: 2017
ISBN:  978-3-596-29660-6
Preis: 14,99€
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Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte. 



Den meisten von euch sollte es mittlerweile schon aufgefallen sein:
Ich bin ein kleiner Nerd. Ich habe auch ein Faible für Games, kann sie
aber nicht spielen, da wird mir immer so schwindlig. Trotzdem
faszinieren sie mich. Als ich als sah, dass bei Fischer Tor ein neues
Buch von Ernest Cline veröffentlicht wurde und es sich unter anderem
auch um Games handelt, musste ich es haben! Praktischerweise bin ich mal
mit der deutschen Bahn gefahren und praktischerweise hatte sie
Verspätung, so dass ich jetzt stolze Besitzerin von „Armada“ bin. Das
war das einzig Positive daran – dadurch fühle ich mich dem Titel noch
mehr verbunden. Es hilft, wenn man eine gemeinsame Story hat…

Spaß
beiseite: „Armada“ war wirklich das perfekte Buch auf dieser
anstrengenden Zugfahrt. Ernest Cline hat mich ja schon bei Ready Player One total begeistert! Nachdem ich nun dieses Buch beendet hatte, hätte
ich am liebsten RP1 noch mal gelesen. Ihr seht also schon jetzt: Ich
mag das Buch. Ja, ich mag es, aber ob ich es auch liebe? Trotz unserer
gemeinsamen Geschichte habe ich keine rosarote Brille auf. Nein. Aber
warum es nicht die ganz große Liebe ist, dazu komme ich später. Fangen
wir lieber erstmal mit Zack an, Zack Lightman, Gamer, Schüler, Zack
Attack genannt und Mitglied der Top Ten im Computerspiel Armada. Ganz
ehrlich? Ich würde mich gut mit ihm verstehen. Ich mag Zack, er ist ein
super Typ. Etwas aufbrausend, ja, aber er gibt sein Bestes. Und bei
Armada ist er mit Leidenschaft bei der Sache – in dem Spiel schadet sein
Leichtsinn auch nicht! Zack ist wirklich perfekt, um in „Armada“
einzusteigen. Man kann ihn einfach gut leiden. Er ist kein Superheld, er
ist kein Loser, er ist halt einfach ein Gamer, der noch nicht so genau
weiß, was er damit anfangen soll. Aber ist das bei vielen Hobbies, in
denen man besonders gut ist, nicht immer so? Deshalb finde ich Zack
einfach gut.

Die Story selbst braucht etwas lange, bis
der Controller bereit ist und die Kanonen geladen sind. Und dann ist der
Kampf leider auch schon wieder viel zu schnell vorbei. Erst lernen wir
Zack richtig kennen, wo er arbeitet, wie es so in der Schule läuft,
seine Mutter, seine besten Freunde, die Mikes. Ich mag Zack, aber nach
einer Weile wurde ich etwas ungeduldig. Der Klappentext hatte mir Action
versprochen, anfangs war es eher eine Teenager-Gamer-Studie. Aber dann
war es so weit! Es ging richtig los, Zack wurde in die EDA einberufen –
endlich ging die Action los! Leider ging dann gegen Ende auch die Liebe
zwischen „Armada“ und mir in die Brüche. Ich fing an, an dem Buch zu
zweifeln und war einfach nicht mehr zufrieden in unserer Beziehung. Denn
das Ende war so… kurz. Zu schnell. Zu moralisch. Zu gestellt. Zu
künstlich. Zu plötzlich. Zu falsch. Zu lame. Wir hätten – trotz der
langen ersten „Datingphase“ – glücklich werden können, bis das Ende kam.
Es hat mich einfach so unzufrieden hinterlassen. Das war einfach alles
so gewollt. Ich könnte hier jetzt viele Details und Fragen schreiben,
die ich „Armada“ stellen möchte, aber das wäre etwas zu sehr
Spoileralarm! Gings noch jemandem so? Für mich war das Ende unglücklich
gewählt, gerade im Vergleich zu der langen Anlaufzeit wirkte es zu
gequetscht und irgendwie so, als würde drei Mal die Hälfte fehlen. Da
hatte Ernest Cline eine grandiose Idee, aber die wirkt für mich nicht zu
Ende gedacht. Schade eigentlich. Aber ich sag euch was: Ich mag das
Buch trotzdem. Ist halt nicht die große Liebe.

Doch
allein die vielen Nerd-Hints auf Filme und Games waren so toll – und im
Gegensatz zu dem Ende auch total durchdacht! Allein dafür lohnt es sich
schon, den Roman zu lesen. Quietsch. Das hatte total den Wow-Faktor. Und
wenn man dann noch Zacks „Soundtrack“ folgt, das gibt einfach die
richtige Stimmung!

Noch eine kleine Anmerkung: Wenn ihr
euch vielleicht gerade so denkt, na ja, die redet immer nur von Zack,
das wird ja wohl nicht der einzige Charakter im Buch gewesen sein… Nee.
Natürlich nicht! Nur wäre jeder weitere Charakter schon fast zu
spoilerartig. Aber ich mag die Charaktere. Einige hätten vielleicht
etwas mehr Tiefe kriegen können, aber nach dem langen Vorspann blieb da
einfach nicht die Zeit. Das Buch birgt echt ein unglaubliches Potenzial,
verzettelt sich aber ein bisschen. Dadurch bleibt weniger Spielraum
(ha! Gamer und so… okay, der war lahm, ich gibs ja zu!) für die Figuren.
Aber schon das, was hier angeschnitten wurde, spricht echt sehr dafür,
wie sehr Ernest Cline das durchdacht hatte. Wenn nur die Seitenanzahl
dafür gereicht hätte.



Kurzum: Super Idee, super Hints, super recherchiert, super Autor,
super Protagonist. Das Ende war dann eher meh. Die moralische Keule war
etwas zu stark, alles ging zu schnell und war für mich nicht so gut wie
der Rest des Buches.



Ernest Clines erster Roman Ready Player One wurde sofort zum Bestseller und hat mittlerweile schon den Status eines Klassiker. Eigentlich ist er jedoch auch Drehbuchautor aus Austin, Texas. Und er freut sich darüber, dass Steven Spielberg seinen Erstling verfilmen wird.

 

Zack Lightman – seines Zeichens: Nerd und Geek. Nichts mag er mehr als den Virtual-Reality-Shooter Armada. Doch das dieses Spiel mal zu seiner Wirklichkeit wird, davon hätte er nicht zu träumen gewagt. Dann passiert jedoch genau das: ein Alien-Raumschiff taucht auf und Zack wird rekrutiert. Erst Aliens, dann eine Operationsbasis auf dem Mond und ein Kampf, der das Schicksal der Erde entscheiden wird. Das ist nun Zacks Realität.


