Alles in Farbe – Annie Sloan [Rezension]

Titel: Alles in Farbe
Untertitel: 40 neue DIY-Ideen für Möbel, Wände, Türen, Böden & Textilien
Autor: Annie Sloan
Original: Annie Sloan Paints Everything
Aus dem Englischen: Wiebke Krabbe
Verlag: DVA
Erschienen: April 2017
ISBN: 978-3-421-04064-0
Preis: 29,95€
Leseprobe
 
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Bücher ihren Titel dem Slogan auf einem Rührstab für Farbe verdanken, aber genau das ist in diesem Fall passiert.

 

Ich liebe Farbe (was man auch unweigerlich meinem Instagram-Profil entnehmen kann). Sie macht das Leben einfach herrlich bunt und richtig eingesetzt hat man einfach wunderbare Akzente. Nur hätte ich nicht gedacht, dass ein Buch über Farbe mich so langweilen könnte.

Dank dem DVA-Verlag und dem Bloggerportal durfte ich in Annie Sloans „Alles in Farbe“ reinschauen und war eigentlich voller Vorfreude. Das war vermutlich ein Fehler. Es gibt vierzig Tipps, wie man mit Farbe sein Zuhause verschönern kann. Letztlich erschien es mir nur wie ein Werbebuch für Annie Sloans eigene Farbe. Chalk Paint im Übrigen. Sicher eine schöne Idee, aber so exzessive Werbung schrägt mich dann eben doch ab.

Außerdem muss ich jetzt mal ganz offen und ehrlich sein: Ich fand viele Projekte einfach… nicht schön. Dass es nicht mein Geschmack war und dass es auch nicht in meine Wohnung passt, das ist hier eine völlig andere Sache. Ich kann auch Dinge toll finden, die eigentlich nicht meinen Geschmack treffen, ich liebe gut gemachte DIY-Sachen. Aber hier fand ich einiges einfach… nicht schön. Irgendwie hätte ich mir da von Annie Sloan mehr erwartet.

Bei Interieurbüchern muss ich normalerweise einmal das ganze Buch durchblättern und DANN lese und bestaune ich nochmal alles in Ruhe. Hier war ich relativ schnell lustlos und hatte das Bedürfnis, das Buch einfach wegzulegen. Obwohl ich noch nicht mal durchgeblättert hatte!
Tatsächlich lag es dann auch erstmal ein paar Tage, bevor ich mich noch einmal intensiver damit befasst habe. Das Ergebnis war… das gleiche. Mich sprechen die Ideen nicht an, mich nervt die intensive Eigenwerbung und so wirklich neu und außergewöhnlich fand ich die Projekte auch nicht. Zwar wirbt der Untertitel mit neuen DIY-Ideen, aber ehrlich mal: Ein Sideboard hat doch jeder schon mal umlackiert, oder? Oder einen Stuhl? Das ist ja an und für sich okay, immerhin sieht jedes Design ja ein bisschen anders aus, aber dann spreche ich nicht von neuen DIY-Ideen. Außergewöhnliche DIY-Ideen wären doch eine Möglichkeit gewesen, oder?

Ich merke, das Buch ist nicht meins – immerhin hänge ich mich schon an so Kleinigkeiten auf und insgesamt hat es mir ja auch nicht gefallen. Farbe hat normalerweise so etwas Frisches und Belebendes, doch in diesem Buch wird diese Lebendigkeit für mich nicht transportiert. Der Farbfunke sprang nicht über, die Inspiration erst recht. Schade. Ich hatte mir einfach mehr erhofft.

 


 

Annie Sloan ist Expertin für Farbe und dekorative Malerei. Mittlerweile hat sie mehr als 20 Bücher veröffentlicht, darunter auch der Klassiker „Wohnen mit den richtigen Farben“. Bekannt ist sie auch für die von ihr entwickelte Farbe Chalk Paint TM, die bei mehr 1500 Fachhändlern weltweit erworben werden kann. Annie Sloan lebt mit Mann und drei Söhnen abwechselnd in Oxford und Frankreich.

 

Annie Sloan zeigt, was man mit Farbe in der Wohnung alles machen kann. Wer jetzt nur an Wände denkt, liegt falsch: Auch Fußböden, Textilien, Lampen und vieles mehr kann mit Farbe einen völlig neuen Anstrich bekommen. Drei Kapitel beinhaltet das Buch, die viele Ideen und Tipps für den neuen Look zeigen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen vereinfachen das Nachmachen. Das Beste: Man braucht keine Vorkenntnisse und muss nicht der nächste Picasso sein – Individualität kann so einfach sein!

 

Mein Dank geht an DVA für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde – Annet Huizing


Titel: Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde
Autor: Annet Huizing
Verlag: mixtvision
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95854-056-9
Preis: 13,90€

 
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Annet Huizing liebt Kröten und radelt gern durch die Dünen, sie spielt Akkordeon, gärtnert viel und schreibt ganz nebenbei zahlreiche Kinderkolumnen und Kinderbücher. Annet Huizing lebt auf einem Hausboot in Utrecht.




Katinka ist dreizehn und hat einen großen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden! Eines Tages nimmt sie all ihren Mut zusammen und bittet ihre Nachbarin, die berühmte Autorin Linda, um Tipps. Mit Lindas Hilfe schreibt Katinka ihre eigene Geschichte auf – von der neuen Frau an der Seite ihres Vaters, die sie nicht als neue Mutter akzeptieren kann. Ob es ein Happy End geben wird?