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Cover; Autorenvita; Inhalt

Die Blütensammlerin – Petra Durst-Benning [Rezension]


Titel: Die Blütensammlerin
Autor:  Petra Durst-Benning
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-7341-0012-3 

Preis: 9,99€
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Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit.



Ich fühle mich in Maierhofen zuhause. Ich mag Bücher, die das in mir hervorrufen. Wenn die erste Seite so ist wie nach Hause fahren, dann bin ich schon glücklich. Vielleicht trifft man auf den weiteren Seiten noch alte Bekannte – so ein Buch ist wie ein toller Plausch. Und das lese ich ab und an sehr gerne. „Die Blütensammlerin“ war ein sehr unterhaltsamer Plausch unter Freunden, aber auch neue Bekannte konnte man hier treffen. Ein bisschen Dorfklatsch war dabei, aber in erster Linie wollte man einer lieben Person einfach aus ihrem tiefen Unglück helfen.

Christine ist dieses Mal die Protagonistin des Buches: Bereits in „Die Kräuter der Provinz“ hat sie sich als Charakter langsam entwickelt, hier bekommt sie jetzt den eigenen Auftritt. Verdientermaßen, immerhin hat der erste Band dafür gesorgt, dass sie jetzt geschieden ist. Und was da früher alles hinter ihrem Rücken passiert ist… Da wird einem direkt klar: Christine ist eher naiv und geht vom Guten im Menschen aus. Das Ende vom Lied: Sie lebt allein in einem großen Haus, aus dem ihr Ex sie schmeißen will, wenn sie nicht zahlt. Blöde Ausgangssituation, oder? Aber das Schöne an einem Dorf ist: Man hält zusammen.

Das ist also die Ausgangssituation. Nicht wirklich toll. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn sie eine solche Situation nicht zum Besten umwandeln würden! Also steht bald ein Plan und Christine baut sich ihr eigenes Leben auf. Es dauert ein bisschen, bis alles läuft und vor allem dauert es recht lange, bis die angekündigte Single-Kochgruppe für den Wettbewerb in Maierhofen steht und anwesend ist. Bis dahin hat man nur die Sicht von Christine, dann wechselt die Perspektive immer mal wieder. Acht Singles kommen in Maierhofen zusammen und jeder hat seine eigenen Probleme. Burnout ist nur eines davon. Dieser bunt zusammengewürfelte Trupp hat seine positiven, aber auch seine verdammt negativen Seiten. Zu viel verrate ich euch nicht, denn vieles an dieser Geschichte entsteht durch die Interaktionen untereinander. Und eines noch: Am Ende gibt’s auch eine dicke fette Überraschung! Ich hab vor Freude innerlich gequiekt, weil ich diese Wendung so genial finde. Pärchen finden sich natürlich auch, aber darauf liegt nicht einmal das Hauptaugenmerk. Zumindest für mich nicht. Es ist sehr viel Freud und Leid in dieser Story. Und noch viel mehr lecker Essen! Ganz Maierhofen entsprechend wird gekocht und geschlemmt. Hach… wenn ich daran denke… leckerschmecker! Das Buch schreit förmlich Sommer, entspannte Abende mit leckerem Essen und Freunden! Es ist Erholung pur, macht Spaß und man liest es zügig durch. Ich habe es zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt. Aber an einem Tag war es dann durch.

Manche Bücher sind einfach dazu gemacht, die Seele baumeln zu lassen, hier ist das zumindest der Fall. Man trifft wunderbare Personen (und auch ein paar nicht so wunderbare), kann miterleben, wie sich das ein oder andere Paar findet, begleitet die Charaktere auf ihrem Weg, kocht mit ihnen, wandert mit ihnen und kann dieses Buch einfach nur genießen. Da kann ich über den langen Einstieg hinwegsehen, auch darüber dass nicht jeder Charakter die gleiche Tiefe haben kann und dass zumindest eins der Pärchen echt vorhersehbar war. Es hat mir einfach Spaß gemacht. Das macht ein gutes Buch für mich aus. Und ich habe Lust, wieder nach Maierhofen zurückzukehren, denn noch hat das Dorf nicht all seine Geschichten erzählt, da bin ich mir sicher.



Lasst eure Seele baumeln, besucht Maierhofen – gerade bei dem trüben Wetter die letzten Tage ist „Die Blütensammlerin“ dafür wunderbar geeignet.



Petra Durst-Benning ist vielen ein Begriff, insbesondere Fans von historischen und auch zeitgenössischen Romanen. Fast jedes Buch der gebürtigen Baden-Württembergerin wurde zum Spiegel-Bestseller und auch international hat sie es geschafft. Obwohl sie mittlerweile auch in Amerika eine gefeierte Bestsellerautorin ist, lebt Petra Durst-Benning immer noch in der Heimat: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden genießt sie südlich von Stuttgart das Landleben, wenn auch nicht in Maierhofen.

 

Christine wurde von ihrem Mann nicht nur verlassen, sondern wird jetzt auch gedemütigt: Sie, die Hausfrau Ende vierzig ohne Job und Ausbildung, soll das Haus schnellstmöglich verlassen oder ihren ungeliebten Exmann auszahlen. Aber Maierhofen wäre nicht Maierhofen, wenn das Dorf nicht auch in dieser Situation zusammenhalten würde. Christine verwandelt mit ihren Freundinnen ihr Haus in ein Bed&Breakfast. Außerdem ist da noch der große Kochwettbewerb – wie wäre es mit einem Team voller Single, die zusammen daran teilnehmen? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden…


Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

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Cover; Autorenvita; Inhalt

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams [Rezension]


Titel: Das Café der guten Wünsche
Autor:  Marie Adams
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2016
ISBN:  978-3-7341-0278-3
Preis: 8,99€
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Köln in den fünfziger Jahren.