Ich denke jetzt schon eine Weile über dieses Buch und die Rezension dazu nach, aber ich bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Irgendwie weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll. Bis auf eines: Das Notizbuch hinten drin ist super! Das gefällt mir richtig gut, genau wie die Schreibtipps.
Nur… wie beschreibe ich euch das jetzt am Besten? Im Prinzip ist dieses Buch hier rund um Schreibtipps für Katinka ausgelegt. Katinkas Mutter lebt nicht mehr und nun zeigt ihr ihre Nachbarin, wie sie am Besten schreibt, was sie beachten muss. An und für sich ein tolles Konzept. Und mit der toten Mutter und der lebenden sexy Date-Alternative für den Vater findet sich letztlich auch ein roter Faden für Katinkas Geschichte. Aber das Ende hat mich so unglaublich unbefriedigt hinterlassen. Ich war einfach nicht zufrieden, wie es geendet hat. Die Geschichte findet schon ein Ende, nur… mir reicht das nicht. Und gerade ganz am Schluss weiß ich echt nicht, was ich davon halten soll. Der Sprung ist zu groß und überhaupt nicht nachvollziehbar. Beziehen sich die Worte auf den Inhalt des Buches oder doch wirklich auch ein bisschen auf die Autorin.
Normalerweise sind Fragen ja was Gutes, wenn sie zum Nachdenken anregen, aber hier finde ich es überhaupt nicht überzeugend und einfach unbefriedigend.
Letztlich ist das kein großer Kritikpunkt, weil die Tipps für Katinka gut eingebaut wurden und auch anschaulich dargestellt und das ist ja eigentlich das große Ziel eines Buches. Aber für mich gehört zu gutem Schreibkönnen und guten Tipps auch die Fähigkeit, ein Buch zufriedenstellend zu beenden. Und dieser Abschluss ist meinen Augen nicht gut gelungen, also ist das gesamte Konzept für mich sehr wackelig und nicht stimmig. Ich denke, das ist es, was mich so wirr macht und mir auch diese Rezension hier so erschwert hat.
Ansonsten fände ich das Buch klasse: eigenwillige Charaktere, eine vielleicht nicht außergewöhnliche Geschichte, aber sehr herzlich und lebensnah, und ein sehr gut lesbarer Schreibstil. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, wäre ich echt begeistert.





Das Ende hat mich einfach aus dem Konzept gebracht. Ansonsten finde ich die Idee grandios und die Tipps sind vielleicht nicht außergewöhnlich, aber für Teenager sehr gut gestaltet. Das alles wurde in einer schönen kleinen Geschichte verpackt, die nur am Ende irritiert hat.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Mit Liebe gewürzt – Mary Kay Andrews


Titel: Mit Liebe gewürzt
Autor: Mary Kay Andrews
Original: Deep Dish
Aus dem Englischen: Lena Kraus
Verlag: S.Fischer
Erschienen: Januar 2016
ISBN: 978-3-596-03196-2
Preis: 9,99€
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Mary Kay Andrews wuchs in Florida, USA, auf und lebt mit ihrer Familie in Atlanta. Im Sommer zieht es sie zu ihrem liebevoll restaurierten Ferienhaus auf Tybee Island, einer wunderschönen Insel vor der Küste Georgias. Seit ihrem Bestseller ›Die Sommerfrauen‹ schreibt sie Jahr für Jahr einen wunderbaren Sommerbestseller und gilt als Garantin für die perfekte Urlaubslektüre.




Gina Foxton hat sich gerade als Fernsehköchin eines regionalen Senders einen Namen gemacht, als ihre Welt zusammenbricht. Erst erwischt sie ihren Produzenten und Lebenspartner in flagranti, dann eröffnet ihr dieser, dass ihre Sendung abgesetzt werden soll.
Nicht mit ihr! Mit Tränen in den Augen beschließt Gina, dass sie es jetzt erst recht allen beweisen muss. Sie will den Sprung ins nationale Fernsehen wagen. Dafür muss sie jedoch an Tate Moody vorbei, der die Kochszene mit genialen Rezepten, seiner frischen Art und einem sexy Lächeln dominiert. Dem Angeber werde ich es zeigen, denkt Gina und nimmt die Herausforderung zu einem Kochwettbewerb der Superlative an. Wenn sie nur nicht bei jeder Begegnung mit Tate den Kopf verlieren und die falschen Zutaten in den Kochtopf schütten würde …



Noch eine Woche.



Mit Liebe gewürzt. Mit Neugierde gelesen. Mit Unzufriedenheit beendet. 