Im Alltag hat sicher jeder von uns schon einmal eine eher unschöne Begegnung gehabt und dabei „Gehts noch?“ oder „So ein Idiot!“ gedacht. Wenn es stressig ist, schaut keiner hinter die Fassade und denkt darüber nach, dass das Gegenüber vielleicht genauso denkt oder in Gedanken ganz woanders ist. Und gute Wünsche schickt man anderen Menschen schon gar nicht hinterher!
Daher finde ich es so wundervoll, dass sich bei „Das Café der guten Wünsche“ alles um ebendiese Gedanken dreht. Dieser Roman macht einem wirklich gute Laune. Ein kleines Café, bezaubernde Besitzerinnen und gute Wünsche – was braucht man da noch mehr? Natürlich gibt es auch hier, wie bei jeder guten Geschichte, einige nicht so schöne Momente. Laura und Bernadette vernachlässigen das Café, Männer liegen Julia eh nicht und am Ende gibts auch noch heftige Konkurrenz!
Aber natürlich, wie nicht anders zu erwarten war, wendet sich am Ende alles zum Guten. Und es wird so entzückend romantisch – da ging mir das Herz auf, ganz ehrlich! Denn Julia ist wirklich ein wunderbarer Charakter, dem man nur alles Glück der Welt wünscht und gönnt. Ich würde ja gerne mal in ihrem Café was trinken und ein Stück Kuchen essen und ihr bei der Arbeit zuschauen. Julia ist einfach liebenswert, vielleicht etwas zu naiv, aber das macht ihren Charme aus. Als Charakter ist sie mir einfach sehr sympathisch, weil sie so bodenständig wirkt. Sie ist einfach aus dem Leben gegriffen. Ihr geradezu kindlicher und naiver Traum des französischen Traumprinzen kann man sicher eher anstrengend finden, ich fand es ja entzückend. Manchmal sollte man sich so Träume doch bewahren!
Auch die anderen Charaktere gefallen mir eigentlich ganz gut. Einzig Robert und Julias Bruder scheinen mir etwas überzeichnet zu sein. Dennoch hab ich zumindest Robert auch ins Herz geschlossen. Ich mag Pessimisten – eigentlich sogar lieber als so optimistische und gut gelaunte Charaktere wie Julia. Doch hier war ich einfach so gut gelaunt durchs Lesen, dass ich irgendwie alle mochte. So muss so ein Gute-Laune-Roman sein!



Inhaltlich überrascht die Konkurrenz am Ende etwas, der Rest ist jedoch vorhersehbar. Aber durch die gute Stimmung und die liebenswerten Charaktere störte das mein Lesevergnügen nicht wirklich. Ich habe auch keine großen Überraschungen erwartet – manchmal tut es ja auch gut, wenn man eine einfache, aber liebevoll geschriebene Liebesgeschichte lesen kann.



Eigentlich veröffentlicht Marie Adams unter einem anderen Namen schon länger Romane: Da geht es um die Liebe nach langen Beziehungen und wie man sie am Leben erhalten kann. Umso mehr Spaß hat es ihr gemacht, mal eine frische Liebe an den Start zu bringen – und das mit lauter Alltagsmagie.

 

Julia, Laura und Bernadette leiten ein kleines Café mit ganz besonderem Charme: Jeder Gast bekommt seinen eigenen guten Wunsch – heimlich, still und leise.
Doch Julia hat selbst einen großen Wunsch: Sie möchte ihre große und erste Liebe Jean wiederfinden, daran glaubt sie genauso fest wie an die Kraft der Wünsche. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt: Nicht Jean, sondern Robert schleicht sich in ihr Leben und schließlich auch in ihr Herz. Julia ist sich unsicher: Ist er an ihren Problemen schuld? Oder ist das der richtige Weg?

Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

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Kokostee – Oliver Geißen [Rezension]

Launig, amüsant und eine tolle Idee – was wäre, wenn die größten Stars unserer Geschichte eigentlich gar nicht tot sind, sondern stattdessen gemütlich ihren Ausstieg feiern? Oliver Geissen hat einen Gedanken, den sicher viele schon mal hatten, in Kokostee zusammengefasst.


Titel: Kokostee
Autor: Oliver Geissen
Verlag: Hoffmann & Campe
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3-455-65138-6
Preis: 15,00€
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Die Nacht war lau und sternenklar.



Es fehlt ein bisschen das übergeordnete Ziel bei diesem Buch – über lange Strecken tröpfelt es (das zugegebenermaßen sehr lesenswert) vor sich, aber es passiert einfach nicht viel. Es war perfekt zum Abschalten. Adscheis Einblick ist sehr entspannend, dabei ist er so ein richtiger Butler und das merkt man auch am Stil. Zurückhaltend, die feine „englische“ Art sozusagen. Ich finde Adschei wunderbar. Da kommt eigentlich nur eine Frage auf: Wo kann ich meinen eigenen Adschei finden? Ich könnte dringend einen gebrauchen! Dieser Charakter ist so unglaublich liebenswert, er geht einem ans Herz und gegen Ende wird klar, es geht hier nicht um die Stars, es geht um ihn. Verdammt, ich habe mich in Adschei als Charakter echt verliebt, das wird mir gerade so richtig klar. Selten habe ich so einen wunderbaren Charakter gelesen. In nur wenigen Seiten wächst er einem mit seinen Taten und Worten ans Herz. Er ist liebenswert, aufmerksam und diese Zurückhaltung, da kann ich verstehen, dass er Marilyn ein guter Freund geworden ist.
Die Stars sind nicht ganz so, wie man sie sich vorstellt. Sie sind allesamt sehr naiv. Und verwöhnt (aber bei Adschei ist das auch kein Wunder). Irgendwie sind sie eher kleine Kinder, als erwachsene Menschen. Das passt aber auch irgendwie zu diesen Menschen, denn wer kann als Promi mit so einem Status komplett und wahrhaftig erwachsen werden? Eigentlich finde ich sie alle sehr unschuldig. Dennoch gibt es zwischendurch ein paar sehr weise und tolle Ratschläge, die man wirklich beherzigen kann. Gerade Marilyn hat ja auch ein Alter erreicht, in dem man das erwarten könnte. Auf alle Fälle sind alle herzensgute Charaktere.
Die Beziehungen untereinander… verrate ich nicht. Ich fand gerade eine Beziehung wirklich super. Überraschend, aber super. Ich mag jeden einzelnen auf seine Art und Weise, aber hey, Bob Marley ist Bob Marley. Ich mag Bob Marley. So.
Dieses Buch beruht nicht auf Handlungen und ausgefeilter Storyline. Es beruht auf den Figuren und die sind fantastisch. Danke, Oliver Geißen, für diese wundervollen Charaktere. Denen ist es auch zu verdanken, dass das Buch einfach warmherzig ist. Ich sag es euch, wenn ihr mal in düsterer Stimmung seid, Kokostee wird euch etwas ablenken.



Diese Charaktere gehen ans Herz. Ich bin ganz verliebt. Da macht es auch nichts aus, dass die Storyline etwas mau ist – Adschei und die Stars machen hier das Buch aus.