Ich lese Mary Kay Andrews gerne, in der Regel. Vielleicht hätte ich ihr Buch nicht unbedingt auf Worte in meiner Hand lesen sollen, doch ich war einfach nicht wirklich zu 100% überzeugt am Ende des Buches. Dabei haben die Zutaten mich hier sofort überzeugt, dass ich das Buch lesen will: zwei unterschiedliche Köche, die gegeneinander kochen und sich dabei näher kommen. Eigentlich eine schöne Situation, natürlich nicht vollkommen neu und die Idee, aber eine mehr als solide Grundlage, die einfach Spaß machen kann. Woran liegt es nun, dass das hier nicht der Fall war? Ganz klar, bei mir liegt es an den Charakteren. Es prickelt einfach nicht, nicht zwischen Gina und Tate, nicht zwischen Gina, Tate und mir.
Doch was ist das Problem zwischen uns dreien – immerhin funktionieren so Dreiecksbeziehungen sonst hervorragend? Mein Problem ist es, dass es bei der Sympathie nicht direkt klick gemacht hat. Regina (übrigens ein sehr schöner Vorname, der in Büchern viel zu selten vorkommt ;)) ist Fernsehköchin, die von ihrem Freund nicht nur betrogen, sondern auch verbogen wird. Dass sie einfach ihren Kleidungsstil verändert, sich ihre Haar färben lässt und einen auf supersexy macht, nur um die Wünsche ihres Freund-Produzenten zu erfüllen, ist nicht das Bild einer starken Frau. Natürlich verändert sich das im Buch, doch dadurch konnte ich nicht direkt den „Kontakt“ zu ihr aufbauen… Himmel, das klingt echt esoterisch, aber es ist einfach so. Gina ist ein netter Charakter, aber mehr auch nicht. Außerdem hatte ich nur bei ihr, sondern auch bei ihrem Gegner Tate das Gefühl, dass da der Tiefgang fehlt. Das zeigt sich allein in der familiären Situation: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Tate ein einziges Mal seine Familie erwähnt, sonst ist da nichts. Und bei Gina lebt zwar die kleinere Schwester, doch so wirklich anheimelnd wirkt es nicht. Die Darstellung ihrer Mutter ist genauso oberflächlich. Ich mag gerade bei so Geschichten den Zusammenhalt der Familie und bei dem Wettkampf hätte doch familiäre Unterstützung auch gut gepasst.
Für mich sind die Charaktere so weit etwas lieblos gestaltet, insbesondere, was den Hintergrund angeht. Aber es war ja nicht alles nur negativ, ich muss mal Tates Liebe zu seinem Hund erwähnen. Eine tolle Sache, da sah ich den kleinen Wuschel wirklich vor mir und er hat doch für amüsante Situationen gesorgt.

Der Wettkampf an sich ist spannend (und appetitanregend), doch der Weg dahin ist ein weiter. Das Buch kommt sehr langsam in Gang. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Autorin bei diesem Werk eher etwas ratlos war und die Ideen nicht so flossen wie bei anderen Büchern. Weder die Geschichte noch die Beziehung kommen sonderlich schnell in Gang. Und da ein Liebesroman vom Prickeln und einer Liebesgeschichte lebt, fehlt hier eindeutig Leben. Gerade der Teil mit der Liebe wird erst im letzten Drittel so richtig interessant, davor sind es zwei Gegner, die sich ähneln, aber eben nicht ganz grün sind. Bei dem Wettkampf lernen sie sich kennen und empfinden Sympathie. Es ist einfach nicht so schön prickelnd, und tolle ironische Wortgefechte vermisse ich auch. Das Buch bleibt einfach auf voller Linie seicht und flach.
Aber es war wirklich nicht alles schlecht. Mit Liebe gewürzt hat sich dennoch gut gelesen, eine leichte Abwechslung für zwischendurch. Gerade durch die Nebencharaktere hat es dann doch wieder an amüsanten Momenten gewonnen, auch wenn es letztlich nicht geflasht hat.

zur Rezension





Das Buch war nett. Aber ich habe eindeutig schon bessere Liebesromane gelesen. Die schönen Momente kamen bei mir durch die Interaktion mit den anderen Charakteren, nicht durch die Liebesgeschichte. Einer von Mary Kay Andrews schwächsten Romanen.


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Dog & Scissors – Kamon Ohba, Tetsuhiro Tabeshima


Titel: Dog & Scissors
Autor: Kamon Ohba, Tetsuhiro Tabeshima
Original: Inu to Hasami wa tsukaiyo
Band: 1
Aus dem Japanischen: Oke Maas
ISBN: 978-3-7704-8539-0
Genre: Fantasy, Comedy, Shoujo
Verlag: Egmont
Erschienen: Datum
Preis: 7,50€
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Inhalt

Der lesesüchtige Harumi kommt bei einem Überfall ums Leben, als er ein Mädchen vor einem Räuber beschützen möchte. Zu seiner Überraschung wartet auf ihn nicht das Jenseits, sondern er erwacht im Körper eines kleinen Hundes! Das Mädchen, das er beschützte, kommt kurz darauf in die Tierhandlung und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Sie kann nämlich als einziger Mensch weit und breit Harumis Gedanken hören und sich normal mit ihm unterhalten! Wie sich herausstellt, ist sie Harumis absolute Lieblingsautorin, auch wenn er sie sich nicht so sadistisch und verrückt nach Scheren vorgestellt hätte …

Zeichenstil


Der Zeichenstil ist an und für sich ganz ansprechend. Und ich muss sagen, die Zeichnungen des Hundes aka Harumi sind wirklich toll und haben teilweise eher einen realistischen Touch und wirken nicht ganz so mangahaft. Man findet bei Harumi von beidem etwas. Ansonsten wird wirklich viel mit Rasterfolien gearbeitet, allerdings nicht Shoujo-typisch mit Glanz und Blumen, sondern eher Hintergrundfolien in Karo, Punkten und ähnlichem.
Die Haare sind dagegen deutlich an dem Shoujo-Stil angelegt. Insbesondere Harumi vor seiner Hundeverwandlung hat eine typische Frisur. Natsuno ist eher etwas härter gezeichnet, vor allen Dingen im Gegensatz zu Vor-Hund-Harumi.