Oliver Geissen gehört zu Deutschlands bekanntesten und beliebtesten Fernsehmoderatoren. Er moderierte u.a. top of the pops, Die Oliver Geissen Show, mehrfach die Echo-Verleihungen sowie Deutschland sucht den Superstar. Er lebt mit seiner Frau, drei Söhnen und einer Tochter in Hamburg.

 

Elvis Presley, Marilyn Monroe, Bob Marley, Michael Jackson, John Lennon, Kurt Cobain, Amy Winehouse. Lauter fantastische Prominente und Musiker, die viel zu früh gestorben sind. Oder vielleicht doch nicht? Ja, nicht so wirklich – mittlerweile leben sie auf einen wunderschönen und paradiesischen Insel, die sie vollkommen auskosten und genießen. Egal, ob Poolgymnastik, ein schöner Strand und natürlich den besten Butlerservice in Form von Butler Adschei, es könnte ihnen nicht besser gehen.
Und Adschei gönnt uns nun einen sehr sympathischen Einblick in die Welt dieser fantastischen Aussteiger!

Mein Dank geht an Hoffmann & Campe für das Rezensionsexemplar.

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Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Lady Africa – Paula McLain


Titel: Lady Africa
Autor:  Paula McLain
Original: Circling the Sun
Aus dem Englischen: Yasemin Dincer
Verlag: Aufbau
Erschienen: August 2015
ISBN:  978-3-351-03619-5
Preis: 19,95€
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Paula McLain studierte an der University of Michigan Kreatives
Schreiben und lebte in den Künstlerkolonien Yaddo und MacDowell. Nach
zwei Gedichtsammlungen und einem ersten Roman gelang ihr mit dem in 35
Sprachen übersetzten Roman „Madame Hemingway“ ein internationaler
Bestseller. Paula McLain lebt mit ihrer Familie in Cleveland.





Aufgewachsen als Tochter eines Lords im afrikanischen Busch, interessiert sich die junge Beryl nicht für Seidenkleider und Etikette. Dafür ist sie stark und mutig wie ein Kipsigis-Junge und hat von ihrem Vater alles über Rassepferde gelernt. Doch im britischen Protektorat – dem späteren Kenia – der vorigen Jahrhundertwende ist kein Platz für solch ein ungezähmtes Mädchen. Bis sie in Karen Blixen eine Seelenverwandte findet – und in deren Geliebtem, dem Flieger und Großwildjäger Denys Finch Hutton, das Abenteuer ihres Lebens.

Die Vega Gull ist pfauenblau mit silbernen Flügeln, prächtiger als jeder Vogel, den ich je gesehen habe, und ich darf sie fliegen.



Was für eine Frau. Das war mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet hatte. Ich finde unglaublich faszinierend, wie Beryl im Afrika des frühen zwanzigsten Jahrhundert aufwächst und sich behauptet. Und dann ist es auch nach eine wahre Geschichte, eine Frau, die sich dort wirklich auf diese Art und Weise durchgekämpft hat, wie das Buch es beschreibt. Unglaublich!
Vorweg muss ich aber sagen, dass ich etwas mehr Fliegerei erwartet hatte. Letzten Endes nimmt Beryls Entdeckung für den Himmel nur einen sehr geringen Teil ganz am Schluss des Buches ein. Das war der einzige Punkt, der mich etwas enttäuscht hat; zugleich hatte ich aber auch das Bedürfnis, immer weiter zu lesen, um endlich dahin zu kommen. Dennoch bleibt Beryl eine unglaublich faszinierende Frau. Neben der Fliegerei ist sie auch die erste Frau in Afrika, die eine Trainerlizenz für Rennpferde erwirbt – und ganz im Ernst, das ist eine unglaublich spannende Szene. Aus jeder Seite spürt man Beryls Liebe für Pferde.
Doch da beginnt das Buch nicht, es beginnt damit, dass Beryls Mutter sie und ihren Vater verlässt, um nach England zurückzukehren. Es beginnt also mit Beryls Kindheit. Dadurch kann man von Anfang erschließen, warum sich Beryl so entwickelt, wie sie sich entwickelt. Sie wird eine starke, unabhängige Frau, was ihr auch einige Probleme bereiten wird. Aber für mich – als Frau des 21. Jahrhunderts – konnte ich mich gut mit ihr identifizieren. Sie ist nicht sehr emotional und gibt nicht gleich auf oder nach, das fand ich einfach wunderbar. So eine Persönlichkeit muss man auch sein, um sich in der Rennszene durchzubeißen. Ich finde, dass sie selbst im verliebten Zustand nicht weich und weiblich wird, sondern eher unsicher und unbeholfen. Das mag ich unglaublich an ihrem Charakter und der Art, wie sie beschrieben wurde. So bleibt ihre Figur das ganze Buch über authentisch in der Entwicklung und Haltung. Einfach wunderbar, da hat man eben noch mehr das Bewusstsein, dass eine Frau dahinter steckt, die wirklich existiert hat. So könnte man sich Beryl wirklich vorstellen.
Kenia zu dieser Zeit ist wirklich ein Dorf. Zumindest für die Ausländer, die dort leben. Daher begegnet Beryl immer wieder den gleichen Charakteren. Da gibt es welche, die man sofort ins Herz schließt und andere, die sich einem nicht erschließen. Und das fühlt man alles, weil Beryl es so empfindet. Misstrauen, Unsicherheit oder das schlichte Gefühl, eine Person einfach nicht richtig zu kennen – wenn die Protagonistin das empfindet, geht es dem Leser genauso. Das macht Spaß, das macht das Buch lesenswert.
Schon Madame Hemingway der Autorin hat mich ja begeistert, hier ist es genauso. Paula McLain kann sich fantastisch in ihre Figuren hineinempfinden und sie auf dem Papier zum Leben erwecken. Dabei unterscheiden sich die Bücher sehr: Dieses Buch hier fand ich etwas beschwerter, während Madame Hemingway durch den anderen Lebensstil doch etwas leichter wirkt. Aber Beryl ist kein leichter Charakter, sie flaniert nicht durch die Gesellschaft, sondern es liegt ihr nicht wirklich. Somit ist die gesamte Grundstimmung etwas herber und ruhiger.



Ein wunderbares biographisches Buch, einer faszinierenden Frau. Ich hätte gerne mehr von ihr gelesen.