Meine Meinung

Dog & Scissors ist kein Manga, der bei mir sonderlich viel Eindruck hinterlassen hat. Es ist doch schon ein Weilchen her, dass ich ihn gelesen habe und es fällt mir schwer, ihn mir richtig in Erinnerung zu rufen. Außerdem werde ich ihn auch definitiv nicht weiter verfolgen. Eigentlich klang die Story ganz gut, aber mich konnte es dann umgesetzt doch nicht überzeugen.
Harumi als typischer Nerd und Fan ein bestimmten Serie in Buchform ist trotz seiner Verwandlung langweilig. Eigentlich eine tolle Ausgangssituation, doch es konnte mich einfach nicht vom Hocker reißen. Und mit Natsuno konnte ich gar nichts anfangen. Keine Sympathie, kein Verständnis. Natsuno ist einer dieser Charaktere, bei denen ich verständnislos da sitze und die ich eigentlich gar nicht bräuchte.
Natürlich muss man sagen, dass das hier erst der erste Band ist und es durchaus noch Möglichkeiten zur Entwicklung gibt, doch bisher hat mich weder Story noch Charaktere noch Zeichenstil so umgehauen, dass ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Dazu einfach die Tatsache, dass sich die Geschichte nicht wirklich eingeprägt hat…

Fazit

Nicht mein Manga. Story bisher langweilig und ohne roten Faden, Figuren sehr charakterschwach und Zeichenstil in Ordnung, aber nicht genug, um meine Meinung vollkommen umzustimmen.

Bewertung

Quellen:
CoverInhalt

[Rezension] Was ich dir noch sagen wollte – Tom McAllister


Titel: Was ich dir noch sagen wollte
Autor: Tom McAllister
Original: The Widower’s Handbook
Aus dem Amerikanischen: Christa Schuenke
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-455-65041-9
Preis: 12,99€

 
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Autor

Tom McAllister, 1982 in Philadelphia geboren, ist Redakteur beim Barrelhouse Magazine, Mitbetreiber des Podcast Book Fight und unterrichtet Englische Literatur an der Temple University in Philadelphia.


Inhalt

Von einem Tag auf den anderen wird der dreißigjährige Hunter Witwer. Eben war sie noch da, jung und voller Elan, nun ist Kait fort – für immer. Hunters Herz ist gebrochen. Unfähig, in sein altes Leben zurückzukehren, nimmt er die Urne mit Kaits Asche, lässt alles hinter sich und macht sich auf die Reise, die er seiner Frau immer versprochen hat, einmal quer durch Amerika, von Ost nach West. Eine Reise, auf der er in die kuriosesten Situationen gerät und den schrägsten Figuren begegnet. In seinen Gedanken und Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben, an glückliche Momente und verpasste Chancen ist Kait immer bei ihm. Aber was wird die Zukunft bringen? Wird es Hunter gelingen, Kait gehen zu lassen?

Erster Satz

Du verliebst dich nicht auf den ersten Blick, nicht mal beim ersten Kuss, sondern erst viele Monate später, in jenem unauslöschlichen Moment, in dem du, ehe es hell wird, in ihrem Bett aufwachst, dein Arm auf ihrem Brustkorb ruht, der Umriss ihrer Hüften sich deiner eigenen Silhouette anschmiegt wie ein Fluss und du das Gefühl hast, dass ihr zwei Puzzleteile seid, die ineinandergreifen, die nur dafür gemacht sind, zueinander zu passen und zu niemand anders.

Meine Meinung

Habt ihr diesen ersten Satz gesehen? Alter Falter! Mir war das schon fast zu viel erster Satz. Okay, nicht nur fast. Mir war das schon zu viel erster Satz! Ich mag Schachtelsätze und mag lange Sätze, aber das war zu viel! Leider setzt sich das fort und somit ist eines klar: Der Stil und ich wurden das gesamte Buch über keine Freunde!
Das hat natürlich auch mein ‚Verhältnis‘ zur Geschichte getrübt. Wenn einem schon das grundlegendste Element nicht zusagt, kann das einfach nicht werden. Hinzu kommt, dass ich mir von den schrägen Personen deutlich mehr… Schrägheit versprochen habe. Das waren auch gar nicht so viele. Es war eigentlich recht mau, wenn ich so darüber nachdenke. Die Charaktere waren nicht geschrieben, dass sie sonderlich viel Eindruck hinterlassen und eigentlich fand ich ihre Motive nicht schräg, sondern nachvollziehbar und dem Leben entnommen.
Dazu kommt, dass Hunter echt eine Jammertante ist. Ja, er hat die Liebe seines Lebens verloren und ja, da kann man überreagieren, aber irgendwann wirkt das nicht mehr fundiert und nicht mehr nachvollziehbar. Mir hat es eher ein müdes Gähnen entlockt als Mitleid oder Mitleiden. Wo andere Autoren es schaffen, die Trauer einfach an mich als Leserin zu transportieren, entsteht hier eher Unverständnis. Mag vielleicht an der mangelnden Liebe zu dem Schreibtisch, aber nein. Überzeugt hat mich Hunters Trauer nicht.
Allgemein fehlt da dieses gewisse Etwas, welches mich flasht, zum Weinen bringt, zum Lachen bringt, welches mich grübeln lässt oder einfach so fesselt, dass ich das Buch aus der Hand legen kann! Hier war es ein müdes Gähnen, Unverständnis, Enttäuschung angesichts der Figuren und eher Unlust, das Buch zu beenden.