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[Rezension] Bühlerhöhe – Brigitte Glaser


Titel: Bühlerhöhe
Autor: Brigitte Glaser
Verlag: List
Erschienen: August 2016
ISBN: 978-3-471-35126-0
Preis: 20,00€
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Geboren 1955 in Offenburg. 1974 Abitur in Achern. 1975-1980 Studium der Diplom-Sozialpädagogik in Freiburg. 1980 Wechsel nach Köln. Dort Arbeit in einem Jugendzentrum, in der Jugendmedienarbeit und der Erwachsenbildung. 1996 erscheint mit „Kölsch für eine Leiche“ der erste Krimi, 2001 -2008 „Tatort Veedel – Orlando & List ermitteln“, eine Kurzkrimi-Serie im Kölner Stadtanzeiger, 2003 „Leichenschmaus“, der erste Katharina-Schweitzer-Roman, 2010 „Schreckschüsse“, erstes Jugendbuch. Seit 2008 freie Schriftstellerin in Köln.




Rosa Silbermann wird 1952 mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe geschickt. Die in den 1930ern aus Köln nach Palästina emigrierte Jüdin arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher. Die musste 1945 das Elsass verlassen und sucht ihre Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Beide haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Keine von ihnen vertraut der beschaulichen´Landschaft des Schwarzwalds. Und beide wissen von einem geplanten Attentat auf Bundeskanzler Adenauer, wobei jede ihre eigenen Pläne verfolgt. Zwei Frauen in einer Männerwelt, in der es um Macht, Geschäfte und alte Seilschaften geht – und irgendwann um Leben und Tod.

Die zwei jungen Männer tauchten während der Orangenernte im Kibbuz auf.



Das Buch ist ein Muss für mich gewesen, immerhin ist es ein BaBü und spielt in unmittelbarer Nähe zu meiner Heimat. In der Gegend ist die Bühlerhöhe für jeden ein Begriff – nicht nur wegen der leckeren Bühler Zwetschgen… Dass damals 2006 die englische Nationalmannschaft dort ihr Quartier hatte, war allerdings ein absolutes Highlight.
In Brigitte Glasers Buch befindet man sich allerdings in einer ganz anderen Zeit: Im Jahre 1952. Und man könnte sich nach den ersten Sätzen auch fragen, was das bitteschön mit der Bühlerhöhe zu tun hat – ein Kibbuz ist diese ja nun wirklich nicht. Doch dahinter steckt eine wirklich spannende Geschichte und Idee. Es ist ein Fakt, dass Konrad Adenauer sich im Hotel Bühlerhöhe immer mal wieder erholt hat – und daraus hat die Autorin eine spannende Geschichte entwickelt, die auch jederzeit so hätte passieren können.
Protagonistin ist Rosa Silbermann, eine junge Jüdin aus dem Kibbuz, die während des Krieges aus Deutschland fliehen musste. Sie ist diejenige, die für den Mossad als Agentin den Kanzler schützen soll. Das Interessante für uns Leser ist einfach, dass sie keine Ausbildung zur Agentin absolviert hat. Rosa wird nur aufgrund ihrer Ortskenntnisse ausgewählt; und so erlebt man nicht nur die Suche nach dem Täter, sondern auch immer wieder Rosas aufblitzende Erinnerungen. Das macht das Buch noch authentischer und man hat das Gefühl, dass diese Geschichte eben doch auch hätte wahr sein können. Auch die anderen Figuren tragen zu diesem Gefühl bei. Jede einzelne ist nämlich wunderbar ausgearbeitet und detailliert gestaltet worden. Egal ob Rosas Gegenspielerin Sophie, Pfister, Agnes oder Ari – jede Figur wirkt einfach wie aus dem wahren Leben gegriffen. Sophie ist natürlich eine der Charaktere, die mit die größte Rolle spielen. Und sie ist wirklich kein sonderlich sympathischer Mensch, man verspürt sofort eine Abneigung, doch zugleich habe ich während des Lesens auch irgendwo Mitleid mit ihr gehabt. So wie es oft im wahren Leben ist. Faszinierend finde ich jedoch immer noch, dass sie eigentlich relativ stark meinem Bild einer Hausdame in dieser Zeit entspricht. Das hat einfach perfekt gepasst.
Es wäre zu viel, wenn ich jetzt auf jeden Charakter eingehen würde, der mir im Sinn geblieben ist und der mich fasziniert hat. Vor allen Dingen würde die Spoilergefahr sehr groß werden, denn es ist hier nicht jeder, was er zu sein scheint. Das macht es nicht nur Rosa schwer, ihre Aufgabe zu erfüllen, auch ich als Leser habe mit einigen Wendungen so definitiv nicht gerechnet.
Der Roman ist kein Actionbuch, es kommt zwar zu einigen Vorfällen, aber die Spannung kommt eher durch Rosas Erinnerungen und die Suche nach dem Attentäter. Es gibt jedoch wirklich zwischendurch Momente, in denen man die Luft anhalten kann – und sei es nur, dass Rosa bei ihrer Recherche nicht entdeckt wird. Irgendwie will man da ja auch helfen, oder? Ich muss auch sagen, dass nur der Spionage-Agenten-Teil nicht spannend gewesen wäre. Für mich gewinnt Bühlerhöhe auch durch die Vergangenheit. Und das sind nicht immer schöne Momente, ganz im Gegenteil. Da der Krieg einen Großteil der Erinnerungen einnimmt, sind es auch wirklich tragische Momente, die einem nahe gehen. Aber dadurch wird der Roman noch tiefer und noch realer.
BaBü
Spannend war es für mich natürlich auch, wie wohl meine Heimat in der Vergangenheit ausgesehen hat. Daher fand ich so kleine Momente, wie der Besuch auf dem Postamt im Bühl oder die Fahrt nach Baden-Baden einfach wunderbar. Es sind zwar nur kleine literarische Einblicke, aber ich finde einfach, dass sie die Bilder von damals noch etwas lebendiger machen. Und geht es nur mir so oder findet ihr es einfach auch faszinierend, wenn vielleicht eure Bahnstation plötzlich in einem Buch auftaucht? Mich begeistert das einfach.
Die Bühlerhöhe als Ortsteil und auch das Hotel Bühlerhöhe waren mir natürlich vorher schon ein Begriff. Doch die Vergangenheit kennt man eben nicht. Da ist das große Nobelhotel, aber ich wusste nicht einmal, dass Konrad Adenauer sich dort oft erholt hat. Auch die Entstehungsgeschichte wird zwischendurch einmal erwähnt und war überraschend spannend. Es ist einfach toll, wenn man dann eben doch noch etwas hinzulernen kann – und auf diese Art und Weise… immer wieder gerne!



Es ist kein Buch, das durch rasante Momente und durchgehende Spannung besticht, doch die Kombination aus Spionage und den Erinnerungen einer geflohenen Jüdin hat mich gefesselt. Selbst ohne den Heimatfaktor ist die Geschichte der Bühlerhöhe interessant und… ich bleibe dabei, diese Geschichte wirkt so real, dass sie einfach wirklich hätte passieren können. Und so Bücher sind doch einfach die Besten!



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[Rezension] #FolgedeinemHerzen – J. Vellguth


Titel: #FolgeDeinemHerzen
Autor: J. Vellguth
Erschienen: Juni 2016
ASIN: B01H2MXIAW
Preis: 2,99€
 
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J. Vellguth ist 1982 geboren und lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der schönen Schlossstadt Brühl bei Köln. Sie schreibt das, wonach ihr gerade ist – von Urban Fantasy über Märchen bis hin zu Romance. Hauptsache mit viel Gefühl, tiefen Charakteren und tollen Bildern.
In ihren Geschichten mischt sich die Lieber zur Mystik und Magie mit ihrem Hintergrund als Astrophysikerin.





Jung, engagiert und auf dem besten Weg, eine erfolgreiche New Yorker Tierärztin zu werden, hat Sara beschlossen, ihrer besten Freundin das ultimative Geburtstagsgeschenk zu machen. Die Sache hat dummerweise nur einen Haken – als Gegenleistung muss sie sich auf ein Date mit dem berühmten Vlogger und Frauenheld BigJake einlassen. Was für andere der Hauptgewinn wäre, ist für Sara ein Stelldichein mit ihrer größten Angst.

Was steckt hinter ihren Gefühlen und kann sie nach der Begegnung mit Jake tatsächlich einfach weitermachen wie bisher?

Wenn sie das Tierheim retten wollte, musste sie das gute Wetter ausnutzen.



Es ist jetzt tatsächlich schon ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe. Aber ich verrate euch was: Als ich mir überlegt habe, was ich in diese Rezension schreibe, hab ich mich praktisch sofort an den Inhalt erinnert – okay, die Namen der Nebenfiguren sind mir nicht präsent geblieben, aber wenn das alles ist… J. Vellguth hat es wirklich geschafft, einen einprägsamen, romantischen und herzerwärmenden Liebesroman zu schreiben. Und dann geht es auch noch um einen Vlogger! Kreisch, quietsch, Begeisterung. Ich stehe auf Geschichten, in denen Blogger und Vlogger Auftritte haben, ich gebe es ja zu. Da würde ich jetzt gerne viele Smilies zu Verdeutlichung verwenden. Zusätzlich zum Vlogger gibt es dann auch noch Hunde, bedürftige, niedliche Hunde! Was gibt es Herzerwärmenderes? Eigentlich nichts. Spätestens da hatte die Autorin mich gepackt.
Gut, es ist nicht das neu erfundene Rad, aber das machen der liebevoll detaillierte Schreibstil und das tolle Grundsetting sowie die Figuren wieder wett. Was ich eigentlich bis ans Ende anstrengend fand, war Saras Phobie gegenüber allem, was Social Media auch nur im Entferntesten nahe kommt. Grundsätzlich hatte ich schon Verständnis, aber sie war als Figur so extrem gestaltet in dieser Abneigung, dass ich es irgendwann nervig fand. Ein Glück für sie, dass Jake sich davon nicht hat abschrecken lassen. Trotzdem war sie ein toller Charakter, durchdacht, mit einem Ziel vor Augen und nicht unrealistisch perfekt gestaltet. Jake ist ja mein persönliches Highlight, ich gebe es zu. Zwar ist er doch etwas sehr ein Mister Perfect, aber ein sehr sympathischer. Außerdem finde ich es wunderbar, dass er uns einen Einblick hinter die Kulissen seines Vlogs gibt. Das ist nämlich ziemlich Arbeit, die dahinter steckt. Für mich als Bloggerin war das natürlich superspannend!
Interessant finde ich ja, wie Jake und Sara zusammenfinden. Zwar ist dieser Weg doch etwas konstruiert, bis sie wirklich aufeinander treffen, doch dafür sind ihre Dates danach wirklich entzückend. Da geht einem das Herz auf! Das Ende wiederum war mir persönlich dann eine Spur zu dramatisch, doch es passte zum Roman. Und zu Jake. Und irgendwie auch zu Sara. Okay, es passte eigentlich doch perfekt.
Und – wie schon erwähnt – es gibt Hunde. Hilfsbedürftige kleine niedliche Hunde. Das funktioniert bei mir nicht nur im realen Leben als Lockmittel, sondern scheinbar auch in Romanen!
Noch ein Wort zum Titel: Über lange Zeit war ich doch schon sehr verwirrt, dass der Titel ein Hashtag ist, aber so viel sei gesagt, mittlerweile finde ich den Titel einfach nur genial. Endlich mal ein außergewöhnlicher Titel, der ins Auge sticht und sich dann so perfekt in das Buch einfügt. Toll!




Ein romantischer kleiner Sommerroman, der einem das Herz erwärmt (Hunde!) und spannende Charaktere hat. Insbesondere Vlogger Jake hat es mir hier angetan – ein moderner Mr. Perfect.



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[E-Rezension] Wie angelt man sich einen Piraten? – Marita Sydow Hamann


Titel: Wie angelt man sich einen Piraten
Autor: Marita Sydow Hamann
Reihe: Magisches Geflüster
Erschienen: 2016
ASIN: B01HMW5LWK
Preis: 2,99€
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Marita Sydow Hamann wurde in Alesund, Norwegen, geboren und wuchs
unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. Nach dem
Abitur begann sie ein Lehramtsstudium und eine Heilpraktikerausbildung.
Sie unterrichtete Reiten, Norwegisch und Deutsch. Im Jahr 2000 zog sie
nach Schweden. Dort arbeitete sie als persönliche Assistentin für Kinder
und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In den
Schlafpausen ihrer Patienten begann sie mit dem Schreiben.
Aktuell lebt Marita Sydow Hamann mit ihrem Mann, drei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen auf einem kleinen Hof in Smaland.




Neele Petersen hat einige schwere Schicksalsschläge hinter sich. Nachdem ihre jahrelang bettlägerige Mutter verstirbt, entscheidet sich Neele dafür, ein neues Leben zu beginnen. Um den nötigen Abstand zu gewinnen, fliegt sie erst einmal in den Urlaub – vier Wochen Schottland!