Fazit

Die Geschichte an sich ist eine nette Idee, deren Potenzial jedoch völlig ungenutzt bleibt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] 30 Tage und ein ganzes Leben – Ashley Ream


Titel: 30 Tage und ein ganzes Leben
Autor: Ashley Ream
Original: Losing Clementine
Verlag: btb
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-442-74611-8
Preis: 12,99

 
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Autor

Mit 16 Jahren bekam Ashley Ream ihren ersten Job bei einer Zeitung.
Seitdem hat sie für verschiedene Magazine in ganz Amerika geschrieben,
bis sie es irgendwann leid war, ständig einer Deadline
hinterherzulaufen. Also suchte sie sich einen „richtigen“ Job und
schrieb nur noch in ihrer Freizeit – mit Erfolg: In den USA wollten
gleich mehrere Verlage ihren Debütroman „30 Tage und ein ganzes Leben“
veröffentlichen. Nach über zehn Jahren in L.A. lebt Ashley Ream heute in
Wisconsin, trainiert für einen Marathon und schreibt an ihrem zweiten
Buch.

Inhalt

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater fi nden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

Erster Satz

Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.

Meine Meinung

Hm… das Buch war… seltsam. Der Klappentext klingt richtig gut, aber ich gebe zu, ich habe mir etwas anderes vorgestellt und das war vielleicht auch das Problem. Doch mein größtes Problem hierbei war, dass mir die Hintergründe für den geplanten Tod nicht genug ausgearbeitet waren. Für mich hat sich das alles etwas Wischiwaschi angefühlt, es hat einfach die emotionale Tiefe gefehlt. Als jemand, der so schwarze Zeiten, die Protagonistin Clementine hat, durchaus verstehen könnte, habe ich erstaunlich wenig Mitgefühl gehabt und konnte mich wirklich schlecht in ihre Situation versetzen.
Clementine ist einfach keine Sympathieträgerin. Sie hat harte Zeiten durchgemacht, dennoch empfinde ich sie als arrogant und mir nicht sympathisch. Mag sein, dass andere Leser das als vollkommen anders empfinden, aber ich wurde mit Clementine einfach überhaupt nicht warm. Daher war da auch eine Distanz beim Lesen, da sie ja ihre letzten dreißig Tage erzählt und wenn man mit der erzählenden Protagonistin nicht warm wird, dann leider auch nicht mit der Geschichte. Mir kam einfach alles so oberflächlich vor. Für mich als Leserin hat komplett der Tiefgang gefehlt, auch in Clementines Beziehungen zu den anderen Charakteren. Einzig und allein ihren Kater hat sie richtig geliebt, beim Rest fehlt da einfach etwas.
So verstand ich auch die Handlungen von ihrem Ex-Mann nicht, wenn dafür aber die der Galeristen, immerhin ist Clementine eine begabte Künstlerin. Ein anderes Motiv enthüllt sich am Schluss. Da schließt sich sozusagen ein Kreis. Normalerweise bin ich dann so: Woah, ernsthaft? Hier war es eher ein gediegenes: Aha. Na ja…
Dabei ist die Idee gut, der Kreis logisch, aber ich bleibe dabei, Clementine und ich, wir wären keine Freunde. Vieles findet ihr bei ihr auch so abrupt statt, so dass ich gar nicht mitkam. Das passt sicher zu der Persönlichkeit, welche die Autorin erschaffen wollte, spricht mich aber nicht an.
Das Konzept der 30 Tage, die herunterlaufen und in denen Protagonistin Clementine Klarheit und Ordnung reinbringen will, finde ich super! Ich mag diese Art von Countdown und habe mit Rabbit Hayes (lest das Buch!) da schon ein wirklich wundervolles Buch dieses Jahr gelesen. 30 Tage und ein ganzes Leben hat aber weder die Emotionalität noch die Tiefe oder die Charaktere um an dieses Highlight ranzukommen.
Den Schreibstil finde ich sehr lesbar. Hat sich gut gelesen, ging schnell und… – wir kommen wieder auf mein großes Problem an diesem Buch zurück – wäre es nicht Clementine gewesen, hätte das Buch mich sicherlich mehr überzeugt. Den ersten Satz fand ich schon ziemlich toll, das Ende war auch gelungen. Da kann man nicht meckern.

Fazit

Eine gute Idee, die für mich jedoch aufgrund der Protagonistin viel verliert. Neutral gesagt: Anderen gefällts vermutlich, aber Clementine und ich waren in diesem Buch keine gute Konstellation.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Sache mit dem Dezember – Donal Ryan


Titel: Die Sache mit dem Dezember
Autor: Donal Ryan
Original: The Thing About December
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-86259-1
Preis: 19,90€
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Autor

Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, im Süden Irlands, studierte Bauingenieurwesen und Jura in Limerick, wo er bei der Staatlichen Behörde für Arbeitnehmerrechte beschäftigt ist. Für seinen zweiten Roman ›The Spinning Heart‹ (2012) wurde Ryan mit dem Irish Book Award und dem Guardian First Book Award ausgezeichnet. Der Roman stand außerdem auf der Longlist des Man Booker Prize 2013. Donal Ryan lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick.


Inhalt

In einer Kleinstadt in Irland soll die Investition eines riesigen Konzerns alle Bewohner zu Millionären machen. Wenn da nicht Johnsey Cunliffe wäre, der seltsame und stille Johnsey, der kaum je ein Wort sagt. Die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern ist das Kernstück des geplanten Bauprojekts. Gerade als sich ihm das Glück zuwendet, wird Johnsey von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht.

Erster Satz

Mutter sagt immer, der Januar ist ein schöner Monat.

Meine Meinung

Johnsey und ich wurden einfach nicht so ganz warm. Johnsey ist ein eher naiver Charakter und das merkt man in dem Erzählstil sehr. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht das unser gemeinsames Problem war. Grundsätzlich war dieses gewollte Naive gut gelungen, insbesondere auch die Beschreibungen der einzelnen Monate, die Weisheiten von Johnseys Eltern, die er uns als Leser nahebringt, aber dennoch ist da dieser Moment, der fehlt. Dieses Klick, das mich vollkommen umhaut, der Moment, der mich komplett in die Geschichte saugt und mitnimmt.

Das ist für mich das größte Problem an dem Buch: Es ist eine ganz nette Geschichte. Johnsey ist ein ganz netter Charakter. Es hat einen ganz netten Schreibstil. Aber ganz nett reicht nun mal nicht. Ganz nett kann für ein Buch nie reichen.
Johnsey ist, wie bereits erwähnt, ziemlich naiv, eher sogar noch etwas zurückgeblieben. Ich hatte ein Bild vor Augen von Johnsey, das ist definitiv eine gute Sache. Nur war ich nicht wirklich in der Lage, mich einzufühlen und davon lebt dieser Stil, eine Geschichte, die so inszeniert wird. Also funktioniert das Buch in dieser Art für mich als Leserin nicht.
Hinzu kommt, dass ich die Entwicklung zu den weiteren Figuren nicht ganz nachvollziehen kann, insbesondere die zu den beiden, mit denen der Kontakt enger wird. Irgendwie hat das etwas von ‚Huch, was ist denn da passiert?‘ und das u.a. eben auch weil Johnsey einem dieses Gefühl vermittelt. Aber, ich geb es zu, ich mag es, wenn es Hintergründe gibt, wenn dafür Gründe da sind.

Übrigens vielleicht noch mit das größte Ding: Wir leben mit Johnsey durch das Jahr, aber jetzt, beim Schreiben hier, frage ich mich, was das Buch eigentlich bezweckt. Klar zeigt es uns, wie es ihm nach dem Verlust seiner Eltern ergeht, aber ist das wirklich alles? Klar entwickelt Johnsey sich auch weiter, aber letztlich dümpelt das Buch einfach so vor sich hin. 

Fazit

Johnsey und ich, das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Auch keine auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Eigentlich auf gar keinen Blick. Irgendwie kommt es mir verschwendet vor, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich nichts daraus mitnehme, weil ich mich immer noch frage, was das Buch bezweckt… Aber ich muss dem Buch zugestehen: Stil passt zu Protagonist und ist sinnig aufgebaut, auch wenn es eben nicht meins war.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Die Rosenkriege. Sturmvogel – Conn Iggulden


Titel: Die Rosenkriege. Sturmvogel
Autor: Conn Iggulden
Original: Wars of the Rosen. Stormbird.
Band: 1
Verlag: Heyne
Erschienen: September 2014
ISBN: 978-3-453-41796-0
Preis: 9,99€
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Autor

Conn Iggulden, geboren 1971, ist einer der erfolgreichsten Autoren historischer Stoffe. Iggulden lehrte Englisch an der University of London, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Neben seinen Romanen stürmte er auch mit dem Sachbuch „Dangerous Book for Boys“, das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb, die Bestsellerlisten. Sturmvogel ist der erste Band seiner neuen Serie um die Rosenkriege, die England in einen verheerenden Bürgerkrieg rissen. Iggulden lebt mit seiner Familie in Hertfordshire, England.

Inhalt

England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken – die Rosenkriege beginnen …


Erster Satz

Unter dem Bett standen Schalen mit dunklem königlichen Blut, die der Arzt vergessen hatte.

Meine Meinung

Nach langer Zeit habe ich mal wieder zu einem historischen Roman gegriffen und muss sagen… ganz begeistert bin ich nicht. Der Schreibstil von Conn Iggulden ist toll, die Zeit, die gewählt wurde, finde ich ebenfalls richtig spannend und dennoch… Ich meine, ich bin ja wirklich geschädigt, weil ich Rebecca Gable so sehr liebe, aber allein schreibtechnisch habe ich das Buch gerne gelesen und auch die Hintergrundinformationen waren interessant gewählt. Der Einbau einer nicht historischen Figur, der fiktive Derry Brewer, war ganz interessant. Derry ist nicht unbedingt ein Sympathie-Träger, aber er führt die unterschiedlichen Fäden zusammen. Denn das Problem für mich hier ist: Viele verschiedene Figuren erzählen kleine Stücke, aber es gibt kein großes Ganzes. Derry ist das einzige Bindeglied, aber so richtig gut funktioniert das nicht. Es ergibt sich einfach keine Geschichte. Das sind mehr Bruchteile aus der Zeit, aber dieser Gesamtzusammenhang funktioniert hier nicht. Derry taucht zwar in den meisten dieser unterschiedlichen Teile auf, aber das reicht einfach nicht als Zusammenhang.

Nehmen wir zum Beispiel Königin Margaret. Sie fand ich von Anfang an sympathisch und die Teile mit ihr sind einfach toll. Dann liest man einen Teil von ihr und plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung oder irgendeine Kennzeichnung, ist man bei einem anderen Charakter und ein paar Jahre weiter. Man hat einfach keine Zeit, sich richtig in einen Charakter einzulesen und einzutauchen. Viel zu oberflächlich werden zig verschiedene Stationen angekratzt, aber keine irgendwie vertieft! Sehr enttäuschend!
Allgemein gilt hier auch: Jahreszahlen, Titel oder irgendetwas, dass diese Sprünge kennzeichnet, wären hervorragend gewesen. Stattdessen hat man die wunderbare Trennung: Teil 1. Teil 2. Teil 3. Das ist bei einem historischen Roman, der mit Zeitsprüngen arbeitet, eindeutig zu wenig!

Ich möchte aber dennoch nochmal hervorheben, dass diese kleinen Stücke durchaus gut waren, aber eben zu wenig. Da stirbt beispielsweise ein Charakter und die restlichen, die durchaus Sympathie für ihn empfunden haben, reagieren gar nicht darauf, dass er tot ist. Das hat einfach keinen Raum in diesem Buch. Ein, zwei Charaktere weniger und dafür intensiver und zusammenhängender auf den Rest eingehen und das Buch hätte mindestens vier Brillen von mir bekommen.

Fazit

Dieser historische Roman hat durchaus Potenzial, das aber wirklich vergeudet wird. Verwirrende Zeitsprünge, zu viele Charaktere und nur oberflächlich erzählte Schicksale sind einfach stärker als der wirklich tolle Schreibstil, die historisch interessanten Fakten und die eigentlich sympathischen Charaktere.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Mona – Dan T. Sehlberg


Titel: Mona
Autor: Dan T. Sehlberg
Original: Mona
Verlag: KiWi
Erschienen: September 2014
ISBN: 978-3-642-04613-7
Preis: 16,99€
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Autor

Dan T. Sehlberg, Jahrgang 1969, MBA der
Stockholm School of Economics, in den 80ern Mitglied der Rockband Nova,
hat mehrere IT- und Internetfirmen gegründet. Seinem Debütroman Mona soll 2014 ein zweiter Thriller um Professor
Eric Söderqvist folgen. Dan T. Sehlberg lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Stockholm.

Inhalt

»Mind Surf« ermöglicht es, allein mit Gedankenkraft im Web zu surfen.
Hanna, die Frau des Erfinders Eric Söderqvist, probiert das
revolutionäre neue System aus – und fällt in ein lebensbedrohliches
Koma. Derweil verbreitet sich Mona, ein aggressiver Computervirus, im
israelischen Bankensystem. Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen
beiden Ereignissen?
Eric Söderqvist, Informatikprofessor aus
Stockholm, hat »Mind Surf« erfunden – ein gedankengesteuertes System,
das die Bedienung von Computern von Grund auf verändern kann.
Der
Libanese Samir Mustaf ist ein früherer MIT-Professor, dessen Tochter
Mona von einer israelischen Splitterbombe getötet wurde. Er hat den
komplexesten Computervirus – Mona genannt – entwickelt, den die Welt je
gesehen hat. Mit ihm soll ein Cyberangriff auf Israels Finanzsystem
unternommen und das Land destabilisiert werden.
Eric ist, auch wenn
alle ihn für verrückt erklären, davon überzeugt, dass seine Frau, die
für eine israelische Bank in Schweden arbeitet, von dem Computervirus
infiziert wurde. Um sie zu retten, gibt es nur einen Weg: Er muss den
Erfinder des Virus ausfindig machen.
Während Eric die Jagd auf
seinen akademischen Gegenpart Samir aufnimmt, wobei ihm Mossad wie
Hisbollah und zu allem Überfluss auch das FBI stets auf den Fersen sind,
fordert in Stockholm der mysteriöse Virus sein erstes Opfer, und Hannas
Zustand verschlechtert sich zunehmend …

Erster Satz


Das kleine Mädchen in dem hübschen Kleid ging ein großes Wagnis ein.

Meine Meinung

Ich hatte den Klappentext gelesen und dachte nur: Das musst du lesen. Im Nachhinein muss ich sagen: Da hat die Inhaltsgabe mehr versprochen als sie halten konnte. Mich konnte das Buch nicht überzeugen und auch nicht fesseln. Da war Hanna, die litt und immer kranker wurde, da war Jens, der beste Freund, der immer wütender wurde, da war Samir, der geniale Computermensch, dessen Motive so schnell klar wurden, dass es echt langweilig war, und natürlich Eric, der durch Zufälle immer wieder auf die richtige Fährte stolpert. Denn Ermittlungsarbeit kann man ihm nicht zusprechen, da hat der Professor eher Glück im Unglück im Glück und so weiter. Das alles wird gekrönt von viel zu vielen Sichtweisen, die man im Verlauf des Buchs erlebt und einem Stil, der trocken ist, allerdings ohne jegliche Form von Humor…

Aber noch mal im Einzelnen, ich fang mal mit der Sprache an. Wie bereits erwähnt, fand ich diese trocken, knöchern und nicht fesselnd. Natürlich sind gerade die Teile, in denen es um die technischen Hintergründe des Virus geht (oder auch von Erics ‚Mind Surf‘-Programm) nicht anders zu lösen. Das ist auch akzeptabel, aber zumindest in den anderen Passagen hätte ich mir doch etwas mehr Spannung gewünscht, denn leider ging es so trocken weiter. Selbst in einer recht leidenschaftlichen Szene war nur der Inhalt lebendig, doch das Stilistische bleibt zurück.

Auch inhaltlich bleibt die Geschichte hinter meinen Erwartungen zurück. Ich weiß nicht, woran das liegt, denn letztlich passiert genau das, was der Klappentext prophezeit. Dennoch fehlt da der Kick, das Besondere, das, worauf ich gehofft hätte. Für meinen Teil kann ich sagen, dass es bei mir an den vielen verschiedenen Parteien liegt. Der Moussad, die Bank, Hanna, Samir, und, und, und. Es wurde immer mehr und irgendwann war mir das einfach zu kleinteilig. Das hat nicht zur Erhöhung der Spannung beigetragen, sondern diese eher verzögert. Manchmal kann man auch einfach zu sehr ins Detail gehen.

Eric als Figur war auch nicht ganz stimmig für mich. Einerseits war er total wild darauf, die Lösung zu finden, dann total verängstigt und zögerlich und unsicher. Außerdem gibt es Szenen, in denen er, der geniale Computer-Experte und Professor, einiges vergisst, was selbst ich als Laie bedenke. Und das liegt definitiv nicht nur an seiner Angst um Hanna. Nur so konnte die Geschichte vorangehen, aber… gut getan hat es ihr nicht. Die anderen Figuren bleiben eher farblos, selbst Samir, der einen traurigen, aber eben vorhersehbaren Hintergrund hat, ist einfach langweilig und uninteressant.

Fazit

Wer Politthriller und so visionäre Geschichten mag und sich auch nicht von einem etwas trockeneren Stil abschrecken lässt, mag hier sicher eine spannende Geschichte finden, doch ich persönlich konnte kaum Positives abgewinnen, außer einer Figur, die allerdings ein Spoiler ist und bleibt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Sapphique – Catherine Fisher

Titel: Sapphique
Autor: Catherine Fisher
Original: Sapphique
Band: 2/2
Verlag: Penhaligon
Erschienen: April 2014
ISBN: 978-3-7645-3081-5
Preis: 19,99€
Leseprobe




 

Autor


Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekränter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreib in Wales.


Inhalt


Finn ist aus Incarceron entkommen, doch seine Freunde Keiro und Attia sind noch immer innerhalb der Mauern des lebenden Gefängnisses. In der so genannten Freiheit ist nichts so, wie Finn erwartet hat – und beinahe zu spät wird ihm bewusst, dass sein Leben noch genauso in Gefahr ist wie während seiner Haft. Keiro und Attia suchen derweil nach Sapphiques Handschuh, mit dem der Legende nach die Flucht aus Incarceron möglich sein soll. Das Gefängnis selbst hat währenddessen für sich einen Körper erschaffen. Denn auch Incarceron will in die Freiheit gelangen, genau wie einst Sapphique – der einzige Gefangene, den Incarceron je geliebt hat.


Erster Satz


Die Gasse war so eng, dass Attia sich gegen eine Mauer lehnen und einen Fuß an der gegenüberliegenden Wand abstützen konnte.


Meine Meinung


Irgendwie fällt es mir hier schwer, meine Meinung zu verfassen, weil sich das Buch einfach nicht so einprägend gelesen hat. Grob dämmert mir noch, worum es ging, aber irgendwie ist nur sehr wenig zurück geblieben. Schade eigentlich. Daher wird auch meine Bewertung durchschnittlich ausfallen, denn genauso ist das Buch für mich. Durchschnittlich, aus zwei Gründen: Ich erinnere mich nicht daran und wenn es entweder herausragend oder total schlecht gewesen wäre, hätte ich mich wohl daran erinnert.

Aber ich versuche das mal, auch wenn ich einfach Schwierigkeiten habe, Herausragendes zu finden, was ich beschreiben könnte. Irgendwie konnte mich dieses Mal nicht mal Incarceron richtig faszinieren, ich fand das doch nicht so gut wie im ersten Band.
Puh, ich glaube, mir ist selten eine Rezension so schwer gefallen, weil ich einfach nicht weiß, was ich schreiben soll. Manchmal fehlen mir die Hintergründe, die Zusammenhänge und ich frage mich, warum das nur passiert. Wo der Sinn ist… und das ist etwas, was mir ja auch im letzten Band schon etwas Probleme bereitet hat. Somit setzt sich das hier fort.

Die Charakterentwicklung… tja, was soll ich dazu schreiben? Finn fühlt sich in der Außenwelt nicht wohl,was ausgiebig behandelt wird. Gut fand ich tatsächlich, dass Claudia nicht toooootal in love mit ihm war, sonst immer noch eine mehr oder minder selbständige junge Frau war, wenn da nicht diese Abhängigkeit von ihrem heiß geliebten Sapienten wäre. Ehrlich: Da freut man sich mal über so eine Protagonistin und dann kommt das im Hintergrund, muss nicht unbedingt sein.
Keiro habe ich schon im letzten Band nicht verstanden und hier war es nicht anders. Auch die anderen Charaktere haben es nicht rausgerissen, obwohl der durchgeknallte Magier Rix ganz interessant war, er hat mir noch mit am Besten gefallen.
Die Szenen mit der Königin wirkten leider etwas sehr oberflächlich, auch wenn diese eine Szene gegen Ende wohl Tiefe zeigen sollte, kam das zumindest bei mir als Leserin nicht an. Da hätte man die Emotionen anders nutzen können.

Es ist auch bei der Story so, dass mich diese einfach nicht überzeugen konnte. Es hat sich zwar gut gelesen, aber wie erwähnt, es ist nicht viel hängen geblieben. Nun gut, das ist schade, aber ist einfach so. Ich kann euch jetzt auch nicht DEN Grund dafür nennen, denn mich hat es einfach auf gesamter Linie nicht mitnehmen können, ihr kennt das sicher, wenn man so Bücher hat.


Fazit


Sapphique ist einfach nicht mein Buch, es konnte mich nicht überzeugen, nicht rumreißen, nicht mitreißen, nicht fesseln. Allgemein wirke auf mich alles eher oberflächlich und mir hat Tiefe und Hintergrund gefehlt. Ich bin einfach nicht geflasht.


Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an Penhaligon und Blogg dein Buch.