Doch gleich am ersten Tag wird sie in einen schweren Unfall verwickelt, der einen gewissen Laird Jack McLean lebensgefährlich verletzt. Seitdem verfolgen die kalten Augen des allseits verhassten Lairds Neele Nacht für Nacht in grausamen Albträumen. Doch damit nicht genug. Das idyllische Cottage, das Neele gemietet hat, gehört zu McLean Castle, und dort spukt niemand anderes als Kapitän Jack McLean – seit über 270 Jahren tot und ein früher Verwandter sowie Namensvetter des nun im Koma liegenden Lairds…

Verächtlich blickte Jack McLean auf den alten Mann hinab, der händeringend vor ihm stand.



Love is in the air~ Und zwar ziemlich laut knisternd, nur dass die Beteiligten davon natürlich erstmal noch nichts wissen wollen. Doch ganz am Beginn fängt die Geschichte erst einmal… mit einem echt A**** an. Ich habe das erste Kapitel gelesen und war einfach nur so: Boah, *****, &%&§$“(%, $&)&“&$! Da war ich echt ziemlich angenervt und ehrlich? Ich konnte diesen Idiot so was von nicht leiden. Außerdem fragte ich mich, was das mit einem Piraten zu tun hat – ich habe das Buch nämlich ohne den Inhaltstext von oben gelesen. Hätte ich ihn gelesen, hätte ich auch ein paar Hinweise mehr gehabt, was dieser Idiot da sollte.

Es ist eine entzückende und eigentlich ziemlich romantische Geschichte rund um Neele und Captain Jack. Außerdem gibt es ja kaum was Spannenderes als einen spukenden Piraten, oder? Und die beiden ergaben lesetechnisch einfach ein erstklassiges Team. Es hat Spaß gemacht, die beiden interagierend zu lesen. Neele, die das erst für eine Halluzination hält, Jack, der Neele eigentlich nur loswerden will, sie aber irgendwie doch ganz niedlich findet. Und gerade die Wortgefechte zwischen den beiden sind ein Highlight. So was lese ich einfach zu gerne, weil es Spaß macht.
Die Geschichte ist natürlich nicht die komplizierteste Story auf den Planeten und das Ende lässt sich mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und Liebesromanerfahrung durchaus erahnen, doch wenn so eine einfache Story gut geschrieben ist, dann lese ich das liebend gerne. Außerdem machen die Charaktere ja immer noch einiges aus und diese hier sind allesamt liebevoll und detailliert gestaltet. Neele hat Vergangenheit und einiges aufzuarbeiten, doch auch Jacks Geschichte ist nicht ohne. Ich verrate sie euch jetzt nicht, aber so viel sei gesagt: Wir haben hier eine richtige toll und wild-romantische Geschichte mit der gehörigen Portion Spannung und Gefahr. Und ich mag Jack einfach. Auf den ersten Blick scheint er ja ein harter Kerl zu sein, grimmig und garstig, aber man lernt ihn wirklich gut kennen und verstehen und schätzen. Doch nicht nur die zwei Protagonisten sind gut gestaltet. Auch beim Rest merkt man Maritas Liebe zum Detail.




Wie angelt man sich einen Piraten? ist eine wunderbar leichte Liebesgeschichte, die zwar nicht mit außergewöhnlichen Wendungen, aber dafür mit wunderbaren Charakteren besticht. Perfektes Lesematerial für die heißen Tage.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Inselfrauen – Sylvia Lott


Titel: Die Inselfrauen
Autor: Sylvia Lott
Verlag: Blanvalet
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7341-0059-8
Preis: 9,99€
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Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige
Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und
Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane „Die
Rose von Darjeeling“, „Die Glücksbäckerin von Long Island“ und „Die
Lilie von Bela Vista“. Sylvia Lotts neuer Roman „Die Inselfrauen“ spielt
auf ihrer Lieblingsinsel Borkum.




Auf der Suche nach einer beruflichen Auszeit mietet sich die Journalistin Nina in der Borkumer Frühstückspension ein, in der sie einst den schönsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Damals verliebte sie sich in Klaas und träumte von einem Leben an seiner Seite — bis er ihr Herz brach. In der Zwischenzeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie in der Pension. Sie interessiert sich sehr für die Geschichte der Insel und für das, was Nina dort erlebte. Während Nina es endlich wagt, ihrer Vergangenheit ins Auge zu sehen, befindet sich plötzlich auch Klaas wieder auf der Insel. Und dann ist da noch ein Walzer, dessen Melodie eine Liebe beschwört, die nie verging …

Ein heiseres, tiefes Tuten ließ Nina zusammenfahren.





Ich finde ja, dass im Moment das perfekte Wetter ist, um sonnige Inselromane zu lesen. Und warum immer ins Ausland, wenn auch hier in Deutschland tolle Inseln existieren? Daher fiel mir der Roman gleich ins Auge. Statt dem ewigen Sylt, was meiner Ansicht nach fast zu oft in Romanen genutzt wird, erlebt man hier die Insel Borkum. Das hat mich dann noch mehr gereizt, denn auf Borkum war ich noch nie.
Es ist ein Liebesroman, ein sehr ruhiger und schöner Liebesroman. Wir haben hier zwei Protagonisten, die nicht mehr Anfang Dreißig sind und die schon einmal die Liebe zusammen erlebt haben. Doch dann haben sie sich aus den Augen verloren und nun, welch ein Zufall, sind sie zeitgleich zurück auf Borkum. Mit diesem Hintergrund ist das Rad vielleicht nicht neu erfunden worden, aber dennoch ist es doch einfach immer wieder schön, wenn man in so romantische Geschichten absinken kann. Und hier hat das Buch genau das richtige Maß an Liebe, Drama und Insel mitbekommen.
Nina ist unsere Protagonistin, eine welterfahrene und bekannte Frau, die sich jedoch nach Erholung auf ihrer Insel sehnt. Nur weil sie sicher ist, dass Klaas, ihre Jugendliebe eben nicht mehr auf der Insel lebt, kehrt sie schließlich zurück. Nina ist eine eigentlich sehr selbstbewusste Frau, die weiß, wo im Leben sie steht. Und das wird dann erschüttert, als sie Klaas wiederbegegnet. Okay, ich sag es euch, wie es ist: Ich finde, dass Nina eine tolle, bewundernswerte Frau ist. Ehrlich. Aber ich fühle mich ihr nicht so nahe. Und das gilt für alle Charaktere. Es gab keinen so Bamm-Charakter, der mich richtig in den Bann gezogen hat. Wir haben tolle Figuren, wirklich, tolle Hintergrundgeschichten, aber – auch wenn ich es gern gelesen habe – mir fehlt der Identifikationscharakter.
Nichtsdestotrotz, das betone ich gerne noch einmal, sind es tolle Charaktere. Mit Geschichte und Ecken und Kanten und Charakterstärken und -schwächen. Auch Rosalie, Ninas Nichte, gefällt mir richtig gut. Die liebevolle Art, wie sie die Pension wieder etwas stärken will, und ihre Neugierde an der Geschichte, sind wunderbar. Nur kam ich einfach nicht ganz so rein in die Charaktere.
An der Story an sich ist der Hintergrund mit dem Walzer wirklich sehr durchdacht und perfekt eingebracht. Auch die Inspiration dazu, welche die Autorin anfangs kurz beschreibt, kann ich einfach nachvollziehen. Darum hat sie eine wunderbare Sommergeschichte konstruiert. Sowohl die Ausflüge in die Vergangenheit als auch die Probleme der Gegenwart wirken nicht überdramatisiert, sondern leicht und natürlich. Eben der perfekte Sommerroman!




Für mich hat Die Inselfrauen das Potenzial zum perfekten Sommerroman. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass die Figuren mir etwas fremd blieben, denn selbst damit hat das Lesen Spaß gemacht.




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Danke an das Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. 

[Rezension] Ein Sommer in St. Yves – Anne Sanders


Titel: Sommer in St. Ives
Autor: Anne Sanders
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7645-0546-2
Preis: 14,99€
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Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.




Lola Lessing stehen turbulente Wochen bevor: Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Geschwistern reist die junge Frau nach Cornwall, um ihrer Großmutter Elvira einen letzten Wunsch zu erfüllen. Denn Elvira möchte ihre Lieben noch einmal um sich haben, und zwar in dem charmanten Fischerdorf St. Ives, wo sie den glücklichsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Niemand ahnt, dass Elvira hier einst ihre große Liebe gefunden hatte — und dass die ganze Familie kurz davor steht, in Elviras geheimnisvolle Vergangenheit einzutauchen und den überraschendsten Sommer ihres Lebens zu verbringen …

Mein Großvater hat immer gesagt, man muss im Leben dicke Bretter bohren.



Ich verrate euch jetzt was: Ich hatte noch nie so einen seltsamen Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Ganz im Ernst. Normalerweise klingt die Story interessant, man mag den Autor oder das Cover erregt die Aufmerksamkeit. Nichts davon hat mich hier dazu bewogen, das Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es gar nicht gelesen, wenn nicht… meine Kollegin plötzlich mit den folgenden Worten aufgetaucht wäre: „Hast du uns verheimlicht, dass du ein Buch geschrieben hast?“
Ja, auf den ersten Blick sehen Anne Sanders und ich uns tatsächlich recht ähnlich und ich gebe es zu… das war mein absolut seltsamer Grund, dieses Buch zu lesen.
Wobei ich sagen muss: Das Cover ist natürlich auch toll. Das weiße Holz, das Holzboot und die verschiedenen Flaschen geben einfach so ein leichtes Sommergefühl, das schaut man sich gerne an.
Beim Lesen habe ich mich anfangs etwas schwer getan, die Leichtigkeit des Covers habe ich nicht einfangen können und kam somit nicht ganz so gut in das Buch rein. Aber Hartnäckigkeit lohnt sich, denn es verbirgt sich eine bezaubernde Liebesgeschichte hinter den ersten Seiten. Ich denke, es war auch etwas schwieriger, weil die Situation am Anfang alles andere als leicht für die Protagonistin ist. Doch von Seite zu Seite entwickelt sich die Leichtigkeit, die man sich auch schon vom Cover her vorgestellt hat. Die Knoten der verworrenen Geschichte entwirren sich und Lola, also der Hauptcharakter, findet sich langsam in der Situation wider.
Es ist interessant, dass hier nicht ein Brief oder ein Bild die Vergangenheit aufstehen lässt, sondern wirklich Elvira selbst den Stein ins Rollen bringt. Man hat ja mittlerweile recht oft diese Bücher, in denen ein Nachfahre etwas findet und sich plötzlich eine neue Geschichte entpuppt. Doch ich finde es viel spannender, wenn es von der Person selbst ausgelöst wird und von daher hat mir nicht nur Lolas, sondern eben auch Elviras Geschichte sehr gut gefallen.
Es erklärt auch viel über die Charaktere, denn anfangs kann man Elvira einfach nur als starke und vielleicht auch sehr harte Frau einschätzen, doch ihre Geschichte zeigt sie in einem neuen Licht. Das ist es eben, man sollte die Menschen nie nach dem ersten Eindruck einschätzen, wer weiß, was sich dahinter verbirgt. Eine sehr schöne Botschaft, welche die Autorin hier in schöne Worte eingepackt hat.
Auch Lola erscheint anfangs anders als sie ist. Dennoch ist sie mir von Anfang an sympathisch, weil ich ihre Situation so gut nachvollziehen kann. Durch die Ich-Perspektive kriegt man natürlich auch mehr von ihren Gedanken und Gefühlen mit als von den anderen. Und ihre Einschätzung der Familie ist so herrlich schräg und ehrlich. Denn, wie fast jeder von uns, hat Lola eine ziemlich verrückte Familie, wenn man mal genau hinsieht. Ihr morbid veranlagter Bruder ist da nur der offensichtlichste Charakter, die anderen halten dafür im Buch noch so manche Überraschung für euch bereit.
Dass Lola sich verliebt, dürfte bei dem Genre keine Überraschung sein. Doch ich muss sagen: Die Liebesgeschichte ist überraschend angenehm. Zwar fehlt am Ende auch nicht das kleine Drama, dafür ist ansonsten nicht übertrieben, sondern sehr natürlich und die Story wirkt dadurch sehr ehrlich.
Allgemein fand ich das Buch eine angenehme Sommergeschichte, die man auch super am Strand lesen könnte. Oder in einem kleinen Café unter einem Sonnenschirm. Es ist einfach ein wunderbares Urlaubsbuch, das nicht nur mit der Geschichte an sich, sondern auch mit der Sprache besticht.
Wenn ich hier so schreibe, frage ich mich sogar, warum ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden. Und tendiere dazu: Es war der falsche Moment für das Buch, denn nach einer Unterbrechung von ein paar Wochen konnte ich es danach in einem Rutsch zu Ende lesen.




Ein ganz bezauberndes Buch mit einer sehr angenehmen Liebesgeschichte, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten dann in den Bann gezogen hat.



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt